Herzstolpern – unterschiedliche Arten von Rhythmusstörungen

Herzstolpern, schneller Herzschlag, langsamer Herzschlag und kräftiger Herzschlag. Das sind alles Symptome, mit denen Menschen zu uns in die Cardiopraxis kommen und um Rat und Tat fragen. So geht es dann erst einmal um die Häufigkeit  des Pulses, denn das gibt uns schon wichtige Hinweise auf den Zustand des Herz-Kreislauf-Systems. Darauf folgen dann die Fragen zur Regelmäßigkeit des Pulses. Immer simulieren wir dann auch akustisch die verschiedenen Rhyhtmusstörungen und können so schon ziemlich sicher abschätzen, um welche Art von Rhythmusstörung es sich handelt.

Sie können uns dabei unterstützen, wenn Sie selber den Puls regelmäßig tasten. Mit ein bisschen Übung kann das jeder schaffen.

So tastet man den Puls richtig

  • nach 5 bis 10 Minuten Ruhe
  • mit Zeige- und Mittelfinger den Puls kurz oberhalb des Handgelenkes an der Daumenseite aufsuchen
  • leichten Druck ausüben, bis man den Puls tastet
  • Puls 30 Sekunden lang zählen, das Resultat mal 2 multiplizieren = Puls pro min (bpm)

Geschwindigkeit des Pulses ergibt Rückschlüsse auf Herz-Kreislauferkrankungen

Eine Geschwindigkeit zwischen 50 und 100 bpm gilt als normal.

Falls der Puls unter 50 ppm liegt, dann kann das in Verbindung mit Symptomen wie Benommenheit, Einschränkungen der Leistungsfähigkeit oder Luftnot auf eine relevante Störung hindeuten. Hier müssen, falls vorhanden die Medikamente überprüft werden. In Einzelfällen kann eine Rhythmusstörung vorliegen, die eine Implantation eines Herzschrittmachers erforderlich macht.

Falls der Puls über 100 bpm liegt und regelmäßig ist, dann kann in Einzelfällen eine Rhythmusstörung die Ursache sein. Viel häufiger ist allerdings eine zu geringe Trinkmenge, die kompensatorisch zu einem erhöhten Puls führt. Aber auch Stoffwechselstörungen, wie z.B. eine Überfunktion der Schilddrüse und nicht zuletzt Fieber verursachen einen beschleunigten Herzschlag.

Art der Unegelmäßigkeit des Pulses deutet auf  unterschiedliche Herzrhythmusstörungen hin

Wichtig ist aber auch die Regelmäßigkeit des Pulses. Hier kann es große Unterschiede geben

  • Ein regelmäßiger Puls gilt als normal – und sieht so aus:

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  • Absolute Unregelmäßigkeit („Morse-Code“) besteht z. B. bei Vorhofflimmern. Vorstellen kann man sich das so:

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Alle Menschen über 65 Jahre und die, die weitere Risikofaktoren für Vorhofflimmern haben, sollten 2x pro Woche den Puls auf Regelmäßigkeit tasten. Absolute Unregelmäßigkeit könnte auf Vorhofflimmern hinweisen und damit auf ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko. In diesem Fall noch am selben Tag ein EKG beim Arzt schreiben lassen!

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Risiko für Vorhofflimmern – Schlaganfall aktiv verhindern

Vorhofflimmern ist die Ursache für 20 bis 25% aller Schlaganfälle. Fast jeden 10. Menschen kann es im Laufe des Lebens treffen. Herkömmlichen Methoden zur Erfassung von Vorhofflimmern, wie Ruhe-EKG und Langzeit-EKG können anfallsartiges Vorhofflimmern häufig nicht erfassen. Weiterhin erschwert wird die Diagnose dadurch, dass eine große Zahl Menschen von Vorhofflimmern dieses subjektiv gar nicht merken. Nicht selten wird Vorhofflimmern erst erkannt, wenn ein Schlaganfall aufgetreten ist.

Sie sollten Ihr individuelles Risiko kennen

Ihr persönliches Risiko sollten Sie, falls vorhanden mit einem Kardiologen oder einer Kardiologie besprechen. Dabei ist es wichtig über die Symptome von Vorhofflimmern gemeinsam zu sprechen. Die Untersuchungsintervalle sollten für die Zukunft festgelegt werden.

Puls auf Regelmäßigkeit tasten

Einen wertvollen Hinweis kann der Puls geben: Ist er absolut unregelmäßig wie bei einem Morse-Code, deutet das auf Vorhofflimmern hin. Die Pulsabfolge kann dann zum Beispiel so aussehen:

__I_I____I__I_____I_I_I___I__I____I

Risikopatienten sollten daher ihren Puls 2x pro Woche tasten.

Alternative Möglichkeiten: die Arrhythmie-Anzeige bei Blutdruck-Selbstmessung oder die 1-Kanal EKG zur Selbstmessung.

Verdacht auf Vorhofflimmern – schnell handeln

Sollten Sie den Verdacht auf Vorhofflimmern haben, dann gehen Sie am besten noch am selben Tag zu einer Ärztin oder einem Arzt, es kann auch der Hausarzt sein.  Hier sollte dann ein EKG geschrieben werden.

Bei der Diagnose von Rhythmusstörungen ist es im Allgemeinen immer sinnvoll eine EKG-Aufzeichnung der Rhythmusstörung zu haben, den kaum ein Kardiologe wird eine gerinnungshemmende Therapie einleiten, ohne dass das Vorhofflimmern schriftlich dokumentiert ist.

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Herzrhythmusstörungen – häufig in EKG und Langzeit-EKG nicht erfasst

Der normale Herzrhythmus ist regelmäßig und die Herzfrequenz liegt zwischen 50 und 100 Schlägen pro Minute. Wird die geordnete elektrische Aktivität von elektrischen Extraaktionen unterbrochen, dann können Sie das durch einen unregelmäßigen Puls merken. Ihr Herz stolpert dann, macht Pausen, ist dabei mehr oder weniger unregelmäßig in Aktion. Meistens sind diese Ereignisse nur kurzzeitige und seltene Unterbrechungen des normalen Herzrhythmus. Folglich werden Sie von einem Ruhe-EKG oder einem 24-Stunden Langzeit-EKG nicht erfasst.

Vorhofflimmern – häufig erst mit dem Schlaganfall erkannt

Vorhofflimmern erhöht das Risiko für einen Schlaganfall auf das 5-fache. 20-25% aller Schlaganfälle werden durch diese Herzrhythmusstörung verursacht. Problematisch ist, dass auch kurzzeitiges Vorhofflimmern das Risiko schon erhöht und viele Menschen Vorhofflimmern gar nicht merken. Folglich wird Vorhofflimmern zu spät erkannt, dann wenn der Schlaganfall im vollen Gange ist.

KardiaBand von AliveCor – medizinisch verwendbares 1-Kanal EKG

Eine praktische Lösung, die vor allen Dingen die Diagnose von Vorhofflimmern erleichtert, ist das KardiaBand von AliveCor. Im Gegensatz zu KardiaMobile, welches mit einer Kontaktplatte und dem Smartphone funktioniert, benötigen Sie bei KardiaBand neben dem Armband mit dem Kontaktpunkt und dem Smartphone noch zusätzlich eine Apple Watch.

Die Funktionsweise der KardiaApp ist für KardiaMobile und KardiaBand gleich. Die Sicherheit zur Erkennung von Vorhofflimmern in der aktiven Messung liegt bei über 95%. 1-Kanal EKGs können bequem via E-Mail oder Textmessaging an Ihre Kardiologen weitergeleitet werden. Die 1-Kanal EKG Selbstmessung ist ein besonders sinnvoller Baustein beim „Pill-in-the-Pocket“Konzept zur selbstständigen Überführung von Vorhofflimmern in den normalen Sinusrhythmus.

 

Der Vorteil des KardiaBands ist, dass Sie es am Arm tragen können. Der Vorteil von KardiaMobile ist, dass Sie es auch mit anderen Betriebssystemen für Smartphones, z.B. Android benutzen können. KardiaMobile und KardiaBand sind im Anschaffungspreis ungefähr gleich und liegen unter 150 Euro.

Mit der Einführung der 1-Kanal EKG Funktion bei der Apple-Watch 4 ist der Markt für KardiaMobile deutlich reduziert worden. Wenn Sie allerdings Modell der Apple Watch 3 oder darunter nutzen wollen, dann ist das KardiaBand die richtige Anschaffung, denn es funktioniert auch mit älteren Versionen der Apple Watch.

Kardia von AliveCor – weitere Entwicklungen zu erwarten

Es wäre falsch anzunehmen, dass mit der Einführung der Apple Watch 4 dieses Unternehmen vom Markt verschwinden wird. AliveCor ist ein ernstzunehmendes Unternehmen mit einer großen Forschungsabteilung. Zurzeit werden bei AliveCor z.B. EKG-Diagnose Algorithmen zum Nachweis von zu niedrigen bzw. zu hohen Kaliumspiegeln gearbeitet, beides Risikofaktoren für potentiell tödlich Rhythmusstörungen. Des weiteren steht ein mobiles und Smartphone-taugliches 12 Kanal EKG kurz vor der Markteinführung.

Blog „EKG erstellen mit Smartphone & Smartwatch“

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Schlaganfall – die Zeit entscheidet

Die Schlaganfall-Therapie hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert: Es gibt weniger Folgebehinderungen und häufiger komplette Heilungen. Voraussetzung dafür ist, dass unmittelbar nach Symptombeginn (in weniger als 4 Stunden!) die Therapie beginnt. Je früher sie startet, desto besser ihr Ergebnis! Daher ist es so ungemein wichtig, dass Symptome richtig eingeordnet werden und ärztliche Hilfe unmittelbar aufgesucht wird.

Die wichtigsten Ziele sind:

  • Symptome möglichst schnell erkennen
  • Therapie schnellstmöglich beginnen
  • dauerhafte Behinderungen vermeiden: Time is Brain!

Schlaganfall – bei Verdacht hilft Ihnen der FAST-Test weiter

Schlaganfallpatienten selbst nehmen die akuten Veränderungen häufig nicht wahr. Deswegen sind Beobachtungen auch durch Andere ungemein wichtig, etwa durch Angehörige oder Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz. Wenn Sie Veränderungen bei Ihrem Gegenüber feststellen, aber die Symptome noch nicht eindeutig zuordnen können, hilft Ihnen der sogenannte FAST-Test weiter:

  • Face (Gesicht):
    Bitten Sie die Person zu lächeln! Ist das Gesicht einseitig verzogen? Das deutet auf eine Halbseitenlähmung hin.
  • Arms (Arme):
    Bitten Sie die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen! Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden: Sie sinken oder drehen sich.
  • Speech (Sprache):
    Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen! Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor.
  • Time (Zeit):
    Wählen Sie unverzüglich die 112 und schildern Sie die Symptome!

Schlaganfall – bei Verdacht konsequent handeln

Auch wenn nur ein Faktor im FAST-Test zutrifft oder zusätzlich andere Symptome auftauchen, handeln Sie konsequent: Wählen Sie die 112 und äußern Sie einen Verdacht auf Schlaganfall! Abwarten nach dem Motto „es wird schon wieder“ ist immer falsch. Fahren Sie den Betroffenen auch nicht selbst in das Krankenhaus, begleiten Sie ihn bis zum Eintreffen der professionellen Ersthelfer. Bei einem Schlaganfall kann sich die Symptomatik rasch verschlechtern.

 

 

 

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Vorhofflimmern – 1-Kanal EKG mit der Apple Watch ein Schritt zur Verhütung eines Schlaganfalls

Mehr als 10 % aller Menschen haben im Laufe ihres Lebens Vorhofflimmern des Herzens. Vorhofflimmern wiederum verursacht 20-25 % aller Schlaganfälle. Dementsprechend ist Vorhofflimmern nicht nur eine häufige Rhythmusstörung, sondern auch eine Diagnose mit hoher gesundheitlicher Relevanz.

Kurzzeitiges Vorhofflimmern – diagnostische Lücke

Vorhofflimmern tritt häufig nur kurzzeitig  auf, manchmal nur für ein Sekunden, ein paar Minuten oder auch Stunden. Obwohl nur kurzzeitig, ist auch durch diese anfallsartigen Episoden das Risiko für einen Schlaganfall erhöht. Demzufolge entsteht so eine diagnostische Lücke, weil auch wiederholt abgeleitete Langzeit-EKGs häufig unauffällig sind.

Anders formuliert stellt sich das so dar: Sie machen eine Wanderung durch einen großen Wald machen und halten nach Rehen Ausschau. Wenn Sie aus dem Wald heraus kommen, und Sie haben keine Rehe gesehen, dann können Sie auch nicht mit letzter Sicherheit ausschließen, dass in dem Wald keine Rehe sind.

Vorhofflimmern ohne EKG – therapeutisches Dilemma

Zum anderen steht der Kardiologe vor einem therapeutischen Dilemma. Kardiologen können aufgrund der Kombination aus Risikofaktoren für Vorhofflimmern in Verbindung mit dem geschilderte Pulsmuster eine Verdachtsdiagnose auf Vorhofflimmern mit einer hohen Trefferquote stellen. Allerdings kann der Kardiologe nicht mit der gerinnungshemmenden Therapie beginnen, weil diese mit einem, wenn auch leicht erhöhten Blutungsrisiko verbunden ist. Der Arzt möchte ja den potentiell Betroffenen nicht einem unnötigen Blutungsrisiko aussetzen.

Kurzum, ohne EKG-Dokumentation keine sichere Diagnose Vorhofflimmern und so auch keine gerinnungshemmende Therapie.

Diagnostische Lücke schließen – 1-Kanal EKG zur Selbstmessung

Die neue Apple Watch 4 kann nicht nur Ihren Puls messen, sondern auch ein medizinisch hochwertiges 1-Kanal EKG erstellen. Wir unterscheiden eine passive von einer aktiven Messung.

Aktive und passive Messung unterscheiden

Bei der passiven Messung erfasst die Apple Watch die Abweichung der Herzfrequenz von der üblichen Ruhefrequenz. Sie erhalten so Hinweise auf mögliches Vorhofflimmern. Allerdings ist das keine Diagnose, denn die passive Messung ist relativ störanfällig (z.B. zu lockerer Sitz der Uhr) und gibt in etwa 60 % der Fälle „falschen Alarm“.

Sicherer ist die aktive Messung, bei der ein 1-Kanal-EKG direkt abgeleitet wird. Zusätzlich erhalten Sie nach einer solchen Messung die Diagnosen „Sinusrhythmus“, „Vorhofflimmern“ oder „Unklassifiziert“. Die Trefferquote für eine richtige Diagnose liegt bei dieser Messung zwischen 97-99%! Das aufgezeichnete EKG können Sie bequem über das Smartphone per E-Mail und Textmessagingsysteme übertragen.

Enge Abstimmung mit Kardiologen erforderlich

Wenn Sie eine eine Apple Watch 4 zur EKG-Messung nutzt, dann sollte sich vorher mit seiner Ärztin bzw. seinem Arzt abstimmen. Risikopatienten für Vorhofflimmern können von dem Smartwatch-EKG besonders profitieren. Sie sollten 2x pro Woche auch ohne Symptome ein EKG ableiten. Bei der Diagnose „Vorhofflimmern“ oder „Unklassifiziert“ sollten sie innerhalb der nächsten 48 Stunden Kontakt aufnehmen mit ihrem Arzt bzw. ihrer Ärztin, um frühzeitig eine blutverdünnende Therapie einzuleiten

Alternative Systeme

Eine Alternative zur Apple Watch 4 sind die beiden Systeme von AliveCor:

Positive Erfahrungen durch professionelle Kardiologen

Wir machen in der Cardiopraxis seit 2016 sehr gute Erfahrungen mit den AliveCor Systemen. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit erwarten wir ähnliche Ergebnisse mit der Apple Watch 4. Gerade bei Risikopatienten für Vorhofflimmern erhoffen wir uns eine frühzeitigere Diagnose – und damit auch weniger Schlaganfälle. Eine weitere wichtige Anwendungsmöglichkeit ist das „Pill-in-the-Pocket“ – Konzept zur selbstständigen Überführung von Vorhofflimmern in den normalen Sinusrhythmus.

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Schlaganfall – diese Warnsymptome sollten Sie kennen

Bei einem Schlaganfall werden Gehirnfunktionen durch eine gestörte Blutversorgung beeinträchtigt. Weil jedes Blutgefäß ein bestimmtes Gehirnareal versorgt, führt eine Minderdurchblutung zu typischen Ausfällen in eben dieser jeweiligen Region.

Folgende fünf Warnsymptome sind für einen Schlaganfall typisch:

  • Lähmung und Sensibilitätsstörung (z. B. Kribbeln) einer Körperseite
  • Sprachstörungen: Wörter werden nicht verstanden oder richtig ausgesprochen
  • Sehstörungen: kurze Sehstörung auf einem Auge oder Gesichtsfelddefekte, das heisst es werden Gegenstände am Bildrand nicht mehr gesehen
  • Schwindel mit Gangstörungen
  • heftigster, in dieser Form bisher unbekannter Kopfschmerz

Schlaganfall – unterschiedliche zeitliche Verläufe

Die Funktionsstörungen des Gehirns können vorübergehend für wenige Minuten oder anhaltend auftreten. Daher unterscheiden wir unterschiedliche Verläufe. Der Schlaganfall tritt plötzlich ein, kann in der Folge aber sehr dynamisch sich entwickeln.

Daher sprechen wir von einer transitorisch ischämischen Attacke kurz TIA, wenn die Symptome nur kurzfristig auftreten, in der Regel einige Minuten und sich komplett rückbilden. Im Gegensatz bestehen bei einem vollendeten Schlaganfall die Symptome länger als 24 Stunden, Gehirngewebe ist bereits untergegangen. Bei einem sogenannten progressiven Schlaganfall kommt es im Verlauf zu einer zunehmenden Symptomatik und Beeinträchtigung.

Schlaganfall – schnelles Handeln wichtig

Da wir bei Beginn der Symptomatik nicht wissen, zu welchem Verlauf es kommt, sollten wir schnell handeln.

Um Schlimmeres zu vermeiden, sind deshalb folgende Dinge überaus wichtig:

  • Erkennen Sie die Vorboten bei sich und anderen!  TIA sind Vorboten für einen kompletten Hirninfarkt.
  • Suchen Sie folglich auch bei kurzer Symptomatik (z. B. Sehverlust eines Auges für wenige Minuten) sofort ärztliche Hilfe auf
  • Frühe effektive Therapie kann Spätschäden verhindern

Die moderne Schlaganfalltherapie kann in vielen Fällen bleibende Schäden verhindern. Wichtig ist dabei der Faktor Zeit. Das heisst je früher wir Symptome erkennen und entsprechend handeln, um so grösser der Therapieerfolg. Der erste Schritt zur Hilfe muss vom Betroffenen selbst oder von weiteren Anwesenden ausgehen, nur so kann ihm die Therapie zur Hilfe kommen. Gerade beim Schlaganfall kommt den Mitmenschen eine wichtige Rolle zu. Schlaganfallpatienten bemerken häufig ihre Ausfallerscheinungen nicht, in der medizinischen Fachsprache nennen wir das neglect. Bemerken Sie bei Ihren Mitmenschen Auffälligkeiten, so handeln Sie bitte konsequent. Falls Sie unsicher sind, ob Symptome eines Schlaganfall vorliegen, kann Ihnen der FAST-Test helfen. Dies ist ein sehr einfach durchzuführender Test, der, falls nur ein Kriterium auffällig ist, zuverlässig einen Schlaganfall erkennt.

Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall. Wählen Sie daher im Zweifel stets die 112!

 

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Schlaganfall – es trifft mich der Schlag

Bei einem Schlaganfall kommt es zu einer plötzlichen Funktionsstörung des Gehirns („es trifft einen der Schlag“). Die Blutversorgung von Gehirnanteilen ist dann zum Teil oder komplett unterbrochen. Daher wird die betroffene Hirnregion nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Dadurch entstehen Funktionsverluste, die sich zum Beispiel durch Sprachstörungen oder Lähmungen äußern. Typische Warnsymptome für einen Schlaganfall sollten Sie kennen.

Schlaganfall – so häufig kommt er vor

In Deutschland treten jährlich etwa 270.000 Schlaganfälle auf. Folglich ist ein Schlaganfall die häufigste Ursache für eine dauerhafte Behinderung und die dritthäufigste Todesursache. Das Risiko für betroffene Menschen, erneut einen Schlaganfall im ersten Jahr zu erleiden, liegt zwischen 5 und 20 Prozent. Der Schlaganfall tritt typischerweise bei älteren Menschen auf. Schlaganfälle bei jüngeren Menschen sind selten, wenn sie auftreten spielen häufig angeborene Störungen der Blutgerinnung oder der Gefäße eine ursächliche Rolle.

Schlaganfall – unterschiedliche Ursachen

80 bis 85 Prozent aller Schlaganfälle werden durch eine verstopfte Gehirnarterie ausgelöst (ischämischer Schlaganfall). Dabei kann das Blutgerinnsel in der Gehirnarterie selbst vorliegen, aber auch durch eine Embolie aus einer anderen Körperregion (Halsarterie, Hauptschlagader, Herz) stammen.

In 15 bis 20 Prozent der Fälle ist die Ursache eine Gehirnblutung, dann spricht man von einem hämorrhagischen Schlaganfall. Anhand der Symptome lässt sich nicht unterscheiden, ob ein Schlaganfall durch eine Gehirnblutung oder Gefäßverstopfung ausgelöst wurde. Die Unterscheidung gelingt mit der Computertomographie oder Kernspintomographie des Kopfes.  Diese Untersuchungen stehen vor Beginn einer Therapie, da, wie Sie sich vorstellen können, die Behandlungen völlig unterschiedlich sind.

Schlaganfall – welche Risikofaktoren kennen wir?

Zu den typischen Risikofaktoren gehören die klassischen Gefäßrisikofaktoren, die wir auch aus der Entstehung eines Herzinfarktes kennen:

  • Bluthochdruck
  • Zuckerkrankheit
  • erhöhtes Cholesterin
  • Rauchen
  • Bewegungsmangel
  • Lebensalter (ab dem 55. Lebensjahr verdoppelt sich das Risiko alle 10 Jahre)
  • Vorhofflimmern

Besondere Bedeutung kommt dem Vorhofflimmern zu. Eine Herzrhythmusstörung, die nicht nur häufig ist, sondern auch für 20-25% aller ischämischen Schlaganfälle verantwortlich ist. Daher ist es so wichtig, Vorhofflimmern frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Wichtig für Sie: Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall. Im Zweifel daher immer die 112 anrufen!

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Die direkte Kommunikation von Angesicht zu Angesicht ist für die soziale Gesundheit unerlässlich. Nichtsdestotrotz unterstützen Smartphones die Kommunikation gut.

Gerade für ältere Menschen können Smartphones ein Gewinn sein, wenn zum Beispiel die Kinder und Enkelkinder an anderen Orten auf der Welt leben. Eine kurze Textnachricht oder ein Bild kann einfach zeigen, dass man an den anderen denkt – eine wichtige, warmherzige Bestätigung.

Es gibt zahlreiche Apps, die das Leben für ältere Menschen erleichtern können (z. B. digitale Lupe, Gesundheits-Tipps, Gedächtnistraining). Sie finden sich, wenn man in einer Suchmaschine die Schlagwörter „Smartphone“, „App“, „ältere Menschen“ eingibt.

Wichtig für ältere Menschen sind bei einem Smartphone:

  • großes Display
  • hohe Bildschirmauflösung
  • Spracherkennung

Wenn Sie noch nicht wissen, was Sie sich selbst oder Ihren Eltern zu Weihnachten schenken sollen: vielleicht ein leistungsfähiges Smartphone?

 

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In Westeuropa kommt Vorhofflimmern bei 1 bis 2 % der Bevölkerung vor. Vorhofflimmern erhöht das Schlaganfallrisiko um das 5-fache! Mit zunehmendem Alter tritt es häufiger auf, bei Herz-Kreislauferkrankungen ist das Risiko besonders hoch.

Risikopatienten und Menschen ab dem 60. Lebensjahr können ganz einfach vorsorgen: Sie sollten regelmäßig ihren Puls auf Unregelmäßigkeit überprüfen – ein Symptom für Vorhofflimmern. Ist das der Fall, muss der Arzt bzw. die Ärztin aufgesucht werden, um die mögliche Diagnose über das EKG zu sichern.

 

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Wenn Vorhofflimmern auftritt, ist die Muskulatur des Vorhofs zum Stillstand gekommen. Das führt dazu, dass das Blut im Vorhof nicht mehr richtig durchmischt wird.

Im sogenannten Vorhofohr des linken Vorhofs können sich dann Blutgerinnsel bilden, die sich lösen und als Embolie in den Körperkreislauf gelangen. Schätzungsweise 90 % der kardialen Embolie erreichen das Gehirn und lösen dort eine Durchblutungsstörung aus.

Die Folgen reichen von flüchtigen Schäden wie Sehstörungen auf einem Auge bis hin zum Schlaganfall mit bleibenden neurologischen Schäden.

 

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