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Luftnot bei Herz-Kreislauferkrankungen

Luftnot bei Herz-Kreislauferkrankungen

Luftnot – Missverhältnis zwischen Angebot und Bedarf

Jeder kennt das Gefühl, läuft man zu schnell bzw. zu lange, dann geht einem früher oder später die Puste aus. Luftnot ist ein Symptom, welches darauf hinweist, dass ein Missverhältnis zwischen Sauerstoffangebot und Sauerstoffbedarf besteht: der Bedarf steigt und das Sauerstoffangebot ist ab einer bestimmten Belastungsstufe nicht mehr ausreichend. Im Fall von körperlicher Belastung entsteht dieser Mehrbedarf überwiegend in der Muskulatur.

Luftnot – typischerweise bei Belastung

Luftnot tritt beim gesunden Menschen typischerweise bei körperlicher Belastung auf. Die Atmung kann schneller, flacher und schwerer sein. Bei organischen Erkrankungen, die zu Luftnot führen, treten Symptome bei leichterer Belastung und in schweren Fällen auch in Ruhe auf. Häufig kommen dann noch weitere Symptome hinzu.  Bei einer Überblähung, z.B. bei Asthma führt ein zusätzliches Spannungsgefühl im Brustkorb zur weiteren Einschränkung. Ist die Luftnot sehr stark ausgeprägt, dann ist sie mit innerer Unruhe bis hin zu Angst und Panik verbunden. Schwere Luftnot macht Todesangst.

Luftnot bei Erkrankung – Herz, Kreislauf, Lunge und rote Blutkörperchen

Neben dem Missverhältnis von Sauerstoffangebot und Sauerstoffbedarf aufgrund normaler körperlicher Belastung gibt es verschiedene Krankheitsbilder, die Luftnot verursachen können.

Luftnot – Lunge und Herz

Ist die Lunge geschädigt, z.B. ein Lungenemphysem, oder im Akutfall durch ein Lungenembolie oder eine Lungenentzündung, dann die die Sauerstoffaufnahme gestört. In Ihr Blut gelangt einfach nicht genügend Sauerstoff, um den Körper ausreichend zu versorgen.

Das Herz-Kreislaufsystem dient dem Bluttransport in eine Richtung, z.B. wird sauerstoffreiches Blut von der Lunge über das Herz und die Arterien zum Gewebe gepumpt; von da aus wird sauerstoffarmes Blut über die Venen zurück zum Herz und dann zur erneuten Sauerstoffanreicherung zur Lunge transportiert. Luftnot, die vom Herzkreislaufsystem ausgeht, ist somit in den meisten Fällen eine Bluttransportstörung.

Mangel an roten Blutkörperchen – gestörte Transportkapazität

Bei einem Mangel an roten Blutkörperchen, einer sog. Anämie ist die Sauerstofftransportkapazität eingeschränkt. Das kann akut bei einer schweren Blutung vorkommen. Chronische Blutungen, z.B. die Regelblutung oder langsame Sickerblutungen in Magen oder Darm haben meistens einen Eisenmangel zur Folge. Überhaupt ist es so, dass neben einem Mangel an Eisen die Unterversorgung mit Vitamin B9 und B12 die Blutbildung ungünstig beeinflussen. Nicht selten ist auch eine mangelhafte Zufuhr bei Veganer, Vegetarierin und alten Menschen ein Problem.

Zu starke Steigerung des Stoffwechsels verursacht Luftnot

Ist der Stoffwechsel zu stark gesteigert entsteht ein zu hoher Sauerstoffbedarf des Gewebes- Dieses tritt bei hormonellen Störungen, wie z.B. bei Schilddrüsenüberfunktion aber auch durch Überdosierung von Nahrungsergänzungsmitteln, z.B. von Magnesium oder Vitamin D auf.

Aber auch Medikamente können eine Luftnot verursachen, so z.B. Beta-Blocker und gefäßerweiternde Substanzen.

Luftnot bei Herz-Kreislauferkrankungen – zahlreiche Ursachen möglich

Ursachen für Luftnot durch Herzkreislauf-Erkrankungen sind vor allen Dingen auf der Herzebene Herzmuskelschwäche mit Füllungs- bzw. Pumpstörung der Herzhauptkammern, Herzklappenerkrankungen mit Verengung bzw. Undichtigkeit der Ventile. Aber auch Herzrhythmusstörungen können Luftnot verursachen. Auf der Ebene des Kreislaufs können ein niedriger Blutfluss durch eine reaktive Engstellung der Arterien, z.B. bei Bluthochdruck oder eine Verstopfung von Lungenvenen zum Problem werden .

Linksherzschwäche als Ursache von Luftnot

Herzmuskelschwäche – meistens Folge einer Störung der Durchblutung

Die typische Herzinsuffizienz, d.h. eine Herzmuskelschwäche betrifft meistens die linke Herzhauptkammer und ist charakterisiert durch eine Herabsetzung der Auswurfleistung der linken Herzkammer. Diese sog. Ejektionsfraktion beträgt  in Ruhe normalerweise 55-65%. beträgt. Ist sie zum Beispiel auf <35% reduziert, dann ist die Lebenserwartung deutlich eingeschränkt. Die häufigste Ursache einer Herzinsuffizienz ist eine Koronare Herzkrankheit, d.h. einer Durchblutungsstörung des Herzmuskels bzw. die Folge eines Herzinfarktes.

Herzmuskelschwäche – an Herzklappenerkrankungen denken

Darüber gibt es genetisch bedingte eigenständige Herzmuskelerkrankungen. Eine Herzmuskelentzündung kann akut oder langfristig über eine narbige Abheilung ebenfalls in eine Herzschwäche münden. Schwere Herzklappenerkrankungen, z.B. eine ausgeprägte Verengung der Aortenklappe, eine sog. Aortenklappenstenose sind mit einer vermehrten Herzarbeit und einer hohen Mehrarbeit der Hauptkammer verbunden. Mit zunehmender Überlastung der linken Herzkammer über die Zeit wird das Herz schwächer und entsprechend verschlimmert sich auf die Luftnot.

Auch elektrische Erregungsbildungs- und -leitungsstörungen, die mit einem zu langsamen, zu schnellen Herzschlag, vermögen die Leistungsfähigkeit des Herzens erheblich einschränken.

Lungenödem – Folge einer Linksherzschwäche

In schweren Fällen kann Ihr Herz das Blut nicht mehr ausreichend vorwärts transportieren. Folglich kommt es zu einem Rückstau in die Lunge, zum sog. Lungenödem. Die Flüssigkeitsansammlung macht Ihre Lunge und damit auch die Atmung schwerer. Im gesunden Zustand ist Ihre Lunge leicht und locker wie ein trockener Schwamm. Beim Lungenödem ist sie belastende wie ein nasser schweren Schwamm.

Neben der Mehrarbeit der Atemmuskulatur bewirkt die „Überwässerung“ der Lunge, dass neben der Sauerstofftransportstörung jetzt auch zusätzlich die Sauerstoffaufnahme in der Lunge verringert ist. Der betroffene Mensch atmet zunehmend schwerer und kann auch nachts nicht mehr flach im Bett liegen.

Bei akuten bzw. schweren Fällen kommt es dann durch den Sauerstoffmangel zum Herz-Kreislaufversagen mit der Notwendigkeit einer künstlichen Beatmung.

Rechtsherzschwäche als Ursache von Luftnot

Luftnot durch Rechtsherzschwäche – Blut kommt nicht richtig vorwärts

Auch eine Herzschwäche der rechten Herzhauptkammer kann Luftnot verursachen. Folglich wird Ihr Blut dann vom rechten Herz aus nicht mehr richtig vorwärts transportiert. Gründe sind häufig eine Mehrbelastung durch die nachgeschaltete Lunge, z.B. durch einen Lungenhochdruck. Dieser wiederum ist meistens Folge einer Lungenerkrankung, z.B. einer chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankung.

Eine häufige Ursache für eine Vorwärtsversagen des rechten Herzen ist  eine Undichtigkeit der Trikuspidalklappe, der Verbindungsklappe zwischen rechter Vor- und Hauptkammer.

Rechtsherzschwäche – dicke Beine und Lungenerguss

Eine zu starke Belastung der  der rechten Herzhauptkammer verursacht eine Dehnung. Das hat nicht nur eine verringerte Auswurfleistung zur Folge. Folglich ist dieses auch mit einem Rückstau von Flüssigkeit  in vorgeschaltet Körperregionen verbunden.

Bei einem Rückstau vor dem rechten Herz treten häufig Wasseransammlungen in den Beinen auf, die sog. Beinödeme. In besonders schweren Fällen sammelt sich Flüssigkeit im Pleuraraum zwischen Brustkorb und Lunge an. Dieser Lungenerguss, auch Pleuraerguss genannt behindert die Ausdehnung der Lunge und erschwert so die Atmung.

Die Stauung vor dem rechten Herz zieht auch Bauchorgane wie den Magen und die Leber in Mitleidenschaft, so dass ein Völlegefühl oder eine Magenschleimhautentzündung bzw. ein Spannungsgefühl zu Beeinträchtigung resultieren können.

Kreislaufstörungen als Ursache von Luftnot

Herz und Lunge normal – trotzdem Luftnot

Der Körperkreislauf des Blutes wird in eine arteriellen und einen venösen Teil unterteilt. Im arteriellen Teil wird sauerstoffreiches Blut vom linken Herz zum Gewebe transportiert; im venösen Teil erfolgt der Rücktransport von sauerstoffarmem Blut zum rechten Herzen. Isolierte Kreislaufstörungen können bei Ihnen schwere Luftnot verursachen, wobei das Herz vollkommen gesund und funktionstüchtig ist. Folglich wird eine eine Luftnot aufgrund einer Kreislaufstörung häufig als Herzschwäche bzw. Lungenerkrankung verwechselt.

Bluthochdruck – häufig mit Luftnot verbunden

Ursächlich für eine Luftnot bei Kreislaufstörung ist meistens eine Störung des arteriellen Systems. Durch eine Regulationsstörung, z.B. beim Bluthochdruck kommt es zu einer Engstellung auf der Ebene der Mikrozirkulation, so dass der vorgeschaltete Druck steigt.

Folglich tritt zum einem mit einer Durchblutungsstörung des Gewebes und zum anderen ein Rückstau von Blut in die Lunge auf; beide Mechanismen tragen zum Symptom der Luftnot bei.

Sie können sich den arteriellen Kreislauf auch so vorstellen, dass an einen Blasebalg (Herz) ein Gartenschlauch (große Arterie) mit einem Gartenschlauchventil angeschlossen ist. Wird bei aktiver Pumpe das Ventil enger gestellt, dann wird weniger Wasser durch das Ventil gefördert und der Druck vor dem Ventil steigt an. Die verursachte Luftnot wird meistens als Einschränkung der körperlichen Belastbarkeit mit Luftnot wahrgenommen.

Lungenembolie – häufig als Ursache von Luftnot unterschätzt

Im venösen Teil des Kreislaufs kann eine Verlegung einer Lungenarterie zwischen rechtem Herz und Lungengewebe durch eine Lungenembolie Luftnot verursachen. Meistens handelt es sich bei einer Lungenembolie um eine verschleppte Thrombose.

Nicht nur wird weniger Blut mit Sauerstoff angereichert, sondern linken Anteil des Herzens wird auch weniger Pumpvolumen zur Verfügung gestellt. Das verursacht dann Kreislaufstörung bis hin zum Kreislaufschock. Dadurch, dass nun weniger Blut zirkuliert kommt neben der gestörten Sauerstoffaufnahme auch noch eine Sauerstofftransportstörung hinzu.

Bewertung der Luftnot

Bei der Luftnot werden vor allen Dingen der Schweregrad und die zeitliche Dynamik mit der sie auftritt bewertet.

Zur symptombezogenen Klassifikation der Luftnot bei Herzerkrankungen wird orientierend die Klassifikation der New York Heart Association verwendet.

NYHA I

Herzerkrankung ohne körperliche Einschränkung.
Alltägliche körperliche Belastung verursacht keine inadäquate Erschöpfung, Rhythmusstörungen, Luftnot oder Angina pectoris

z.B. Skifahren, Fahrradfahren mit 25 km/h, Laufen mit 12 km/h ohne große Einschränkung möglich.

NYHA II

Herzerkrankung mit leichter Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit.
Keine Beschwerden in Ruhe.
Alltägliche körperliche Belastung verursacht Erschöpfung, Rhythmusstörungen, Luftnot oder Angina pectoris.

z.B. schnelles Gehen (ca. 6 km/h), Schneeschaufeln führt zu Luftnot.

NYHA III

Herzerkrankung mit höhergradiger Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit bei gewohnter Tätigkeit.
Keine Beschwerden in Ruhe.
Geringe körperliche Belastung verursacht Erschöpfung, Rhythmusstörungen, Luftnot oder Angina pectoris.

z.B. langsames Gehen (ca. 3 km/h), Hausarbeit verursacht Luftnot

NYHA IV

Herzerkrankung mit Beschwerden bei allen körperlichen Aktivitäten und in Ruhe.
Bettlägerigkeit

z.B. Gehen in der Wohnung, Sprechen verursacht Luftnot

Schwergrad der Luftnot – Hinweis auf Lebenserwartung

Bei einer Herzschwäche mit erlaubt der Schweregrad der Luftnot einen Hinweis auf die Prognose. So beträgt die Sterblichkeit innerhalb von 2 Jahren bei Herzmuskelschwäche + NYHA Stadium I 10%, und bei NYHA Stadium II-III entsprechend 20%, 30-40% und bei NYHA Stadium IV sogar 40-50%.

Akute schwere Luftnot besonders gefährlich

Neben dem Schweregrad spielt die zeitliche Dynamik mit der eine Luftnot entsteht eine wichtige Rolle. Kommt es erstmals zu einer plötzlichen und schweren Luftnot, dann muss rasch gehandelt werden, da es sich um eine lebensbedrohliche Erkrankung, wie zum Beispiel eine Lungenembolie (oder einen Herzinfarkt handeln könnte.

Vor allen Dingen dann, wenn die Luftnot schon in Ruhe und beim Sprechen auftritt, wahrscheinlich auch mit Angst und Unruhe verbunden ist, dann muss das Rettungsteam unter 112 verständigt werden. Auch bei vorbekannter Herzerkrankung, z.B. bei Herzmuskelschwäche oder Klappenerkrankung kann es zu einer Verschlimmerung kommen, dass z.B. flaches Liegen nicht mehr möglich ist. Hier sollte zeitnah innerhalb von Tagen ein Arzt aufgesucht werden.

Die Ursache einer Luftnot ist nicht immer einfach zu finden. Wir in der Cardiopraxis mit Praxen in Düsseldorf und Meerbusch bemühen uns internistisch-kardiologisch vorzugehen und haben insbesondere Begleiterkrankungen und -symptome stets im Blick.

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