Hitzestress – Risiko für Blutdruckkrisen, Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen

Die Sommerhitze macht uns allen zu schaffen. Hohe Außentemperaturen können nicht nur Symptome wie Unwohlsein, Benommenheit, Unruhe und Gereiztheit zur Folge haben, sie sind auch Auslöser für schwere Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt, Blutdruckkrisen und Herzrhythmusstörungen. Deswegen ist es für Sie sinnvoll, vor dem Einsetzen von Symptomen dem Hitzestress vorzubeugen.

Hitzestress – ausreichend trinken, ein „Muss”

Eine angepasste Trinkmenge steigert den Wassergehalt von Körperzellen. Folglich nimmt die Wärmeleitfähigkeit der Körperzellen zu und Ihr Körper kann Wärme physikalisch besser abstrahlen. Eine angepasste Trinkmenge unterstützt auch dabei, dass Wärme durch Schwitzen bzw. über den Urin abgegeben wird.

Trinken Sie am Tag 30 bis 40 ml pro kg Körpergewicht! Beginnen Sie unmittelbar nach dem Aufstehen mit 400 bis 600 ml. Direkt nach dem Toilettengang sollte das die 2. Handlung des Tages sein.

Um dann am Ball zu bleiben, hat es sich bewährt, nach jedem Toilettengang immer wieder nachzutrinken (“drink-pee-repeat“). Nehmen Sie allenfalls kühles, am besten handwarmes Wasser, denn kaltes Wasser ist ein Kältesignal für den Körper. Ein Kältesignal kann Mechanismen zur Wärmekonservierung aktivieren und ist somit bei Hitzestress kontraproduktiv.

Hitzewelle – Leinen und Seide tragen

Vermeiden Sie in jedem Fall Kleidung mit Kunstfasern! Tragen Sie leichte Kleidung. Nutzen Sie Leinen bzw. Seide anstatt Baumwolle! Röcke und weite Hosen beziehungsweise auch offene Hemden sind luftig und erlauben eine bessere Abstrahlung von Wärme. Auf eine Krawatte können Sie an heißen Tagen verzichten.

Sommerhitze – leichte Schuhe, keine Socken

Socken sind Pulswärmer und erhöhen daher den Hitzestress. Vermeiden Sie an heißen Tagen das Tragen von Socken und ziehen Sie allenfalls sog. Füßlinge an! Darüber hinaus ist leichtes Schuhwerk, am besten sind Sandalen oder Flip-Flops, von kühlendem Nutzen.

Hitzestress – den Kopf richtig schützen

Hitzestress findet im Kopf statt. Ein leichter Strohhut mit breiter Krempe ist hier die beste Hilfe, um Hitzestress zu vermeiden. Ein Strohhut hat Luft zwischen Hut und Kopf und isoliert daher gut gegen Hitze. Außerdem spendet ein breitkrempiger Hut Schatten und schont die Augen.

Eine Baseball-Kappe ist zwar ein guter Lichtschutz, aber nur ein schlechter Hitzeschutz. Vielmehr sind Baseball-Kappen in der Regel Kopfwärmer, ähnlich wie die kleinen Strickmützchen für das Frühstücksei. Eng am Kopf getragen verringern sie das schützende Luftpolster um den Kopf, indem Sie die Haare verdichten. Nicht umsonst wird bei Tropenhüte darauf geachtet, dass durch spezielle Riemen der Abstand zwischen Kopf und dem Hutäußeren möglichst groß gehalten wird.

Darüber hinaus ist der Nackenbereich bei einfachen Schirmkappen vom Schutz ausgespart. Die unerwünschte Folge: die Hinterhauptsarterien, die sogenannten Vertebralarterien, werden über den heißen Nacken erwärmt. Diese Blutgefäße versorgen nicht nur die hinteren Anteile des Großhirns, sondern auch den Hirnstamm. Vom Hirnstamm aus werden alle wichtigen vegetativen Körperfunktionen gesteuert. Kommt es hier zu Hitzestress, dann kann es gefährlich werden.

Auch hier lohnt sich eine Betrachtung von Gebräuchen in heißen Ländern. Ihnen wird wahrscheinlich schon einmal aufgefallen sein, dass Arbeiter, die ein Äquator-nahen Ländern in der freien Sonne arbeiten müssen, neben einem Hut auch ein Tuch tragen, welches den Nacken bedeckt.

Hitzeschutz am Arbeitsplatz

Sobald Sie in Ihrem Büro ankommen sind, treffen Sie vorbeugende Maßnahmen, bevor die Außentemperaturen steigen.

Zuerst können Sie den Raum auf 500 bis 2.000 Lux abdunkeln, zur Messung eignet sich zum Beispiel die App LightLuxMeter. Gleißendes Licht verstärkt das Wärmegefühl und trägt auch selbst zum Stress bei. Es ist nicht umsonst so, dass in den heißen Äquator-nahen Ländern die Fensterscheiben abgedunkelt sind. Schatten signalisiert Kühle. Aus demselben Grund ist übrigens auch das Tragen einer Sonnenbrille im Freien sinnvoll.

Optimal für das Wohlbefinden und Ihre Produktivität ist eine Klimaanlage. Stellen Sie auf eine moderate Kühlung, zum Beispiel 24 Grad Celsius. Große Unterschiede zwischen Außentemperatur und Raumtemperatur sind zu vermeiden, denn das führt bei Verlassen des Büros zu plötzlichem Hitzestress. Falls eine Klimaanlage nicht vorhanden ist, dann hilft auch ein Ventilator.

Sehr sinnvoll ist es, wenn Sie alle Maßnahmen im Büro mit den Kolleginnen und Kollegen besprechen, gerade wenn es um die richtige Einstellung der Klimaanlage geht. Eine Lockerung des Dresscodes sollten Sie mit dem oder der Vorgesetzten klären. In Anbetracht der immer besseren längerfristigen Wettervorhersagen können schon Tage vor Beginn einer Hitzewelle die einzelnen Maßnahmen abgesprochen werden.

Überhitzung vermeiden – kühles Wasser über Handgelenke und Gesicht

Im Laufe des Tages können Sie bei Wärmegefühl immer mal wieder für einige Minuten kühles Wasser über die Handgelenke laufen lassen. Durch den sehr engen Kontakt zwischen Arterien bzw. Venen und der Hautoberfläche wird hier das Blut besonders gut abgekühlt.

Auch kühles Wasser auf das Gesicht wird Ihnen helfen.

Bei Hitze – kühlende Speisen bevorzugen

Scharfe Gewürze, zum Beispiel Ingwer und Chili im Übermaß, aber auch Alkohol steigern den Stoffwechsel. Folglich ist es für Sie sinnvoll, solche Speisen im Übermaß vermeiden! Eine Stoffwechselaktivierung durch Nahrungsmittel hat eine vermehrte Produktion von Körperwärme zur Folge. Das allein macht Sie schon innerlich unruhig.

Sie sollten stattdessen Salate bevorzugen, schwere Speisen sind zu meiden. Kühlende Speisen sind z.B. auch Gurke, Wassermelone und Buttermilch. Gerade Buttermilch hat einen nachhaltigen Effekt, und enthält auch noch wichtige Mikronährstoffe.

Vor allem Alkohol ist dagegen ein “must-not-do“ an heißen Tagen, da es hierdurch nicht nur per se zu Verwirrtheit kommt, sondern auch die Harnausscheidung im Übermaß gesteigert wird. Der Flüssigkeitsentzug allein kann schon zur Folge haben, dass Sie gefährlich überhitzen.

Hohe Außentemperaturen – exzessive sportliche Aktivitäten zurückstellen

Amateursport bei Temperaturen über 30 Grad Celsius müssen Sie in jedem Fall vermeiden. Die Kombination aus Mittagshitze, z.B. Tennis, geringer Trinkmenge und kompitetivem Verhalten sind eine immer wiederkehrende Ursache für Herzinfarkte und plötzlichen Herztod. Aggressiv-verspanntes Einhalten von Laufzeiten hat selbst schon die stärksten Frauen und Männer gefällt. Wettbewerbsverhalten ist für Amateure und Semi-Amateure bei Hitze schlichtweg dumm.

An Sportarten wie Laufen, Tennis etc. können Sie in den frühen Morgen- bzw. Abendstunden entspannt Ihre Freude haben. Eine sehr gute Alternative ist es, auch am frühen Morgen Schwimmen zu gehen. Die Freibäder haben im Sommer bereits früh geöffnet.

Hitzestress – kühlende Duschen sind rasche Hilfe

Ist bei Ihnen oder einem Mitmenschen Hitzestress eingetreten, dann sorgen Sie rasch für Abkühlung. Eine kühlende Dusche ist dann besonders wertvoll. Durchführen kann man sie z.B. am Abend nach der Arbeit.

Duschen Sie mit handwarmem Wasser und trocknen Sie sich 5 bis 10 Minuten lang nicht ab! Am besten Sie gehen herum und räumen das Badezimmer auf. Die Feuchtigkeit wird auf der Haut verdunstet und das hat einen ähnlich kühlenden Effekt wie das Schwitzen. Ein Temperaturabfall von über 0,5 Grad Celsius Körpertemperatur ist typisch und Sie werden sich innerhalb von Minuten deutlich wohler fühlen.

Schlafen beugt Hitzestress vor

Ein guter Schlaf ist wichtig, damit sich Ihre Körpertemperatur gut reguliert. Achten Sie vor allen Dingen darauf, dass Sie mindestens 7 Stunden pro Nacht schlafen! Denn auch zu wenig Schlaf erhöht die Körpertemperatur.

Ihr Schlafzimmer sollte, falls möglich, eine Raumtemperatur von 18 Grad Celsius haben. Auch hier bewähren sich Kühlungssysteme. Machen Sie den Raum stockdunkel, tragen Sie eventuell eine Schlafmaske, besonders hilfreich bei frühem Sonnenaufgang! Leichte Nachtkleidung und ein dünnes Laken sind selbstverständlich. Vermeiden Sie vor dem zu Bettgehen starke Lichtexposition, vor allen Dingen Computerlicht!

Am Morgen nach dem Erwachen trinken Sie als  2. Handlung des Tages wieder 1-2 große Gläser Wasser….. Und dann kann es wieder losgehen.

 

 

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

Von Mitte Dezember bis Mitte März ist Grippesaison, die Ansteckungsgefahr ist dann besonders hoch. Übertragen werden Grippeviren über Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten oder Sprechen) und direkten Kontakt (z.B. Händeschütteln, Türgriffe). Besonders groß ist das Risiko in großen Menschenansammlungen (z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln, Schulen, Einkaufsstätten).

In der Grippesaison 2017/18 wurden allein in Deutschland über 333.000 Betroffene registriert, 1.665 Menschen starben daran (87% von ihnen waren älter als 60 Jahre). Der volkswirtschaftliche Schaden durch Arbeitsausfall ist hoch.

Der beste Schutz gegen Grippe ist die jährliche Impfung (jedes Jahr neuer Impfstoff!) und eine gute Hygiene. Mit den folgenden hygienischen Maßnahmen können Sie gut vorbeugen:

  • regelmäßig Hände waschen und Hände vom Gesicht fernhalten
  • als Betroffener mindestens 2 Meter Abstand zu Mitmenschen einhalten
  • hygienisch husten = in den Ärmel husten (nicht in die Hand) = Dracula-Technik
  • bei Krankheitssymptomen auf Körperkontakt verzichten (z. B. Hand geben, umarmen)
  • geschlossene Räume regelmäßig lüften

Ein gesunder Lebensstil hilft ebenfalls: regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung und eine Trinkmenge von 30 ml pro kg Körpergewicht pro Tag.

Ein hohes Risiko für Grippeverläufe haben

  • Schwangere
  • Säuglinge und Kleinkinder
  • chronisch Kranke
  • Senioren

Besonders gegenüber diesen Risikogruppen sollte ein grippekranker Mensch Kontakt vermeiden und Hygienemaßnahmen streng beachten.

…..weiter im Selbsthilfekurs „Grippe“

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Kohlendioxid, kurz CO2, entsteht im Körper bei Stoffwechselvorgängen und wird über die Lunge abgeatmet. In der Luft gemessen wird es mit der Einheit parts per million = ppm. Sie ist somit ein Indikator für die Luftreinheit. Normale Raumluft hat einen CO2-Wert von etwa 350 ppm, Ausatemluft von ca. 40.000 ppm. Bis zu einem Wert von 1.000 ppm gilt Raumluft als unbedenklich.

Wie sich Grippeviren bei zunehmend unreiner Luft in einem geschlossenen Raum ausbreiten können, zeigen wir an einem Beispiel. Dabei gehen wir von einem Klassenraum mit 30 Schülern aus, wobei ein Schüler Grippe hat. Die Ansteckungsrate der übrigen 29 Schüler nimmt innerhalb von 4 Stunden je nach Luftqualität im Raum folgendermaßen zu:

  • Raumluft 1.000 ppm CO2: fünf von 29 Schülern infizieren sich mit Grippe = 17,2 %
  • Raumluft 2.000 ppm CO2: 12 von 29 Schülern infizieren sich mit Grippe = 41,4 %
  • Raumluft 3.000 ppm CO2: 15 von 29 Schülern infizieren sich mit Grippe = 51,7 %

Um einer solchen Entwicklung vorzubeugen, kann man während der Grippesaison ganz einfache Maßnahmen treffen:

  • bei mehreren Personen im Raum: alle zwei Stunden lüften!
  • bei vorhandener Messvorrichtung: ab 1.000 ppm, spätestens ab 1.400 ppm CO2 lüften!

…weiter im Selbsthilfekurs „Grippe“

 

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