COVID-19 – Corona-Lungenentzündung als kritische Erkrankung

Die Corona-Lungenentzündung  mit Versagen der Atemfunktionist Hauptkomplikation der COVID-19 Virusinfektion. Das führt bei ca. 5% aller Fälle zur Notwendigkeit der künstlichen Beatmung auf einer Intensivstation, wobei die Beatmung in der Regel 1-2 Wochen dauert.

Die Lungenentzündung, die Viruspneumonie ist auch die Haupttodesursache der COVID-19 Virusinfektion. Vorausgesetzt es sind genügend Beatmungsplätze auf den Intensivstationen vorhanden, liegt die Gesamtsterblichkeit der COVID-19 Infektion bei 2-3%. Entsteht ein Engpass, weil alle Beatmungsplätze belegt sind, dann kann die Sterblichkeit um ein Vielfaches steigen.

Auf der anderen Seite ist aber auch so, dass bei 85% der Menschen die COVID-19 Virusinfektion nur mit Symptomen einhergeht, die gut zu Hause behandelt werden können. Das sind die sog. leichten- bis mittelschweren Verläufe.

Nun stellen wir uns natürlich die Frage, warum bei einigen Menschen schwere und bei anderen Menschen leicht- bis mittelschwere Verläufe auftreten. Hier kennen wir schon einige individuelle Risikofaktoren, wie. z.B.  Alter, Diabetes mellitus und Bluthochdruck.

Eine Antwort, warum es zu unterschiedlich schweren Verläufen kommt, kann sicherlich zu mindestens teilweise sein, dass es nicht nur wichtig ist, dass wir uns überhaupt, sondern auch wie wir uns infizieren.

Wir gehen davon aus, dass je schneller die immunologische Barriere im Mund-Rachenraum mit einer hohen Viruslast in Richtung Lunge überwunden wird, desto schwerer der Verlauf einer COVID-19 Virusinfektion.

COVID-19 – Wie gelangt das Corona-Virus in den Körper?

Die Eintrittspforten für das COVID-19 sind

  • Augen
  • Nase
  • Mund
  • Verletzungsstellen an den Händen

Der Eintritt über kleinere Verletzungen ist quantitativ wahrscheinlich von untergeordneter Bedeutung. Die Haupteintrittspforte ist der Mund. In den Mund gelangt das Virus im Wesentlichen über 3 Mechanismen:

  • Tröpfcheninfektion
  • Aerosolinfektion
  • Hand-Gesichts-Kontakt

COVID-19 – Infektion mit Corona Virus ist häufig eine Tröpfcheninfektion

Die COVID-19 Virusinfektion ist in erster Linie eine sog. Tröpfcheninfektion, d.h. Viren werden durch Tröpfchen, die beim Atmen, Husten oder Niesen in der Luft verteilt, wo sie dann über die typischen Eintrittspforten in den Körper eines anderen Menschen gelangen. Tröpfcheninfektion bedeutet hier, dass das Virus sich im ausgeworfenen Tropfen befindet und dort verbleibt, wo der Tropfen landet, sei es z.B. auf dem Fußboden oder dem Gesicht eines anderen Menschen.

Je weiter der andere Mensch vom Infizierenden Abstand hält, desto geringer die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung; 2 Meter Abstand müssen hier mindestens eingehalten werden.

Corona Virusinfektion – Infektion über Aerosol besonders gefährlich für die Lunge

Die wissenschaftlichen Daten sind hier zwar noch nicht eindeutig, aber wir müssen davon ausgehen, dass das COVID-19 Virus im Alltag auch in Aerosolform vorkommt. Aerosol bedeutet, dass das Virus im Gegensatz zur Tröpfcheninfektion, für eine bestimmte Zeit in der Luft schwebt.

Viren in einem Aerosol gelangen im Gegensatz zu einem Bestandteil eines Tropfens wesentlich besser in direkt die Lunge. Viren in Aerosolen überwinden so die immunologische Barriere im Mund-Rachenraum wesentlich besser. Die immunologische Auseinandersetzung mit dem Virus findet dann schon frühzeitig in der Lunge statt, was auch mit einer frühen Zerstörung von Lungengewebe einhergeht.

Die Bedingung, die die Aerosolbildung vor allen Dingen begünstigt, ist die hohe Konzentration von Menschen in einem geschlossenen Raum. Wenige bzw. ein einzelner Virusträger kann hier genügen, um die Tröpfchendichte so stark zu erhöhen, dass ein Virusaerosol entsteht. Das gilt wahrscheinlich besonders bei körperlicher Aktivität auf engem Raum, z.B. beim Tanzen in einem Club (siehe Apres Ski in Ischgl).

Hand-Gesichts-Kontakt vermeiden

Bei diesem Infektionsweg gelangt das Virus in mehr oder geringer Konzentration zunächst auf die Hände. Das kann über Körperkontakt oder durch Berührung von Virus-kontaminierten Oberflächen geschehen.

Wenn dann die kontaminierte Hand das Gesicht berührt, dann gelangt das Virus meistens über den Mundraum in den Körper. Daher sind Maßnahmen der Handhygiene so wichtig und wir sollten während der laufenden Epidemie die Hände immer unter der Schulterhöhe halten.

Wie lange kann das COVID-19 Virus außerhalb eines biologischen Organismus überleben?

Das COVID-19 Virus kann außerhalb eines biologischen Wirtes, d.h. außerhalb eines Menschen oder eines Tieres für eine begrenzte Zeit überleben und folglich infektiös bleiben. Nach ersten wissenschaftlichen Daten beträgt die Überlebensdauer hier:

  • Aerosol bis zu 3 Stunden
  • Kupferoberflächen bis zu 4 Stunden
  • Karton bis zu 24 Stunden
  • Edelstahl 2-3 Tage
  • Plastik 2-3 Tage

COVID-19 Virus – über Mund und Nase in den Körper und wie geht es dann weiter?

Die COVID-19 Virusinfektion ist in der Regel eine sog. absteigende Infektion. Das heißt, dass die Viren sich im Zeitverlauf vom Eintrittsort im Bereich des Mundes bzw. der Nase zur Lunge hin ausbreiten.

Durch den Erstkontakt des Virus über die Nase bzw. den Mund dominieren gerade in den ersten Tagen Symptome im Bereich des oberen Verdauungstraktes und in den oberen Luftwegen, d.h. im Mund-Rachenraum bzw. im Kehlkopfbereich und in der Luftröhre. Entsprechend sind frühe Symptome ein geröteter Rachen und ein trockener unproduktiver Husten, d.h. ein Husten ohne übermäßige Schleimbildung.

Wir müssen wissen, dass gerade der Mund-Rachenraum eine starke immunologische Barriere darstellt. Dieses sind neben den sog. Mandeln zahlreiche Lymphknoten. Sie erfüllen eine lebenswichtige Wächterfunktion, denn jeden Tag werden wir mit infektiologischen Angreifern, vor allen Dingen Viren und Bakterien konfrontiert.

Durch den Kontakt des Virus mit den Lymphknoten beginnt die immunologische Antwort Ihres Körpers auf die COVID-19 Infektion, was nach einem Zeitraum von ca. 14 Tagen in der Regel einen ausreichenden Antikörperspiegel und folglich auch einen Schutz vor COVID-19 Viren zur Folge hat. Diese spezifischen Antikörper wehren dann die Viren ab, kurzum sie machen sie unschädlich.

Primärziel bei der COVID-19 Virusepidemie

Das Primärziel bei der COVID-19 Virusepidemie ist es die Infektion so lange als möglich zu vermeiden. Dieses hat vor allen Dingen folgende Gründe:

  • Vermeidung von Überlastung Beatmungsplätze auf den Intensivstationen.
  • Zeitgewinn bis zur breiteren Anwendung von Antigentests (Virusnachweis) und Antikörpertests (immunologischer Schutz). Damit verbunden sind gezielteren Maßnahmen des Seuchenschutzes.
  • Zeitgewinn bis zur Entwicklung und Bewertung von spezifischen Therapiemaßnahmen zur Reduktion der Viruslast selbst (antiviral) und Verringerung einer überschießenden Immunantwort in der Akutphase.
  • Zeitgewinn bis zur Entwicklung einer Prophylaxe (Impfstoff)

Sekundärärziel bei der COVID-19 Virusepidemie

Neben dem Primärziel, d.h. dass wir gar keinen Kontakt mit dem Virus haben sollten, lässt sich unter Berücksichtigung des Infektionsweges ein sinnvolles Sekundärziel formulieren.

  • Konzentration des Virus im Körper bei Erstkontakt möglichst gering halten.
  • Viruslast in der Lunge bzw. im Magen-Darmtrakt so lange als möglich gering halten.

Bei dem Sekundärziel gilt es bei Kontakt mit Virusträgern die Konzentration des Virus in unserem Körper möglichst gering und am Ort der optimalen Infektabwehr im Mund-Rachenraum zu halten. Wir müssen dem Körper Zeit geben immunologisch auf das Virus zu reagieren. Dabei müssen wir so weit als möglich vermeiden, dass das Virus früh in die Lunge gelangt und dort mit der Schädigung des Lungengewebes beginnt.

Darüber hinaus müssen wir den frühzeitigen Eintritt des Virus in den Darmtrakt verhindern. Auch bei Menschen, die zu Beginn Darmsymptome hatten, sind besonders schwere Krankheitsverläufe der COVID-19 Virusinfektion berichtet worden. Inwieweit Protonenpumpenhemmer zur Reduktion der Magensäure, die ja auch selber einen infektiologischen Schutz darstellt, hier eine schädliche Rolle spielt, ist spekulativ, aber aus unserer Sicht wahrscheinlich. Überwindet das Virus den Magen, dann kann es sich leichter über den Darm im Körper ausbreiten. Folglich raten wir Menschen soweit als möglich dazu auf Medikamente zur Reduktion der Magensäure, vor allen Dingen auf sog. Protonenpumpenhemmer zu verzichten.

 Corona-Lungenentzündung

Corona-Lungenentzündung – die Pneumonie bei COVID-19 Virusinfektion

Die Pneumonie bei der COVID-19 Virusinfektion führt relativ spät zu Symptomen. Das hat 2 wesentliche Gründe.

Absteigende Infektionsausbreitung. Der eine Grund ist, wie bereits angesprochen der typischerweise absteigende Charakter der Virusinfektion vom Mund-Rachenraum bzw. von den oberen Atemwegen in die Lunge.

Atypischer Charakter der Pneumonie. Der andere Grund ist, dass es bei der COVID-19 Viruspneumonie noch vor Ausprägung der Atemnot in der Regel deutliche, z.T. schwere radiologische Veränderungen im Röntgen-Thorax und im Thorax-CT nachgewiesen werden können. Es besteht also ein Missverhältnis zwischen Symptomen und Strukturveränderungen der Lunge. Vom Erscheinungsbild ähnelt die COVID-19 Viruspneumonie somit einer sog. atypischen Pneumonie.

Die atypische Pneumonie ist dadurch gekennzeichnet, dass vor allen Dingen das Lungengerüst mit den Bereichen zur Aufnahme bzw. Abgabe von Sauerstoff bzw. Kohledioxid gestört ist. Die Transitstrecke zwischen Gasaustauschfläche und Blutgefäßen wird durch entzündliche Veränderungen verbreitert und der Gasaustausch folglich erschwert. Bei nur geringer körperlicher Aktivität hat das nicht unbedingt Symptome zur Folge. Wir sehen dann auch Menschen, die einen Sauerstoffsättigung des Blutes von 80% (normal 92-96%) haben, ohne dass sie sich zunächst beeinträchtigt fühlen.

Die typische Pneumonie, meistens eine bakterielle Pneumonie hingegen ist bereits in der Frühphase dadurch charakterisiert, dass sich die lufthaltigen Bereiche der Lunge, Lungenbläschen oder auch Alveolen genannt mit entzündlicher Flüssigkeit füllen. Folglich wird aus einer gesunden Lunge, eine schwere Lunge und die Atemarbeit steigt frühzeitig an. Sie können sich das so vorstellen, dass aus einem trockenen leichten Schwamm ein nasser schwerer Schwamm wird.

Vorbeugende Maßnahmen zum Schutz der Lunge bei COVID-19 Virusepidemie

Zum Schutz der Atemwege und der Lunge gibt es verschiedene sinnvolle Maßnahmen.

  • Nasen-Einatmung – Mund-Ausatmung
  • Konzentration von Menschen auf engem Raum vermeiden
  • geschlossene Räume regelmäßig lüften
  • Mundschutz bei Verlassen des Hauses

Atmung optimieren

Durch die Einatmung durch die Nase wird der Atemwiderstand erhöht und die potentiell Virus-haltige Atemluft wird bei der Einatmung durch die Nase im Vergleich zum Mund frühzeitiger mit dem Immunsystems des Rachens in Kontakt gebracht. Die Ausatmung durch den Mund ermöglicht eine möglichst komplette Entleerung Luftwege und hat damit in gewisser Weise einen Auswascheffekt.

Konzentration von Menschen auf engem Raum vermeiden

Die selbstverständlichste und wichtigste Regel ist die Einhaltung eines Abstandes zwischen Menschen von mindestens 2 Meter. So wird das Risiko für eine Tröpfcheninfektion deutlich verringert.

Corona Luftqualität – Räume lüften

Die Viruslast in einem Raum kann durch regelmäßiges Lüften deutlich gesenkt werden. Die Qualität, und damit die Viruslast der Raumlauft kann über den Gehalt an CO2 bewertet werden. In der Raumluft beträgt die Konzentration 350 ppm, in der normalen Ausatemluft ca. 40.000 ppm. Eine Raumluft von < 1.000 ppm gilt als unbedenklich. Hat eine Person in einem Raum mit 30 Menschen eine Virusgrippe, dann beträgt die Ansteckungsrate innerhalb von 4 Stunden bei entsprechenden CO2-Messungen bei:

  • 1.000 ppm 5/29 = 17,2%
  • 2.000 ppm 12/29 = 51,4%
  • 3.000 ppm 15,29 = 51,7%

Diese Zahlen, die sich sicherlich auf die Verhältnisse von COVID-19 übertragen lassen, veranschaulichen, wie wichtig neben der Verringerung der Konzentration von Menschen auch das Lüften von geschlossenen Räumen ist.

Zur Veranschaulichung: bei einem Kubikmeter Luft, d.h. einem Würfel mit einer Kantenlänge von 1x1x1 m entsprechen 1.000 ppm einem Anteil von 10x10x10 cm.

Optimal zur Bestimmung der Qualität der Raumluft ist ein CO2-Messgerät, welches Sie z.B. im Baumarkt (noch) besorgen können. Wir halten die Anschaffung für Betriebe, die weiter arbeiten müssen für sinnvoll.

 

 Corona-Lungenentzündung – Mundschutz oder Maske außerhalb des Hauses tragen

Wir unterscheiden beim Mundschutz grundsätzlich den Selbstschutz und den Fremdschutz.

Zusammengefasst lässt sich festhalten:

  • bei gesunden ist JEDER Mundschutz ist besser als keiner
  • infizierte Menschen müssen einen normalen Mundschutz tragen. FFP2- und FFP3-Masken dürfen von symptomatischen bzw. sicher infizierten Menschen NICHT getragen werden

 Corona-Lungenentzündung

Corona – Atemschutzmaske FFP2 und FFP3 relevant als Infektionsschutz zum Selbstschutz

Die bekannten FFP2- und FFP3-Masken (Filtering Face Piece Level 2/3) schützen den Träger mit einer Sicherheit von ca. 99% vor der Inhalation von Viren. Sie weisen bei der Ein- und Ausatmung spezifische Eigenarten auf.

Einatmung. FFP2- und FFP3-Atemschutzmasken stellen einen spürbar er höhten Atemwegswiderstand bei der Einatmung gerade für Lungenerkrankte dar. Die vermehrte Atemarbeit kann so zu einer schnelleren Erschöpfung mit der Notwenigkeit einer maschinellen Beatmung führen.

Ausatmung. Bei Atemschutzmasken erfolg die Ausatmung durch zwar durch das Ventil, Allerdings mit deutlich niedrigerem Atemwegswiderstand als bei der Einatmung. Ist der Träger der Maske virusinfiziert, dann weist die Ausatemluft durch diese Masken eine stark konzentrierte hohe Viruslast auf. Menschen, die Virusträger sind, dürfen daher eine solche Maske in der Gegenwart anderer Menschen nicht tragen. Ein Virusträger mit einer FFP2 bzw. FFP3-Maske ist ein Fremdgefährder.

Corona – Atemschutzmasken – Halb- und Vollmasken

Die FFP2 bzw. FFP3 werden auch in sog. Halb- oder Vollmasken in Filterkartuschen mit Schraubgewinde verbaut. Diese Masken aus Gummi oder Kautschuk zeichnen sich durch einen einen besseren Dichtungsausschluss aus als die gängigen Fliesmasken. Weiterhin halten die Filtersysteme zum Teil sehr lange.

 

 Corona-Lungenentzündung

Corona – Papiermasken und Stoffmasken relevanter Infektionsschutz für Fremdschutz und Selbstschutz

Der einfache Mundschutz aus Papier- bzw. Stoffmaterialien schützt nur unvollständig vor der inhalativen Aufnahme von COVID-19 Viren durch die Atmung. Allerdings gehen wir sicher davon aus, dass die Viruslast, d.h. die Konzentration des Virus bei der Einatmung durch diese Masken reduziert wird. Hier kommt das “wie” bei der Infektion zum Tragen: je länger die die Viruslast im Körper gering bleibt, desto mehr Zeit hat Ihr Immunsystem eine effiziente immunologische Antwort zu entwickeln und damit möglicherweise eine schwere Virusinfektion zu verhindern.

Erkrankte bzw. symptomatische Menschen müssen einen einfachen Mundschutz tragen.

Einmalartikel aus Papier sollten am Tage mehrmals gewechselt werden.

Allerdings werden uns die Versorgungsengpässe hier dazu zwingen auf nicht-optimal Lösungen zurückzugreifen. Festere Papiermasken, übrigens auch die FFP2 und FFP3-Masken können mittels feuchter Bürstenreinigung gereinigt und in die Sonne zum Trockenen gehängt werden. Die UV-Strahlung der Sonne unterstützt das Absterben des Virus. Ein System mit 1 personalisierten Maske pro Tageshälfte für 3 Tage, das bedeutet 6 Masken insgesamt erscheint praktikabel. So liegt eine Maske nach der Reinigung für 72 Stunden bis sie wieder getragen wird.

Stoffmasken müssen am Tag mindestens 2 Mal über 10 Minuten in kochendem Wasser ausgekocht werden. Sie sollten also immer einen Kochtopf spezielle zur Reinigung auf dem Herd stehen haben.

Zusammengefasst lässt sich festhalten:

  • bei gesunden ist JEDER Mundschutz ist besser als keiner
  • infizierte Menschen müssen einen normalen Mundschutz tragen. FFP2- und FFP3-Masken dürfen von symptomatischen bzw. sicher infizierten Menschen NICHT getragen werden

Sonderfall – infizierte Person im eigenen Haushalt

Ist eine Person im eigenen Haushalt infiziert bzw. besteht der Verdacht auf eine COVID-19 Virusinfektion, dann stehen alle Mitglieder dieses Haushaltes unter Quarantäne, da alle infiziert sein können. Auch in diesem Fall sollten die noch nicht symptomatischen Mitglieder des Haushaltes die oben genannten Schutzmaßnahmen zur Reduktion der Viruslast im eigenen Körper nutzen.

Infizierte Person. Die nachgewiesen infizierte bzw. potentiell infizierte symptomatische Person sollte im eigenen Haushalt immer einen einfachen Mundschutz tragen. Eine sog. FFP2 oder FFP3 Maske darf nicht getragen werden, weil durch diesen Maskentyp die Viruskonzentration in der Ausatmenluft konzentriert wird. Andere noch nicht infizierte Personen dürfen durch eine höhere Viruslast nicht zusätzlich gefährdet werden.

Ist ein medizinischer Mundschutz nicht vorhanden, dann können Hilfskonstruktionen, wie z.B. Halstücher verwendet werden. Stoffmasken bzw. Hilfskonstruktionen aus Stoff müssen mehrmals am Tag in kochendem Wasser für 10 Minuten ausgekocht werden.

Nicht-infizierte Person. So lange keine Symptome bestehen bzw. eine COVID-19 Virusinfektion nicht nachgewiesen ist, können diese Menschen zum Selbstschutz FFP2 und FFP3 Masken tragen. Alle Maßnahmen einschließlich Abstandsregeln und Handhygiene müssen eingehalten werden.

COVID-19 Virusepidemie – wachsam und informiert bleiben

Die Erkenntnisse und „Verhaltensweisen“ des Virus mehren sich bzw. werden nachvollziehbarer. Daher sind aus unserer Sicht fachliche Updates sehr wichtig. Heute ist der Wissensstand der letzten Woche schon wieder alt. Zum Glück erweitert sich das Wissen nun, so dass sich jetzt alle bisherigen Maßnahmen als die die richtigen erwiesen haben.

Informieren Sie sich regelmäßig zu neuen Erkenntnissen, z.B. auch beim Robert-Koch-Institut (RKI). Das RKI hat viel Kritik einstecken müssen, vielleicht zum Teil auch zu Recht. Allerdings machen Schuldzuweisungen im Hinblick auf die Vergangenheit keinen Sinn und sind sogar kontraproduktiv. Wir müssen alle, jeder einzelne von uns nach vorne denken und handeln und die Probleme Schritt-für-Schritt lösen.

Genauso wenig wie es Sinn macht vergangene Chancen zu beklagen, sollten wir uns nicht der Illusion hingeben, dass die Hygienemaßnahmen mit Abstandsregel, Mundschutz und Händedesinfektion so bald verschwinden werden. Wir werden mindestens bis zu einer kompletten Durchseuchung bzw. zur breiten Einführung eines Impfstoffes verschärfte Regeln einhalten müssen. Wer anderes behauptet oder will, der lebt in einer gefährlichen Illusion und ist ein Narr (meistens alte Männer).

Auch, wenn wir einen Impfstoff haben, werden wir nicht unser “altes Leben” zurückkommen. Wir haben über Mitbürger aus Asien immer gelächelt, weil sie gerade auf Flugreisen einen Mundschutz tragen. Wir können davon ausgehen, dass auch wir Europäer in der Zukunft dauerhaft infektiologisch vorsichtiger sein werden, denn nach SARS (2002), MERS (2012) und COVID-19 (2019) kommt die nächste Virusepidemie bestimmt.

Literatur

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


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Atemübungen – ein Weg zur aktiven Entspannung

Unser Alltag wird bestimmt von ständiger geistiger und körperlicher Aktivität, häufig genug bis zur Erschöpfung. Aktive Pausen sind deswegen immer wieder wichtig, damit Sie zur Ruhe kommen können und aktiv Geist und Körper harmonisieren.

Dieses Innehalten kann Ihnen bei einer Morgenroutine beim Start in den Tag helfen, sodass Sie die Kontrolle behalten. Hilfreich ist es auch als Teil einer Abendroutine, die in einen erholsamen Abend und damit in den  Schlaf überleiten kann. Häufig ist kann Ihnen eine Pause mitten am Tag Ihnen Gelassenheit und Energie geben.

Das bewusste „Abschalten“ ist bei solchen aktiven Pausen kein einfaches Erschlaffen, sondern ein entspannt konzentrierter Vorgang, der im optimalen Fall eine Gedankenleere zum Ziel hat. Die meisten von uns können das nicht so einfach, sondern müssen es erst lernen und üben. Atemtechniken können hier eine wertvolle Unterstützung sein.

Der Atemantrieb – wesentlich durch den Stoffwechsel bestimmt

Beim Verbrauch von Energie wird in Ihrem Körper Kohlendioxid, kurz CO2, freigesetzt. Das Gas CO2 ist quasi ein „Abfallprodukt“ des Energiestoffwechsels. Daher verlässt CO2 Ihren Körper beim Ausatmen über die Lunge.

Der Atemantrieb wird über sog. Chemorezeptoren gesteuert. Diese Messsensoren liegen überwiegend im Gehirn, zentrale Schaltstation ist der Hirnstamm. Steigt Kohlendioxid in Ihrem Körper an, dann steigt auch der Atemantrieb. Die Atmung wird dann schneller und tiefer.

Der Stoffwechsel bestimmt die Produktion von CO2. Wir unterscheiden dabei den Ruhestoffwechsel und den Aktivitätsstoffwechsel. Letzterer wird sowohl von körperlicher als auch geistiger Aktivität beeinflusst. Das heißt also, dass selbst Gedanken mit einem höheren Energieverbrauch verbunden sind. Wie Sie gleich sehen werden, ist es nicht allein der Energieverbrauch des Gehirns, der hier eine Rolle spielt.

Normale geistige Aktivität in körperlicher Ruhe

Gerade im Wachzustand steht unser Gehirn nie still, auch wenn wir Augen und Ohren schließen. Ständig wandern uns Gedanken und Bilder in Verbindung mit Gefühlen durch den Kopf. Vermittelt durch das vegetative Nervensystem hat das nicht nur geistige, sondern auch körperliche Aktivität Ihres Körpers zur Folge. Zum Beispiel verändern Gedanken den Herzschlag, die Atemtätigkeit und die Muskelanspannung. Das passiert ganz unwillkürlich, obwohl Sie sich nicht körperlich bewegen, und entspricht so gewissermaßen dem Erleben in einer virtuellen Realität. Das liegt daran, dass Gedanken meistens einer Rekonstruktion bzw. einer Präkonstruktion von Ereignissen dienen.

Eine Rekonstruktion ist das Erinnern an Vergangenes, was auch mit einem körperlichen Nacherleben verbunden ist. Stellen Sie sich z.B. vor, wie Sie das letzte Mal bei einem Beinahe-Unfall auf die Bremse treten mussten. Da klopft Ihnen jetzt noch das Herz.

Die Präkonstruktion bezieht sich auf erwartete Ereignisse und entspricht so der Planung zukünftiger Aktivitäten. Hier findet in Ihrem Körper ein Vorerleben statt. Das entspricht in gewisser Weise einem innerlichen Vorab-Test, ob das geplante Vorhaben für einen selbst realisierbar ist. Steht eine körperliche Aktivität, z.B. das Ersteigen einer Treppe, unmittelbar bevor, dann sind diese Mechanismen im Sinne eines „Vorglühens“ besonders bedeutsam. Der Körper wird in die richtige Grundspannung gebracht, so dass wir eine Tätigkeit reibungslos durchführen können.

Beide Prozesse, die Rekonstruktion und die Präkonstruktion von Ereignissen, sind für Sie wichtig. Durch sie sind Sie im Alltag gut handlungsfähig, indem Sie Vergangenes gedanklich sortieren und Zukünftiges vernünftig planen können. Allerdings sind diese geistigen Aktivitäten mit einem Aktivitätsstoffwechsel verbunden, den man beim ruhigen meditativen Atmen ja gerade vermeiden will.

Ruhestoffwechsel für eine entspannte Atmung

Das Ziel einer entspannenden Atmung ist es, frei von Gedanken, als von Prä- bzw. Rekonstruktionen und körperlicher Aktivität zu atmen. Folglich streben wir eine Atmung an, die vom Ruhestoffwechsel geführt wird. Die Atemfrequenz und -häufigkeit können dabei von Tag zu Tag variieren. Das hängt mit Ihrem individuellen Stoffwechsel, der zugeführten Nahrung und dem allgemeinen Gesundheitszustand. Zum Beispiel ist die Aufnahme von Kohlenhydraten mit mehr CO2-Produktion verbunden, als die Verstoffwechselung von Fett. Folglich kann das Atmen nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit schneller sein als nach einer fettreichen Gericht.

Geistige Aktivität bei entspannter Atmung

Bei der angestrebten Tiefenentspannung haben wir in körperlicher Ruhe zwei Ziele: zunächst die Dissoziation und schlussendlich die Gedankenleere.

Dissoziation bedeutet hier eine emotionale Distanz zu geistigen Inhalten, sodass diese möglichst wenige körperliche Reaktionen hervorrufen. Bilder und Gedanken sollten an Ihnen vorbeiziehen, ähnlich wie die Wolken am Himmel: Sie sind da, aber Sie brauchen sie nicht zu greifen. Das verringert das körperliche Erleben von Rekonstruktion und Präkonstruktion.

Gedankenleere meint, dass keine geistigen Inhalte vorhanden sind: Sie sehen weder Bilder noch haben Sie Gedanken oder beunruhigende Gefühle. Nun wird das Atmen ausschließlich durch den basalen Stoffwechsel bestimmt, was zu einer tiefen Entspannung beiträgt.

Das Problem für die meisten Menschen ist nur, dass Dissoziation und Gedankenleere schwierig zu erreichen sind. Das Gehirn ist immer geistig aktiv, im schlimmsten Fall haben wir kreisende Gedanken, immer und immer wieder um denselben Inhalt. Wenn Sie eine Dissoziation bzw. Gedankenleere anstreben, dann lohnt es sich auf einige Hilfstechniken zurückzugreifen.

Voraussetzung für eine beruhigende Atmung – körperliche Ruhe und richtige Atemtechnik

Sie sollten eine ruhige Körperposition einnehmen, die Sie zu ruhiger Aufmerksamkeit befähigt. Es muss nicht gleich ein Schneidersitz oder gar ein Lotussitz sein. Das aufrechte Sitzen auf einem Stuhl genügt voll und ganz.

In der entspannten Atmung beträgt das Zeitverhältnis zwischen Einatmen und Ausatmen 1:(2-3). Bei körperlicher Anstrengung beträgt das Atemverhältnis eher 1:1. Bei der gesunden Einatmung sind Ihre Atemmuskeln, wie z. B. das Zwerchfell, aktiv und Sie atmen durch die Nase in den Bauch ein, sodass sich der Bauch entspannt nach vorne wölbt. Wir nennen das Nasen-Bauchatmung. Die Ausatmung ist muskulär passiv, die Lunge zieht sich zusammen und die Luft entleert sich über den Mund.

Wenn Sie Schwierigkeiten mit der Bauchatmung haben, dann legen Sie die Hände einfach auf den Bauch. Dieser Führungswiderstand erleichtert Ihnen vor allen Dingen das Atmen von der Nase in den Bauch. Hilfreich ist auch die Übung mit einem Ball.

Tiefenentspannung – schrittweise Verringerung von geistiger Aktivität

Das Ziel der Gedankenleere können Sie schrittweise erreichen, indem Sie Hilfstechniken benutzen. Hier helfen das Visualisieren, das Zählen der Atemzüge in einem Atemmandala und das Fokussieren auf die Atmung.

Stellen Sie sich vor, Sie gehen über eine Hängebrücke und fühlen sich unsicher. Sie greifen verständlicherweise nach den beiden Geländern: das eine ist ein Atemmandala zum Zählen, das andere ist der Fokus auf die Atmung. Mit der Zeit fühlen Sie sich auf der Brücke sicherer und Sie können die Geländer nacheinander loslassen und angstfrei gelassen weiter über die Brücke gehen.

Wir gehen also zum Erreichen der Gedankenleere schrittweise vor:

  • Atemmandala
  • Fokus auf Atmung
  • Dissoziation
  • Gedankenleere

Atemmandala – durch Zählen fokussieren

Sie visualisieren ein Atemmandala, wie Sie es im Beispiel im Bild sehen. Sie folgen dem natürlichen Atemrhythmus. Mit der Zahl 1 beginnen Sie und zählen z.B. bis 7 bzw. bis 11 und dann von der jeweiligen Zahl rückwärts bis zur 1. Dann beginnt der nächste Zyklus.

Bei ungeraden Zahlen atmen Sie ein, bei geraden Zahlen atmen Sie aus. Wenn Sie sich verzählt haben, dann ist das nicht schlimm. Machen Sie einfach entspannt weiter!

Atemmandala – Phase des Verweilens 

Wenn Sie eine innere geistige Ruhe erreicht haben, dann können Sie z.B. zwischen zwei Zahlen hin und her atmen: von 1 zu 2, von 2 zu 1, von 1 zu 2 und so weiter. Sie können auch auf einer Zahl atmen, also 1, 1, 1. Ab einem Moment der geistigen Entspannung können Sie das Fokussieren auf die Zahlen loslassen und den Fokus ganz allein auf das Atmen legen.

Fokus auf die Atmung – dem natürlichen Atemantrieb folgen

Atmen Sie einfach natürlich ein und aus, indem Sie versuchen den Rhythmus zu halten und langsam auszuatmen. Hilfreich ist es hier, in der Ausatmung am Ende eine entspannte Atempause zu machen und auf den natürlichen Atemantrieb zu warten, bis dieser wieder sanft „anspringt“. Ihr entspannter Geist ruht jetzt auf der Atmung und Sie sind einfach präsent.

Dissoziation – Gedanken vorüberziehen lassen

Bei der Dissoziation gehen Ihnen noch Gedanken und Gefühle weiter durch den Kopf. Versuchen Sie sich zunächst an positive Bilder, Gedanken und Gefühle zu erinnern, ohne diese zu bewerten. Diese Gedanken lassen Sie dann mit emotionaler Distanz gelassen vorbeiziehen, ähnlich wie beim Beobachten von Wolken. Wenn Sie die Bilder, Gedanken und Gefühle zu sehr beschäftigen, was vollkommen normal ist, dann können Sie behutsam wieder das Zählen im Atemmandala aufnehmen.

Fokus ist nicht unbedingt die Fähigkeit, aufmerksam zu bleiben….. Es ist vielmehr die Fähigkeit, nicht abgelenkt zu bleiben. (Andy Puddicombe)

Gedankenleere – entspannte Präsenz

Durch Dissoziation stellen sich Phasen der Gedankenleere ein. Hier sind Sie einfach nur da. Selbst die Atmung nehmen Sie nur noch entfernt war. Wenn Ihnen diese Techniken neu sind, dann stellen sich diese Phasen während einer Übungseinheit zunächst erst spät ein und halten meist nur kurz an. Sollten erneut Bildern und Gedanken auftauchen, dann können Sie sie wieder spielerisch an sich vorbeiziehen lassen.

Atemübungen – üben übt

Gehen Sie spielerisch mit den Atemübungen um. Sie werden immer wieder etwas Neues entdecken. Manchmal läuft es auch nicht so gut, Sie sind unruhig und ungeduldig. Lassen Sie das einfach geschehen, der nächste Tag wird wieder anderes.

Regelmäßiges Üben erleichtert das Erreichen der Gedankenleere. Sinnvoll ist es 10-20 Minuten am Tag zu üben. Mit der Zeit kann die Phase der Gedankenleere so schon nach einigen Minuten erreicht werden. Das Ergebnis ist eine tiefe geistige und körperliche Entspannung.

Besonders sinnvoll ist es, diese meditative Atemtechnik in die Morgenroutine zum Einleiten des Tages zu integrieren. Denn dann bestimmen Sie bereits den Takt des Tages.

Hilfreich sind auch Apps, wie z.B. BreathingZone, VaYouHeadspace und Muse 1. BreathingZone hilft visuell und akustisch bei der Atemsynchronisierung. Bei VaYou handelt es sich um eine einfache (und erschwingliche) sehr interessante App für Biofeedback durch die eigene Atmung (leider nur für iPhone). Headspace vermittelt weitere Techniken zur Dissoziation und hilft mit den Anforderungen der Alltages besser umzugehen. Muse 1 ist eine EEG-geführte Meditation über Neurofeedback. Allen 3 Apps ist gemein, dass Sie sachlich und klar, d.h. nicht spirituell überlagert sind.

 

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


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Bei Menschen mit Grippe gelangen Viren über die oberen Luftwege und die Lunge in den ganzen Körper. Die meisten Viren tummeln sich in der Lunge. Daher besteht ein Risiko, eine zusätzliche bakterielle Infektion der Lunge oder gar eine schwere Lungenentzündung zu bekommen.

Das therapeutische Ziel muss deswegen heißen: Ausbreitung der Viren und eine bakterielle Zusatzinfektion verhindern! Erreichen kann man dies mit verschiedenen Maßnahmen.

Weil bei Grippe der Flüssigkeitsbedarf (z. B. durch Sekretbildung) höher ist, sollte man 40 ml pro kg pro Tag trinken (außer wenn anders verordnet). Trinken stärkt das Immunsystem und den Kreislauf.

Die Lungen sollten belüftet werden. Das erreicht man, indem man nicht nur im Bett liegt, sondern auch mal durch die Wohnung geht. Außerdem ist eine tiefe Nasen-Bauchatmung (Ein-: Ausatmung im Verhältnis 1: (2-3)) wichtig.

Den Sekretabfluss fördern Betroffene, indem Sie beim Liegen regelmäßig die Seite wechseln. Auch das aktive Husten und Schnäuzen in unterschiedlichen Körperlagen hilft. Ebenso effektiv: die Schulterbrücke machen.

Risikopatienten sollten frühzeitig zum Arzt. Dazu zählen Menschen

  • über 65 Jahre
  • mit Herzschwäche
  • mit einer Lungenerkrankung
  • während einer Schwangerschaft

Bleiben Sie bei Grippe auf jeden Fall soweit als möglich körperlich aktiv. Sie sollten allerdings sehr starke Anstrengungen vermeiden.

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


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…weiter im Selbsthilfekurs “Grippe”

Virale Infekte wie die Grippe können das Herz in Mitleidenschaft ziehen. Die Verläufe variieren von flüchtigen Symptomen bis hin zu fortschreitender Herzschwäche. Schwere Verläufe sind allerdings sehr selten.

Abklären sollten Sie folgende Symptome, die nach einer Grippe neu auftreten:

Dafür wird folgende Basis-Diagnostik eingesetzt:

  • Körperliche Untersuchung
  • Labor
  • EKG
  • Ultraschall des Herzens (Echokardiografie)

Um weiter abklären zu können, wendet ein Arzt/eine Ärztin ggf. auch ein Herz-MRT und in seltenen Fällen einen Herzkatheter oder eine Herzmuskelbiospie an.

…weiter im Selbsthilfekurs “Grippe”

 

Mehr zu: Dr. Stefan Dierkes

 

 

 

 

 

 


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Ohnmacht und Bewusstlosigkeit bei normaler Atmung: stabile Seitenlage

Wenn Sie bewusstlos sind, dann erschlafft die gesamte Muskulatur. Das kann dazu führen, dass Ihre Zunge zurückfällt und sich die Atemwege verlegen. Der fehlende Luftstrom in die Lunge bewirkt dann einen Sauerstoffmangel, der Organschäden zur Folge haben kann, vor allem für Ihr Herz und Gehirn.

Ein weiteres Problem bei Bewusstlosigkeit sind die verringerten bzw. aufgehobenen Schutzreflexe. Hier zu nennen sind vor allem der gestörte Schluck- bzw. Hustenreflex. Folglich besteht die Gefahr der Aspiration, das heißt: Nahrung, Blut oder Erbrochenes kann in die Luftröhre und in die Bronchien gelangen.

Im allerschlimmsten Fall können Sie an einer Aspiration akut ersticken. Überleben Sie das akute Ereignis, dann besteht immer noch die mittelfristige Gefahr einer schweren Lungenentzündung – die sogenannte Aspirationspneumonie.

Stabile Seitenlage – Atemwege frei halten

  • Atemwege freihalten
  • Zunge fällt nicht nach hinten
  • Erbrochenes kann aus dem Mund abfließen
  • Spontanatmung wird aufrechterhalten
  • Schutz vor Ersticken

Nur eine bewusstlose Person mit normaler Atmung darf in die stabile Seitenlage gebracht werden. Eine bewusstlose Person mit gestörter Atmung dürfen Sie hingegen nicht in die stabile Seitenlage bringen. Hier müssen Sie mit den Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen.

Bewusstlosigkeit und Ohnmacht bei erhaltener Atmung

Mit bewusstlosen Menschen kann jeder von uns einmal konfrontiert sein. Für eine Bewusstlosigkeit mit erhaltener Spontanatmung kann es verschiedene Gründe geben, so z.B.

  • Trunkenheit und Drogengebrauch
  • Kreislaufkollaps bei längerem Stehen
  • Krampfanfall des Gehirns
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Unterzuckerung

Stabile Seitenlage anwenden – Wie geht die stabile Seitenlage?

  • Überprüfen Sie die Spontanatmung
  • Bringen Sie den bewusstlosen Menschen in Rückenlage
  • Knien Sie sich seitlich neben den Betroffenen, z.B. links
  • Bringen Sie den nahen (linken) Arm angewinkelt nach oben
  • Greifen Sie den fernen (rechten) Arm, kreuzen den Arm über die Brust und legen die Handoberfläche an die Wange. Dabei lassen Sie die Hand nicht los.
  • Beugen Sie das ferne (rechte) Bein im Knie
  • Ziehen Sie den Betroffenen zu sich herüber
  • das oben liegende (rechte) Bein rechtwinklig zur Hüfte legen
  • Überstrecken Sie den Kopf der bewusstlosen Person leicht
  • Nutzen Sie die Hand an der Wange zur Stabilisierung
  • Öffnen Sie leicht den Mund der Person
  • Der Mund ist so der tiefste Punkt des Körpers

Überwachung in stabiler Seitenlage

Bei einem bewusstlosen Menschen wissen Sie nie, wie sich der Zustand weiterentwickelt. Folglich müssen Sie die Atmung engmaschig kontrollieren und darauf achten, ob Atemgeräusche hörbar sind. Ein weiterer Hinweis für eine regelrechte Atemtätigkeit ist das Heben von Brustkorb oder Bauch.

Haben Sie Zweifel, dann gehen Sie davon aus, dass die Atmung nicht normal ist. Dann müssen Sie mit den Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen. Dabei sollten Sie immer wieder das Bewusstsein kontrollieren. Neben der akustischen Ansprache bewerten Sie auch die Reaktion auf Schmerzreize durch kräftiges Rütteln, Kneifen oder Klatschen des Körpers.

Stabile Seitenlage – drohender Notfall?

Die Tatsache, dass Sie eine stabile Seitenlage eingeleitet haben, weist auf einen kritischen Gesundheitszustand hin. Die kurzfristige Dynamik mit drohendem Herzkreislaufstillstand, Atemstillstand beziehungsweise Krampfanfall können Sie dann nicht sicher abschätzen. Daher sollten Sie bei stabiler Seitenlage immer den Notruf unter 112 absetzen.

Mehr zu: Dr. Stefan Dierkes

 

 

 

 

 

 


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Schweregrade der Luftnot – Symptome bei Herzschwäche

Bei Herzschwäche, der sog. Herzinsuffizienz, bedeuten Symptome eine Einschränkung der Lebensqualität. Auch ist das Langzeitüberleben in Abhängigkeit vom Schweregrad der Symptome eingeschränkt. Folglich sind Symptome ein wichtiger Hinweis dafür, Therapiemaßnahmen einzuleiten bzw. zu intensivieren.

Unser Ziel ist es, für Sie ein gutes geistiges und körperliches Befinden im Alltag zu gewährleisten und auch das Langzeitüberleben zu verbessern.

Das Hauptsymptom der Herzschwäche ist die Luftnot, die sowohl in Ruhe als auch bei Belastung auftreten kann. Dabei teilt man die Schweregrade der Luftnot entsprechend der sogenannten NYHA-Klassifikation ein.

NYHA-Klassifikation – Schweregrad der Luftnot einteilen

Die NYHA-Klassifikation hat ursprünglich die New York Heart Association entwickelt, um die Mitralklappenstenose zu bewerten. Sie ist ein gutes Maß für die Belastungsgrenzen im Alltag. Folglich setzen Ärzte  dieses Stadieneinteilung vor allen Dingen ein, um Herzschwäche, aber auch Lungenhochdruck und Herzklappenfehler (Mitral- und Aortenklappenstenose) zu klassifizieren. In Verbindung mit dem Brustdruck, der sog. Angina pectoris, können wir so die Symptome von Durchblutungsstörungen des Herzmuskels bei koronarer Herzkrankheit bewerten.

Dementsprechend ist die NYHA-Klassifikation ist ein wichtiger Parameter in klinischen Studien. Neben den objektiven Parametern wird die NYHA-Klassifikation hier als Maß für eine verbesserte Alltagstauglichkeit herangezogen

NYHA-Klassifikation – Schweregrade

NYHA-Stadium I
Herzerkrankung ohne körperliche Einschränkungen:

Das bedeutet, dass alltägliche körperliche Belastung keine inadäquate Erschöpfung, keine Rhythmusstörungen, keine Luftnot oder Angina pectoris verursacht. Zum Beispiel Skifahren, Fahrradfahren mit 25 km/h und Laufen mit 12 km/h sind ohne Einschränkung möglich.

NYHA-Stadium II
Herzerkrankung mit leichter Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit:

Das bedeutet, dass in Ruhe keine Beschwerden auftreten. Alltägliche körperliche Belastung verursacht Erschöpfung, Rhythmusstörungen, Luftnot oder Angina pectoris. Bereits schnelles Gehen mit 6 km/h, Schnee schaufeln oder Gartenarbeit führen zu Luftnot.

NYHA-Stadium III
Herzerkrankung mit höhergradiger Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit bei gewohnter Tätigkeit:

Das bedeutet, dass in Ruhe keine Beschwerden auftreten. Geringe körperliche Belastung verursacht Erschöpfung, Rhythmusstörungen, Luftnot oder Angina pectoris. Langsames Gehen mit 3 km/h oder auch Hausarbeit verursachen Luftnot.

NYHA-Stadium IV
Herzerkrankung mit Beschwerden bei allen körperlichen Aktivitäten, auch in Ruhe:

Betroffene sind überwiegend bettlägrig. Gehen in der Wohnung, Sprechen und Ankleiden verursachen Luftnot.

Ab NYHA-Stadium III sprechen wir von einer schweren funktionellen Einschränkung. In klinischen Studien werden die Stadien III und IV häufig zusammengefasst und stellen die Schwelle zur intensivierten Therapie dar.
Objektivieren lässt sich das NYHA-Stadium III zum Beispiel in der Fahrradergometrie im Sitzen. Wird bei 75 Watt aufgrund von Luftnot abgebrochen, dann liegt mindestens ein NYHA-Stadium III vor.

NYHA-Klasse und Lebensqualität

Die NYHA-Klasse ist ein sehr gutes Maß für die Einschränkung der Lebensqualität. Daher erfolgt ab dem NYHA-Stadium III eine maximale symptomatische Therapie, um die Alltagstauglichkeit aufrechtzuerhalten. Wird therapeutisch ein NYHA-Stadium II erzielt, dann sprechen wir von einem relativen Therapieerfolg. Unser Ziel ist immer die komplette Beschwerdefreiheit bei normaler körperlicher Belastungskapazität. Das werten wir als absoluten Therapieerfolg.

NYHA-Klasse und Langzeitüberleben

Bei Linksherzschwäche ist der Einfluss der NYHA-Klassifikation auf das Langzeitüberleben gesichert. Je höher die NYHA-Klasse bei Herzschwäche, desto kürzer ist das Langzeitüberleben.

Wir sollten die NYHA-Klasse nicht nur als ein Maß für die Belastungsgrenze, sondern auch als die Schwelle zur starken potentiellen Überlastung verstehen. Denn körperliche Überlastung bedeutet eine Adrenalin-vermittelte Aktivierung, was wiederum gerade bei Herzerkrankungen negative Konsequenzen haben kann. Etwa für das Auftreten von gefährlichen Rhythmusstörungen.

Natürlich können und sollten Sie mit einer Herzschwäche kontrolliert körperlich trainieren. Mit starken körperlichen Überlastungen sind hier z.B. Situationen gemeint, in denen Sie sich sehr stark körperlich belasten müssen, ohne vermeintlich eine Wahl zu haben. Ein Beispiel: Am Bahnhof in sommerlicher Hitze müssen Sie mit einer NYHA-Klasse III die Koffer der Familie (2 x 20 kg) bis zum Hotel schleppen.

NYHA-Klasse und objektiver Schweregrad einer Erkrankung

In der Tat  ist eine Übereinstimmung zwischen dem objektiven Schweregrad der Erkrankung und den Symptomen nur für die Mitralklappenstenose gesichert. Das heißt, je enger die Öffnungsfläche der Mitralklappe, desto schwerer die Symptome.

Leider ist das bei der Herzschwäche nicht immer der Fall. Denn die objektiven Parameter, z.B. die Ejektionsfraktion und der Schweregrad der NYHA-Klasse, stimmen kaum überein. Das Gleiche gilt auch für die Mitralklappeninsuffizienz und die Aortenklappeninsuffizienz. Sie können durchaus eine schwere Aortenklappeninsuffizienz haben, ohne dass Sie diese in Form von Luftnot merken.

NYHA-Klasse und Wirksamkeit von Therapiemaßnahmen bei Herzschwäche

Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der NYHA-Klasse und verbesserter Lebenserwartung bei Medikamenten. Das bedeutet, dass Medikamente die Lebenserwartung unabhängig von der NYHA-Klasse verbessern. Hier sind die objektiven Parameter, wie z.B. die Ejektionsfraktion, ein besseres Maß.

Lediglich bei hoher NYHA-Klasse in Verbindung mit einem implantierbaren Kardioverter-Defibrillator zeigt sich hier ein Zusammenhang. Menschen mit NYHA-Klasse III/IV haben eine Risikoreduktion der Sterblichkeit um 40%, mit NYHA-Klasse I/II um 20%.

NYHA-Klasse hat weiterhin eine hohe medizinische Bedeutung

Die NYHA-Klasse bleibt ein wichtiger Parameter, um die Einschränkung der Lebensqualität zu bewerten und damit die Notwendigkeit der Therapieintensität von symptomatischen Maßnahmen. Die NYHA- Klasse ist ein wichtiger Indikator für die Lebenserwartung.

Die NYHA-Klasse eignet sich nicht, um den objektiven Schweregrad einer Herzmuskelschädigung zu bewerten. Folglich kann man mit ihr nicht die zu erwartende lebensverlängernde Wirkung von Behandlungsmaßnahmen erfassen. Ausnahme ist die Implantation eines ICD: Hier profitieren Menschen mit höherer NYHA-Klasse deutlicher als mit geringer Symptomatik.

Miller, R. J. H. et al.  Canadian Journal of Cardiology 2015;31: 792–799

 

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel


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Bauchatmung – mehr als nur Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid

Denken wir an die Atmung, dann fällt uns als Erstes der Gasaustausch von Sauerstoff und Kohlendioxid ein. Darüber hinaus hat Ihre Lunge aber auch noch viele weitere Aufgaben, z.B. die immunologische Funktion der Infektabwehr oder auch die fibrinolytische Aktivität zur Auflösung von Blutgerinnseln, die z.B. aus den Beinvenen in die Lunge verschleppt werden.

Wir in der Cardiopraxis legen ein ganz besonderes Augenmerk auf die Lungenkraft. Das Zwerchfell ist nicht nur der Hauptmotor der Atmung, sondern hat auch eine erhebliche Bedeutung für Ihre Kreislauffunktion, und hier vor allen Dingen für den venösen Rückstrom.

Zwerchfell – der wichtigste Atemmuskel

Der Zwerchfellmuskel trennt den Brustraum vom Bauchraum und hat die Form einer doppelgipfligen Kuppel, die sich in den Brustraum wölbt.

Spannt sich Ihr Zwerchfell an, dann flacht die Kuppel ab und die Lunge entfaltet sich: Außenluft wird in die Lunge eingesaugt, die Einatmung. Entspannt sich Ihr Zwerchfell, dann zieht sich die Lunge aufgrund ihrer elastischen Eigenschaften wieder zusammen, das Zwerchfell wölbt sich wieder in den Brustraum: Luft wird aus der Lunge herausgedrückt, die Ausatmung.

In Ruhe machen Sie so unwillkürlich 12-16 Atemzüge pro Minute. Pro Atemzug werden ca. 500 ml eingeatmet, je nach Körpergröße 6-8 ml/kg.

Starkes Zwerchfell – vollständige Belüftung der Lunge

Ihre Lunge muss, um gesund und leistungsfähig zu bleiben, vollständig belüftet werden. Folglich muss die eingeatmete Außenluft vor allen Dingen die tiefen Abschnitte nahe Ihrem Zwerchfell erreichen. Dieses geht nur, wenn Sie mit Ihrem Zwerchfell tief in den Bauch atmen.

Falls Sie nicht richtig tief atmen, dann bleibt Ausatmenluft in den zwerchfellnahen Abschnitten “stehen”, Sekrete werden nicht richtig bewegt und es steigt das Risiko einer Lungenentzündung. Das ist ähnlich wie bei einem Keller: wird er nicht richtig belüftet, dann wird er feucht und es bildet sich hartnäckiger Schimmel. Beim Menschen sammeln sich Viren und Bakterien als Nährboden für eine Lungenentzündung an.

Atmung mit dem Zwerchfell – starkes Zwerchfell – gesunder Kreislauf

Ein starkes Zwerchfell hat auch einen erheblichen Anteil an einem leistungsfähigen Kreislauf. Das Zwerchfell ist hier Teil eines sehr komplexen Muskelpumpensystems, welches den Rückstrom von venösem Blut von Muskeln und Organen zurück zum Herz und zur Lunge sicherstellt. Ungefähr ab der Mitte des Bauchraums übernehmen hierbei die Sogkraft Ihres Herzens und Ihres Zwerchfells die wesentliche Arbeit.

Ist Ihr Zwerchfell geschwächt, dann kann das bei Ihnen Kreislaufstörungen nach sich ziehen. Das hat nicht nur eine Einschränkung Ihrer Leistungsfähigkeit, Herzrasen und Benommenheit zur Folge, sondern kann sogar eine Ohnmacht verursachen.

Diese Zusammenhänge sind der Grund, warum wir in der Cardiopraxis bei begründetem Verdacht auf ein schwaches Zwerchfell die Muskelkraft des Zwerchfells messen. Sitzen Sie bei einem Besuch vor uns und berichten über Luftnot bzw. Leistungseinschränkung und wir sehen, dass Sie mit offenem Mund atmen, dann machen wir eine Manometrie der Lunge. Leider wird dieses wertvolle Untersuchungsmethode im allgemeinen ärztlichen Alltag viel zu wenig angewandt, auch nicht von den meisten Lungenfachärzten.

Brustatmung – schwaches Zwerchfell – Atemnot

Der häufigste Grund für ein schwaches Zwerchfell ist eine falsche Atemtechnik. Dabei geht es vor allen Dingen um die richtige Technik bei der Einatmung.

Atmen Sie durch den Mund anstatt durch die Nase ein, dann ist die Atemarbeit geringer als wenn Sie durch die Nase atmen. Atmen Sie überwiegend mit der Zwischenrippenmuskulatur bzw. den Atemhilfsmuskeln lediglich bis zur Brust, dann ist Ihre Atemarbeit geringer als wenn Sie vornehmlich mit dem Zwerchfell tief in den Bauch atmen.

Folglich ist es so, dass durch beide Faktoren, also den niedrigen Atemwegswiderstand als auch durch die flache Brustatmung Ihr Zwerchfell nicht richtig beansprucht wird. Genauso so wie bei allen anderen Muskeln in Ihrem Körper auch wir Ihr Zwerchfell dadurch schwächer, es wird dekonditioniert.

Besonders tückisch ist es, dass je schwächer ihr Zwerchfell ist, desto flacher werden Sie atmen, ein Teufelskreis.

Krankheiten, die zu einem schwachen Zwerchfell führen 

Die häufigste Ursache für ein schwaches Zwerchfell beim nicht gesunden Menschen ist eine allgemeine Schwächung der Muskulatur.

Die allgemeine Schwächung der Muskulatur ist meistens die Folge eines Mangels an Mikronährstoffen, und hier vor allen Dingen an Vitamin B12 und Eisen. Gerade ältere Menschen essen wenig Fleisch, welches ja reichhaltig Vitamin B12 und Eisen enthält. Bei Vegetariern bzw. Veganern ist der Fleischverzicht Teil des Ernährungskonzepts. Übrigens, Fisch enthält zwar ausreichend Vitamin B12, aber kaum Eisen, genügt also nicht um einen Fleischverzicht auszugleichen.

Auch nach größeren Operationen, z.B. nach einer Herzoperation, aber auch nach anderen Krankenhausaufenthalten sehen wir in der Cardiopraxis Menschen mit Eisen und Vitamin B12 Mangel. Das ist neben dem operationsbedingten Blutverlust dann auch die Folge des Heilungsprozesses, der ja mit einem Mehrbedarf an Baustoffen verbunden ist. In diesem Fall ist natürlich auch die gesteigerte Zufuhr von Eiweiß und anderen Mikronährstoffen wichtig.

Weitere Gründe für ein schwaches Zwerchfell sind meist einseitige Lähmungen der Zwerchfellnerven, des rechten oder linken Nervus phrenicus. Das kann Folge einer Operation oder auch einer Entzündung sein. Im Zweifel fertigen wir dann auch ein Röntgenbild an.

Wie atme ich richtig?

Vorausgesetzt Sie sind ansonsten gesund, dann steht einer gesunden Atemtechnik nichts mehr im Wege.

Nun, Sie werden es sich schon denken, bei der Einatmung ist eine Nasen-Bauchatmung die gesunde Atmung. So belüften Sie nicht nur Ihre zwerchfellnahen Lungenabschnitte und halten Ihren Kreislauf in Schwung, sondern darüber hinaus trainieren Sie so auch noch das Zwerchfell.

In der Ausatmung ist es sinnvoll durch den leicht geöffneten Mund zu atmen. Da die Ausatmung muskulär passiv ist, sollte in dieser Phase der Atmung möglichst wenig Widerstand entgegen gesetzt werden, damit die Luft möglichst vollständig entweichen kann.

Sie können Ihren Hauptatmemmuskel auch mit einfachen Übungen für das Zwerchfell regelrecht trainieren. Falls Sie Schwierigkeiten haben Ihr Zwerchfell “anzusprechen”, d.h. tief in den Bauch zu atmen, dann sind Übungen mit Führungswiderstand sinnvoll. Das kann z.B. Teil eines Yoga-Trainings sein. Aber auch betagte Menschen können mit einem Ball im Sitzen das Zwerchfell trainieren. Hinzu kommen noch ein paar schöne Übungen mit sog. Umkehrpositionen. Dabei muss es nicht immer gleich ein Kopfstand sein.

Gesunde Atmung – Beruhigung und Aktivierung

Wenn Sie ein gutes Gefühl für Ihre Atmung entwickeln, dann können Sie durch eine bewusste Änderung Ihrer Atemtechnik auch Ihren Aktivitätszustand gezielt beeinflussen. So können Sie Körper und Geist aktivieren und beruhigen.

 

 

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Atmung – Gasaustausch und Kreislauf

Die Atmung ist lebenswichtig. Mit der Einatmung nehmen Sie aus der Umgebungsluft von Sauerstoff, O2 in den Körper auf, durch die Ausatmung geben Sie Kohlendioxid, CO2 ab. Sauerstoff wird für alle Stoffwechselprozesse zur Energiegewinnung benötigt, CO2 ist ein Abfallprodukt dieser Vorgänge.

In Ruhe atmen Menschen 12 bis 16 Atemzüge pro Minute, bei Belastung, also dann, wenn aufgrund erhöhten Energiebedarfs die Stoffwechselprozesse in Ihrem Körper gesteigert sind, dann kann die Atmung bis auf über 30 Atemzüge pro Minute ansteigen.

Damit dieses lebenswichtigen Prozesse auch reibungslos funktionieren, müssen sie Tag und Nacht funktionieren, somit auch im Schlaf. Folglich läuft die Steuerung der Atmung unwillkürlich über den Hirnstamm, der zentralen Schaltstelle des vegetativen Nervensystems.

 

Atmung unterstützt den Kreislauf

Neben dem Gasaustausch hat die Atmung auch einen direkten Einfluss auf den Kreislauf. Gerader der Rückstrom von sauerstoffarmem venösem Blut gegen die Schwerkraft im Stehen, also von der Großzehe bis zum rechten Herzen, ist ein sehr komplexer Vorgang.

Wenn Sie einatmen, dann entfaltet sich die Lunge, erzeugt so einen Unterdruck, welcher ungefähr ab der Mitte des Bauchraums durch einen Sog den Rückfluss von venösem Blut unterstützt.

Atmen Sie aus, dann steigt der Widerstand in der Lunge und der Druck im rechten Herz und in den vorgeschalteten venösen Abschnitten nimmt zu. Anders formuliert, in der Einatmung wird Blut von der Lunge angesaugt.

Wenn nun in der Ausatmung der Druck im Herz-Kreislaufsystem zunimmt, dann werden Schutzreflexe aktiviert um eine Überdehnung zu verhindern. Diese haben zur Folge, dass das Herz langsamer wird und die Blutgefäße sich dehnen. Beides entlastet das System über eine Verringerung von Druck und Wandspannung. Diese Abläufe werden über den Anteil des vegetativen Nervensystems vermittelt, den wir Nervus vagus nehmen. Im Gegensatz zum Nervus sympathikus, dem “Aktivator” ist der Nervus vagus der “Beruhiger” Ihres Körpers.

 

Bewusstes Atmen – Beruhigung und Aktivierung 

Nun, die normalerweise unwillkürlich und damit sozusagen automatisch ablaufende Atmung kann auch willentlich, d.h. bewusst angesteuert werden. So wird über die Herz-Kreislaufreflexe auch das vegetative Nervensystem beeinflussbar. Dieses funktioniert sehr gut über eine Verlängerung bzw. Verkürzung des Zeitanteils von Ausatmung bzw. Einatmung in einem Atemzug. Normalerweise beträgt dieses Verhältnis 1:2, also 1 Zeitanteil Einatmung und 2 Zeitanteile Ausatmung.

Grundsätzlich. Die Einatmung erfolgt mit Hilfe der sog. Zwerchfellatmung aktiv durch die Nase bis tief in den Bauch, so dass sich der Bauch nach vorne wölbt. Fällt Ihnen das schwer, dann können Sie auch die Hände als Führungswiderstand auf den Bauch legen. Die Ausatmung geht passiv durch den offenen Mund vonstatten, so dass sich die Lunge maximal entleeren kann.

Beruhigung. Wollen Sie sich beruhigen, dann ist es sinnvoll die Ausatmungphase zu verlängern. Atemzeitverhältnisse von 1:3, in extremen Fällen von 1:4 beruhigen. Das ist fast automatisch mit einer Verringerung der Atemfrequenz auf 4-8 Atemzüge pro Minute verbunden. In der Regel dauert es 5-10 Minuten bis Sie das gewünschte Atemmuster erreicht haben und eine Beruhigung eintritt. Mit etwas Übung geht es auch schneller.

Aktivierung. Wenn Sie müde sind und sich aktivieren wollen, dann hilft eine 1:1 Atmung mit einer Atemfrequenz von 16-20 Atemzügen pro Minute. Als Folge der überstarken Entlastung vor allen Dingen des venösen Gefäßsystems erhält Ihr Körper das Signal, dass hier der Blutdruck zu stark abfällt und er reagiert mit einer Adrenalin-vermittelten Stressreaktion. Adrenalin macht wach und leistungsbereit. Sie sollten eine schnelle 1:1 Atmung allerdings nicht länger als 2 Minuten durchführen, da es sonst zu einem zu starken Abfall von CO2 im Blut kommen kann. In jedem Fall sollten Sie das Manöver stoppen, wenn Ihnen schwindelig wird.

Diese Atemtechniken sind übrigens auch fester Bestandteil von Yoga und können so regelmäßig trainiert werden.

Atmung unterstützt den Kreislauf

Diese Atemtechniken können Sie üben, z.B. morgens nach dem Aufstehen. Mit der Zeit geht es dann immer besser. Wer richtig atmet, kann sein Wohlbefinden steigern und sich besser konzentrieren. Atemtechniken helfen Ihnen auch bei Panikattacken zu meistern, schließlich werden sie auch zur Selbstberuhigung von Nahkämpfern und von Sportschützen trainiert.

Beim Üben können Ihnen Apps, wie „Breathing Zone” oder “Headspace” helfen.

 

…..weiter im Selbsthilfekurs “Mehr Lungenkraft”

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Sauerstoff ist lebenswichtig. Die Lunge nimmt „frische Luft“ (Sauerstoff) auf und gibt „verbrauchte Luft“ (Kohlendioxid) ab. In gesundem Zustand sind die Atemwege (Bronchien) frei und die Strecke zum Gasaustausch zwischen Luftbläschen und Arterien bzw. Venen ist sehr kurz. Die Lunge ist in diesem Fall locker und leicht wie ein trockener Schwamm.

Eine typische Lungenentzündung sieht so aus:

  • Lungengewebe wird durch Bakterien oder/und Viren zerstört
  • es handelt sich um eine Abwehrreaktion (= Entzündung)
  • Wasseransammlungen sind erkennbar
  • die Strecke zwischen Luftbläschen und Gefäßen ist größer
  • Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidabgabe sind gestört
  • die Lunge ist so schwer wie ein nasser Schwamm

Symptome für eine Lungenentzündung sind:

  • schweres Atmen („nasser Schwamm“)
  • schnelles Atmen (Versuch, die verringerte Gasaustauschfläche auszugleichen)
  • Luftnot
  • Husten und Auswurf
  • Fieber
  • in sehr schweren Fällen Bewusstseinsstörung

Bei diesen Symptomen sollten Sie frühzeitig den Arzt/die Ärztin aufsuchen. In schweren Fällen kann auch eine Krankenhausaufnahme erforderlich sein. Selten ist eine künstliche Beatmung notwendig.

Gerade bei der Grippe droht eine Lungenentzündung. Neben anderen Maßnahmen bei der Vorbeugung und Behandlung  Grippe ist ein Training des Zwerchfells von großer Bedeutung zum Schutz der Lunge.

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….weiter im Selbsthilfekurs “Grippe”

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Für eine gute körperliche und geistige Leistungsfähigkeit ist eine gesunde und kräftige Lunge sehr wichtig. Die Lunge sollte immer mit untersucht werden, gerade bei Menschen, die unter Luftnot oder eingeschränkter Leistungsfähigkeit leiden. Dafür gibt es verschiedene Diagnose-Geräte.

Die Spirometrie misst das Atemvolumen. Wichtig ist dabei, wie der Atemfluss (l/min) beim Ein- und Ausatmen aussieht. Das erlaubt Rückschlüsse auf die Beschaffenheit der Atemwege und auf das Lungenvolumen (z. B. Asthma, Fibrose?).

Bei der Spiromanometrie misst die Lungenkraft. Hier wird gegen einen Widerstand ein- und ausgeatmet und so die Muskelkraft erfasst. Die maximale Einatmungskraft misst dabei die Zwerchfellkraft, die maximale Ausatmungskraft die Bauchmuskulatur. Ist das Zwerchfell durch eine flache Mund-Brust-Atmung (anstatt Nase-Bauch-Atmung) geschwächt, dann kann man das bei der Spiromanometrie erkennen.

Bei Routineuntersuchungen wird die Atemmuskelkraft manometrisch meistens nicht mitgemessen. In der Cardiopraxis haben wir allerdings die Erfahrung gemacht, dass diese Methode ziemlich wichtig ist, um Leistungsfähigkeit zu bewerten und wir setzen die Spiromanometrie regelmäßig ein.

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