Der Mensch – ein tagaktives Lebewesen

Die Biologie des Menschen ist darauf ausgerichtet, dass er tagaktiv ist – dann, wenn es hell ist. Wesentliche Gründe sind evolutionsbiologisch entwickelte Merkmale des Menschen. Dazu zählen das hochentwickelte räumliche Sehvermögen, bedingt durch die Überschneidung der Blickfelder beider Augen und der aufrechte Gang, der bei gegebener Größe eine maximale Weitsicht ermöglicht. Für tagaktive Lebewesen wie den Menschen ist es daher sinnvoll, dass sie am Tag wach sind und in der Nacht schlafen.

Chronobiologie – der Mensch voller Uhren

Damit diese Vorgänge gut funktionieren, gibt es zum einen eine Innere Uhr, die genetisch festgelegt ist. Zum anderen existiert eine äußere oder solare Uhr, die durch den tagezeitlichen Wechsel von Hell und Dunkel bestimmt wird. Diese sogenannten chronobiologischen Prozesse (chronos: gr. Zeit) haben für uns in der Cardiopraxis eine zunehmende Bedeutung, weil sie für die Gesundheit im Allgemeinen und vor allen Dingen für das Schlafverhalten sehr wichtig sind. Der gesunde Schlaf wiederum schützt vor Herzinfarkt und Bluthochdruck.

Innere Uhr – die genetische Uhr

Die innere Uhr von Lebewesen besteht eigentlich aus vielen genetisch festgelegten Unteruhren. So hat jede einzelne Körperzelle und damit verbunden jedes biologische Untersystem, z.B. Leber, Lunge, Immunsystem etc. seine eigene Innere Uhr, die jeweils einem zirkardianen Rhythmus (circardian: lat. ungefährer Tag) folgt. Das heißt, dass es über ca. 24 Stunden zu einem regelhaften Ablauf, wie z.B. bei der Körpertemperatur kommt. In der zeitlichen Abfolge kommt es dann zu einem zyklischen Verlauf (zyklisch: gr. kreisförmig): Ist ein Zyklus beendet, beginnt ein neuer Zyklus.

Diese ungefähren 24-Stunden-Zyklen haben sich evolutionsbiologisch orientiert an der Helligkeit des Tages und der Dunkelheit der Nacht. Das hat sich über mehrere Milliarden Jahre entwickelt und ist genetisch festgelegt.

Die inneren Uhren sorgen dafür, dass alle physiologischen und biochemischen Prozesse im Körper fein aufeinander abgestimmt sind. Vereinfacht gesagt macht es z.B. wenig Sinn, wenn der Darm “wach” ist und für Nahrungsaufnahme sorgt, während die Leber “schläft”. Besonders wichtig ist, dass die Organe Vorgänge bzw. regelhaft auftretende Veränderungen antizipieren (anticipare: lat. vorwegnehmen). So fällt die Körpertemperatur zwar über Nacht im Vergleich zum Tage deutlich ab, sie steigt im Sinne eines “Vorglühens” aber schon vor dem Erwachen wieder an.

Innere Uhr – kein perfektes System

Das System ist nicht perfekt, alle Unteruhren laufen etwas unterschiedlich. So dauert z.B. bei der einen Uhr ein Zyklus 24,5 Stunden, während bei einer anderen Unteruhr der Zyklus schon nach 23,8 Stunden beendet ist. Unkontrolliert liefen alle Unteruhren phasenverschoben und wären zeitlich nicht aufeinander abgestimmt. Die Folge wäre ein Durcheinander, ähnlich wie bei einem Symphonieorchester ohne einen Dirigenten: Jeder Musiker spielt sein Instrument dann so, wie er will – ein unschönes Gelärme.

Übertragen auf die biologischen Prozesse bedeutet eine fehlende Abstimmung, dass diese irgendwann nicht mehr richtig ineinandergreifen. Das Lebewesen wird dann krank und stirbt. Damit das nicht passiert, brauchen die Unteruhren einen Dirigenten, der sie alle in einem Takt hält – eine sogenannte Master-Clock.

Die Master-Clock ist eine kleine Region im Gehirn mit einem Querdurchmesser von ca. 1 mm. Sie liegt unmittelbar oberhalb der Kreuzung der Sehnerven beider Augen. Man bezeichnet sie als Nucleus suprachiasmaticus. Der Nucleus suprachiasmaticus synchronisiert als Dirigent fast alle Unteruhren auf einen gleichmäßigen zirkardianen Rhythmus.

Aber auch dieser ist nur ungefähr und beträgt nicht genau 24 Stunden. Er liegt zwischen 23,5 und 26,5 Stunden, im Durchschnitt bei 24 Stunden und 15 Minuten. Bei 75% der Menschen ist er länger als 24 Stunden. Dieser Rhythmus verändert sich mit dem Lebensalter, bei jüngeren Menschen ist er länger, bei älteren kürzer.

Innere Uhr – was passiert eigentlich in einer dunklen Höhle?

Würden wir 60 Tage in einer Höhle vollkommen abgeschnitten vom Tageslicht leben und unser individueller zirkardianer Zyklus würde 24,5 Stunden betragen, dann käme es pro Tag in Relation zum Wechsel von Tag und Nacht in der Natur zu einer zeitlichen Phasenverschiebung: Nach 24 Tagen würden wir uns um 12:00 Uhr mittags in unserer Höhle so verhalten als wenn es 24:00 Uhr in der Nacht wäre. Das würde unser Leben als tagaktives Lebewesen an sich und vor allen Dingen auch in der sozialen Gemeinschaft mit anderen Menschen erheblich erschweren. Deshalb muss auch die Master-Clock synchronisiert werden – mit dem Hell-Dunkel-Zyklus des terrestrischen Tages.

Äußere Uhr – die Solare Uhr

Bedingt durch die Rotation der Erde um die Sonne richtet sich der Erdtag nach der Sonne und beträgt 24 Stunden. Menschen nehmen Hell und Dunkel fast ausschließlich über die Augen wahr. Die Lichtsignale werden darüber an den Nucleus suprachiasmaticus (die Master Clock) weitergleitet. Dieser ist wiederum über komplexe Verschaltungsprozesse mit der Zirbeldrüse verbunden. Hier wird in Abhängigkeit von der Lichteinstrahlung der wesentliche Vermittler von Hell und Dunkel, der Botenstoff Melatonin, ausgeschüttet.

Äußeren Uhr – Melatonin als wichtigster Vermittler von Licht und Dunkelheit

Melatonin ist ein universelles Dunkelsignal bei Säugetieren. Die Ausschüttung steigt mit zunehmender Dunkelheit an und leitet bei Menschen über verschiedene Prozesse den Schlaf ein. Bei Licht wiederum stoppt die Melatoninausschüttung. Bei nachtaktiven Tieren ist dieser Prozess aufgrund einer anderen Übersetzung umgekehrt.

Äußere Uhr – Fasten und Essen takten auch

Licht ist als photoperiodisches Signal somit der wichtigste Zeitgeber für das sog. Entrainment. Damit ist gemeint, dass die genetische Uhr des Menschen mitgeführt wird. Es gibt allerdings noch einen weiteren, wahrscheinlich sehr relevanten Mechanismus des Entrainments: der Hunger bzw. regelmäßige Mahlzeiten. So konnte man bei Mäusen, denen der Nucleus suprachiasmaticus operativ entfernt worden war, zeigen, dass ihre inneren Unteruhren zunehmend phasenverschoben laufen – was zu gesundheitlichen Störungen führte. Das galt allerdings nur für die Tiere, denen man kontinuierlich Futter zur Verfügung stellte. Hingegen kam es bei Tieren, die mindestens 16 Stunden hungern und dann nur in einem kurzen Zeitfenster Nahrung erhielten, zu einer vollkommenen Resynchronisierung der Unteruhren. Dieser Befund spielt höchstwahrscheinlich auch eine Rolle bei der Frage, wie Jetlag oder Schichtarbeit beherrscht werden kann. Möglicherweise ist das auch ein Argument für die sogenannte 16/8-Diät, bei der in einem Zeitraum von 16 Stunden nicht gegessen wird.

Äußere Uhr – regelmäßige Rituale helfen auch

Andere nachgeordnete externe Zeitgeber sind regelmäßige Rituale: Zum Beispiel eine kalte Dusche am Morgen bzw. ein warmes Bad am Abend, Meditation am Morgen, körperliche oder soziale Aktivität zu einer bestimmten Tageszeit.

Störungen der Chronobiologie – kurzer Überblick

Störungen des zirkadianen Rhythmus können sowohl Folge als auch Ursache von Erkrankungen sein.
Die wichtigste ursächliche Störquelle ist künstliches Licht, und hier vor allen Dingen Computerlicht mit einem hohen Blauanteil. So hat sich die Schlafzeit seit der Einführung der Glühbirne um ca. 2 Stunden verkürzt. Weitere zivilisatorische Ursachen für chronobiologische Fehlsteuerungen sind z.B. der Zeitzonenwechsel bei Fernreisen mit dem bekannten Jetlag und die Schichtarbeit. Solche Faktoren können das Auftreten von Herz-Kreislauferkrankungen negativ beeinflussen. Zum Beispiel Bluthochdruck und Herzinfarkt, Stoffwechselstörungen wie den Diabetes mellitus und auch das Immunsystem, so dass z.B. eine vermehrte Infektanfälligkeit entsteht.

Eine natürliche chronobiologische Anpassungsstörung tritt mit dem Wechsel der Jahreszeiten auf. Es kann zum Beispiel zu saisonalen depressiven Verstimmungen, dem Winterblues, kommen. Bei verschiedenen neuro-psychiatrischen Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Alzheimer Demenz oder manisch-depressiven Erkrankungen weiß man noch nicht genau, ob eine chronobiologische Störung die Erkrankung mit begünstigt oder ob die Erkrankung Folge einer veränderten Chronobiologie ist.

Chronotherapie – ein Gebiet mit Zukunft

Die Chronobiologie ist ein noch sehr junges wissenschaftliches Gebiet. In Zukunft sind hier weitere wichtige Erkenntnisse zur Gesunderhaltung bzw. zur Therapie bei Erkrankungen, angefangen bei den weit verbreiteten Schlafstörungen, zu erwarten. Das medizinische Gebiet, welches sich mit der Behandlung von chronobiologischen Prozessen beschäftigt, ist die Chronomedizin bzw. die Chronotherapie. Sie zielt wesentlich auf die Synchronisierung von biologischen Prozessen mit Helligkeit und Dunkelheit ab.

Wir in der Cardiopraxis berücksichtigen auch zunehmend Erkenntnisse der Chronopharmakologie. Diese beschäftigt sich speziell mit der Einnahme von Medikamenten in Abhängigkeit vom zirkardianen Rhythmus des Menschen.

 

📚 Terman M, McMahan I (2012) Chronotherapy: Resetting Your Inner Clock to Boost Mood, Alertness, and Quality Sleep. New York, Penguin

📚 Fuller PM, Lu J, Saper CB. Differential Rescue of Light- and Food-Entrainable Circadian Rhythms. Science 2008;320:1074-1077 🔈Podcast mit Clifford Saper 

📚 Walker M (2019) Ds große Buch vom Schlaf. Goldmann Verlag

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Bei Erkältung und Grippe ist die Tröpfcheninfektion die gefährlichste Ansteckungsform, z. B. beim Niesen im freien Raum.

Dagegen hilft die sogenannte Dracula-Technik: Man niest bzw. hustet in die Armbeuge. Diese Technik
• verhindert am effizientesten, dass sich Viren im Raum ausbreiten
• verhindert die Ansteckung von anderen Menschen am effizientesten
• ist dem Taschentuch überlegen, da die Kontamination der Hand mit Viren vermieden wird

Sollten Sie dennoch ein Taschentuch benutzen, dann bitte immer die Hände waschen.

Die Dracula-Technik wird empfohlen vom Center of Disease Control (USA), von der American Academy of Pediatrics und von der American Public Health Association.

…..weiter im Selbsthilfekurs „Grippe“

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

In der Saison 2017/18 waren über 333.000 registrierte Menschen in Deutschland von einer Grippe betroffen, 1.665 starben daran (87 % von ihnen waren älter als 60 Jahre). Grippeviren verändern sich genetisch, deswegen gibt es jedes Jahr einen neuen Impfwirkstoff. Einen 100-prozentigen Schutz vor Infektion gibt es allerdings nicht. Eine besonders schwere Komplikation der Grippe ist die Lungenentzündung, die zu Beatmungspflichtigkeit und Tod führen kann.

Idealer Zeitraum für eine Schutzimpfung ist Oktober bis November, um für die Haupt-Grippewelle von Januar bis März gut gerüstet zu sein. Eine frühere Impfung sollte man vermeiden, weil der Grippeschutz nach der Impfung stetig abnimmt. Um ausreichenden Schutz aufzubauen, sollten vor einer Virusinfektion zudem mindestens 14 Tage vergangen sein.

Zu den Hochrisikogruppen bei Grippe zählen

• Menschen über 60 Jahre
• Menschen mit Immundefekten, z. B. einer HIV-Infektion
• Menschen mit Diabetes mellitus
• Menschen mit chronischen Erkrankungen: Herz-Kreislauf, Leber, Niere, Lunge, Nervensystem
• Schwangere Frauen
• Medizinisches Personal, Personal in Pflegeeinrichtungen
• Bewohner von Alten- und Pflegeheimen

Die Kosten für eine Grippeschutzimpfung werden übrigens von der Gesetzlichen Krankenkasse übernommen!

Und bitte denken Sie daran, die Grippeschutzimpfung hat eine sehr starke soziale Wirkung, Sie schützt nicht nur sich selber sondern auch Menschen mit einem erhöhten Gripperisiko in Ihrem Umfeld. – Grippeschutz ist Familienschutz!

….zum Start Selbsthilfekurs „Grippe“

 

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Die direkte Kommunikation von Angesicht zu Angesicht ist für die soziale Gesundheit unerlässlich. Nichtsdestotrotz unterstützen Smartphones die Kommunikation gut.

Gerade für ältere Menschen können Smartphones ein Gewinn sein, wenn zum Beispiel die Kinder und Enkelkinder an anderen Orten auf der Welt leben. Eine kurze Textnachricht oder ein Bild kann einfach zeigen, dass man an den anderen denkt – eine wichtige, warmherzige Bestätigung.

Es gibt zahlreiche Apps, die das Leben für ältere Menschen erleichtern können (z. B. digitale Lupe, Gesundheits-Tipps, Gedächtnistraining). Sie finden sich, wenn man in einer Suchmaschine die Schlagwörter „Smartphone“, „App“, „ältere Menschen“ eingibt.

Wichtig für ältere Menschen sind bei einem Smartphone:

  • großes Display
  • hohe Bildschirmauflösung
  • Spracherkennung

Wenn Sie noch nicht wissen, was Sie sich selbst oder Ihren Eltern zu Weihnachten schenken sollen: vielleicht ein leistungsfähiges Smartphone?

 

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Das Herz-Kreislaufsystem wird beim Flaschen-Tauchen unter Wasser belastet: Der venöse Rückfluss zum Herzen steigt, Kälte und Druck sorgen für engere Blutgefäß und durch den Tauchreflex sinkt die Herzfrequenz um 30 %. Bei bestimmten Herz- und Kreislauferkrankungen darf man deswegen nur eingeschränkt Flaschen-Tauchen ausüben.

Bei Koronarer Herzkrankheit gilt:

  • frühestens 12 Monate nach Herzinfarkt (wenn beschwerdefrei, Belastung-EKG & Echokardiographie unauffällig)
  • kein Tauchen unter Clopidogrel + Aspirin
  • nach Stent erst nach 6 Monaten Pause

Bei Bluthochdruck ist angezeigt:

  • nur bei guter Einstellung
  • Vorsicht bei Betablocker + Tauchreflex: Dadurch können Herzrhythmusstörungen entstehen!

Menschen mit einem Schrittmacher sollten berücksichtigen:

  • das Aggregat muss drucktauglich sein
  • nur in geringen Tiefen tauchen
  • ein adäquater Herzfrequenz-Anstieg unter Belastung ist prinzipiell möglich

Vorhofflimmern stellt kein Problem fürs Flaschen-Tauchen dar, wenn:

  • die Herzfrequenzkontrolle und Belastbarkeit gut sind
  • keine strukturelle Herzerkrankung vorliegt

Keine Freigabe zum Tauchen bekommen Menschen mit

  • Herzinsuffizienz
  • implantierten Defibrillatoren
  • Lungenhochdruck
  • Aortenaneurysma

Zecken – aufgepasst!

Zeckensaison ist in Deutschland, wenn die Temperaturen steigen. Zecken sind auf dem Vormarsch. Es gibt zunehmend Berichte über neue Gattungen, die in unseren Breitengraden heimisch werden. Der Stich der Zecke ist häufig schmerzlos, so dass unser Warnsystem Schmerz nicht alarmiert. Folglich könen Zecken unbemerkt auf der Haut stundenlang verharren und es kann durch den Stich zur Übertragung von Krankheitserregern kommen.

Zecken können krank machen

Zwei Krankheiten übertragen Zecken hierzulande: die Borreliose und die Frühsommermenigoencephalitis (FSME).

Borreliose, die in ganz Deutschland verbreitet ist, erkennt man an der wandernden, ringförmigen Rötung an der Einstichstelle. Diese Rötung tritt nicht sofort auf, sondern nach wenigen Wochen, der Zeckenbiss, wenn er nicht bemerkt wurde, ist oft nicht erinnerlich. Eine Antibiotika-Therapie kann helfen und sollte durchgeführt werden, in der Regel über 3 Wochen. Eine vorbeugende Impfung gegen Borreliose gibt es allerdings nicht.

Die Frühsommermeningoenzephalitis (FSME), die vor allem in Süddeutschland verbreitet ist, löst grippeähnliche Symptome etwa 1 Woche nach dem Zeckenbiss aus. Gegen FSME kann man sich impfen lassen, eine spezifische Therapie wie bei der Borreliose gibt es jedoch nicht.

Schutz vor Zecken:

Entscheidender Schritt sich vor Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden, zu schützen, sind präventive Massnahmen. Beim Biss einer Zecke, die potentielle Krankheitserreger in sich trägt, ist das Infektions- und damit Erkrankungsrisiko abhängig von der Verweildauer der Zecke auf der Haut.

Schützen kann man sich vor Zecken folgendermaßen:

  • im Wald auf festen Wegen bleiben
  • lange Hose und feste Schuhe anziehen
  • Körper nach Zecken absuchen
  • bei Kindern bevorzugt absuchen: Kopf, Hals, unter den Armen, Kniekehlen

Entfernen einer Zecke:

Eine Zecke sollte unmittelbar aus der Haut entfernt werden. Dies muss nicht ärztlich passieren. Zu beachten gilt:

  • mit der Zeckenpinzette unterhalb des Zeckenkopfs im Hautniveau greifen (niemals den vollgesaugten Zeckenkörper!)
  • vorsichtig gerade herausziehen, nicht herausdrehen
  • abschließend die Einstichstelle desinfizieren
  • Einstichstelle in den nächsten Wochen beobachten

Seien Sie wachsam, suchen Sie vor allem Ihre Kinder nach dem Spielen im Grünen auf Zecken ab.

Wir empfehlen zudem die kostenlose App „ZeckTag“. Sie informiert umfassend über Vorsorge, regionale Verbreitung und Symptome der durch Zecken übertragenen Krankheiten.

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Flugreisen haben Einfluss auf das Befinden: 8 – 25 % der Reisenden haben Flugangst, hinzu kommt die mögliche Verschiebung des Tag-Nacht-Rhythmus bei einem Wechsel der Zeitzonen.

Diesen Problemen begegnen Fluggesellschaften, indem sie das Kabinen-Licht im Flugzeug zunehmend durch Mood-Licht steuern. Hellblaues Licht (z. B. vor der Landung) schafft etwa eine freundliche aktivierende Atmosphäre, dunkelblaues Licht (z. B. zur Schlafunterstützung) erzeugt eher eine beruhigende Atmosphäre.

Auch auf den Zeitzonen-Wechsel kann die Lichtsteuerung eingestellt werden: Das Licht wird an den Tag-Nacht-Rhythmus des Ankunftsortes angepasst, etwa durch frühzeitiges Abdunkeln bei einem Flug Richtung Osten.
Auch thermisch kann sich das Kabinen-Licht anpassen: Ein gelb-oranges Licht wird in wärmeren Regionen (z.B. Süd-Ostasien), hellblaues Licht eher in kühleren Regionen (z. B. Nordeuropa) eingesetzt.

Persönlich haben wir die Wirkung übrigens auch schon erlebt, bei einem Hin- und Rückflug von Düsseldorf über London nach Bridgetown (Barbados) und zurück: Unser Proband konnte auf beiden Strecken mehrere Stunden schlafen und hat die 5 Zeitzonen stressfrei überstanden – ohne Jetlag und absolut erfrischt.

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

 

Hitzestress – Belastung für Herz und Kreislauf

Eine stabile Körpertemperatur ist sehr wichtig, damit alle biochemischen Prozesse in Ihrem Körper richtig funktionieren. Weicht die Körpertemperatur von Ihrem individuellen Sollwert ab, dann sprechen wir von thermischem Stress.

Im Falle von Wärme- oder sogar Hitzestress genügt schon eine Abweichung von +0,4 Grad Celsius, um bei Ihnen Symptome zu verursachen. Das kennt jeder von uns, wir werden unruhig, beim Aufstehen sind wir leichter benommen und unsere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit sind eingeschränkt.

Gerade in den Sommermonaten erleben wir in der Cardiopraxis dann immer wieder Menschen, die dann zusätzlich über einen Anstieg ihrer Herzfrequenz und starke Blutdruckschwankungen berichten. Nicht selten sind es auch Herzrhythmusstörungen, die Probleme bereiten.

Ihr Körper versucht Hitzestress selber auszugleichen

Damit Ihrem Körper nicht zu heiß wird, gibt es sog. Ausgleichsmechanismen, über die Ihre Wärmeabgabe gesteigert werden kann. In körperliche Ruhe und bei normalen Außentemperaturen erfolgt ca. 60% der Wärmeabgabe über die passive Abstrahlung; das ist ein ähnlicher Mechanismus, wie die Abkühlung einer warmen Tasse Tee in kühlerer Umgebung.

Ungefähr 25% der Wärme wird über die Blutbahn aus dem Inneren des Körpers an die Oberfläche geleitet und dort an die Umgebung abgegeben. Nur 15% werden über die Verdunstung, und vor allen Dingen hier über Schwitzen verloren.

Unter normalen Bedingungen hat die Steuerung der Durchblutung bei der Feinregulation des Wärmehaushalts die entscheidende Rolle, Schwitzen ist lediglich ein Reservemechanismus. Steigt Ihre Körpertemperatur, z.B. durch scharfes Essen oder hohe Außentemperaturen, dann gewinnt die Abgabe von Wärme über das Schwitzen zunehmend an Bedeutung.

Die Verdunstungswärme von Wasser beträgt 2.400 kJ/l. Das bedeutet, dass Sie mit dem Verdunsten von 0,5 l Wasser auf der Haut ca. 1/6 der Ruhewärmeproduktion eines ganzen Tages abgeben können. Unter anderem hat auch die erhöhte Wärmeleitfähigkeit von Wasser gegenüber festem Gewebe eine herausragende Bedeutung. Stehen Sie dann noch in einem leichten Luftzug, dann wird die Wärmeabgabe von intensiver, weil die vorbeiziehende Luft die Wärme noch besser abführt.

Kühle Dusche an heißen Tagen

Die Erkenntnisse aus der Thermodynamik und menschlichen Thermoregulation können für Sie bei hohen Außentemperaturen sehr nützlich sein. Wenn Sie nun, z.B. an einem heißen Sommertag merken, dass Sie Ihnen heiß wird und Sie unruhig werden, dann gehen Sie unter die Dusche.

Richtige Wassertemperatur. Die Wassertemperatur ist bei einer abkühlenden Dusche besonders wichtig. Sie sollte ca. 0,5 Grad Celsius über der Hauttemperatur liegen und folglich handwarm bis lauwarm sein. Ist die Wassertemperatur zu kalt, dann aktiviert Ihr Körper Ausgleichsmechanismen indem er die Durchblutung drosselt, weil er wahrnimmt, dass die Außentemperaturen deutliche gefallen sind. Folglich steigt Ihre Körpertemperatur sogar, Ihnen wird noch heißer. Duschen Sie zu heiß, dann steigt die Körpertemperatur ebenfalls unerwünscht.

Nicht abtrocknen. Nun das wichtigste. Nach dem Duschen nicht abtrocknen. So kann die Feuchtigkeit auf der Haut die Wärme sehr gut verdunstet werden.

Leicht bewegen. Sie können sich das Handtuch um die Hüften legen und sollten sich bewegen. Zum Beispiel hat es sich bewährt in dieser Zeit das Badezimmer aufzuräumen. Folglich wird durch den leichten Windzug Wärme noch besser abgeführt.

Mit dieser einfachen Maßnahme erreichen Sie eine sehr effektive Abkühlung. Das haben Mitarbeiter der Cardiopraxis selber mehrfach getestet.

Herz-Kreislauferkrankungen – kühl und ruhig bleiben

Gerade Menschen mit Herz-Kreislauf profitieren an heißen Tagen von kühlenden Maßnahmen. Denken Sie bitte immer auch daran genügend zu trinken: 30-(40) ml pro kg Körpergewicht pro Tag sollten es sein. Gut hydrierte Körperzellen leiten die Wärme über Abstrahlung besser ab. Bei Herzschwäche oder Nierenschwäche sollten Sie die Menge mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt absprechen.

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Bei schneller Zeitverschiebung durch Langstreckenflüge muss man die Medikamenteneinnahme anpassen. Das sollte mit einer Anpassungsgeschwindigkeit von etwa 2 Stunden pro Tag gemacht werden. Die folgenden beiden Beispiele verdeutlichen, wie das in der Praxis aussehen kann.

Bsp.: Flug Richtung Osten von Düsseldorf nach Singapur, Zeitverschiebung plus 6 Stunden, übliche Medikamenteneinnahme 8 Uhr morgens:

  • Abflugtag: Einnahme 6 Uhr Ortszeit Düsseldorf
  • 1. Tag: Einnahme 10 Uhr Ortszeit Singapur
  • 2. Tag: Einnahme 8 Uhr Ortszeit Singapur

Bei Flügen Richtung Westen (z. B. von Düsseldorf nach New York) gilt das umgekehrte Prozedere, also Medikamente 2 Stunden später pro Tag einnehmen.

Besonders wichtig ist die Zeit-Anpassung von Medikamenten bei z.B.

  • Antibiotika: Beibehaltung des Wirkspiegels
  • Kortison-Präparaten: Anpassung an den Biorhythmus
  • Insulin: Anpassung an die Nahrungsaufnahme

Weniger wichtig ist die Anpassung dagegen bei z.B.

  • Schilddrüsenhormonen: träge Reaktion des Organismus auf Veränderung
  • Amiodaron: sehr lange Halbwertszeit

Fragen Sie vor Flugreisen mit Zeitverschiebungen am besten Ihre Ärztin oder Ihren Arzt! Und nehmen Sie ausreichend Medikamente mit! Weitere Informationen zum gesunden Fliegen finden Sie hier.

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

In der alltäglichen Arbeit erleben Ärztinnen und Ärzte ganz verschiedene Menschen in zum Teil existenziell bedrohlichen Situationen:

weibliche, männliche, dicke, dünne, groß, kleine, junge, alte, arme, reiche, aktive, passive, fröhliche, traurige, friedliche, aggressive, stumpfe, empfindsame, bescheidene, fordernde, ruhige, aufgeregte, ängstliche, mutige, klare, verwirrte, kluge, dumme, gewaschene, ungewaschene, kinderreiche, kinderlose, einsame und gemeinschaftlich lebende Menschen – und häufig auch aus anderen Kulturen.

Die tägliche Auseinandersetzung mit dieser Vielfalt schult die Toleranz wie in kaum einem anderen Beruf. Es gibt so viele verschiedene Arten zu leben und alle Menschen sollten die Chance auf ein gesundes Leben haben. Natürlich kann diese Vielfalt gerade für sehr offene und empathische Ärztinnen und Ärzte aber auch anstrengend sein.

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch