Schlaf für die kurzfristige und langfristige Gesundheit

Der Schlaf ist nicht einfach nur eine Unterbrechung unseres Lebens, sondern ein wichtiger Bestandteil unseres Tages. Ohne Schlaf ist ein gesundes Leben im Wachzustand nicht möglich. Die richtige Schlafdauer und eine gute Schlafdauer sind von Bedeutung.

Kurzfristige Ziele eines gesunden Schlafes für den Wachzustand sind:

  • körperliche Leistungsfähigkeit
  • geistige Leistungsfähigkeit
  • emotionale Stabilität
  • durchgehender Wachzustand ohne Schlafbedürfnis am Tag

Mittel- und langfristige Ziele eines gesunden Schlafverhaltens sind:

  • Verhinderung von akuten und chronischen Erkrankungen
  • hohe Lebenserwartung

Wenn wir den Schlaf beurteilen, dann achten wir auf die Schlafdauer und die Schlafqualität.

Zu wenig Schlaf – unkontrolliertes Verhalten

Wenn wir in der Nacht zu wenig schlafen, dann sind wir am folgenden Tag meistens antriebsärmer und müde. Bisweilen reagieren wir sogar gereizt oder gar aggressiv auf die normale Umwelt, die uns dann im chronischen Erschöpfungszustand überlastet. Das kann vielfältige Folgen haben. Wir sind z.B. unkonzentriert, machen kleine Fehler bei Routinetätigkeiten, treffen Fehlentscheidungen und stören unsere sozialen Beziehungen durch unkontrolliertes gereiztes Verhalten.

Häufig merken gerade Menschen mit chronischem Schlafmangel nicht, dass sie am Tage in einem Zustand der überreizten Lähmung leben. Vielmehr denken sie, dass das ihr Normalzustand sei. Erst mit einer Phase eines verbesserten Schlafes haben diese Menschen die Gelegenheit den Zusammenhang zwischen Schlaf und einem gesunden Verhalten am Tag zu erkennen.

Zu wenig Schlaf – häufige Ursache für Unfälle

Im Extremfall verursachen wir durch falsches Schlafverhalten einen Unfall und gefährden so uns und unsere Mitmenschen. Gefährder sind hier nicht nur Kraftfahrer, sondern auch Fußgänger und Fahrradfahrer.

So werden z.B. ca. 25% aller Verkehrsunfälle in Deutschland auf den Sekundenschlaf und damit auf zu wenig Schlaf zurückgeführt. Ergibt sich aus einem Sekundenschlaf eine Gefährdung des Straßenverkehrs, dann erwartet Sie als verursachenden Kraftfahrer gemäß § 315c des Strafgesetzbuches eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren. Auch der Entzug der Fahrerlaubnis ist möglich.

Vorboten des Sekundenschlafs im Straßenverkehr sind:

  • brennende Augenlider
  • Frösteln bzw. Kältegefühl
  • andauerndes Gähnen
  • plötzliches Zusammenzucken
  • plötzliche Lenkbewegungen

Neurotransmitter

 Zu wenig Schlaf – erhöhte Sterblichkeit

Ab einem mittleren Lebensalter können sowohl zu viel als auch zu wenig Schlaf die mittelfristige Sterblichkeit nach ca. 5 Jahren erhöhen. 7-8 Stunden Schlaf sind in der Regel gesund. Ist Ihr Schlaf kürzer als 6 Stunden beziehungsweise länger als 9 Stunden, dann wird dieser eindeutig als ungesund eingestuft. Ca. 25% aller Erwachsenen in Deutschland haben eine Schlafdauer von 6 Stunden und weniger.

Zu wenig Schlaf – mehr Erkrankungen

Schlafen Sie zu wenig, dann werten wir das in der Regel nicht nur als Indikator für Stress, sondern auch als einen eigenständigen Risikofaktor, der andere Erkrankungen begünstigen bzw. auslösen kann. Wir kennen dieses vor allen Dingen beim Herzinfarkt und beim Schlaganfall. Gerade beim Diabetes mellitus wird die Blutzuckereinstellung durch den Stress als Folge von Schlafmangel entsteht, erheblich verschlechtert-

Aber auch das Risiko für eine Alzheimer-Demenz wird durch einen zu geringen Schlaf stark begünstigt. Gerade bei der Alzheimer Demenz wissen wir schon recht viel über die Bedeutung des Schlafes. Alzheimer Demenz bedeutet biochemisch betrachtet, dass sich über viele Jahre die Eiweiße Amyloid und Tau im Gehirngewebe ablagern bis sie dann schließlich die gefürchteten neurologische Störungen verursachen.

Die Eiweiße Amyloid und Tau werden von allen Menschen gebildet; entscheidend ist, dass sie auch abgebaut werden. Im Schlaf führt das sog. Glymphatische System, das Lymphsystem des Gehirns diese Eiweiße ab, so dass sie im Körper verstoffwechselt werden können. Dieses geschieht fast ausschließlich in den sog. REM-Schlafphasen, welche überwiegend in den späten Stunden des Schlafes vorkommen. Kurzum, schlafen Sie von der Stundenzahl her zu wenig, dann haben Sie zu wenig REM-Schlaf, Amyloid und Tau lagern sich im Gehirn ab und das Risiko für Alzheimer Demenz steigt.

Zu viel Schlaf – Folge einer Erkrankung oder Ursache einer Erkrankung?

Zuviel Schlaf, d.h. wenn Sie mehr als 9 Stunden schlafen ist auch nicht gesund, vor allen dann nicht, wenn Sie am Tag immer wieder müde werden. Zuviel Schlaf kann entweder ein Risikoindikator oder ein Risikofaktor sein. Risikoindikator bedeutet hier, dass eine zu lange Schlafdauer ein Hinweis auf eine Erkrankung darstellt.  Risikofaktor bedeutet, dass zu viel Schlaf selber negative gesundheitliche Folgen hat.

Risikoindikator – zu viel Schlaf. Erkrankungen, wie z.B. eine Depression, Tumorleiden oder systemische Entzündungen können sich durch ein erhöhtes Schlafbedürfnis bemerkbar machen. Da zahlreiche Erkrankungen mit einem erhöhten Energiebedarf einhergehen, ist hier der verlängerte Schlaf die verständliche Folge. Auch emotionaler Alltagsstress im Übermaß, wie z.B. berufliche Hektik, Arbeitslosigkeit und finanzielle Sorgen können das Bedürfnis nach mehr Nachtschlaf steigern.

Risikofaktor – zu viel Schlaf. Schlafen Sie einfach aus Gewohnheit mehr als 9 Stunden, dann kann das auch eine gesundheitsschädliche Angewohnheit sein. Zu den Primärtrieben des Menschen gehört neben dem Schlaf aber auch die Bewegung in körperlich aufrechter Haltung.

Liegen Sie zu lange entspannt in der Horizontalen, dann dekonditionieren Sie ihren Kreislauf. Das bedeutet, dass der Körper sich im Bett zu sehr an eine niedrige Kreislaufarbeit gewöhnt, was dann am Tage durch Ihr Adrenalin-System ausgeglichen werden muss, wenn vor allen Dingen das Gehirn gegen die Schwerkraft durchblutet werden muss. Die vermehrte Ausschüttung von Adrenalin ist folglich mit einem erhöhten Energieverbrauch verbunden, was dann wieder Erschöpfungszustände am Tag zur Folge hat.

Auch Ihr Muskel-Skelettsystem wird durch einen zu langen Schlaf in Mitleidenschaft gezogen. Sinkt der Muskeltonus in der Nacht zu lange und zu stark ab, dann kommt es zu Verschiebungen in der körperlichen Statik, z.B. in der Wirbelsäule, die sich dann beim Aufstehen schmerzhaft bemerkbar machen.

Schlafqualität ist wichtig

Neben der Dauer des Schlafs, welche ja 7-8 Stunden betragen sollte, ist auch die Schlafqualität von entscheidender Bedeutung. Diese ist für Laien zunächst nicht gut zugänglich, da die Messmethoden im Alltag fehlen.

Eine sehr gute Frage, welche Quantität und Qualität des Schlafs beantwortet, ist das Schlafbedürfnis weniger als 5 Stunden nach dem Aufwachen.

Sollte dieses der Fall sein, dann fragen Sie sich als erstes: War mein Schlaf zu kurz oder war mein Schlaf zu lang? Liegt Ihr Schlaf zwischen 7 und 8 Stunden beziehungsweise im gewohnten Bereich, dann können Sie darüber nachdenken, ob Ihre Schlafqualität schlecht war. Manchmal können Sie die Schlafqualität daran messen, dass Sie mehrmals in der Nacht wach sind und nicht innerhalb von 5 Minuten wieder eingeschlafen sind. Sollte ein nicht-erholsamer Schlaf mehr als 1x/Woche auftreten bzw. sollten Sie mehr als 2x in der Woche das Bedürfnis haben, um die Mittagszeit zu schlafen, dann gilt es in jedem Fall, eine Ursachenabklärung einzuleiten.

Ursachen für eine eingeschränkte Schlafqualität können ganz verschiedener Natur sein. Am häufigsten zu nennen ist hier ein Essen innerhalb von 4 Stunden vor dem Einschlafen, der Genuss von Alkohol und blaues Licht durch Computerbildschirme. Wenn Sie sich nicht selber helfen können, dann sollten Sie mit einer Ärztin oder einem Arzt sprechen.

Unterschiedliche Schlafdauer in Abhängigkeit vom Lebensalter

Die Schlafdauer variiert in Abhängigkeit vom Lebensalter. Gerade Kinder und Jugendliche haben ein natürlich erhöhtes Schlafbedürfnis und damit auch eine erhöhte Schlafnotwendigkeit.

Dieses liegt vor allen Dingen daran, dass dadurch eine gesunde geistige und körperliche Entwicklung zugelassen wird. Stellen Sie sich einfach vor, dass Kinder und Jugendliche z.B. bis zu 30 cm in einem Jahr körperlich wachsen oder dass die Regelblutung einsetzt. Diese Beispiele machen schon alleine klar, dass gerade bei heranwachsenden Menschen ein erhöhter Regenerationsbedarf durch Schlaf besteht.

Bei Jugendlichen und jungen Menschen kommt hinzu, dass es genetisch bedingt vollkommen normal ist, dass sie nicht nur länger schlafen, sondern auch später einschlafen und damit auch morgens später wach werden.

Das Schlafbedürfnis von Kindern und Jugendlichen ist häufig sozial nicht akzeptiert und es erfolgt eine Synchronisation auf zu frühe Aufstehzeiten. Das hat erhebliche Konsequenzen, weil hierdurch nachweislich die geistige und damit schulische Leistungsfähigkeit leidet. Es hat sich in mehreren Studien gezeigt, dass es sinnvoll ist, das Schlafverhalten von Jugendlichen zu akzeptieren. Die Anpassung des Schulbeginns von 8:00 Uhr auf 9:00 Uhr hat nachweislich zu besseren Schulnoten geführt.

Zu wenig Schlaf – Schlafdauer auf jeden Fall verlängern

Eine Schlafdauer von 7-8 Stunden ist gesund. Dieses Schlafziel bezieht sich vor allen Dingen auf Ihre kurz- bzw. mittelfristige Gesundheit, d.h. auf Ihr Verhalten in den Tagen nach mangelndem Schlaf. Eine Schlafdauer von 6-7 Stunden muss nicht zwangsläufig zu einer Steigerung der Sterblichkeit führen, aber Ihr Befinden und Verhalten ist gerade bei chronischem Schlafmangel in den jeweiligen Folgetagen sicher beeinträchtigt.

Zwar kann das natürliche Schlafbedürfnis individuell variieren, aber nur sehr selten ist es wirklich kürzer als 7 Stunden. Menschen, die behaupten, dass ihnen 4-5 Stunden Schlaf in der Nacht genügen, langfristig immer falsch. Wer sein biologisches System so über einen langen Zeitraum durch schweren Schlafmangel überreizt, der muss langfristig mit den Konsequenzen leben. Die augenfälligste ist die Alzheimer-Demenz.

Wir empfehlen erwachsenen Menschen, die weniger als 7 Stunden Schlafen mal eine Phase von 7-8 Stunden Schlaf über mehrere Wochen. Sollten Sie aktuell weniger als 7 Stunden schlafen, dann probieren Sie mal eine Schlafdauer von 7-8 Stunden aus und vergleichen Sie. Sie werden merken, dass Sie sich mit der richtigen Schlafdauer körperlich stärker und geistig leistungsfähiger, kurzum nicht nur langfristig gesünder sind, sondern sich auch gesünder fühlen. Machen Sie mal einen Versuch, schließlich wollen Sie doch nicht für sich und andere Menschen durch Ihr Leben wandeln wie ein Zombie (engl. Untoter).

Sollten Sie trotz einer zeitlich normalen Schlafdauer von 7-8 Stunden weiterhin am Tage müde sein bzw. Symptome des Schlafmangels haben, dann ist wahrscheinlich die Schlafqualität beeinträchtigt. In diesem Fall sollten Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt klären, ob eine chronische Erkrankung, wie z.B. ein Schlaf-Apnoesyndrom, eine chronische Entzündung oder eine Depression vorliegt.

Zuviel Schlaf – Schlafdauer versuchsweise verkürzen

Sollten Sie 9 Stunden und mehr schlafen, dann ist die Wahrscheinlichkeit einer ursächlichen Erkrankung deutlich erhöht.

Sie können versuchsweise Ihre Schlafdauer auf 7-8 Stunden verkürzen und beobachten, ob Sie sich so besser fühlen und leistungsfähiger sind. Spätestens wenn ein solcher Versuch fehlgeschlagen ist, sollten Sie einen Arzt oder eine Ärztin konsultieren, denn möglicherweise liegt bei Ihnen körperliche Störung vor, die ein zu hohes Schlafbedürfnis verursacht.

 

Literatur

www.sleepfoundation.org 

 

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


Sie möchten regelmässig informiert bleiben? Tragen Sie sich hier für unseren Newsletter ein!


Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Power Napping – Platz schaffen im Gehirn für neue Lerninhalte

Durch einen Kurzschlaf am Tag, einen sog. Power Nap am frühen Nachmittag, können Sie sich schnell erholen. So können Sie in kurzer Zeit vor allen Dingen für Ihr Gehirn Voraussetzungen schaffen um den Rest des Tages entspannt zu bewältigen. Allerdings sollten Sie einige Regeln beachten.

Guter Nachtschlaf – gute Leistungsfähigkeit am Tag

Ein erholsamer Nachtschlaf ist für Ihre gute körperliche und geistige Leistungsfähigkeit am Folgetag die zwingende Voraussetzung. Dabei spielen Quantität und Qualität des Schlafes eine Rolle.

Quantität. Der Nachtschlaf sollte dabei ca. 7-8 Stunden dauern. Ist Ihr Nachtschlaf kürzer, dann sind Sie am Folgetag häufig gereizt, machen Fehler und schleppen sich so durch den Tag. Manchmal wird Ihnen das sogar gar nicht bewusst. Erst wenn Sie mal wieder richtig gut durchgeschlafen haben, dann merken Sie den Unterschied.

Qualität. Sollten Sie bei einer ausreichenden Schlafdauer von 7-8 Stunden bereits 5 Stunden nach dem Erwachen wieder das Bedürfnis haben einzuschlafen, dann ist die Qualität Ihres Schlafs eingeschränkt. Folglich sollten Sie nach den Ursachen suchen, gegebenenfalls mit ärztlicher Unterstützung. Die Schlafqualität wird meistens durch eine späte Mahlzeit, Alkoholgenuss und Medikamente eingeschränkt. Auch ein ernsthafter Erkrankungszustand, wie z.B. ein Schlafapnoe-Syndrom, Depression oder der Winterblues kann die Ursache sein.

Kurzschlaf

Power Nap – KEIN Ersatz für den Nachtschlaf

Der Kurzschlaf am Tag sollte KEIN Ersatz für den Nachtschlaf darstellen.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass im Hinblick auf geistige Leistungsfähigkeit gerade Menschen im jüngeren und mittleren Lebensalter von einem Power Nap profitieren. Bei Berufstätigen kann ein Mittagsschlaf sogar lebensverlängernd sein.

Allerdings gibt es auch deutliche Hinweise, dass bei älteren Menschen ein regelmäßiger und langer Mittagsschlaf ein gesundheitlich negatives Zeichen sein kann. Dieser wird bei älteren Menschen z.B. mit Bluthochdruck, Diabetes mellitus und einer verkürzten Lebensdauer in Verbindung gebracht. Bei dieser Gruppe ist uns noch nicht klar, ob der Mittagsschlaf Ursache für negative Ereignisse ist oder ob der Schlaf ein Bedürfnis darstellt, einen zugrundeliegenden Krankheitsprozess auszugleichen.

Falls Sie gerade als älterer und nicht-berufstätiger Mensch am Tag das Bedürfnis haben regelmäßig und länger zu schlafen, dann sollten Sie zunächst die Dauer und die Qualität Ihres Nachtschlafs hinterfragen. Möglicherweise liegt auch eine gesundheitliche Störung vor, die Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ergründen sollten.

Power Nap – wann und wie lange?

Wenn Sie einen quantitativ und qualitativ guten Nachtschlaf hatten, dann sind Sie in der Regel bis zum Abend gut leistungsfähig. Es kann allerdings sein, dass Sie nach einem besonders anstrengenden Vormittag das Bedürfnis haben sich zu erholen. Hier kann ein Kurzschlaf, ein sog. Power Nap, sehr erfrischend sein. Beim Power Napping müssen Sie allerdings einige Regeln beachten. Zwei Punkte sind besonders wichtig: Zeitpunkt und Dauer.

Zeitpunkt. Einen Kurzschlaf halten Sie am besten am frühen Nachmittag, optimal zwischen 13:00 und 14:00 Uhr. Einen Power Nap nach 16:00 Uhr sollten Sie auf jeden Fall vermeiden, da so der Schlafdruck, den Sie am Abend zum Einschlafen bzw. zum Durchschlafen benötigen, reduziert wird und so  Schlafstörungen begünstigt werden.

Dauer. Auf jeden Fall sollten Sie beim Power Napping eine zu lange Schlafdauer vermeiden, weil Sie sonst die Tiefschlafphase erreichen. Wachen Sie tagsüber aus der Tiefschlafphase heraus auf, dann sind Sie danach in der Regel müde und abgeschlagen. Kurzum, ein langer Schlaf am Tag hat eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit zur Folge. Sie sollten daher nur einen Kurzschlaf von  10-20 Minuten anstreben, um ein Abgleiten in die Tiefschlafphase zu vermeiden.

Bei einer erwarteten Erschöpfung, z.B. bei einem Schlafmangel in der Vornacht, macht es Sinn einen sog. prophylaktischen Power Nap vor Einsetzen der Müdigkeit zu machen. Wie gesagt, Sie sollten diesen Kurzschlaf allerdings nicht dauerhaft als einen Ersatz für den Nachtschlaf durchführen.

Kurzschlaf

Wie führe ich einen Kurzschlaf am besten durch?

Kurzschlaf beginnen. Wenn Sie die Möglichkeit haben auf einem Sofa zu liegen, dann nehmen Sie die Rückenlage ein, denn in dieser Position ist der Schlaf sowieso eher etwas leichter. Vermeiden Sie im Liegen Ihre übliche Schlafposition, die Sie in der Nacht einnehmen, z.B. die Rechtsseitenlage, denn sonst steigt das Risiko, dass Sie zu tief und zu lange schlafen.

Sollten Sie sitzen, dann können Sie die Füße hochlegen, was den venösen Rückstrom zum Herzen fördert. Das löst über eine Dehnung von Venen und Vorkammern  neurologische-vegetative, sog. vagale Reflexe aus, die Ihnen wiederum das Einschlafen erleichtern.

Hilfreich können Atemmuster mit einer ruhigen 1-zu-(2-3)-Atmung (Zeitverhältnis Einatmung zu Ausatmung) sein. Dabei können Sie auch entsprechende Apps über den Kopfhörer nutzen.

Kurzschlaf beenden. Sinnvoll ist es einen Gegenstand, z.B. ein Buch in die Hand zu nehmen, weil dieses ein bewusstes Festhalten zur Folge hat und somit den Tiefschlaf verhindert. Falls Sie doch in die Tiefschlafphase geraten, dann fällt Ihnen das Buch aus der Hand und Sie erwachen rechtzeitig.

Natürlich können Sie sich zum Beenden des Power Naps auch einen Wecker stellen.

Kurzschlaf – Entlastung für Gehirn und Körper

Power Napping bzw. ein Kurzschlaf von 10-20 Minuten am frühen Nachmittag ist ausgesprochen erholsam, vorausgesetzt Sie haben nicht die Tiefschlafphase erreicht. Sie wachen frisch und klar auf, der Stress des Vormittags ist wie weggeblasen, Sie haben den Eindruck einer Druckbetankung mit Energie. Sie sehen Ihr ganzes Umfeld und Ihre Tätigkeit wieder voll entspannt und sind geistig besser leistungsfähig.

Die Mechanismen, die zu dieser Erholung beitragen, sind letztendlich noch nicht klar. Die “Synaptic Homeostasis Hypothesis” besagt z.B., dass durch den Schlaf überlastete Nervenverbindungen, die sog. Synapsen entlastetet werden. So wird die synaptische Last, die sich durch das Lernen am Tag aufgebaut hat, im Schlaf verringert. Dabei werden vor allen Dingen schwächere neuronale Verbindungen abgebaut, während die stärkeren, d.h. die, die besonders wichtig waren, erhalten bleiben. Anders gesagt, Ihr Gehirn bekommt durch den Kurzschlaf die Gelegenheit, wichtige Lerninhalte zu erhalten und unwichtige auszusortieren. So entsteht Raum für neue Lerninhalte nach Beendigung des Kurzschlafs.

Wissenschaftlich belegter Nutzen nach einem Kurzschlaf am Tag sind:

  • verringerte Müdigkeit
  • verbessertes Erinnern von kognitiv und prozedural Erlerntem
  • besseres Erlernen von neuen Inhalten
  • verbesserte emotionale Stabilität

Kurzschlaf – Power Nap sinnvoll einsetzen

Wir in der Cardiopraxis raten vor allen Dingen Menschen mit einem anstrengenden Berufsalltag zu einem Kurzschlaf am Tag. Falls Sie das Bedürfnis haben jeden Tag einen Kurzschlaf durchzuführen, dann sollten Sie Dauer bzw. die Qualität Ihres Nachtschlafs, Ihren Gesundheitszustand und Ihre Stressbelastung am Tag überprüfen.

Und übrigens, eine erholsame Entlastung am Tag können Sie auch erzielen, wenn Sie anstatt zur Ablenkung auf das Handy zu schauen für 30-60 Sekunden einfach gar nichts tun………und mal nur so ein paar “Löcher in die Luft starren”….wie ein Krokodil am Ufer eines Flusses.

Literatur

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


Sie möchten regelmässig informiert bleiben? Tragen Sie sich hier für unseren Newsletter ein!


Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

Schlaf – charakterisiert durch spezifisches Verhalten und unterschiedliche Hirnströme im EEG

Der Schlaf unterscheidet sich bekanntermaßen vom Wachzustand. Um den Schlaf bei einzelnen Lebewesen besser zu verstehen, bewerten wir das spezifische Verhalten im Schlaf und die Gehirnströme im Elektroenzephalogramm, dem EEG.

Schlafverhalten – Mensch und Tier unterschiedlich

Das Schlafverhalten ist zunächst einmal durch eine Bewegungslosigkeit bzw. Bewegungsarmut gekennzeichnet. Wir reagieren im Schlaf auf Ansprache nur schwerlich, da die Reizschwellen, z.B. für Geräusche, heraufgesetzt sind. Der Körper möchte sich im Schlaf einfach nicht stören lassen.

Allerdings ist der Nachtschlaf auch rasch reversibel. Wenn der Reiz stark genug ist, dann wachen wir auf und sind sehr schnell geistig und körperlich leistungsbereit. Das ist für alle Lebewesen sinnvoll. Vor allen Dingen dann, wenn das Risiko einer körperlichen Bedrohung, z.B. durch Raubtiere, besteht. Ihr Nachtschlaf unterscheidet sich dabei deutlich vom Koma oder vom echten Winterschlaf. In diesen Fällen ist das Lebewesen kaum noch zu wecken und völlig schutzlos.

Es gibt je nach Tierart spezielle Körperhaltungen, die den Schlaf einleiten bzw. unterhalten, z.B. das Liegen beim Menschen. Die Fledermaus hingegen bevorzugt z.B. die senkrechte Position. In der Regel hat das Lebewesen einen bevorzugten Ruheplatz, der sicher und geschützt ist. Vor dem Schlafen haben die meisten Lebewesen Rituale, wie z.B. das Gähnen oder das Drehen in eine bestimmte Seitenlage, welche den Schlaf einleitet.

Unter stabilen Bedingungen ist der Schlaf Teil des zirkadianen 24 Stunden Rhythmus. Sie werden ungefähr zur selben Zeit müde und wachen zur selben Zeit auf. Tagaktive Lebewesen schlafen in der Nacht, nachaktive Tiere am Tag. Schläft das Lebewesen zu wenig, dann tritt vermehrt Müdigkeit auf und es wird ein kompensatorischer Schlafversuch unternommen.

Verschiedene Schlafphasen im Elektroenzephalogramm

Mit dem Elektroenzephalogramm, dem EEG, kann man die Gehirnströme messen. Wir unterscheiden hier grundsätzlich einen sog. orthodoxen Schlaf, in der Folge N I bis N III und den paradoxen Schlaf. Paradox wird er deshalb genannt, weil Ihr Körper zwar komplett still liegt, andere Körperfunktionen aber hochaktiv sind, z.B. in Form von schnellen Augenbewegungen. Diese schnelle Bewegung der Augen nennen wir auch Rapid Eye Movement und die Schlafphase entsprechend den REM-Schlaf.

Gemeinsam bilden der Non-REM-Schlaf und der REM-Schlaf einen sogenannten ultradianen Zyklus. Ultradian bedeutet, dass hier alle Schlafphasen durchlaufen werden. Ein solcher Zyklus dauert 70-90 Minuten und es kommen 4-5 Phasen pro Nacht vor.

Die verschiedenen Schlafphasen sind durch unterschiedliche Hirnströme gekennzeichnet. Hirnströme treten als elektrische Wellen auf, ähnlich wie bei der Meeresbrandung, die Sie am Strand beobachten. Im EEG unterscheiden wir unterschiedliche Amplituden, d.h. Höhen der Wellen und Oszillationen, d.h. wie häufig eine Welle pro Sekunde auftritt. Die Einheit für elektrische Hirnströme sind für die Amplitude Mikrovolt (µV) und für die Oszillation Hertz (Hz).

EEG – der Wachzustand

Im Wachzustand beträgt die Amplitude, also der elektrische Ausschlag der elektrischen Hirnströme, weniger als 30 µV. Die Schwingungen, die sogenannten Oszillationen, betragen mehr als 12 Hz. Wir nennen diese Hirnströme Beta-Wellen.

EEG – leichter Schlaf N1

Beim leichten Schlaf steigt die Amplitude im EEG auf 50-100 µV an, die Oszillationen betragen 4-8 Hz und wir nennen sie Theta-Wellen. Im leichten Schlaf sinkt Ihre Körpertemperatur und die Muskulatur entspannt sich. Dieser Zustand wird manchmal gar nicht als Schlaf wahrgenommen und ist durch eine leichte Erweckbarkeit gekennzeichnet. Der leichte Schlaf nimmt bei einem ultradianen Zyklus 5-10 Minuten ein und in Summe 5% des Nachtschlafes.

EEG – mitteltiefer Schlaf N2

Hier beträgt die Amplitude 50-150 µV und die Oszillationen liegen weiterhin bei 4-8 Hz. Wir sehen weiterhin die Thetawellen sowie zusätzlich spezielle elektrische Phänomene, die sog. Schlafspindeln und K-Komplexe. Sie sind in diesem Zustand immer noch relativ leicht zu wecken. Pro ultradianen Zyklus macht der mitteltiefe Schlaf 30-45 Minuten aus, was 45% des Nachtschlafes entspricht.

EEG – Tiefschlaf N3

Wir unterscheiden hier im EEG zwei Komponenten, einmal mit 100-150 µV und Oszillationen von 2-4 Hz, sowie Amplituden von 100-200 µV und Oszillationen von 0,5-2 Hz. In beiden Fällen spricht man von einem Gemisch aus Theta- und Delta-Wellen. In diesem Zustand sind Sie nur noch sehr schwer aufzuwecken. Diese Phase beträgt 10-40 Minuten eines ultradianen Rhythmus und macht 25% der Schlafzeit aus. Diese Tiefschlafphasen erreichen Sie vor allem in der frühen Schlafzeit um Mitternacht.

EEG – paradoxer oder sogenannter REM-Schlaf

Im EEG sehen wir nun wieder Thetawellen mit niedrigen Amplituden von 30 µV, sowie Oszillationen von mehr als 12 Hz und sogenannte Betawellen, so wie wir es eigentlich aus dem Wachzustand kennen. Der REM-Schlaf ist gekennzeichnet durch eine hohe mentale und vegetative Aktivität in Verbindung mit einer vollen muskulären Relaxation. Die muskuläre Relaxation ist deswegen wichtig, weil während des REM-Schlafs sehr lebhafte Träume auftreten. Sollten Sie diese ausleben, dann würden Sie sich selbst oder andere verletzen. Die muskuläre Relaxation verhindert dies.

Aus Herz-Kreislauf-Sicht ist interessant, dass die sogenannten vegetativen Prozesse wie Herzschlag, Atmung oder auch Körpertemperatur von ihrer zentralen Steuerung, im Hypothalamus im Gehirn, im REM-Schlaf fast vollständig entkoppelt sind. So kommt es zu Herzrasen, schnellem Atmen und Temperaturanstieg.

Den REM-Schlaf können Sie manchmal recht gut bei Ihrem Lebenspartner bzw. Ihrer Lebenspartnerin erkennen am geänderten Atemverhalten mit tieferen und schnelleren Atemzügen. Wenn Sie dann noch die Möglichkeit haben, bei abgedunkelter Beleuchtung die Augen zu beobachten, dann können Sie sehen, wie sich diese sehr schnell hin und her bewegen.

Eine solche REM-Schlafphase als Teil eines ultradianen Rhythmus beträgt 30-40 Minuten und macht 25% des Nachtschlafs aus. Der REM-Schlaf tritt eher in der späten Schlafzeit, also auch gegen Morgen, auf.

Unterschiedliche Schlafphasen – unterschiedliche Funktionen

Welche Bedeutung die einzelnen Schlafphasen für den Menschen haben, ist sicherlich noch nicht endgültig wissenschaftlich geklärt. Den Non-REM Schlafphasen wird im Allgemeinen eine größere Bedeutung für die Regeneration des Energiestoffwechsels zugeschrieben.

Nach heutigem Wissensstand ist der REM-Schlaf von besonderer Relevanz für die Verarbeitung von Informationen. Stellen Sie sich vor, den ganzen Tag erleben Sie mit hoher Geschwindigkeit Dinge, die Sie wie Notizen auf Ihrem geistigen Schreibtisch liegen lassen. Wenn Sie so wollen, dann bringt der REM-Schlaf Ordnung in Ihre geistige Zettelwirtschaft; über Erlebtes wird im Schlaf nachgedacht, die Inhalte werden sortiert und dann abgespeichert, so dass Sie später wieder darauf zurückgreifen können.

Viele von uns haben schon einmal erlebt, dass sie morgens mit einer Problemlösung wach geworden sind, nachdem am Vortag das Problem trotz großer Anstrengung nicht lösbar war. Dieses Phänomen zeigt Ihnen besonders deutlich, dass diese sog. kognitiven Prozesse im Schlaf für Ihre geistige Gesundheit sehr wichtig sind.

Kann ich verlorenen Schlaf aufholen? – Nein!

Wenn Sie immer wieder ein Schlafdefizit entwickeln, z.B. indem Sie an 5 Tagen in der Woche 6 Stunden und weniger schlafen, dann leidet vor allen Dingen die Funktion des REM-Schlafs und damit Ihre geistige Leistungsfähigkeit. Das hat 3 Gründe.

Erstens: Zu kurzer Schlaf geht auf Kosten des REM-Schlafs, weil REM-Schlaf erst vermehrt in der späten Schlafzeit vorkommt.

Zweitens: Wenn Sie wieder länger schlafen können, z.B. jeweils 8 Stunden am Samstag und Sonntag, dann wird Ihr Körper erst versuchen das Schlafdefizit für den Non-REM Schlaf auszugleichen; der REM-Schlaf kommt wieder zu kurz.

Drittens: Wenn sich geistige Inhalte über 5 Tage angestaut haben, dann ist a) die Masse zu hoch und b) viele Inhalte sind verblasst, sodass eine adäquate Verarbeitung von Erlebtem nicht mehr erfolgen kann.

Kurzum, Schlaf und vor allen Dingen den REM-Schlaf können Sie nicht aufholen. Folglich müssen Sie für eine gute geistige und körperliche Gesundheit am Tag möglichst in jeder Nacht 7-8 Stunden schlafen, damit Sie alle Schlafphasen im ausreichenden Maß durchlaufen.

 

 

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


Sie möchten regelmässig informiert bleiben? Tragen Sie sich hier für unseren Newsletter ein!


Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Winterzeit – die normale Zeit 

Astronomisch betrachtet ist die Winterzeit die natürliche Zeit, d.h. die Zeit, die dem normalen Wechsel der Lichtverhältnisse durch die Rotation der Erde in ihrem Neigungswinkel um die Sonne entspricht.

Die Rotation der Erde um die Sonne definiert den Zeitpunkt des längsten Tages am 21. Juni, der Sommersonnenwende und den längsten Tag am 21. Dezember, der Wintersonnenwende, also dem Zeitpunkt, an dem die Dauer des hellen Tages wieder zunimmt. Dazwischen liegen die Tage des sog. Äquinox, der Tagundnachtgleiche am 21. September und 21. März.

Sommerzeit – warum eigentlich?

Das Hauptargument für die Sommerzeit ist, dass durch die Sommerzeit die längere Dauer des Tageslichtes besser ausgenutzt wird, um Energie, z.B. durch Lichtquellen zu sparen. Kurzum, wir machen abends so das Licht später an. Dieser ökonomische und damit auch ökologische Effekt ist allerdings umstritten.

Unbestritten ist, dass die längere Helligkeitsphase im Sommer zu einer Steigerung des Konsumverhaltens führt. Das heißt, dass die längere Helligkeit mehr Einkäufe zur Folge hat, ein nicht unerheblicher ökonomischer Faktor.

Befürworter der Sommerzeit führen auch an, dass durch das längere Tageslicht die Wertigkeit der Freizeit nach der Arbeit und damit die Lebensqualität gesteigert wird.

Zeitumstellung – Änderung des Schlafverhaltens 

Je weiter wir vom Äquator entfernt leben, desto länger ist die Tageshelligkeit im Sommer. Folglich schlafen die meisten von uns im Sommer weniger als im Winter. Dieser chronische Effekt wird durch die Zeitumstellung im Frühjahr weiter verstärkt. Vor dem Hintergrund des chronischen Schlafmangels gerade in den westlichen Industrienationen ist die Sommerzeit also die ungünstigere Zeit.

Auch akute Umstellung hat negative Folgen. Dieses gilt nicht nur für den verkürzten Schlaf bei der Umstellung von Winterzeit auf Sommer- auf Winterzeit, sondern auch beim Wechsel auf die Winter im Herbst.

Hier müssen wir uns vor Augen führen, dass die abrupte Zeitumstellung im Sommer bzw. Im Winter eine abrupte Änderung in Bezug auf die Schlafdauer hat

  • Frühjahr: Sommerzeit = – 1h
  • Herbst:  Winterzeit = + 1h

Für die Umstellung auf die Sommerzeit bedeutet dieses vor allen Dingen in den ersten Tagen ein Schlafmangel, welcher mit Stress und gesundheitlichen Folgen, wie z.B. vermehrter Unfallhäufigkeit, aber auch mit einer erhöhten Herzinfarktrate verbunden ist.

Bei der Zeitumstellung auf die Winterzeit gewinnen wir zwar 1 Stunde Schlafdauer hinzu, aber wir brauchen trotzdem einige Tage bis sich unsere Innere Uhr und damit unser Schlafverhalten an die neuen Verhältnisse angepasst hat. Das kann vor allen Dingen Durchschlafstörungen zur Folge haben, was dann den gesamten Schlafrhythmus durcheinanderbringen kann.

Frühzeitige Anpassung an die Winterzeit 

Um Schlafstörungen bei Wechsel von Sommerzeit auf Winterzeit zu vermeiden ist eine frühzeitige und langsame Umstellung von Einschlaf- und Aufwachzeitpunkt sinnvoll. Es geht vor allen Dingen darum mit einem späteren Einschlafritual den Einschlafzeitpunkt Schritt-für-Schritt zu verzögern BEVOR die Zeitumstellung stattfindet.

Grundsätzlich gilt Wechsel zur Winterzeit bedeutet später zu Bett gehen und später aufstehen.

Hier ein Beispiel für eine frühzeitige & langsame Zeitanpassung

Normale Schlafzeit 22:00 – 05:00h

Mittwoch

  • 22:15 zu Bett

Donnerstag

  • 05:00 aufstehen
  • 22:30 zu Bett

Freitag

  • 05:15 aufstehen
  • 22:45 zu Bett

Samstag

  • 05:30 (oder später) aufstehen
  • 23:00 zu Bett ???? Zeitumstellung (+1h)

Sonntag

  • 05:00 (oder später) aufstehen
  • 22:00 zu Bett

Montag

  • 05:00 aufstehen

Anpassung an die Winterzeit – meistens ohne Probleme 

Die meisten von uns haben keine Probleme bei der Umstellung auf die Winterzeit. Schließlich können wir ja 1 Stunde länger schlafen. Folglich genügt es, wenn wir uns die Änderung 1 Woche vor Zeitumstellung bewusst machen und ab der Wochenmitte einfach etwas später schlafen gehen. Hilfreich kann auch die Planung von abendlichen Aktivitäten am Freitag und am Samstag sein.

Bei Menschen mit bekannten Schlafstörungen und gerade auch bei Kindern kann das oben genannte disziplinierte Vorgehen allerdings sehr hilfreich sein.

 

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


Sie möchten regelmässig informiert bleiben? Tragen Sie sich hier für unseren Newsletter ein!


Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Schlafapnoesyndrom – häufig unentdeckt

Das Schlafapnoesyndrom ist eine schlafbezogene Atmungsstörung. Unbehandelt führt es zu vielfältigen Symptomen, nicht nur in der Nacht, sondern vor allen Dingen auch am Tage. Das äußert sich durch Zeichen von chronischen Alarm- und Stressreaktionen, einhergehend mit gestörtem Stoffwechsel, Schwitzen, Schwindel und möglichen Depressionen. Vor allen Dingen auch durch Störungen im Herz-Kreislaufsystem wie Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern. Eine wichtige Komplikation ist der Sekundenschlaf, zum Beispiel am Steuer eines Autos, was zu Unfällen führen kann.

Schlafapnoesyndrom – allgemeine Therapieprinzipien

Bei der obstruktiven Form des Schlafapnoesyndroms ist das gemeinsame Therapieziel das Offenhalten der oberen Atemwege. Folglich wird der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) geringer und die Sauerstoffsättigung während des Schlafs fällt nicht ab. Denn insbesondere der Sauerstoffmangel führt zu einer Adrenalin-vermittelten Stressreaktion und damit verbundenen Komplikationen.

Therapie – Möglichkeiten im Einzelnen

Gewichtsreduktion: Häufig sind vom obstruktiven Schlafapnoesyndrom übergewichtige Menschen betroffen. Durch die vermehrten Fetteinlagerungen auch in den oberen Atemwegen kommt es zu einer Abnahme des Muskeltonus und damit zu einer Verschärfung der Obstruktion. Eine Gewichtsreduktion um 10 kg kann bewirken, dass der AHI bis zu 50% sinkt, teilweise können wir in der Cardiopraxis durch eine Gewichtsreduktion ganz auf apparative Therapieformen verzichten.

Meiden von Alkohol und Schlaftabletten am Abend: Alkohol und Schlaftabletten haben muskelrelaxierende Wirkung. Das heißt: Der Muskeltonus wird zusätzlich vermindert und kann somit zu einer stärkeren Obstruktion beitragen. Zudem können beide Substanzen je nach Dosierung auch den zentralen Atemantrieb dämpfen.

Nächtliche Überdrucktherapie: Es stehen unterschiedliche Nasen-, Nasen-Mund- oder Vollgesichtsmasken zur Verfügung, die einen kontinuierlichen Überdruck in den oberen Atemwegen aufrechterhalten. Dieser Überdruck hält die Atemwege geschient und offen und verhindert somit eine obstruktive Apnoe oder Hypopnoe. Insbesondere bei Therapiebeginn empfinden Benutzer die Maske teils als unangenehm, da gegen einen positiven Druck auch ausgeatmet werden muss. Einige Patienten berichten von Platzangst oder von dem Gefühl aufgepumpt zu werden. Etwa 2/3 der so behandelten Menschen haben aufgrund ihrer verbesserten Symptomatik eine sehr gute Therapieakzeptanz, etwa 1/3 der Betroffenen toleriert auf Dauer die Maskentherapie nicht und sucht alternative Therapieformen.

Therapie – weitere Möglichkeiten

Unterkiefer Protrusionsschiene: Ein alternatives Therapiekonzept ist das nächtliche Einlegen einer Unterkiefer-Protrusionsschiene. Das heißt: Der Unterkiefer wird nach vorne gezogen und gewährleistet ein Freihalten der oberen Atemwege. Ein Kieferchirurg passt die Unterkiefer-Protrusionsschiene in der Regel individuell an.

Verhinderung der Rückenlage im Schlaf: Häufig wird das obstruktive Schlafapnoesyndrom in Rückenlage stärker. Bei einzelnen Betroffenen kommt es beim Schlaf ausschließlich in Rückenlage und nicht in Seitenlage zur Obstruktion. Daher ist ein mögliches Therapiekonzept die Rückenlage im Schlaf zu verhindern. Es gibt zum Beispiel professionelle Rückenlage-Verhinderungswesten. Alternativ kann man durch eingenähte Tennisbälle im Schlafanzug hier auch kreativ die unerwünschte Lage sicher verhindern.

Operationen im HNO-Bereich: Es gibt HNO-ärztliche Operationen beim obstruktiven Schlafapnoesyndrom. Diese Operationen stehen dann zur Diskussion, wenn anatomische ausgeprägt verlegende Befunde vorliegen, beispielsweise große Rachenmandeln oder andere Auffälligkeiten im Gaumen- oder Nasengangbereich.

Stärkung der Muskulatur der oberen Atemwege: Ergänzend zu den genannten Therapien ist eine Stärkung der Muskulatur im Bereich der oberen Atemwege unterstützend sinnvoll. Es gibt beispielsweise positive Studienergebnisse zum Didgeridoo-Spielen. Sicherlich ist auch das Spielen anderer Blasinstrumente eine gute Möglichkeit, um die Muskulatur zu stärken.

obstruktives Schlafapnoesyndrom – sinnvolle Therapie

Das unbehandelte schwere obstruktive Schlafapnoesyndrom führt aufgrund seiner Komplikationen, unter anderem auch im Herz-Kreislauf-Bereich, zu einer kürzeren Lebenserwartung. Eine Therapie ist daher nicht nur symptomlindernd sondern auch lebensverlängernd. Mittlerweile stehen unterschiedliche Therapieverfahren zur Verfügung, sodass für jeden Betroffenen das richtige Therapieinstrument dabei sein sollte.

Mehr zu: Dr. Stefan Dierkes

 

 

 

 

 

 


Sie möchten regelmässig informiert bleiben? Tragen Sie sich hier für unseren Newsletter ein!


Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

Schlaf für alle Lebewesen wichtig

Der Schlaf ist allen Lebewesen in der Natur gemeinsam. Alle Lebewesen bis hin zum Einzeller schlafen in irgendeiner Form. Dabei schläft der Mensch ca. 30% des Tages. Bei Tieren ist die Schlafdauer durchaus unterschiedlich. So schlafen kleine Tiere länger als große Tiere. Raubtiere können länger schlafen als ängstliche Beutetiere, die immer auf der Hut vor einem Angriff sein müssen. Die geschützt lebenden Waldtiere schlafen ebenfalls länger als die in der Weite lebenden Steppentiere.

Den Schlaf hat sich für uns Menschen seit der Einführung des künstlichen Lichts erheblich verkürzt, was gesundheitliche Folgen hat. In der Cardiopraxis beschäftigen wir uns mit dem Schlaf, weil eine zu kurze Schlafdauer und/oder eine schlechte Schlafqualität auch einen wesentlichem Einfluss auf Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und auf das Risiko für einen Herzinfarkt hat.

Schlafen – einer der biologischen Primärtriebe

In der Natur gibt es Triebe, die bei allen Lebewesen von Geburt an vorhanden und somit genetisch festgelegt sind, die sog. Primärtriebe. Sie dienen sowohl dem Überleben des Einzelwesens als auch dem Bestand einer Gruppe. Zu den Primärtrieben zählen

  • Nahrungsaufnahme
  • Bewegung
  • Schlafen
  • Vermehrung

Die Nahrungsaufnahme ist für den Energie- und Baustoffwechsel Ihres Körpers da – und damit für Ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Der Trieb zur Bewegung trainiert die Muskulatur und trägt zur Aufrechterhaltung Ihres Stoffwechsels und des Kreislaufs bei. Der Drang zu Vermehrung dient dem Überleben der eigenen Art im Speziellen und dem Aufrechterhalten des Lebens auf der Erde überhaupt.

Gesunder Schlaf – hohe Kosten

Praktisch betrachtet hat der Zustand des Schlafs sehr hohe Kosten, sowohl für den einzelnen Menschen als auch für den Bestand einer Gruppe. Wenn Sie gesunde 7-8h Stunden pro Tag schlafen, dann gehen Sie Risiken ein.

Während des Schlafs können Sie als Lebewesen nicht auf Nahrungssuche gehen. Im modernen Alltag des Menschen können wir auch anders sagen, dass Sie nicht Ihrem Beruf oder Ihren Freizeitaktivitäten nachgehen können. Das führt zu der irrigen Annahme vieler Menschen, dass Schlaf Zeitverschwendung und eine Unterbrechung des eigentlichen Lebens ist.

Weder können Lebewesen im Schlaf Nachkommen zeugen noch sich selbst oder Ihre Nachkommen vor feindlichen Angriffen schützen.

Für den Schutz einer Gruppe ist die Notwendigkeit zu schlafen z.T. dadurch gelöst, dass es – wieder genetisch festgelegt – unterschiedliche Schlaftypen gibt. Dem natürlichen Schlafbedürfnis folgend schlafen Menschen zu unterschiedlichen Zeiten ein und wachen entsprechend auch wieder auf. So ist der Zeitraum, in der eine Gruppe in der Nacht unbewacht ist, möglichst kurz.

Kurzum, der Schlaf verhindert die Funktion aller anderen Primärtriebe, ist quasi das komplette Gegenteil von diesen. Im Schlaf essen Sie nicht, Sie bewegen sich nicht und Sie vermehren sich auch nicht. Würden Sie ausschließlich schlafen, dann würden Sie sterben. Umgekehrt ist es aber auch so, dass Sie sterben würden, wenn Sie nicht mehr schlafen.

Gesunder Schlaf – hoher Nutzen

In der Wissenschaft ist es eine allgemein anerkannte Schlussfolgerung: Die evolutionsbiologische Entwicklung des Schlafverhaltens ist zwar mit hohen Kosten und Risiken verbunden, die aber durch einen Nutzen aufgewogen werden müssen, der eine kritische existenzielle Bedeutung hat. Schlaf gilt in diesem Zusammenhang als wichtige Voraussetzung dafür, dass die anderen Primärtriebe richtig funktionieren können. Er ist somit für das Leben unabdingbar. Ohne Schlaf ist kein Überleben möglich.

Geistig und körperlich nicht leistungsfähig ohne Schlaf

Der Hauptnutzen des Schlafs ist: Körperzellen können sich regenerieren, Energie kann konserviert werden und Erinnerungen und Erlerntes können sortiert werden.

Gerade Erinnern und Lernen sind ein evolutionsbiologisch wichtiger Wettbewerbsvorteil. So ist es z.B. sinnvoll zu wissen, wo man am Vortag Nahrung erhalten hat, anstatt immer wieder neu suchen zu müssen. Verarbeitungsprozesse im Schlaf schützen zudem auch vor emotionaler und geistiger Überlastung im Wachzustand.

Es gibt zahlreiche Experimente, die gezeigt haben, dass Lernen, Erinnern, komplexes Denken und Entscheiden ohne ausreichenden Schlaf erheblich eingeschränkt bzw. nicht möglich sind. Im Alltag merken wir das vielleicht gar nicht so sehr, weil den meisten von uns hier eine Selbstwahrnehmung fehlt. Manchmal können wir unser Verhalten durch einen zu geringen Schlaf nachvollziehen: Wenn wir z.B. nervös sind, gereizt reagieren oder Fehler machen, z.B. im Straßenverkehr. Ca. 25% aller Verkehrsunfälle auf der Autobahn werden durch den Sekundenschlaf, einer Folge von Schlafmangel, verursacht.

Nicht nur unsere emotionale Ausgeglichenheit und unsere geistigen Fähigkeiten hängen von einem gesunden Schlaf ab, auch unsere körperliche Fitness. So verringert sich z.B. bei jungen Sportlern das Risiko einer Sportverletzung um 50%, wenn Sie 8 anstatt 6 Stunden schlafen. Profisportler achten daher auf einen gesunden Schlaf, um Spitzenleistungen zu erbringen.

Wenn es in Ihrem Alltag nicht richtig rund läuft, dann sollten Sie sich als erstes fragen: Habe ich 7-8 Stunden geschlafen und habe ich gut geschlafen?

Schlaf – genetisch festgelegt durch Helligkeit und Dunkelheit

Der Schlaf-Wach-Rhythmus von Lebewesen wird durch die innere, genetisch festgelegte Uhr gesteuert. Diese Innere Uhr hat einen zirkardianen Rhythmus, der ungefähr 24 Stunden umfasst und in etwa dem solaren Tag entspricht. Abweichungen der Inneren Uhr von der Solaren Uhr werden durch den Einfluss von Helligkeit und Dunkelheit auf die Bildung von Melatonin ausgeglichen.

Seit 3,5-3,9 Milliarden Jahren gibt es Leben auf der Erde und seit dieser Zeit hat sich das genetische Programm der Inneren Uhr durch die Tageszeiten ausgebildet. Wir müssen dabei berücksichtigen, dass die Wiege der Menschheit in Zentralafrika unweit des Äquators liegt. Hier herrscht ein ausgewogenes Verhältnis von Licht und Dunkelheit, 12 Stunden Helligkeit am Tag, 12 Stunden Dunkelheit in der Nacht. Am Äquator lebten Hominiden, d.h. unsere direkten Vorfahren über 4,6 Millionen Jahre, so dass unser unser genetisches Programm und damit unser biologischer Rhythmus entscheidend durch die Tagundnachtgleiche geprägt sind. Dieses wird auch dadurch kenntlich, dass je weiter wir vom Äquator entfernt leben, desto häufiger saisonale Syndrom wie der Winterblues oder die Winterdepression vorkommen.

Die Möglichkeit für den Menschen die Nacht zu erhellen entwickelte sich erst vor ca. 700.000 Jahren mit der Nutzung des Feuers durch Homo erectus. Eine wesentliche Änderung des Schlafverhaltens durch den spärlichen Gebrauch des Feuers ist unwahrscheinlich, das Leben in der Nacht blieb eine dunkle Angelegenheit.

Den Homo sapiens, den Menschen in seiner heutigen Form, gibt es erst seit 300.000 Jahren. Zwar entwickelte dieser Kochfeuer, Fackeln, Öllampen und Kerzen – das Schlafverhalten und damit die Schlafdauer veränderten sich aber nicht wesentlich. Wurde es dunkel draußen, dann suchten die Menschen Schutz in ihren Behausungen, wurden müde und schliefen bis zum Morgengrauen.

Kunstlicht – wesentlicher Störfaktor für einen gesunden Schlaf

Erst mit der Erfindung der Glühbirne im Jahr 1879 durch Thomas Alvar Edison ändert sich das Schlafverhalten der Menschen drastisch. Wir haben seit dieser Zeit ungefähr 2 Stunden an Nachtschlaf verloren. In den letzten 30 Jahren hat der Einsatz von Computerlicht noch weiter zur Störung des natürlichen Schlafs beigetragen: Der hohe Blauanteil im Computerlicht unterdrückt das Ausschütten von Melatonin.

Aus biologischer und medizinischer Sicht kann es nicht richtig sein, ein Verhalten zu entwickeln, das erheblich von einem seit mehreren Milliarden Jahren entwickelten Prinzip des Lebens abweicht.

Die Orientierung des Schlafs am natürlichen Wechsel von Hell und Dunkel ist auch für den Menschen biologisch sinnvoll. In der Natur geschieht nichts ohne Grund. Wir sollten uns daher vor Augen führen, dass der Schlaf keine Unterbrechung des Lebens ist, sondern eine essenzielle Voraussetzung für das Leben überhaupt.

Die richtige Schlafdauer ist ein wesentlicher Faktor für die Gesundheit und das Langzeitüberleben. Dementsprechend macht es Sinn, sich um den eigenen Schlaf aktiv zu kümmern.

 

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


Sie möchten regelmässig informiert bleiben? Tragen Sie sich hier für unseren Newsletter ein!


Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Schlafapnoe-Syndrom- gestörte Atmung im Schlaf

Das Schlafapnoesyndrom betrifft etwa 15% aller Männer und etwa 7% aller Frauen. Bei diesen Mensch ist der gesunde Schlaf gestört. Unbehandelt führt es zu Symptomen wie Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen und Schwitzen. Kardiologen assoziieren damit außerdem Bluthochdruck und Vorhofflimmern.

Schlafapnoe-Syndrom – erste Hinweise

Die ersten klinischen Hinweise für ein Schlafapnoe-Syndrom sind eine nicht zu erklärende Tagesmüdigkeit sowie Schnarchen oder Atemaussetzer im Schlaf, die oft der Partner oder die Partnerin bemerkt. Darüber hinaus haben übergewichtige Menschen häufiger ein Schlafapnoe-Syndrom. Vor allem bei einer Kombination dieser Merkmale sollte eine weiterführende Diagnostik erfolgen.

Schlafapnoe-Syndrom – kardiorespiratorische Polygrafie als Screeninguntersuchung

Die erste Untersuchung zur Diagnoseerstellung ist eine sogenannte kardiorespiratorische Polygrafie. Der oder die Betroffene nimmt das Screeninggerät nach einer kurzen Erklärung in der Praxis mit nach Hause und legt es sich vor dem Schlafengehen selbst an. Das Gerät besteht aus einem Brust- und Bauchgurt, Sauerstoffsättigungssensor am Finger, einem Atemgasflusssensor sowie einem Mikrofon zur Aufnahme von Schnarchgeräuschen. Außerdem kann das Aufzeichnungsgerät durch einen inkludierten Lagesensor die Schlaflage feststellen. Das ist überaus wichtig, da in den meisten Fällen die Rückenlage das Schlafapnoe-Syndrom verstärkt. Ebenso gibt es Schlafapnoen, die ausschließlich in Rückenlage auftreten.

Schlafapnoe-Syndrom – was messen wir?

Das Messsystem kann die relevanten Parameter der nächtlichen Atmungsstörung aufzeichnen. Im Einzelnen sind das:

Schlafapnoe-Syndrom – obstruktiv versus zentral

Das Auswerten der kardiorespiratorischen Polygrafie beantwortet die Frage, ob ein Schlafapnoe-Syndrom vorliegt. Der wichtigste Parameter ist der sogenannte Apnoe-Hypopnoe-Index. Gemessen und gezählt werden dabei die Phasen einer Apnoe beziehungsweise einer Hypopnoe pro Stunde. Ein AHI-Wert bis 5 gilt noch als normal. Darüber hinaus sind der sogenannte Entsättigungsindex und die minimale Sauerstoffsättigung wichtig und zeigen eine Gefährdung an. Denn ein nächtlicher Sauerstoffmangel führt auch zur Stress-Belastung und zum Freisetzen von Adrenalin.

Ergänzend unterscheidet man ein überwiegend obstruktives Schlafapnoe-Syndrom von einem zentralen Schlafapnoe-Syndrom. Bei der obstruktiven Form sind die oberen Atemwege verlegt, eine Atembewegung von Brustkorb und Bauch ist jedoch vorhanden. Bei der zentralen Form, die vom Gehirn gesteuert wird, fehlt der Atemantrieb und somit diese Atembewegung. Beide Formen zeichnen sich durch einen fehlenden oder unzureichenden Atemgasfluss in die Lunge aus.

Außerdem wird untersucht, ob und wie das Schlafapnoe-Syndrom von der individuellen Körperlage abhängt. So ist der Befund in Rückenlage in aller Regel schlechter als der auf Seite.

Schlafapnoe-Syndrom – Schweregradeinteilung

Abhängig vom Schweregrad ist nicht nur die weiterführende Diagnostik im Schlaflabor, sondern auch die Dringlichkeit einer Therapie. Leichtgradige Befunde bei Übergewicht können zum Beispiel zunächst behandelt werden, indem das Gewicht reduziert und die Rückenlage im Schlaf verhindert werden. Die Schweregrade werden anhand des AHI eingeteilt:

  • Leichtgradiges Schlafapnoe-Syndrom: AHI bis 15/h
  • Mittelgradiges Schlafapnoe-Syndrom AHI bis 30/h
  • Schwergradiges Schlafapnoe-Syndrom AHI >30/h

Schlafapnoe-Syndrom-Screening – sinnvoller Einsatz?

Wir sehen die kardiorespiratorische Polygrafie als sinnvolle Screening-Untersuchung insbesondere bei klassischen Symptomen wie Tagesmüdigkeit und Schnarchen. Darüber hinaus erleben wir in der Cardiopraxis Menschen mit anfallsartigem Vorhofflimmern oder schwerem und schlecht einstellbarem Bluthochdruck, deren Ursache ein unentdecktes Schlafapnoe-Syndrom ist. Hier setzen wir insbesondere in der Screening-Diagnostik an.

[ratings]

Mehr zu: Dr. Stefan Dierkes

 

 

 

 

 

 


Sie möchten regelmässig informiert bleiben? Tragen Sie sich hier für unseren Newsletter ein!


Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Schlafapnoe-Syndrom – zu wenig Atmung in der Nacht

Ein gesunder Schlaf ist wichtig für die Leistungsfähigkeit am Tag. Das Schlafapnoe-Syndrom ist eine schlafbezogene Atmungsstörung. Beim Schlafapnoe-Syndrom unterscheiden wir die Hypopnoe von der Apnoe. Eine Hypopnoe ist ein verminderter Atemgasfluss bei gleichzeitigem Abfall der Sauerstoffsättigung. Apnoe bedeutet einen kompletten Atemstillstand für mehr als 10 Sekunden.

Die Schlafapnoe ist zum Teil mit einfachen Methoden messbar. Wir bestimmen hier den sogenannten Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI). Dieser misst die Anzahl der Ereignisse an relevanter Apnoe bzw.Hypopnoe pro Stunde. Ab einem Apnoe-Hypopnoe-Index von 5 gilt der Befund als auffällig.

Wenig Sauerstoff in der Nacht hat hohen Adrenalinspiegel zur Folge

Der Abfall der Sauerstoffsättigung bedeutet für Ihren Körper eine erhebliche Stresssituation. Denn Sauerstoff ist lebenswichtig und muss dem Körper Tag und Nacht zugeführt werden. Der Körper kann einen Abfall der Sauerstoffsättigung sehr früh wahrnehmen. Er reagiert dann mit einer Adrenalin-vermittelten Aktivierung, um im wahrsten Sinne des Wortes den Körper wach zu rütteln, sodass er wieder anfängt vernünftig zu atmen. Diese Stressreaktion mit Adrenalin, die in der Nacht bis zu 60 Mal pro Stunde und fast ausnahmslos unbewusst vorkommt, hat erhebliche gesundheitliche Folgen – gerade im Herz-Kreislauf-Bereich.

Schlafapnoe – zentral, obstruktiv oder kombiniert?

Wir unterscheiden grundsätzlich zwei Formen des Schlafapnoe-Syndroms: das zentrale Schlafapnoe-Syndrom und das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom. Beide Formen kommen auch kombiniert vor.

Zentrales Schlafapnoe-Syndrom. Hier liegt ein verminderter Atemantrieb in Ihrem Gehirn vor. Es kommt zur fehlenden Atembewegung von Brustkorb und Bauch, so dass der Atemgasfluss vermindert ist. Das wiederum führt zum bekannten Abfall der Sauerstoffsättigung.

Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom. Hier ist der Atemantrieb komplett normal. Auch eine Atembewegung von Brustkorb und Bauch ist vorhanden. Allerdings sind die oberen Atemwege vorübergehend verlegt. Der Atemgasfluss kann deshalb nicht vernünftig stattfinden, so dass wiederum die Sauerstoffsättigung abfällt. Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom ist die häufigste Form.

Schlafapnoe-Syndrom – Risikofaktoren

Der Hauptrisikofaktor für eine Schlafapnoe ist das Übergewicht. Weil die oberen Atemwege stärker mit Fett unterpolstert sind, treten in Verbindung mit einer schlaffen Muskulatur dann die oben genannten Probleme auf.

Zudem kann abendlicher Alkohol ein Schlafapnoe-Syndrom noch erheblich verstärken. Des Weiteren begünstigen anatomische Besonderheiten, zum Beispiel eine Verlegung durch eine geschwollene Nasenmuschel bzw. geschwollene Rachenmandeln, eine Schlafapnoe.

Schlaftabletten haben ähnlich wie Alkohol eine Schlafapnoe-verstärkende bzw. -auslösende Wirkung.

Nicht zu vergessen ist, dass das Schlafen in Rückenlage die obstruktive Schlafapnoe begünstigt. In einigen Fällen treten die nächtlichen Atmungsstörungen ausschliesslich in Rückenlage auf. Eigentlich ist das mit die erste therapeutische Maßnahme, die wir bei der Diagnose eines obstruktiven Schlafapnoesyndroms empfehlen: Schlafen Sie bitte auf der Seite!

Schlafapnoe-Syndrom – Tagesmüdigkeit, Bluthochdruck, Vorhofflimmern

Meistens ist es der Lebenspartner, der beim Betroffenen das Schlafapnoe-Syndrom bemerkt. Hierbei gilt es auf Schnarchen mit phasenweise tiefen seufzerartigen Atemzügen zu achten. Nicht jedes Schnarchen bedeutet, dass Sie ein Schlafapnoe-Syndrom haben. Entscheidend ist der Nachweis von Hypopnoe- oder Apnoe und der damit verbundene Abfall der Sauerstoffsättigung im Blut, was man nur messtechnisch, z.B. mit der kardiorespiratorischen Polygrafie erfassen kann.

Grundsätzlich gilt, dass der Schlaf nicht erholsam ist, unabhängig von seiner Dauer. Die wiederholt auftretenden nächtlichen Alarm- und Stressreaktionen führen zu einer neuro-vegetativen Dysbalance. Diese äußert sich durch Tagesmüdigkeit mit dem Bedürfnis weniger als 5 Stunden nach dem Erwachen wieder zu schlafen. Gereiztheit und Unkonzentriertheit sind häufig ein Problem.

Für uns in der Cardiopraxis ist es vor allen Dingen der schwer einstellbare Bluthochdruck und Vorhofflimmern ohne klar erkennbare Ursache, die uns an ein Schlafapnoe-Syndrom denken lassen.

Schwere Komplikationen des Schlafapnoe-Syndroms

An erster Stelle hier zu nennen ist der tagsüber auftretende Sekundenschlaf im Straßenverkehr. Eine erhebliche Zahl an Unfällen in Deutschland wird durch den sogenannten Sekundenschlaf am Steuer verursacht – häufig eine Folge eines Schlafapnoe-Syndroms. Es wird geschätzt, dass 25% aller Unfälle auf der Autobahn Folge eines Sekundenschlafs sind.

Der Abfall der Sauerstoffsättigung und die damit verbundene Steigerung des Adrenalinspiegels im Blut hat erhebliche Folgen für Ihr Herz-Kreislaufsystem. Im kardiovaskulären Bereich bereiten vor allem Bluthochdruck sowie Herzrhythmusstörungen wie z.B. Vorhofflimmern Probleme. Allerdings steigt auch das Risiko für einen Herzinfarkt oder auch einen Schlaganfall.

Bei begleitender Koronarer Herzkrankheit ist das Schlafapnoe-Syndrom auch ein Risikofaktor für eine potenziell tödliche Rhythmusstörung: das gefürchtete Kammerflimmern.

Schlafapnoe-Syndrom – daran denken und handeln

Das Schlafapnoe-Syndrom ist also eine Erkrankung, bei der Probleme in der Nacht zu gesundheitlichen Folgen am Tage führen. Sollten Sie bei sich oder einem anderen Menschen Symptome des Schlafapnoe-Syndroms bemerken, dann ist eine orientierende Diagnostik zu Hause, z.B. mit einem tragbaren kardio-respiratorischem Polysomnografiegerät, sinnvoll.

Mehr zu: Dr. Stefan Dierkes

 

 

 

 

 

 


Sie möchten regelmässig informiert bleiben? Tragen Sie sich hier für unseren Newsletter ein!


Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

Der Mensch – ein tagaktives Lebewesen

Die Biologie des Menschen ist darauf ausgerichtet, dass er tagaktiv ist – dann, wenn es hell ist. Wesentliche Gründe sind evolutionsbiologisch entwickelte Merkmale des Menschen. Dazu zählen das hochentwickelte räumliche Sehvermögen, bedingt durch die Überschneidung der Blickfelder beider Augen und der aufrechte Gang, der bei gegebener Größe eine maximale Weitsicht ermöglicht. Für tagaktive Lebewesen wie den Menschen ist es daher sinnvoll, dass sie am Tag wach sind und in der Nacht schlafen.

Chronobiologie – der Mensch voller Uhren

Damit diese Vorgänge gut funktionieren, gibt es zum einen eine Innere Uhr, die genetisch festgelegt ist. Zum anderen existiert eine äußere oder solare Uhr, die durch den tagezeitlichen Wechsel von Hell und Dunkel bestimmt wird. Diese sogenannten chronobiologischen Prozesse (chronos: gr. Zeit) haben für uns in der Cardiopraxis eine zunehmende Bedeutung, weil sie für die Gesundheit im Allgemeinen und vor allen Dingen für das Schlafverhalten sehr wichtig sind. Der gesunde Schlaf wiederum schützt vor Herzinfarkt und Bluthochdruck.

Innere Uhr – die genetische Uhr

Die innere Uhr von Lebewesen besteht eigentlich aus vielen genetisch festgelegten Unteruhren. So hat jede einzelne Körperzelle und damit verbunden jedes biologische Untersystem, z.B. Leber, Lunge, Immunsystem etc. seine eigene Innere Uhr, die jeweils einem zirkardianen Rhythmus (circardian: lat. ungefährer Tag) folgt. Das heißt, dass es über ca. 24 Stunden zu einem regelhaften Ablauf, wie z.B. bei der Körpertemperatur kommt. In der zeitlichen Abfolge kommt es dann zu einem zyklischen Verlauf (zyklisch: gr. kreisförmig): Ist ein Zyklus beendet, beginnt ein neuer Zyklus.

Diese ungefähren 24-Stunden-Zyklen haben sich evolutionsbiologisch orientiert an der Helligkeit des Tages und der Dunkelheit der Nacht. Das hat sich über mehrere Milliarden Jahre entwickelt und ist genetisch festgelegt.

Die inneren Uhren sorgen dafür, dass alle physiologischen und biochemischen Prozesse im Körper fein aufeinander abgestimmt sind. Vereinfacht gesagt macht es z.B. wenig Sinn, wenn der Darm “wach” ist und für Nahrungsaufnahme sorgt, während die Leber “schläft”. Besonders wichtig ist, dass die Organe Vorgänge bzw. regelhaft auftretende Veränderungen antizipieren (anticipare: lat. vorwegnehmen). So fällt die Körpertemperatur zwar über Nacht im Vergleich zum Tage deutlich ab, sie steigt im Sinne eines “Vorglühens” aber schon vor dem Erwachen wieder an.

Innere Uhr – kein perfektes System

Das System ist nicht perfekt, alle Unteruhren laufen etwas unterschiedlich. So dauert z.B. bei der einen Uhr ein Zyklus 24,5 Stunden, während bei einer anderen Unteruhr der Zyklus schon nach 23,8 Stunden beendet ist. Unkontrolliert liefen alle Unteruhren phasenverschoben und wären zeitlich nicht aufeinander abgestimmt. Die Folge wäre ein Durcheinander, ähnlich wie bei einem Symphonieorchester ohne einen Dirigenten: Jeder Musiker spielt sein Instrument dann so, wie er will – ein unschönes Gelärme.

Übertragen auf die biologischen Prozesse bedeutet eine fehlende Abstimmung, dass diese irgendwann nicht mehr richtig ineinandergreifen. Das Lebewesen wird dann krank und stirbt. Damit das nicht passiert, brauchen die Unteruhren einen Dirigenten, der sie alle in einem Takt hält – eine sogenannte Master-Clock.

Die Master-Clock ist eine kleine Region im Gehirn mit einem Querdurchmesser von ca. 1 mm. Sie liegt unmittelbar oberhalb der Kreuzung der Sehnerven beider Augen. Man bezeichnet sie als Nucleus suprachiasmaticus. Der Nucleus suprachiasmaticus synchronisiert als Dirigent fast alle Unteruhren auf einen gleichmäßigen zirkardianen Rhythmus.

Aber auch dieser ist nur ungefähr und beträgt nicht genau 24 Stunden. Er liegt zwischen 23,5 und 26,5 Stunden, im Durchschnitt bei 24 Stunden und 15 Minuten. Bei 75% der Menschen ist er länger als 24 Stunden. Dieser Rhythmus verändert sich mit dem Lebensalter, bei jüngeren Menschen ist er länger, bei älteren kürzer.

Innere Uhr – was passiert eigentlich in einer dunklen Höhle?

Würden wir 60 Tage in einer Höhle vollkommen abgeschnitten vom Tageslicht leben und unser individueller zirkardianer Zyklus würde 24,5 Stunden betragen, dann käme es pro Tag in Relation zum Wechsel von Tag und Nacht in der Natur zu einer zeitlichen Phasenverschiebung: Nach 24 Tagen würden wir uns um 12:00 Uhr mittags in unserer Höhle so verhalten als wenn es 24:00 Uhr in der Nacht wäre. Das würde unser Leben als tagaktives Lebewesen an sich und vor allen Dingen auch in der sozialen Gemeinschaft mit anderen Menschen erheblich erschweren. Deshalb muss auch die Master-Clock synchronisiert werden – mit dem Hell-Dunkel-Zyklus des terrestrischen Tages.

Äußere Uhr – die Solare Uhr

Bedingt durch die Rotation der Erde um die Sonne richtet sich der Erdtag nach der Sonne und beträgt 24 Stunden. Menschen nehmen Hell und Dunkel fast ausschließlich über die Augen wahr. Die Lichtsignale werden darüber an den Nucleus suprachiasmaticus (die Master Clock) weitergleitet. Dieser ist wiederum über komplexe Verschaltungsprozesse mit der Zirbeldrüse verbunden. Hier wird in Abhängigkeit von der Lichteinstrahlung der wesentliche Vermittler von Hell und Dunkel, der Botenstoff Melatonin, ausgeschüttet.

Äußeren Uhr – Melatonin als wichtigster Vermittler von Licht und Dunkelheit

Melatonin ist ein universelles Dunkelsignal bei Säugetieren. Die Ausschüttung steigt mit zunehmender Dunkelheit an und leitet bei Menschen über verschiedene Prozesse den Schlaf ein. Bei Licht wiederum stoppt die Melatoninausschüttung. Bei nachtaktiven Tieren ist dieser Prozess aufgrund einer anderen Übersetzung umgekehrt.

Äußere Uhr – Fasten und Essen takten auch

Licht ist als photoperiodisches Signal somit der wichtigste Zeitgeber für das sog. Entrainment. Damit ist gemeint, dass die genetische Uhr des Menschen mitgeführt wird. Es gibt allerdings noch einen weiteren, wahrscheinlich sehr relevanten Mechanismus des Entrainments: der Hunger bzw. regelmäßige Mahlzeiten. So konnte man bei Mäusen, denen der Nucleus suprachiasmaticus operativ entfernt worden war, zeigen, dass ihre inneren Unteruhren zunehmend phasenverschoben laufen – was zu gesundheitlichen Störungen führte. Das galt allerdings nur für die Tiere, denen man kontinuierlich Futter zur Verfügung stellte. Hingegen kam es bei Tieren, die mindestens 16 Stunden hungern und dann nur in einem kurzen Zeitfenster Nahrung erhielten, zu einer vollkommenen Resynchronisierung der Unteruhren. Dieser Befund spielt höchstwahrscheinlich auch eine Rolle bei der Frage, wie Jetlag oder Schichtarbeit beherrscht werden kann. Möglicherweise ist das auch ein Argument für die sogenannte 16/8-Diät, bei der in einem Zeitraum von 16 Stunden nicht gegessen wird.

Äußere Uhr – regelmäßige Rituale helfen auch

Andere nachgeordnete externe Zeitgeber sind regelmäßige Rituale: Zum Beispiel eine kalte Dusche am Morgen bzw. ein warmes Bad am Abend, Meditation am Morgen, körperliche oder soziale Aktivität zu einer bestimmten Tageszeit.

Störungen der Chronobiologie – kurzer Überblick

Störungen des zirkadianen Rhythmus können sowohl Folge als auch Ursache von Erkrankungen sein.
Die wichtigste ursächliche Störquelle ist künstliches Licht, und hier vor allen Dingen Computerlicht mit einem hohen Blauanteil. So hat sich die Schlafzeit seit der Einführung der Glühbirne um ca. 2 Stunden verkürzt. Weitere zivilisatorische Ursachen für chronobiologische Fehlsteuerungen sind z.B. der Zeitzonenwechsel bei Fernreisen mit dem bekannten Jetlag und die Schichtarbeit. Solche Faktoren können das Auftreten von Herz-Kreislauferkrankungen negativ beeinflussen. Zum Beispiel Bluthochdruck und Herzinfarkt, Stoffwechselstörungen wie den Diabetes mellitus und auch das Immunsystem, so dass z.B. eine vermehrte Infektanfälligkeit entsteht.

Eine natürliche chronobiologische Anpassungsstörung tritt mit dem Wechsel der Jahreszeiten auf. Es kann zum Beispiel zu saisonalen depressiven Verstimmungen, dem Winterblues, kommen. Bei verschiedenen neuro-psychiatrischen Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Alzheimer Demenz oder manisch-depressiven Erkrankungen weiß man noch nicht genau, ob eine chronobiologische Störung die Erkrankung mit begünstigt oder ob die Erkrankung Folge einer veränderten Chronobiologie ist.

Chronotherapie – ein Gebiet mit Zukunft

Die Chronobiologie ist ein noch sehr junges wissenschaftliches Gebiet. In Zukunft sind hier weitere wichtige Erkenntnisse zur Gesunderhaltung bzw. zur Therapie bei Erkrankungen, angefangen bei den weit verbreiteten Schlafstörungen, zu erwarten. Das medizinische Gebiet, welches sich mit der Behandlung von chronobiologischen Prozessen beschäftigt, ist die Chronomedizin bzw. die Chronotherapie. Sie zielt wesentlich auf die Synchronisierung von biologischen Prozessen mit Helligkeit und Dunkelheit ab.

Wir in der Cardiopraxis berücksichtigen auch zunehmend Erkenntnisse der Chronopharmakologie. Diese beschäftigt sich speziell mit der Einnahme von Medikamenten in Abhängigkeit vom zirkardianen Rhythmus des Menschen.

 

Literatur

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


Sie möchten regelmässig informiert bleiben? Tragen Sie sich hier für unseren Newsletter ein!


Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Zwei Mal jährlich wird in Deutschland die Uhr umgestellt: im Frühjahr um eine Stunde vor auf Sommerzeit, im Herbst um eine Stunde zurück auf Winterzeit. Wer den alten Rhythmus bis zuletzt beibehält und den Wechsel damit abrupt erlebt, kann unter Schlafstörungen leiden. Das Unfall- und Krankheitsrisiko ist dann erhöht, die eigene Leistungsfähigkeit zudem reduziert.

Wer sich dagegen frühzeitig langsam auf die Zeitumstellung vorbereitet, kann solche Probleme vermeiden. Wie das geht, zeigen wir Ihnen an einem Beispiel zum Wechsel auf Sommerzeit.

Angenommen wird dabei eine siebenstündige Schlafzeit von 22 Uhr bis 5 Uhr im Normalfall. Stufenweise soll folgendermaßen früher zu Bett gegangen und früher aufgestanden werden:

• Mittwoch: 21:45 Uhr zu Bett

• Donnerstag: 04:45 aufstehen und um 21:45 Uhr zu Bett

• Freitag: 04:30 Uhr aufstehen und um 21:30 Uhr zu Bett

• Samstag: 04:15 Uhr aufstehen und um 21:15 Uhr zu Bett (in dieser Nacht wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt!)

• Sonntag: 05:00 Uhr aufstehen und um 22 Uhr zu Bett

• Montag: 05:00 Uhr aufstehen

Diese Zeitintervalle können natürlich auch auf andere, individuell für Sie passendere Uhrzeiten angewendet werden – es geht hierbei lediglich um die beispielhafte Veranschaulichung der stufenweisen Anpassung.

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


Sie möchten regelmässig informiert bleiben? Tragen Sie sich hier für unseren Newsletter ein!


Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch