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Angina pectoris: Warnzeichen bei Herzinfarkt

Angina pectoris: Warnzeichen bei Herzinfarkt

Wenn Herzkranzarterien verengt sind, kann es zu Angina pectoris (lateinisch für „Brustenge“) kommen. Angina pectoris kann man als stabil, instabil oder anhaltend einstufen. Diese Klassifizierung, welche vor allem die Entwicklung der Symptome im Zeitverlauf berücksichtigt, erlaubt eine orientierende Risikoabschätzung und bestimmt damit auch, wie dringlich weitere diagnostische und therapeutische Maßnahmen sind. Die richtige Einordnung kann lebensrettend sein. Um Symptome zu bewerten, ziehen wir die folgenden vier Kriterien heran: zeitliche Dynamik, Belastungskapazität, Intensität und Charakteristik.

Lebensrettend: So wird Angina pectoris klassifiziert

Brustdruck – häufiger?

Die zeitliche Dynamik berücksichtigt, ob Symptome zum Beispiel erstmalig auftreten oder in der Häufigkeit zunehmen – etwa anstatt 1 bis 5 Mal pro Woche neuerdings 11 bis 15 Mal pro Woche. Die Belastungskapazität verdeutlicht, wie die Belastungsgrenze bis zum Auftreten einer Angina pectoris abnimmt (zum Beispiel vorher symptomfrei bis 200 Meter Gehen, neuerdings bis 100 Meter).

Brustenge – stärker?

Das Kriterium „Intensität“ gibt an, wie der Brustdruck zunimmt: Verspürte eine betroffene Person zum Beispiel früher nur leichten Druck beim Gehen, ist dieser Druck jetzt stärker und verschwindet erst nach einer längeren Pause.

Angina pectoris – Ausstrahlung?

Wo die Beschwerden lokalisiert sind, erfassen wir anhand des Kriteriums „Charakteristik“. So kann ein Druckgefühl lediglich hinter dem Brustbein auftreten, aber zum Beispiel auch ausstrahlen in die Schulter.

Angina pectoris – Blutgerinnsel?

Ein Hauptgrund dafür, dass sich diese Beschwerden bei Koronarer Herzkrankheit verändern: Ein Blutgerinnsel bildet sich in der Koronararterie und verschließt das Gefäß teilweise oder sogar komplett. Hierdurch kann es zu kritischen Durchblutungsstörungen kommen, die mit Herzschwäche und Rhythmusstörungen einhergehen – bis hin zum unwiederbringlichen Untergang von Herzmuskelgewebe, dem Herzinfarkt.

Stabile Angina pectoris: So sollten Sie vorsorgen

Stabile Angina pectoris:  in der Regel gute Prognose

Bei stabiler Angina pectoris bestehen die Beschwerden unverändert seit mehr als 4 Wochen. Die Prognose für das Langzeitüberleben ist gut und die Sterblichkeit beträgt ca. 5 % pro Jahr. Zum Beispiel kann ein Druckgefühl hinter dem Brustbein immer wieder nach dem Steigen einer Treppenetage auftreten und in Ruhe regelhaft verschwinden. Solche Episoden einer Angina pectoris treten zum Beispiel 1 bis 5 Mal pro Woche auf. In diesem Fall sollten Sie mindestens 1x jährlich einen Kardiologen konsultieren, um die Relevanz mittels EKG und Belastungs-EKG, Herzultraschall sowie eventuell weiterführender Maßnahmen wie Herz-MRT und Herzkatheter weiter zu klären.

Angina Pectoris: Zur rechten Zeit vorbeugen und die Angina Pectoris aufhalten! | Cardiopraxis - Ihre Praxis für Kardiologie in Düsseldorf und Meerbusch

Instabile Angina pectoris: Droht ein Herzinfarkt?

Brustdruck häufiger!

Ist eine Angina pectoris innerhalb der letzten 4 Wochen erstmals aufgetreten bzw. haben sich bestehende Beschwerden verstärkt, dann liegt eine instabile Angina pectoris vor. Bei Koronarer Herzkrankheit ist das Risiko für Herzinfarkt und Tod dann deutlich höher: Die Sterblichkeit beträgt ca. 15 % im ersten Jahr.

Brustdruck schon bei leichterer Belastung!

Zum Beispiel kann ein Druckgefühl hinter dem Brustbein, das früher erst nach einer Treppenetage vorgekommen ist, jetzt schon nach einer halben Etage auftreten (Belastungsabhängigkeit). Die Beschwerden können stärker sein, mal kurzzeitig in Ruhe auftreten (Intensität) und neuerdings auch in die Schulter ausstrahlen (Charakteristik). Sie treten jetzt mindestens 4 Mal am Tag auf.

 

 

Instabile Angina pectoris – Risiko für Herzinfarkt erhöht

Bei einer instabilen Angina pectoris besteht ein deutlich höheres Risiko für einen Herzinfarkt innerhalb der nächsten 4 Wochen. Betroffene Menschen sollten zeitnah, spätestens innerhalb von Tagen, einen Kardiologen bzw. eine Notaufnahmestation aufsuchen.

Instabile Angina pectoris – zeitnah professionelle Hilfe 

Bei instabiler Angina pectoris sollten Sie zeitnah, innerhalb von Tagen einen Kardiologen oder eine Notaufnahmestation aufsuchen. Insbesondere bei kurzzeitigen Ruhebeschwerden ist die Notaufnahmestation die richtige Anlaufstelle.

Weiterführende Maßnahmen dort sind EKG, Belastungs-EKG, Herzultraschall und bei Verdacht auf eine Koronare Herzkrankheit die Durchführung eines Herzkatheters zur definitiven Klärung. Die Herzkatheteruntersuchung bei Verdacht auf eine Koronare Herzkrankheit führt bei einem erfahrenen Kardiologen in ca. 80 % der Fälle zur richtigen Diagnose. So können Herzinfarkt und kardio-vaskulärer Tod meistens abgewendet werden.

Angina Pectoris: Verstopfung der Herzkranzgefäße | Cardiopraxis - Ihre Praxis für Kardiologie in Düsseldorf und Meerbusch

Anhaltender Brustdruck - sofort handeln!

Bei einem typischen akuten Herzinfarkt hat sich ein Herzkranzgefäß plötzlich komplett verschlossen und das Herzmuskelgewebe beginnt nach ca. 20 Minuten unwiederbringlich abzusterben. Eine akute und anhaltende Angina pectoris ist ein Warnzeichen für einen ablaufenden Herzinfarkt. Die Beschwerden treten fast nie isoliert auf: Zum Beispiel nimmt man neben einem Brustdruck eine Ausstrahlung etwa in die Schulter und/oder Luftnot wahr – dies gilt sowohl für Männer als auch beim Herzinfarkt bei Frauen. Häufig verspürt der betroffene Mensch einen starken Vernichtungsdruck und atmet schwer. Er ist blass, auch kaltschweißig und versucht Bewegung zu vermeiden. Oft sind es auch Außenstehende, Freunde, Verwandte oder Arbeitskollegen, die beim betroffenen Menschen verändertes Verhalten und Blässe wahrnehmen.

Brustschmerzen nicht vom Herz?

Nicht auf einen Herzinfarkt zurückgeführt werden können Beschwerden, die sich verändern durch: tiefes Ein- und Ausatmen, Bewegung von Arm/Wirbelsäule/Brustkorb oder durch manuellen Druck auf eine Stelle am Brustkorb.

Herzinfarkt handeln – je schneller, desto besser!

Da vor einem Herzinfarkt eine instabile Angina pectoris als Vorbote nur in ca. 40 % der Fälle auftritt, ist bei akuter und anhaltender Angina pectoris schnelles und richtiges Handeln umso wichtiger. Vor allem, wenn man sich vor Augen führt, dass innerhalb von 30 Minuten vor einem plötzlichen Herztod in ca. 66% aller Fälle Symptome auftreten.

Herzinfarkt bei Angina pectoris: Was müssen Sie tun?

Wenn Herzkranzarterien verengt sind, kann es zu Angina pectoris (lateinisch für „Brustenge“) kommen. Angina pectoris kann man als stabil, instabil oder anhaltend einstufen. Diese Klassifizierung, welche vor allem die Entwicklung der Symptome im Zeitverlauf berücksichtigt, erlaubt eine orientierende Risikoabschätzung und bestimmt damit auch, wie dringlich weitere diagnostische und therapeutische Maßnahmen sind. Die richtige Einordnung kann lebensrettend sein. Um Symptome zu bewerten, ziehen wir die folgenden vier Kriterien heran: zeitliche Dynamik, Belastungskapazität, Intensität und Charakteristik.
Angina Pectoris: Im Notfall umgehend 112 wählen. Es zählt jede Sekunde! | Cardiopraxis - Ihre Praxis für Kardiologie in Düsseldorf und Meerbusch