Blutdruck im Stehen – wichtig bei Bluthochdruck

Wenn wir den Blutdruck messen, sei es in der Arztpraxis oder zu Hause, dann tun wir das im Sitzen. Hierfür müssen wir die Regeln für die Blutdruckmessung beachten, das gilt vor allen Dingen für eine ausreichende Ruhezeit vor der Messung.

Neben der statischen Messung im Sitzen können auch dynamisch erhobene Werte, z.B. beim Wechsel vom Liegen zum Stehen wertvolle Informationen liefern.

Kreislauf im Stehen – ein große Herausforderung

Das ruhige Stehen ist für Ihren Kreislauf eine besondere Herausforderung, denn Blut muss wichtige Körperregionen gegen die Schwerkraft erreichen. Das venöse Blut muss ca. 4/7 Ihrer Körperlänge von der Großzehe bis zum Herzen und arterielles Blut muss 3/7 der Körperlänge gegen die Schwerkraft Ihr Gehirn erreichen. Dabei ist die Blutversorgung des Gehirns ist überaus wichtig, denn wird das Gehirn für nur ca. 10 Sekunden nicht durchblutet, dann werden Sie bewusstlos!

Folglich muss Ihr Kreislauf in jeder Körperlage gut reguliert werden. Dafür verfügt der Körper über Messstationen in Venen, Herz und Arterien, die Druck und Dehnung messen. Besonders wichtig sind diese am im Bereich des Übergangs von den Venen zur Vorkammer und in den Halsarterien, die zum Gehirn führen. Über die Messsensoren in den hinrversorgenden Arterien wird z.B. der wichtige Baro-Reflex gesteuert. Das vegetative Nervensystem leitet „Messergebnisse“ zur Verarbeitung an den Hirnstamm weiter, so dass von hier aus Anpassung des Kreislaufs erfolgen kann. Das dauert nur wenige 100 ms.

Sowohl auf der Ebene der Sensoren als auch bei der Verarbeitung der Informationssignale im Hirnstamm können Störungen auftreten, die z.T. durch die Blutdruckmessung im Liegen und im Stehen erfasst werden.

Blutdruck im Liegen und im Stehen messen

Der Test geht ganz einfach

  • Rückenlage für 60-120 Sekunden
  • Blutdruck und Herzfrequenz messen
  • dokumentieren
  • aufstehen und 60-120 Sekunden stehen
  • messen
  • dokumentieren

Wichtig ist, dass Sie die Messung im Stehen erst dann durchführen, wenn Sie mindestens 1 Minute gestanden haben. Innerhalb der ersten 60 Sekunden nach dem Aufstehen kommt es zu einem deutlichen Blutdruckabfall, den Sie mit der Blutdruckmanschette nicht sicher erfassen können, der aber das Ergebnis verfälschen kann.

Unterschiedliche Blutdruckwerte im Liegen und im Stehen

Wenn Sie sich hinstellen, dann muss Ihr Kreislauf das Gefälle gegen die Schwerkraft ausgleichen. Blutdruck und Herzfrequenz werden gehalten bzw. steigen leicht überschießend an. Es ist normal, wenn die Kreislaufregulation hier etwas übersteuert. Das entspricht einer Absicherung, so dass eine Minderdurchblutung Ihres Gehirns und damit eine Ohnmacht verhindert wird.

Normalbefund. Die Blutdruckwerte im Liegen und im Stehen sollte jeweils in den bekannten Normbereichen von <140 mmHg systolisch und <90 mmHg diastolisch liegen. Es ist normal, wenn der Blutdruck vom Liegen zum Stehen gleichbleibt bzw. um 15 mmHg systolisch bzw. um 10 mmHg diastolisch ansteigt. Auch Ihre Herzfrequenz kann um bis zu 10 bpm ansteigen.

Blutdruck im Liegen höher als im Stehen

Hier gibt es 2 Möglichkeiten im Liegen pathologisch zu hoch oder im Stehen pathologisch zu niedrig.

Blutdruck im Liegen pathologisch hoch, im Stehen normal. Sind Ihre Blutdruckwerte im Liegen pathologisch erhöht, d.h. >139 mmHg systolisch oder >89 mmHg diastolisch und im Stehen normal, dann ist das nicht normal. Die Ursache ist unklar.

Wir erleben es in der Cardiopraxis allerdings häufiger, dass dieses Phänomen bei einer Behandlung mit einem Beta-Blocker bzw. dann vorkommt, wenn die untere Hohlvene als Hinweis auf zu viel Flüssigkeit im Gefäßsystem deutlich erweitert ist. Wir nehmen an, dass hier die vermehrte Wandspannung in den Herzvorkammern einen Schutzreflex mit Anspannung der Widerstandsgefäße in der Lungenstrombahn bzw. im Systemkreislauf verursacht. Folglich können nachgeschaltete Strukturen vor einer Überdehnung zu schützen werden. Wir kennen diesen Mechanismus von der Mitralklappenstenose und von der hochgradigen Linksherzinsuffizienz.

Der Beta-Blocker steigert hier die Wandspannung indirekt über eine Verringerung der Sogkraft des Herzens. Eine Anpassung der Medikation mit einer Gabe einer harntreibenden Substanz bzw. die Verringerung der Beta-Blockerdosis führen hier meistens zu einer Normalisierung des Befundes.

Blutdruck im Liegen normal, im Stehen pathologisch niedrig. Fällt der Blutdruck im Stehen von Normalwerten jeweils um mehr als 20 mmHg ab, dann ist das nicht normal. In den allermeisten Fällen ist dieses mit einem Anstieg der Herzfrequenz um >10 bpm verbunden und Folge eines Flüssigkeitsmangels, z.B. bei zu hoher harntreibender Medikation oder zu geringer Trinkmenge. In seltenen Fällen ist dieser Befund Ausdruck einer Linksherzschwäche oder eines schweren Herzklappenfehlers.

Blutdruck im Stehen höher als im Liegen – orthostatische Hypertonie

Steigt der Blutdruck systolisch um >15 mmHg systolisch bzw. >10 mmHg diastolisch vom Liegen zum Stehen an, dann ist das pathologisch. Ist der Blutdruck im Liegen normal und die Werte steigen erst im Stehen in den pathologischen Bereich an, dann sprechen wir von einer orthostatischen Hypertonie.

Der Grund für dieses Verhalten liegt in einer Fehlregulation des Kreislaufs. Meistens ist ein hoher Sollwert das Problem, wie es z.B. bei langer Dauer eines Bluthochdrucks vorkommt. Wenn Wir nun z.B. mit Medikamenten den Blutdruck senken, dann wir der zunächst normale Blutdruck als zu niedrig wahrgenommen und Ihr Körper versucht den Blutdruck im Stehen wieder auf den falsch-hohen Sollwert anzuheben. Hier müssen dann Medikamente, die diese Adrenalin-vermittelte Reaktion durchbrechen können, wie z.B. Moxonidin oder auch Reserpin zum Einsatz kommen.

Eine orthostatische Hypertonie ist durch den schnellen Wechsel von normalen zu deutlich erhöhten Blutdruckwerten eine besondere Gefährdung für Ihr Gehirn und häufig auch mit Benommenheit und Kopfschmerzen verbunden.

Wertvolle Blutdruckmessungen zu Hause gemessen

In der Cardiopraxis führen wir mit dem Finapres®-System hierfür z.B. den sog. Orthostase-Test im Liegen und im Stehen durch, bei dem wir nicht nur Blutdruck und Herzfrequenz, sondern gleichzeitig auch den Blutfluss für jeden einzelnen Herzschlag in Rückenlage und im Stehen messen. Folglich erhalten wir wertvolle Hinweise zur individuellen Therapieeinstellung.

Wie Sie gesehen haben, können Sie einen Teil dieses Tests auch zu Hause durchführen. Da sind wertvolle Informationen, die dann die Messungen in der Praxis ergänzen. Wir freuen uns immer, wenn Sie solche Messwerte mitbringen, weil wir so die Behandlung optimal individuell ausgerichtet können.

 

 

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

 

Blutdruck selber messen – eine Diagnose mit Konsequenzen

Die Selbstmessung des Blutdrucks ist wahrscheinlich neben der Bestimmung der Herzfrequenz und der Körpertemperatur die häufigste apparative Massnahme zur Erfassung von Daten zur eigenen Gesundheit überhaupt. Genauso wie bei Herzfrequenz und Körpertemperatur haben die meisten von uns ein grundlegendes Verständnis davon, was ein normaler Blutdruck und was ein Bluthochdruck ist.

Moderne Blutdruckmessgeräte – hoher Standard

Die im Handel angebotenen halb-automatischen Blutdruckmessung entsprechen in Qualität und Handhabung den professionellen Geräten in einer Arztpraxis oder im Krankenhaus. Die Geräte sind handlicher geworden, zuverlässig und die Daten lassen sich z.T. schon via Bluetooth auf das Handy übertragen, so dass eine anschauliche Dokumentation möglich wird.

Die meistens integrierte Analyse der Herzfrequenz erlaubt Hinweise auf Rhythmusstörungen. Inzwischen steht auch ein Gerät zur Verfügung, welches die integrierte Ableitung und Analyse eines 1-Kanal EKGs zum Nachweis von Vorhofflimmern erlaubt. Dieses hat eine vergleichbare Qualität wie das 1-Kanal EKG  wie z.B. das System von für die Apple Watch oder die Kardia Systeme von AliveCor. Darüber hinaus steht zu erwarten, dass in der Zukunft auch eine integrierte Bestimmung des Blutflusses eine genauere Kreislaufanalyse zulassen wird.

Blutdruck messen zu Hause – viele Vorteile

Die Heimblutdruckmessung hat neben den geringen Kosten und der weiten Verbreitung zahlreiche Vorteile.

Die Blutdruckmessung zu Hause erlaubt z.B. die Abgrenzung eines sog. Weißkittel-Effektes, d.h. eines Blutdrucks, der nur in eine Arztpraxis erhöht ist und zu Hause komplett normal ist. Darüber hinaus können wir bei Messungen zu verschiedenen Tageszeiten auch kritisch hohe Werte erfassen, während zu anderen Tageszeiten (und auch in der Arztpraxis) der Blutdruck völlig normal ist. Hier hat vor allem die Messung am Morgen und am Abend eine Bedeutung.

Messungen an mehreren Tagen und zu unterschiedlichen Tageszeiten und sogar Jahreszeiten geben uns als Ärzten wertvolle Hinweise. Darüber hinaus können Sie auch dynamische Messungen zu Hause ableiten, z.B. im Liegen und manche dem Aufstehen. Nicht zuletzt ist es so, dass Sie bei Befindlichkeitsstörungen, wie z.B. innere Unruhe, Kopfschmerzen und Luftnot über die Blutdruckmessungen Hinweise auf die Ursache gewinnen und eine besprochene Bedarfsmedikation einsetzen können, z.B. bei einer hypertensiven Entgleisung.

Die Grenzwerte für den Blutdruck sind niedriger als für die Messungen in einer Arztpraxis:

  • Normal – systolisch <140 mmHg und diastolisch <85 mmHg

Blutdruck messen zu Hause – Risiko Fehlmessungen

Einen entscheidenen Nachteil hat die Blutdruckmessung zu Hause, das Risiko der Fehlmessung. Wenn der Blutdruck falsch gemessen wird, kann das zu Fehldiagnosen und damit zu falschen Therapien und Nebenwirkungen führen. Schon in der Arztpraxis können hier in 40-60% falsche Werte erhoben werden, wenn nicht einige entscheidende Punkte beachtet werden. Im häuslichen Bereich kann die Fehlerquote sogar höher liegen.

Richtig Blutdruck messen – 9 kostbare Tipps

So misst man richtig:

  • zunächst 5 Minuten ruhig sitzen
  • beide Füße auf dem Boden, keine gekreuzten Beine (führt zu falsch-hohen Werten)
  • Messarm muss auf Unterlage ruhen
  • Messeinheit muss auf Herzhöhe sein
  • richtige Manschettengröße in Relation zu Oberarmumfang wählen (zu schmale Manschette = falsch-hohe Werte, zu breite Manschette = falsch-niedrige Werte)
  • Oberarmumfang: Breite x Länge
    < 24 cm: 10 x 18 cm
    24 bis 32 cm: 12 x 24 cm (Standardmanschette)
    33 bis 41 cm: 15 x 30 cm
    >41 cm: 18 x 36 cm
  • Manschette um unbekleideten Oberarm legen (Luftschlauch vorne, Verschluss hinten, Messpunkt auf Herzhöhe)
  • nicht sprechen, lesen oder Handy nutzen
  • bei Erstmessung an beiden Armen messen, den höheren Wert wählen und in der Zukunft an dem Arm mit dem höheren Wert messen

Blutdruckwerte dokumentieren 

Dokumentieren Sie Uhrzeit, systolischen und diastolischen Blutdruck sowie die Herzfrequenz. Bringen Sie am besten eine Kopie der Liste zu Ihrem nächsten Arztbesuch mit. Sollte Sie die Werte in einer App speichern, was wir empfehlen, dann ist es sinnvoll, dass Sie einen Ausdruck machen. So kann Ihre Ärztin oder der Arzt die Dokumentation zu seinen Unterlagen nehmen und im Verlauf vergleichen.

Wiliams B et al European Heart Journal 2018; 39:3021–3104

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Troponin – Zeichen für Schädigung des Herzmuskels auch ohne Herzinfarkt

Troponin sind Proteine, die sowohl in Skelett- als auch in Herzmuskelzellen vorkommen. Sie haben eine wesentliche Funktion für die jeweiligen Muskeln, weil Sie entscheidend am Zusammenziehen der Muskelfasern beteiligt sind.

Troponine aus Skelett- und Herzmuskelzellen sind unterschiedlich. Das Troponin, welches ausschließlich in Herzmuskelzellen vorkommt, nennen wir kardiales Troponin, kurz cTn. Wird eine Herzmuskelzelle geschädigt, dann erfolgt die vermehrte Freisetzung von cTn in die Blutbahn. Ab einem bestimmten Schwellenwert können wir cTn mittels Labortests im Blut nachweisen. Klinisch-wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass 12,5 % der behandelten Menschen auf Notaufnahmestationen ein erhöhtes cTn haben.

Irrtümlich wird der Nachweis von kardialem Troponin häufig mit der Diagnose „Herzinfarkt“ gleichgesetzt. Allerdings gibt es noch andere Ursachen für eine Erhöhung von cTn im Blut. Gerade die modernen hochempfindlichen Labortests für Troponin ergeben immer wieder erhöhte Werte, ohne dass ein Herzinfarkt vorliegt. So sind ca. 60% aller pathologisch erhöhten kardialen Troponinwerte nicht durch einen Herzinfarkt verursacht.

Fast allen gesteigerten cTn-Werten ist gemein, dass eine Schädigung von Herzmuskelzellen zugrunde liegt.

Troponin – Analyse im Labor und Schnelltest am Krankenbett

Wir unterscheiden grundsätzlich den aufwändigeren hoch-sensitiven Labortest und den Schnelltest am sogenannten Point of Action (am Krankenbett). Wichtig ist, dass gerade bei Symptomen und unauffälligem Test bei der ersten Bestimmung immer eine Kontrolle nach 1-3 Stunden erfolgt.

Troponin Labortest. Im Labor kann das Troponin mittels Fluoreszenz-Immunoessay bestimmt werden. Dieser Test ist sehr empfindlich und wenig störanfällig. Die Diagnose Herzmuskelschädigung gelingt bereits ab Konzentrationen von über 0,014 µg/l Troponin im Blut.

Die Bestimmung dauert unter optimalen Bedingungen in der Regel 15 bis 20 Minuten. Allerdings zeigt die Erfahrung im Alltag, dass die Zeit bis zum Befund in der Regel länger ist. Das ist abhängig von der Dauer der Blutentnahme, dem Transport der Blutprobe, der Verarbeitung derselben und schlussendlich der Befundübermittlung.

Schnelltest am Point of Care. Mit sogenannten einfachen Trockentests lässt sich direkt am Krankenbett feststellen, ob bei einem Menschen ein Troponin-positiver Befund vorliegt. Die Diagnose Herzmuskelschädigung erfolgt allerdings erst ab einem Schwellenwert von mehr als 0,4 µg/l. Das Ergebnis liegt im Vergleich zum Labortest bereits nach 10 bis 15 Minuten vor.

Hohes kardiales Troponin – akut oder chronisch?

Wir unterscheiden grundsätzlich eine akute von einer chronischen kardialen Troponinerhöhung.

Akute Erhöhung von cTn. Akut bedeutet hier, dass z.B. der Ausgangswert normal ist und der Wert über den oberen Schwellenwert ansteigt. Hierfür machen wir bei anfänglichem Normalbefund eine Kontrollmessung innerhalb von 1-3 Stunden. Ist der das kardiale Troponin in der Erstmessung bereits erhöht, dann zeigt z.B. ein Anstieg um >20% des Ausgangswertes bzw. um 50% des oberen Grenzwertes eines jeweiligen Tests eine akute Schädigung kann.

Chronische Erhöhung von cTn. Bleibt der kardiale Troponinwert auf einem stabil erhöhten Niveau, dann sprechen wir von einer chronischen Erhöhung,

Akut erhöhtes kardiales Troponin – mit Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt ist dadurch gekennzeichnet, dass eine Veränderung in einem oder mehreren der großen Herzkranzgefäße vorliegt. Meistens handelt es sich um eine strukturell fixierte Gefäßverengung durch Verkalkung bzw. um einen Gefäßkrampf mit jeweils nachfolgender Blutgerinnselbildung. Das Blutgerinnsel ist dann der kritische Faktor für einen anhaltenden bzw. vorübergehenden Gefäßverschluss.

Troponin ist der wichtigste Parameter zum Nachweis eines Herzinfarktes. Im Vergleich mit anderen Parametern steigt er früher, das heißt 3 Stunden nach Gefäßverschluss, an und bleibt über mehrere Tage im Blut messbar.

Je höher der Troponinwert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt. Das bedeutet z.B., dass ein 3-fach erhöhter Wert einen Herzinfarkt zu 60 Prozent wahrscheinlich macht und ein 5-fach erhöhter Wert eine 90-prozentige Wahrscheinlichkeit besitzt.

Für die Diagnose „Herzinfarkt“ reicht die alleinige Bestimmung von cTn nicht aus. Weitere Diagnosekriterien sind

  • Symptome, z.B. neu aufgetretene anhaltende Angina pectoris
  • neue bzw. typische EKG-Veränderungen
  • regionale Wandbewegungsstörungen des Herzmuskels, z.B. im Herzultraschall
  • Nachweis eines kompletten bzw. teilweisen Gefäßverschlusses in der Koronarangiografie

Gerade dann, wenn die genannten Kriterien nicht ganz eindeutig sind, z.B. bei Symptomen und nicht-eindeutigen EKG-Veränderungen, dann erweist sich der Troponin-Schnelltest am Krankenbett als besonders wertvoll.

Bei einem Herzinfarkt müssen wir sehr schnell entscheiden, ob ein Herzkatheter zur Eröffnung eines verschlossenen Herzkranzgefäßes durchgeführt wird. Je länger bei einem Herzinfarkt die Arterie verschlossen ist, desto mehr Herzmuskel stirbt ab.

Das ist besonders wichtig auf der Notaufnahmestation in der Nacht. Ist das kardiale Troponin auch in einer Verlaufsmessung nicht erhöht, dann ist das Risiko für den Patienten niedrig und ein Herzkatheter kann gegebenenfalls am kommenden Morgen vorgenommen werden. Ist das Troponin allerdings positiv, dann besteht eine hohe Dringlichkeit: Der Herzkatheter wird bereits in der Nacht durchgeführt, um einen weiteren Untergang von lebenswichtigem Herzmuskelgewebe zu verhindern.

Auch in der Arztpraxis hilft der Troponin-Schnelltest bei der Diagnose eines Herzinfarktes.

Akut erhöhtes kardiales Troponin – ohne Herzinfarkt

Ist das kardiale Troponin akut erhöht und treffen die Kriterien für die Diagnose eines Herzinfarktes nicht zu, dann müssen wir an andere Ursachen für den Untergang von Herzmuskelgewebe denken. Im Zweifel wird zur absoluten Diagnosesicherung bei akuten Erhöhungen fast immer ein Herzkatheter vorgenommen, denn ein akuter Verschluss einer Herzkranzarterie kann mittels Kathetereingriff (z.B. Stent) sehr gut behandelt werden und lebensrettend sein.

Ist der Herzinfarkt sicher ausgeschlossen, dann unterscheiden wir kardiale und nicht-kardiale Ursachen.

Kardiale Ursachen. Diese sind durch Veränderungen gekennzeichnet, die direkt im Herzen ihren Ursprung haben. Zum Beispiel:

Die Mechanismen, die hier zur Freisetzung von kardialem Troponin führen, sind neben der Entzündung (z.B. Myokarditis) vor allen Dingen vermehrte Druckbelastungen (z.B. Bluthochdruckkrise, Lungenembolie). Durch eine zu hohe Druckbelastung der Herzkammer und die damit verbundene gesteigerte Wandspannung können die Herzkranzarterien das sauerstoffreiche Blut nicht mehr so gut in die Muskulatur fördern. Folglich können Herzmuskelzellen absterben.

Nicht-Kardiale Ursachen. Diese haben ihren Ursprung außerhalb des Herzens und haben sekundär Veränderungen am Herzen zur Folge. Zum Beispiel:

  • akutes Nierenversagen
  • systemische Entzündung (Sepsis)
  • Blutarmut (Anämie)
  • zu geringer Sauerstoffgehalt des Blutes (Hypoxie)
  • zu niedriger Blutdruck
  • Medikamente
  • Schlaganfall und Hirnblutung
  • Störungen der Skelettmuskulatur (Rhabdomyolyse)
  • extreme körperliche Anstrengung

Zum Teil sind die Mechanismen hier unklar. Zum Beispiel können bei extremer Freisetzung von Troponin aus der Skelettmuskulatur falsch-positive Testergebnisse vorkommen.

Chronisch erhöhtes kardiales Troponin 

Wir sehen immer wieder Menschen, bei denen das cTn erhöht ist, ohne dass es zu nennenswerten Schwankungen kommt oder akute Symptome vorliegen. Auch hier unterteilen wir in kardiale und nicht-kardiale Ursachen.

Kardiale Ursachen. Zum Beispiel:

  • chronische Herzschwäche
  • Zellzerstörung durch Anreicherung von Stoffwechselprodukten (sog. infiltrative Kardiomyopathie, z.B. Amyloidose)
  • Herzmuskelerkrankung (hypertrophe Kardiomyopathie)
  • stabile Koronare Herzkrankheit
  • Bluthochdruck
  • Herzklappenerkrankung
  • anhaltende Rhythmusstörungen

Nicht-kardiale Ursachen. Zum Beispiel:

  • chronische Nierenschwäche
  • Lungenhochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Medikamente
  • Vergiftungen

Bei chronischer Nierenschwäche ist nicht immer sicher, ob die Steigerung von cTn durch eine vermehrte Freisetzung aus den Herzmuskelzellen oder durch eine verringerte Ausscheidung verursacht wird.

Erhöhtes Troponin – erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Sterblichkeit in der Zukunft

Der Troponin-Test ist und bleibt ein wichtiger Baustein bei der Diagnose eines akuten Herzinfarktes, gerade der Troponin-Schnelltest ist hier von herausragender Bedeutung.

Allerdings wird durch die hoch-sensitiven Labortests in der Zukunft eine bessere Risikostratifizierung gerade bei Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen möglich, auch wenn ein Herzinfarkt ausgeschlossen ist. Die Relevanz wird hier alleine dadurch deutlich, dass das Risiko für kardio-vaskuläre Ereignisse, wie z.B. Herzinfarkt und Schlaganfall innerhalb von 5 Jahren um 70% erhöht ist, die 5-Jahressterblichkeit beträgt 30%.

Folglich, wird bei Ihnen ein erhöhtes Troponin gemessen, dann ist immer eine Ursachenabklärung erforderlich, auch wenn ein Herzinfarkt ausgeschlossen ist.

 

 

 

 

 

 

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Die Ejektionsfraktion – ein Mass für die Herzkraft

Die Leistungsfähigkeit Ihres Herz-Kreislaufsystems wird von verschiedenen Faktoren bestimmt. Hierzu zählen wir wesentlich das Füllungsvolumen des Blutgefäßsystems, die Funktionsfähigkeit der Herzklappen, die Pumpkraft des Herzens, die Herzfrequenz, den Gefäßwiderstand, gegen den das Herz Blut in den Körper pumpen muss und die komplexen Mechanismen des venösen Rückstroms. Übergeordnet steuert das vegetative Nervensystem das komplexe Zusammenspiel dieser Komponenten.

Die Auswurfleistung, die sog. Ejektionsfraktion der Hauptkammern des Herzens, und hier vor allen Dingen die der linken Kammer sind ein wichtiges Maß für die Leistungsfähigkeit Ihres Herzens.

Linke Herzhauptkammer – besonders hohe Arbeitsbelastung

Die linke Herzhauptkammer, der sog. linke Ventrikel ist dem arteriellen Gefäßsystem vorgeschaltet und pumpt sauerstoffreiches Blut in den Körperkreislauf. Folglich muss der linke Ventrikel gegen die Schwerkraft und gegen den Gefäßwiderstand einen ausreichenden Druck aufbauen, um den Körper zu durchbluten und den Kreislauf aufrecht zu erhalten.

Der linke Ventrikel baut dabei ca. 6-mal so viel Druck auf wie der rechte Ventrikel, der der Lungenstrombahn vorgeschaltet ist. Kurzum, die Arbeitsbelastung des linken Ventrikels ist besonders hoch. Neben der hohen Arbeitsbelastung kommt noch hinzu, dass Herzmuskelzellen selber sehr stark auf die Sauerstoffversorgung durch die Herzkranzarterien angewiesen sind. Folglich ist gerade Ihre linke Herzhauptkammer durch die hohe Arbeitsbelastung bzw. den hohen Sauerstoffbedarf und die Abhängigkeit von der Sauerstoffversorgung besonders anfällig für Störungen.

Somit ist die Bewertung der Funktion des linken Ventrikels für die Bewertung Ihrer Herz-Kreislaufgesundheit von besonders großer Bedeutung. Neben der Funktion der Herzklappen und der Füllungsleistung, der sog. diastolischen Funktion bewerten wir hier vor allen Dingen Auswurfleistung des linken Ventrikels, die sog. linksventrikuläre Ejektionsfraktion.

Die linksventrikuläre Ejektionsfraktion wird berechnet

Die Bestimmung linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) erfolgt über die Messung des Herzvolumen zu bestimmten Phasen der Herzaktion. Hierfür gehen wir schrittweise vor.

Kammervolumina bestimmen. Hierfür ermitteln wir die Füllung der linken Herzhauptkammer in Milliliter zum Zeitpunkt der maximalen Füllung der Kammer, das sog. enddiastolischen Volumen (EDV) und dann, wenn der maximale Auswurf erfolgt ist, das sog. endsystolische Volumen (ESV). Diese dreidimensionalen Größen werden aus der zweidimensionalen Darstellung einzelner Bilder abgeleitet und über eine Formel errechnet.

Schlagvolumen berechnen. Ziehen wir vom enddiastolischen Volumen das endsystolische Volumen ab, dann erhalten wir ein Maß für die Menge an Blut, die die Herzkammer auswirft, das sog. Schlagvolumen in ml (EDV-ESV = Schlagvolumen = SV).

Auswurfleistung berechnen. Teilen wir nun das Schlagvolumen durch das enddiastolische Volumen multiplizieren mal 100, dann erhalten wir den prozentualen Anteil, den das Herz bei einer Herzaktion ausgeworfen hat, die Ejektionsfraktion in % (SV / EDV x 100 = Ejektionsfraktion = EF).

Normwert Ejektionsfraktion – häufig Anlass für Missverständnisse

Häufig hören wir von Menschen, die uns besuchen, den Satz „mein Herz pumpt nur noch 45%“. Die Betroffenen sind dann sehr besorgt, weil sie glauben, dass ihr Herz nur noch zu 45% „funktioniert“ ist. Das ist nicht der Fall.

Der Normwert für die linksventrikuläre Ejektionsfraktion beträgt in Ruhe 55-65%. Unter maximaler Belastung steigt dieser Wert bis auf 75% an. Das bedeutet, dass Ihr Herz sich nie „leer pumpt“ und die Auswurfleistung nie 100% beträgt. Das führt häufig zu Missverständnissen.

Die Richtwerte für die linksventrikuläre Ejektionsfraktion sind wie folgt festgelegt. Dabei orientieren sich die gewählten Grenzen wesentlich an der Langzeitüberlebenswahrscheinlichkeit, je niedriger die Ejektionsfraktion, desto niedriger die Lebenserwartung.

  • 55% – 70% – normal
  • 40 – 54% – leichtgradig eingeschränkt
  • 35 -39% – mittelgradig eingeschränkt
  • <35% – hochgradig eingeschränkt

In der Literatur finden Sie unterschiedliche Angaben für den Bereich zwischen 35 und 55%. So wird z.B. manchmal der Bereich zwischen 35 und 39% als höhergradig eingeschränkt bezeichnet. Unstrittig bei der Nomenklatur ist allerdings: Werte ab 55% sind normal, Werte unter 35% als hochgradig eingeschränkt zu bewerten.

Bezogen auf unser kleines Beispiel hat der der Mensch mit einer Ejektionsfraktion von 45% also nur eine leichtgradige Einschränkung der Ejektionsfraktion und damit eine vergleichsweise gute Lebenserwartung.

Methoden zur Bestimmung der Ejektionsfraktion des Herzens

Wir können die Auswurfleistung mit verschiedenen bildgebenden Verfahren zur Darstellung der linken Herzhauptkammer bestimmen. Das funktioniert z.B. im Alltag von Kardiologen sehr gut mit dem Herzultraschall oder dem Herzkatheter.

Der Goldstandard, d.h. die genaueste Methode zur Erfassung der Ejektionsfraktion ist die Magnet-Resonanz-Tomografie des Herzens, das Kardio-MRT. Sie wird vor allen Dingen dann eingesetzt, wenn es darum geht wichtige therapeutische Entscheidungen zu treffen, z.B. ob ein automatischer implantierbarer Defibrillator eingesetzt wird oder nicht.

Bei der Bestimmung der Auswurfleistung gibt es 2 potentielle Probleme, die wir berücksichtigen müssen, der Art der Messtechnik und der Variabilität in Abhängigkeit von anderen Kreislaufgrößen.

Ejektionsfraktion – Probleme der Messtechnik

Um die Ejektionsfraktion zu ermitteln wird die Herzkammer in einer zweidimensionalen Darstellung, d.h. von einem Bild zu unterschiedlichen Phasen der Herzaktion „abgezeichnet“. Dann errechnen wir wird über eine Formel das Volumen. Das Herz und damit auch die ermittelte Größe des Volumens sind aber dreidimensional. Folglich kann eine errechnete Ejektionsfraktion nur eine Annäherung an das tatsächliche Volumen sein.

Darüber hinaus hängt die Genauigkeit auch davon ab, wie genau man „abzeichnet“ und somit davon, dass man sich nicht „verzeichnet“.

Ejektionsfraktion – Probleme der Variabilität

Die Ejektionsfraktion hängt von anderen Größen des Herz-Kreislaufsystems, vor allen Dingen von dem nachgeschalteten Gefäßwiderstand ab. Ist der Gefäßwiderstand hoch, was in der Regel mit einem erhöhten Blutdruck verbunden ist, dann ist die Auswurfleistung erniedrigt. Senken wir den Blutdruck mit einem gefäßerweiternden Medikament, dann steigt die Auswurfleistung in der Regel. Das kann erhebliche Schwankungen zur Folge haben, so beträgt z.B. die Ejektionsfraktion vor Therapie 45% und nach Einsatz von Medikamenten 50%.

Darüber hinaus haben der Füllungszustand des Herz-Kreislaufsystems und die Aktivierung des vegetativen Nervensystems einen erheblichen Einfluss.

Die Ejektionsfraktion ist somit als ein Summenwert mit vielen Einflussgrößen zu verstehen. Folglich ist die Bestimmung der Ejektionsfraktion eine Momentaufnahme mit einer Variabilität über die Zeit.

Die linksventrikuläre Ejektionsfraktion – bewährter Messparameter in Studien und in der Praxis

Die linksventrikuläre Ejektionsfraktion ist ein bewährtes Mass zur Risikostratifizierung in Studien. Hier wird häufig der Erfolg einer Maßnahme, z.B. eines Medikaments bei Gruppen mit unterschiedlicher Ejektionsfraktion bewertet. Das hat dann z.B. zum Ergebnis, dass die Gabe eines bestimmten Medikaments nur bei einer Auswurfleistung von <35 % als medizinisch sinnvoll erkannt wird.

In der alltäglichen Praxis hilft uns die Bestimmung der Ejektionsfraktion bei der Erfassung des individuellen Risikos. Ist die Ejektionsfraktion sehr niedrig, dann müssen nicht nur bestimmte Medikamente eingesetzt werden, sondern wir müssen die Implantation eines Implantierbaren Cardioverter Defibrillators (ICD) zum Schutz bei erhöhtem Risiko von ventrikulären Rhythmusstörungen in Erwägung ziehen. Darüber hinaus müssen wir Menschen mit einer hochgradig eingeschränkten Ejektionsfraktion immer engmaschig medizinisch überwachen.

Ein weiterer Aspekt ist, dass wir mit der Ejektionsfraktion einen Messparameter zur Therapiesteuerung bei Herzschwäche haben. Für die Feinstellung von Medikamenten nutzen wir in der Cardiopraxis hier die unblutige Kreislaufmessung mit dem FinapresⓇ -System. So können wir häufig erkennen, dass die optimale Entlastung der linken Herzhauptkammer auch zu einer Verbesserung der Ejektionsfraktion und damit eine Prognoseverbesserung zur Folge hat.

 

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Der Baroreflex – Schutzmechanismus vor zu viel Druck und Dehnung

Ihr Herz-Kreislaufsystem ist ein hydraulisches System, welches wesentlich durch die physikalischen Größen Druck und Fluss bestimmt wird. Folglich dient das System wesentlich dem Transport, vor allen Dingen dem Zu- und Abtransport von Nähr- bzw. Abbaustoffen, dem Transport von Hormonsignalen und der Temperaturregulation.

Allerdings muss das Herz-Kreislaufsystem auch sich selber schützen, damit es nicht geschädigt wird. Daher dient die Druckregulierung nicht nur der Durchblutung, sondern auch dem Schutz vor zu hohem Druck bzw. Überdehnung von Arterien und Venen. Hierfür hat Ihr Körper verschiedene Schutzreflexe. Einer der wichtigsten Schutzreflexe ist der Baroreflex.

Baroreflex – Schutz vor allem für das Gehirn

Ihr Gehirn ist besonders druckempfindlich und benötigt daher stabile Druckverhältnisse, um richtig zu funktionieren. Falls Sie an Blutdruckschwankungen leiden, dann haben Sie das sicherlich schon einmal gemerkt. Bei zu hohen Werten spüren Sie Kopfschmerzen oder ein stumpfes Gefühl im Kopf. Bei zu niedrigem Druck merken sie Benommenheit bis hin zu Ohnmachtsanfällen.

Der Baroreflex hat eine seiner Hauptmessstationen in der Gablung der hirnversorgenden Halsarterien. Das sog. Glomus caroticum ist ein Nervengeflecht, welches sowohl über Druck- als auch Dehnungsrezeptoren verfügt.

Die Signale werden kontinuierlich gemessen und an den Hirnstamm zur unbewussten Informationsverarbeitung weitergeleitet. Hier findet der Abgleich mit dem Sollwert statt. Das geschieht in wenigen 100 ms durch das vegetative Nervensystem.

Das Steuerungszentrum ist mit den peripheren Blutgefäßen und dem Herzen verbunden. Der Sinusknoten, der „Taktgeber“ des Herzens ist so mit dem Glomus caroticum in der rechten Halsarterie verbunden. Das linke Sensororgan ist mit dem AV-Knoten, dem elektrischen „Verzögerer“ im Herzen verknüpft.

Druck zu hoch. Ist Ihr Blutdruck zu hoch, dann steuert der Baroreflex gegen, indem die Herzfrequenz gesenkt und die Blutgefäße erweitert werden. Folglich wird Ihr Herz-Kreislaufsystem entlastet.

Druck zu niedrig. Ist Ihr Blutdruck zu niedrig, dann steigt die Herzfrequenz und die Blutgefäße spannen sich an. Das hält in Ihrem Kreislauf den Durchblutungsdruck stabil, so dass alle Organe, und allen voran das Gehirn auch gegen die Schwerkraft ausreichend mit Blut versorgt sind.

Baroreflex – zu hohe Empfindlichkeit mit Risiko für Ohnmachtsanfälle

Ist das Glomus caroticum zu empfindlich, dann kann der Baroreflex übersteuern. Ihr Blutdruck und Ihre Herzfrequenz fallen zu stark ab, das kann beim einfachen hypersensitiven Carotissinus ohne Symptome von statten gehen. Treten Symptome wie Benommenheit und Ohnmachtsanfälle auf, dann sprechen wir vom Carotin-Sinus-Syndrom.

Baroreflex-Test

Die Empfindlichkeit Ihres Baroreflexes, also das Verhältnis zwischen Herzfrequenz und Blutdruck kann bei simultaner kontinuierlicher Messung, z.B. mit dem Finapres-System getestet werden. Die Methodik ist aufgrund des apparativen Aufwandes nicht weit verbreitet.

Vor dem Baroreflex-Test überprüfen wir Ihre Halsschlagadern mittels Ultraschall auf Verengungen. Ist eine hirnversorgende Arterie verschlossen oder hochgradig verengt, dann können wir den Test nicht durchführen. Beim Baroreflex-Test selber massieren wir jeweils eine Halsschlagader mit dosiertem Druck. In der Regel wird nur die Herzfrequenz mittels EKG aufgezeichnet. Folgt dem Druck eine EKG-Pause von mehr als 3,0 Sekunden, dann bewerten wir den Carotissinus als hypersensitiv, also als überempfindlich.

Wichtig ist, dass der Baroreflex-Test nicht nur im Liegen, sondern auch im Stehen durchgeführt wird. Im Stehen ist der Carotissinus empfindlicher und die diagnostische Aussagekraft steigt erheblich.

Die schlussendliche Relevanz eines hypersensitiven Carotis Sinus wird an Ihren Symptomen während des Tests, spontan im Alltag, und an den Ergebnissen von Langzeit-EKGs fest gemacht. Auf dieser Grundlage entscheiden wir dann, ob ein Carotis-Sinus-Syndrom vorliegt  und legen gemeinsam das weitere Vorgehen fest, z.B. ob ein Herzschrittmacher erforderlich ist.

 

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Task Force of the European Society of Cardiology 2018;30:e43-e80

 

 

 

 

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Social Media – integraler Bestandteil der Partnerschaftlichen Medizin

Cardiopraxis steht für Partnerschaftliche Medizin. Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Konzeptes. Neben den Gesprächen in der Praxis und den Arztbriefen vermitteln wir auch medizinische Informationen auf unserer Homepage www.cardiopraxis.de und in den Sozialen Medien: Facebook, Instagram und unsere WhatsApp-Broadcastgruppe zählen dazu.

Partnerschaftliche Medizin: Profi-Partner und Laien-Partner

Uns sehen wir dabei als Profi-Partner, den medizinischen Laien bzw. sogenannten Patienten als Laien-Partner. In vielen Berufsjahren haben wir gelernt, dass gerade in der Herz-Kreislaufmedizin der informierte Laien-Partner langfristig gesund bleibt.

Durch gute Informationen können auch Sie Ihre Gesundheit langfristig erfolgreich gestalten und im Bedarfsfall, z.B. bei den Symptomen eines Herzinfarktes, rechtzeitig Hilfe suchen. Das kann lebensrettend sein! Darüber hinaus sollen Sie befähigt werden, Ihre persönliche Situation oder die eines anderen Menschen richtig einzuschätzen. Und Sie sollen auch andere Informationsquellen kritisch bewerten können, um zum Beispiel beim Hausarztbesuch die richtigen Fragen zu stellen.

Inhalte für die Beiträge: Evidenz-basiert und mit viel beruflicher Erfahrung

Unser Ziel ist es, praktisches medizinisches Wissen in verständlicher Form zu vermitteln. Die Themenwahl orientiert sich dabei wesentlich an den Problemen, denen wir uns in unserer alltäglichen Arbeit stellen. Häufig kommen wertvolle Anregungen von den Menschen, die uns besuchen und uns um Rat und Tat bitten. Der Mehrwert für uns als Ärztinnen und Ärzte: Wir können lernen, indem wir unser eigenes Wissen neu strukturieren.

Wir legen großen Wert auf Authentizität unserer Beiträge. Daher erstellen die Ärztinnen und Ärzte der Cardiopraxis die Inhalte selbst. Grundlage dafür ist die sogenannte evidenz-basierte Medizin in Verbindung mit unserer Berufserfahrung. Unser Wissen stellen wir in einen wissenschaftlich-ganzheitlichen Kontext und bearbeiten dabei auch Grenzgebiete der Herz-Kreislaufmedizin – etwa die Bedeutung des vegetativen Nervensystems,des Schlafes oder auch der Chronbiologie.

Cardiothek: Jede Woche Videos und Textbeiträge für Sie

Um die vielfältigen Themen zu vermitteln, erstellen wir für Sie jede Woche ein Video und Textbeiträge in Form von Textbildern und längeren Blogbeiträgen. Wenn wir Texte erarbeiten, haben wir einen hohen Anspruch an Verständlichkeit und wissenschaftliche Genauigkeit. Letzteres erfordert meist eine intensive Recherche der wissenschaftlichen Literatur. Die Texte werden von mehreren Autoren bewertet, so dass ein Beitrag auch mal über mehrere Wochen redaktionell bearbeitet wird.

Die Videos sind eine besondere Herausforderung. Denn hier müssen wir das Zusammenspiel von bewegten und textlichen Bildern besonders genau planen und zu einem verständlichen Ergebnis kommen. Als Team haben wir uns dabei in den letzten Jahren erheblich weiterentwickeln können. Die Videos dreht, schneidet und vertont der freie Journalist und Internetexperten Jörg Schieb, so dass die Themen auch für Sie verständlich aufbereitet werden.

Cardiopraxis in Social Media: Facebook, Instagram und WhatsApp

Wir vermitteln unsere Beiträge über verschiedene Kanäle im Internet. Unsere Seiten bei Instagram und Facebook sind überregional, mit einem deutlichen Schwerpunkt im Umkreis unserer beiden Standorte Düsseldorf und Meerbusch. Alle Altersgruppen mit potenziellen Herz-Kreislaufproblemen können wir so erreichen: Bei Instagram liegt der Altersdurchschnitt unter und bei Facebook über 45 Jahre. Die WhatsApp-Broadcastgruppe umfasst alle Altersgruppen – die älteste (sehr aktive) Teilnehmerin ist mit 89 Jahren beigetreten. Fast alle Menschen in dieser Gruppe haben uns in der Cardiopraxis auch schon mindestens einmal besucht.

Besondere Services der Cardiopraxis: Selbsthilfekurse und Mediarezepte

Alle medialen Beiträge finden Sie gesammelt in der Cardiothek auf unserer Homepage www.cardiopraxis.de. Hier haben Sie auch die Möglichkeit, gezielt nach Themen zu suchen. Eine Besonderheit, die Sie nur auf der Homepage finden, sind die Selbsthilfekurse. Sie behandeln bestimmte handlungsorientierte Themen, wie z.B. „Herzinfarkt – sofort erkennen“ oder „Vorhofflimmern – selber erkennen“. Diese Selbsthilfekurse nutzen wir täglich auch als Mediarezepte für Menschen, die von uns persönlich im Gespräch beraten werden. Ziel ist es, dass diese Menschen für sie relevante Themen über das Gespräch hinaus vertiefen können. Das geht ganz einfach: das passende Mediarezept verschicken wir per E-Mail oder Textmessaging, der Empfänger kann es sich in Ruhe zuhause anschauen.

Homepage Cardiopraxis: Noch mehr Services für Sie in Zukunft

Die Homepage werden wir in Zukunft immer weiter zu einem Servicecenter für Herz-Kreislaufgesundheit ausbauen. Im Vordergrund stehen dabei die Bedürfnisse der Menschen, die wir täglich in der Cardiopraxis betreuen: zum Beispiel die Online-Terminvereinbarung (geht jetzt schon), Folgerezeptanforderung und Online-Sprechstunde. Unser Ziel ist eine moderne dynamische Homepage, die mithilfe guter Informationen und Interaktivität zu Ihrer individuellen Gesundheit beiträgt.

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Die Leber verstoffwechselt Medikamente

Damit Medikamente optimal wirken und zu keinen Nebenwirkungen führen, muss der menschliche Körper sie verstoffwechseln können. Manchmal ist es erst die biochemische Verarbeitung durch den Körper selbst, die aus einer sogenannten Pro-Drug, einem „Vormedikament”, die eigentlich wirksame Substanz „herstellt”.

Besonders wichtig für die Verstoffwechselung von Medikamenten ist die Leber. Sie ist das erste große Stoffwechselorgan, welches dem Darm und somit dem Aufnahmeort der meisten Präparate, nachgeschaltet ist. In der Leber wiederum ist es auf zellulärer Ebene das Cytochrom-P450-System, das vor allen anderen Systemen für den Ab- und Umbau von Medikamenten am wichtigsten ist, denn 90% aller Medikamente werden hier verarbeitet.

Cytochrome, auch CYPs genannt, sind Eiweiße, die vor allen Dingen wasserunlösliche Substanzen in wasserlösliche Stoffe umwandeln. Dadurch können diese besser ausgeschieden werden, zum Beispiel über die Niere. Für unterschiedliche Medikamente benötigt der Organismus unterschiedliche CYPs. So hat der Mensch 57 verschiedene CYPs. Eines der wichtigsten Cytochrome ist CYP3A4, hierüber werden bis zu 50 Prozent aller Medikamente verarbeitet.

Stoffwechsel von Medikamenten: bei jedem Menschen unterschiedlich durch Genetik

Menschen sind auch in Bezug auf das Cytochrom-System genetisch unterschiedlich. Variiert ein einzelnes CYP, z.B. CYP3A4 in seiner Ausprägung, dann nennen wir das einen Genpolymorphismus. Diese Genpolymorphismen sind ein wesentlicher Grund dafür, dass Menschen auf Medikamente mit unterschiedlicher therapeutischer Wirkung und mit unerwünschten Nebenwirkungen reagieren.

Wir unterscheiden:

  • slow metabolizer
  • normal metabolizer
  • fast metabolizer

„Slow metabolizer” bedeutet, dass ein CYP bedingt durch eine genetische Veränderung vergleichsweise langsam arbeitet. „Fast metabolizer” steht dafür, dass ein CYP besonders schnell eine angebotene Substanz umwandelt. Das erklärt auch, warum eine Substanz bei einigen Menschen gut wirken kann („normal metabolizer”), bei anderen aber nicht so gut, weil es z.B. zu schnell abgebaut wird („fast metabolizer”).

Über genetisch festgelegte Veränderungen erklärt sich auch ein Teil der Nebenwirkungen von Medikamenten. Ein zu langsamer Abbau des medizinischen Wirkstoffes („slow metabolizer”)  kann eine überstarke Anhäufung des Medikaments im Körper zur Folge haben. Das wiederum verursacht toxische Nebenwirkungen und der Körper ist überfordert.

Medikamente und Nahrungsmittel beeinflussen CYPs des Cytochrom P450 Systems

Medikamente und Nahrungsmittel können die Funktion von CYPs beeinflussen. Wir unterscheiden:

  • Substrate
  • Inhibitoren
  • Induktoren

„Substrat” bedeutet, dass ein Medikament von einem bestimmten CYP verarbeitet wird, z.B. Metoprolol über CYP 3A4. Der Stoffwechsel hängt also hier wesentlich davon ab, wie ein einzelnes CYP genetisch festgelegt ist.

Problematisch wird es bei „Inhibitoren”. Sie blockieren mehr oder weniger ein CYP und hemmen so den Abbau von anderen Medikamenten. Das können übrigens auch Nahrungsmittel sein, wie z.B. Grapefruit bei CYP3A4.

„Induktoren” hingegen beschleunigen die Stoffwechselrate von CYPs, so z.B. Johanniskraut bei CYP3A4. Entsprechende Medikamente werden dann schneller abgebaut und sind bei den betroffenen Menschen weniger wirksam. Das gilt übrigens auch für die kombinierte Einnahme der Anti-Baby-Pille mit Johanniskraut.

Ein Medikament beeinflusst häufig mehrere Cytochrome

Die meisten Menschen bekommen gleich mehrere Pillen verschrieben, z.B. bei der Behandlung von Koronarer Herzkrankheit, Herzschwäche oder Bluthochdruck. So wird der Abbau von Medikamenten noch komplizierter.

Verschiedene Medikamente werden über denselben Stoffwechselweg abgebaut, z.B. Metoprolol (Beta-Blocker), Lercanidipin (Kalziumantagonist) und Irbesartan (AT-Blocker) über CYP3A4. So kann auch bei einem CYP3A4 „normal-metabolizer” zu einer Überlastung von CYP 3A4 auftreten. Erstrecht, wenn es sich bei dem behandelten Menschen um einen „slow-metabolizer” handelt.

Meistens nutzt dasselbe Medikament verschiedene CYPs für den Abbau. Der häufig eingesetzte Beta-Blocker Metoprolol z.B. wird über CYP3A4 und CYP2D abgebaut. Andere Substanzen nutzen weit mehr und bis zu 7 CYPs. Bei den häufig genutzten Medikamenten des Herz-Kreislaufbereichs interagiert ein Medikament (Substrat, Inhibitor, Induktor) mit durchschnittlich mit 2,1 CYPs.

Genvarianten des Cytochrom-System bestimmen: ein Schritt in die richtige Richtung

Genetische Veränderungen von Cytochromen kann man heutzutage unkompliziert und zuverlässig molekular-genetisch mit Hilfe einer Blutprobe im Labor bestimmen. Allerdings liegen die Kosten für die notwendige komplette Charakterisierung zwischen 300 und 400 Euro. Diese werden nur von einem Teil der privaten Krankenkassen und gar nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

In der Cardiopraxis empfehlen wir Ihnen einen solchen Test, falls aufgrund von medikamentösen Nebenwirkungen der begründete Verdacht auf einen sogenannten Genpolymorphismus besteht. Wir raten Ihnen vor allen Dingen dann dazu, wenn Sie mit einer lebenslangen Einnahme von Medikamenten rechnen müssen. So können die aktuellen Medikamente überprüft werden und auch bei neuen Präparaten später Nebenwirkungen vermieden werden.

Medikamenteninteraktionen: So gehen wir praktisch in der Cardiopraxis vor

Es folgen jetzt einige Abschnitte, die eigentlich für Ärztinnen und Ärzte gedacht sind, die lernen wollen mit dem Cytochrom-System praktisch umzugehen. Falls Ihnen das verständlicherweise zu kompliziert ist, dann können Sie gerne zum letzten Abschnitt „Nebenwirkung von Medikamenten…” springen.

Leider stehen uns molekular-genetische Analysen nur gelegentlich zur Verfügung. Wie gehen wir da in der Cardiopraxis nun praktisch vor? Wir führen eine Cytochrom-Liste mit fast allen Medikamenten, die wir zur Therapie Ihres Herz-Kreislaufsystems nutzen. In dieser Liste ordnen wir den Medikamenten die verschiedenen CYPs mit ihren jeweiligen Eigenschaften zu. Diese Liste ist nur ein Beispiel wie Sie die Zuordnung machen können.1

Schritt 1: Verdacht schöpfen

Alles beginnt mit einem Problem. Bei zahlreichen Medikamenten kennen wir das Potenzial für Interaktionen. Z.B. ist das Herzrhythmusmedikament Amiodaron ein starker Inhibitor von CYP2C9 und Blutdrucksenker wie Irbesartan und Candesartan müssen in der Regel deutlich geringer dosiert werden.

Wenn ein Mensch von einer neuen Nebenwirkung berichtet, dann kann das schon auf eine Abbaustörung durch ein verändertes CYP hinweisen. Das gilt vor allen Dingen dann, wenn es sich um allgemeine Unverträglichkeit handelt.

Ein weiterer Ansatzpunkt: Wenn bei einem neuen Medikament eine stärkere Wirkung einer schon länger genommenen Substanz eintritt. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, dass Sie seit Jahren den Beta-Blocker Metoprolol in niedriger Dosierung einnehmen. Dabei lag Ihre Herzfrequenz in Ruhe bisher immer bei ca. 72 bpm. Nun erhalten Sie im Krankenhaus zusätzlich den Thrombozytenblocker Clopidogrel. Sie berichten nun über neu aufgetretene Benommenheit und eine Herzfrequenz von 56 bpm.

Was ist passiert?

Schritt 2: Interaktion zwischen Medikament und Cytochrom klären

Im ersten Schritt schauen wir, ob das unter Nebenwirkungsverdacht stehende Clopidogrel überhaupt über ein CYP verarbeitet wird. Wenn wir unsere CYP-Liste nicht zur Hand haben, dann schauen wir im Internet in der Datenbank „drugbank” nach. Hier finden wir unter „Predicted ADMET Features“ die sogenannte pharmakokinetische Eigenschaft des Medikaments: „A” steht für „Adsorption” (= Aufnahme), „D” für „Distribution (= Verteilung), „M” für „Metabolism” (= Stoffwechsel), „E” für „Excretion” (= Ausscheidung) und „T” für „Toxicity” (= Giftigkeit).

In der Spalte 1 „Property” sind die potenziellen Eigenschaften des Medikaments in Bezug auf das CYP-System aufgelistet. Darauf wurde es laborchemisch getestet, in diesem Fall die Eigenschaft als CYP2D6 Inhibitor.

In Spalte 2 unter „Value” ist angegeben, welche Eigenschaft das Medikament tatsächlich hat, z.B. Inhibitor. In der Tat ist Clopidogrel ein Inhibitor von CYP2D6.

Und in Spalte 3 finden Sie die Wahrscheinlichkeit dieser tatsächlichen Eigenschaft. Dabei werten wir 1,0 als hoch und <0,50 als niedrig. Im Fall von Clopidogrel besteht eine mittlere Wahrscheinlichkeit von 0,57, dass Clopidogrel ein Wirkung als „Inhibitor“ hat.

 

Schritt 3: Schnittmenge mit anderen Medikamenten finden

Nun haben Sie herausgefunden, dass Ihr Medikament Clopidogrel tatsächlich Einfluss auf das Cytochrom-System hat. Sie müssen jetzt sehen, ob andere Medikamente mit Clopidogrel eine Schnittmenge beim CYP2D6 haben. Das können Sie wieder über „drugbank” machen. Bei mehreren Medikamenten ist es manchmal einfacher, wenn Sie im englischen Wikipedia den Eintrag zum Cytochrom selbst lesen, in diesem Fall „CYP2D6”. Am Ende des Wikipedia-Beitrages finden Sie eine ziemlich vollständige Liste mit Medikamenten, die als Substrate, Inhibitoren oder Induktoren mit dem Cytochrom interagieren können.

Schritt 4: Konsequenzen ziehen

Falls wir den klinischen Verdacht auf einen Genpolymorphismus haben, schreiben wir das als Verdachtsdiagnose in unsere Arztbriefe. Wir versuchen dann in der Zukunft Medikamente zu vermeiden, die über diesen Stoffwechselweg abgebaut werden.

Nebenwirkungen von Medikamenten – schwierige Analyse für Ärztin und Arzt

Sie werden spätestens jetzt bemerkt haben, dass die Bewertung von Nebenwirkungen sehr komplex, schwierig und zeitaufwändig ist, auch für den verschreibenden Arzt. Das bedeutet: Die Empfehlung von Medikamenten ist folglich auch immer mit einem hohen Maß an Verantwortung verbunden.

Sie verstehen jetzt auch, warum es ab der Einnahme von 5 Medikamenten für eine Ärztin bzw. einen Arzt fast unmöglich ist, die Arzneimittelinteraktionen zu bewerten.

Das alles erklärt auch unseren Grundsatz in der Cardiopraxis: „So wenig Medikamente wie nötig”. Es geht hierbei nicht darum, Ihren individuellen Wünschen nach wenigen Präparaten zu folgen, sondern einfach um eine medizinische Notwendigkeit.

Wir rechnen in der Zukunft damit, dass die Bestimmung von Arzneimittelinteraktionen mit Medikamenten besser bestimmbar und besser vorhersehbar werden. Die bisherig eingesetzten einfachen Ampelsysteme, z.B. durch Apotheken sind noch zu grob. Ziel muss sein, die individuelle genetisch determinierte Stoffwechselaktivität von Cytochromen  bzw. ihre Aktivität bei Einsatz mehrerer Medikamente zu erfassen. Hilfreich werden hierbei  System der künstlichen Intelligenz sein, die große Datenmengen verarbeiten können. Optimal ist eine molekular-genetische Analyse des Cytochrom-Systems bei allen Menschen, die langfristig Medikamente einnehmen.

Anhang

Links zu einzelnen Medikamenten

Drugbank

Geben Sie oben einen Wirkstoff ein und scrollen Sie nach unten bis Sie zum Abschnitt „Properties“ gelangen. Dort finden Sie unter „Predicted ADMET Features“ die Bedeutung der Medikamente im Verhältnis zu verschiedenen CYPs.

Links zu einzelnen Cytochromen

Wikipedia-Links zu den wichtigsten CYPs für Herz-Kreislaufmedikamente.

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Rot markierte Links kennzeichnen Beiträge, die Medikamentenlisten enthalten; Sie finden sie dort unter „Ligands“.

 

1Für die CYP-Liste übernimmt Cardiopraxis keine Gewährleistung. Nur zum internen Gebrauch in der Cardiopraxis gedacht.

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Mediarezepte – die Lösung für ein Problem?!

Cardiopraxis steht für Partnerschaftliche Medizin. Verständliche und transparente Kommunikation ist ein wichtiger Bestandteil davon. Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient passiert hauptsächlich beim Gespräch in der Praxis. Häufig machen Ärzte Notizen und geben diese der Patientin oder dem Patienten mit. Bei fachärztlichen Besuchen in der Cardiopraxis wird fast immer ein Arztbrief geschrieben. Dabei können Verständnisprobleme entstehen.

Auf Seiten des Patienten spielen häufig Emotionen wie Aufregung und Angst eine große Rolle: Gehörtes wird vergessen und geplante Fragen werden nicht gestellt. Weiterhin  haben Menschen ein unterschiedliches Verständnis für medizinische Inhalte. Der eine Mensch ist z.B. durch Literatur und Internet schon gut vorgebildet. Er möchte gemeinsam mit der Ärztin bzw. dem Arzt dieses Wissen richtig einordnen. Der andere Mensch hat sich noch nie über seine Gesundheit Gedanken gemacht.

Auf Seiten der Ärztin bzw. des Arztes ist es eine besondere Herausforderung, komplexe Themengebiete in kurzer Zeit einfach und verständlich zu vermitteln. Das Ganze geschieht im begrenzten Zeitraum des Patientenbesuchs in der Praxis.

Naturgemäß müssen Lerninhalte häufig wiederholt werden, bis sie verstanden werden – so wie in der Schule. Das ist ganz normal und in der Cardiopraxis wissen wir das. Unsere Ärztinnen, Ärzte und die Assistentinnen versuchen entsprechend zu handeln.

Mediarezepte – Videos, Bilder und Texte zu individuellen Gesundheit

Um die Kommunikation zwischen Ihnen und uns als Ärztinnen und Ärzten weiter zu verbessern, hat die Cardiopraxis als Bestandteil des SocialMedia-Konzeptes die Mediarezepte eingeführt. Die Plattform für diese Mediarezepte ist unsere Homepage www.cardiopraxis.de. Dort finden Sie die Rubrik Selbsthilfekurse, die wir auch für diese Mediarezepte nutzen.

Thematisch handelt es sich um in sich abgeschlossene Wissenskurse in Form von Videos, Bildern und Texten. Ziel ist es, Inhalte aus dem Arzt-Patienten-Gespräch zu wiederholen und zu vertiefen. Diese Wissenskurs sollen Sie befähigen, Probleme selbst zu erkennen und selbst zu handeln.

Mediarezepte sind in erster Linie für Menschen gedacht, die die Cardiopraxis regelmäßig zur Beratung und Untersuchung besuchen. Dabei richten sich diese  Informationen ganz individuell an Menschen mit unterschiedlichen vorhandenen oder möglichen zukünftigen Problemen, zum Beispiel an

Die Mediarezepte versenden wir nach Ihrem Besuch der Cardiopraxis, individuell auf Ihre Situation angepasst. Entweder schriftlich oder per Link über Text-Messaging bzw. E-Mail.

Selbstverständlich können diese Informationen auch von anderen Risikopatienten genutzt werden.

Mediarezepte – mehr Sicherheit für Sie und andere

Mediarezepte verbessern das Verständnis für Ihre persönliche gesundheitliche Risiken und Erkrankungen. Mit Mediarezepten machen wir in der Cardiopraxis Tag für Tag sehr gute Erfahrungen. Es ist für uns ein sehr großer Erfolg, wenn Sie uns berichten, dass Sie aufgrund einer guten Aufklärung, z.B. zum Herzinfarkt für einen anderen Menschen  lebensrettende Maßnahmen sicher und schnell einleiten konnten.

In diesem Sinne sind Mediarezepte ein Beitrag nicht nur zu mehr persönlicher Sicherheit für Sie selber, sondern auch zur Gesundheit Ihrer Mitmenschen.

…..zu den Mediarezepten

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Arzt-Patient Beziehung – verschiedene Wege

Bei der ambulanten Betreuung von kranken Menschen und denen, die gesund bleiben wollen, gibt es verschiedene Konzepte der Arzt-Patienten Beziehung. Das sind zum Beispiel die Paternalistische Medizin,  Dienstleistungsmedizin und Partnerschaftliche Medizin.

Paternalistische Medizin: Der Arzt hat das Sagen

Die paternalistische Medizin war bis in die frühen Jahre dieses Jahrhunderts der Standard bei der gesundheitlichen Versorgung. Das Wort „pater“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Vater“. Das Wort „Patient“ ist ebenfalls aus dem Lateinischen abgeleitet und bedeutet „der Geduldige“. Die Beziehung zwischen Arzt und Patient ist also asymmetrisch: Der Arzt hat das Sagen, ist direktiv – und der Patient hört zu und macht grundsätzlich das, was der Arzt sagt.

Folglich führt diese Form der Kommunikation häufig zu Missverständnissen. Ihnen wird wenig erklärt und Nachfragen werden selten zugelassen. Unter zeitlichen Gesichtspunkten ist diese Herangehensweise einfach und schnell, da meistens nur einer redet. Problematisch ist allerdings, dass durch die kurze Zeit wesentliche Aspekte des akuten gesundheitlichen Problems häufig nicht erörtert werden. Das verursacht immer wieder Fehler. Sie als Patient lernen in der Regel nur wenig dazu, wie Sie eigenverantwortlich ein gesundes Leben führt. Durch fehlendes rationales Verständnis auf Seiten das Patienten und durch fehlende Erarbeitung eines Konzeptes bezogen auf die individuelle Situation des Patienten, fehlt dem Patienten das Verständnis für die empfohlenen Maßnahmen. Da die Sinnhaftigkeit nicht verstanden ist, wird der Patient die vorgeschlagenen Massnahmen nur unvollständig durchführen.

Die paternalistische Medizin ist eher Symptom-bezogen: Der Patient kommt, wenn er Probleme hat. Eine langfristige Gesundheitsplanung mit einer medizinisch sinnvollen Vorsorge ist meistens nicht Teil des Konzeptes. Eine transparent nachvollziehbare Dokumentation, z.B. in Form eines individualisierten Arztbriefes, findet seltener statt.

Dienstleistungsmedizin: Der Arzt wird zum Dienstleister

Die Betriebswirtschaftslehre (BWL) hat in den Konsum-orientierten westlichen Industrienationen die Kundenorientierung zunehmend in den Vordergrund gerückt. Dafür gibt es verschiedene Gründe – meist finanzielle. Das Wort „Kunde“ ist abgeleitet aus dem althochdeutschen Wort „chundo“, der „Bekannte“. Damit meint man in der BWL die Kenntnis von Eigenschaften und Gewohnheiten der Konsumenten. Der Anbieter verspricht sich  hiervon, dass die Zielgruppe wirtschaftlich erfolgreicher zum Kauf von Produkten beziehungsweise Dienstleistungen bewogen wird.

In der Gesundheitsversorgung wird die Dienstleistungsmedizin für viele Ärzte immer wichtiger, da auch in vielen Bereichen der Medizin inzwischen ein Verdrängungswettbewerb vorherrscht. Sie sind als Patient in solchen Fällen Kunde, der Arzt wird zum Dienstleister. Ebenso wie die paternalistische Medizin ist die Beziehung asymmetrisch. Allerdings bestimmt Sie hier wesentlich den Ablauf. Das heißt, Sie reden über Ihre Wünsche und Sorgen, und der Arzt hört mehr zu, was auf der Seite des Kunden als Empathie interpretiert wird. Der Arzt orientiert sich bei seinen diagnostischen und therapeutischen Empfehlungen eher daran, was Sie wünschen – was nicht immer medizinisch richtig ist. In der Regel berücksichtigt der Dienstleister die reduzierten medizinischen Leitlinien, um Fehler zu vermeiden.

Ein wirklich individuelles medizinisches Konzept wird meistens nicht vermittelt. Viel mehr erhalten Sie als Hilfesuchende standardisierte Textbausteine oder Broschüren mit denen Sie überfordert sind.

Kurzum, die Herangehensweise ist für beide Seiten bequem und schnell, da Probleme häufig bewusst ausgeklammert werden. Nichts ist einfacher als dem Ihnen zu sagen, dass alles in Ordnung ist: Sie haben das gehört, was Sie hören wollten, sind glücklich und der Arzt hat möglichst wenig Zeit aufgewendet. Ein langfristiges und individuelles Gesundheitskonzept erarbeitetet man bei der dort in der Regel nicht, die Dienstleistungsmedizin ist somit häufig nur vermeintlich gesundheitsorientiert.

Partnerschaftliche Medizin: Zwei Partner auf Augenhöhe

Beim Konzept Partnerschaftliche Medizin gibt es den Laien-Partner und den Profi-Partner. Wir handeln bei diesem Konzept mit Ihnen gemeinsam projektbezogen und im Mittelpunkt steht Ihre Gesundheit als Laien-Partner. In der Tat ist die Kommunikation symmetrisch angelegt, findet auf Augenhöhe statt und ist von gegenseitigem Respekt geprägt: beide Partner reden und hören zu. Die Kommunikation ist klar, um Missverständnisse und Fehler zu vermeiden. Folglich ist der Prozess aufwändig, da beide Partner interagieren und einen langfristigen Gesundheitsplan erarbeiten. Vertrauen auf beiden Seiten ist essenziell. Ziel ist es, Sie als Laien-Partner zur gesundheitlichen Selbsthilfe zu befähigen.

Der Profi-Partner zieht medizinische Leitlinien und moderne wissenschaftlich-etablierte Messdaten heran, um zu einer professionell individualisierten Lösung für Sie kommen. Das gemeinsame Ziel ist Ihre lebenslange Gesundheit als Laienpartners. Wir verfolgen dafür einen wissenschaftlich-ganzheitlichen Ansatz, d.h. es wird auch Organ-übergreifend gedacht. Folglich beziehen wir  auch andere medizinische Fachgebiete und Fachleute in das Konzept mit ein. Dabei geht es uns vor allen Dingen um ein langfristig und sinnvolles medizinisch-diagnostisches Vorsorgekonzept. Dazu gehören vor allen Dingen neben der kardio-vaskulären Vorsorge auch die Darmspiegelung und der Hinweis auf gynäkologische bzw. urologische Untersuchungen. Es geht uns auf keinen Fall darum sog. reziprok agierende Arztnetzwerke, wie z.B. nicht selten in sog. Ärztehäusern oder Praxiszentren zu bespielen. Ihre Gesundheit steht im Mittelpunkt, d.h. soziale Beziehungen zu anderen Ärzten sind nur von untergeordneter Bedeutung, medizinische Qualität entscheidet.

Partnerschaftliche Medizin – schriftliche Kommunikation für mehr Sicherheit

Ebenfalls von herausragender Bedeutung ist für uns, dass die Behandlungsschritte und Ergebnisse bei der Partnerschaftlichen Medizin immer schriftlich festgehalten erden, zum Beispiel in Form von Arztbriefen. Das hat nicht nur ein reflektierter Agieren des Profi-Partners, sondern gemäß des Sechs-Augen-Prinzips auch mehr Transparenz zur Folge. Im Kontext Laien-Partner, Profi-Partner und Hausarzt können so alle Teilnehmer das Konzept überprüfen. Wir tragen so auch zusätzlich zu Ihrer gesundheitlichen Sicherheit bei. Deswegen schon alleine ist Prozess ist sehr kommunikativ, so nutzen wir z.B. auch Textnachrichten, Internet-basierte Medien wie unsere Cardiothek oder unsere Mediarezepte zur individuellen Gesundheitplanung.

Partnerschaftliche Medizin – langfristig denken

Partnerschaftliche Medizin ist für gesundheitsbewusste, lebensbejahende Menschen gedacht. Die gesund werden bzw. bleiben wollen und bereit sind, auch etwas zu tun – unabhängig von Alter und Gesundheitsstatus. Jeder Mensch startet an einem individuellen Ausgangspunkt, jeder kann besser werden. Entscheidend ist der gemeinsame Wille von Laien-Partner und Profi-Partner zu selbstverantwortlichem und partnerschaftlichem Handeln.

Wir in der Cardiopraxis machen die Erfahrung, dass Partnerschaftliche Medizin langfristig für die Gesundheit am erfolgreichsten ist und verfolgen daher diesen modernen Weg. Für uns persönlich als Profipartner bedeutet dieses Vorgehen eine tiefe professionelle Erfüllung und wir haben auch einfach Freude am professionellen und menschlichen Erfolg.

Sie müssen entscheiden, welchen Weg Sie gehen wollen.

 

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Vorhofflimmern ist häufig schwer zu erfassen

Vorhofflimmern und andere Rhythmusstörungen treten häufig nur vorübergehend auf. Daher können Kardiologen Vorhofflimmern mit einem Ruhe-EKG oder einem Langzeit-EKG häufig nur schwer erfassen. Das Problem ist, dass auch kurzzeitiges Vorhofflimmern ein erhöhtes Schlaganfallrisiko bedeutet.

Gerade bei Vorhofflimmern entsteht hier eine diagnostische Lücke, die zur Folge hat, dass gezielte Therapiemaßnahmen nicht eingeleitet werden können. Ohne EKG-Dokumentation wird kaum ein Arzt z.B. eine gerinnungshemmende Therapie zur Vorbeugung eines Schlaganfalls einleiten, weil diese ja auch mit einem erhöhten Blutungsrisiko verbunden ist.

1-Kanal EKG selber zu Hause und unterwegs messen

Sollten Sie ein Risikopatient für Vorhofflimmern sein oder Symptome wie z.B. Herzstolpern, Herzrasen verspüren, dann ist die App „Kardia“ von AliveCor eine gute Lösung. Die App funktioniert sowohl auf dem iPhone als auch mit Android-Systemen. Zusätzlich benötigen Sie eine kleine Platte, die Sie im Internet einfach erwerben. So können Sie selber ein hochwertiges 1-Kanal-EKG aufzeichnen.

Starten Sie einfach die die App auf Ihrem Smartphone. Danach drücken Sie auf „Aufzeichnen“ und legen die Daumen jeweils für mindestens 30 Sekunden auf die beiden Kontaktflächen. Sie können die Aufzeichnung auf dem Bildschirm direkt mitverfolgen. Ihr Ergebnis wird dann automatisch gespeichert.  In der Zukunft können Sie es dann immer wieder abrufen.

Wissenschaftlich gesicherter Analyse-Modus

Die App verfügt über einen wissenschaftlich geprüften Analyse-Modus mit einer hohen Sensitivität und Spezifität von 97% bzw. 98%. Sie erhalten 1 von 3 Diagnosen: „normal“, „unklassifiziert“ und „mögliches Vorhofflimmern“. Über die App können Sie dann eine PDF-Date erstellen und diese dann per E-Mail oder Textmessaging an die Ärztin oder den Arzt weiterleiten. Ihre Ergebnisse werden, etwa im Hinblick auf Vorhofflimmern, analysiert. Dann können Sie Ihr EKG per PDF-Datei an die Ärztin bzw. den Arzt versenden.

Vorhofflimmern – konsequent handeln

Sollten Sie ein Ergebnis „unklassifiziert“ oder „mögliches Vorhofflimmern“ erhalten, dann sollten Sie zeitnah mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt Kontakt aufnehmen, denn es könnte sich um Vorhofflimmern handeln. Innerhalb von 48 Stunden nach Beginn dieser Rhythmusstörung steigt das Schlaganfallrisiko.

Am besten besprechen Sie das Vorgehen vor dem ersten Einsatz mit Ihrer Kardiologin oder Ihrem Kardiologen, damit alles gut funktioniert.

Gute Erfahrungen in der Cardiopraxis

Wir setzen das AliveCor-System seit 2016 regelmäßig im Praxisalltag ein. Dabei verleihen die Geräte in der Regel für 2 Wochen. So können wir fast immer einen gesicherten Zusammenhang zwischen Ihren subjektiven Symptomen und objektiven EKG-Veränderungen herstellen. Sehr häufig können wir so gesundheitsrelevante Rhythmusstörungen sichern und adäquate Therapiemaßnahmen einleiten. Nicht selten ist es aber auch so, dass bei Symptomen gar keine Rhythmusstörungen vorliegen. Sie können dann beruhigt sein und unnötige Therapien können vermieden werden.

Eine weitere wichtige Anwendungsmöglichkeit ist das „Pill-in-the-Pocket“ – Konzept zur selbstständigen Überführung von Vorhofflimmern in den normalen Sinusrhythmus.

Wir als professionelle Kardiologinnen und Kardiologen sehen die Entwicklung hin zur EKG-Selbstmessung als sehr positiv. 1-Kanal-EKGs sind ein weiterer Schritt zu mehr Patientensicherheit und vor allen Dingen zur Vorbeugung eines Schlaganfalls.

Für wen ist eine Anschaffung sinnvoll?

Sie sollten sich die Anschaffung vor allen Dingen überlegen, wenn Sie ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern haben. Sind Sie über 60 Jahre als oder haben Sie ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern, dann macht es aus unserer Sicht auf jeden Fall Sinn. Sie können es so sehen, ähnlich wie ein Mensch mit Bluthochdruck regelmäßig den Blutdruck mit einer Blutdruckmanschette misst so sollte ein Mensch mit einem erhöhten Risiko für Vorhofflimmern regelmäßig, z.B. 2x pro Woche ein 1-Kanal-EKG ableiten.

Sollten Sie Rhythmusstörungen subjektiv empfinden, aber bei Ihnen ist noch nie ein Ereignis in einem EKG erfasst worden, dann können profitieren.

Die App können Sie kostenlos herunterladen. Sie erwerben die Kontaktplatte für unter 150 Euro im Internet. Die Krankenkassen erstatten zum Teil die Kosten.

……weiter im Selbsthilfekurs.

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