Die Leber verstoffwechselt Medikamente

Damit Medikamente optimal wirken und zu keinen Nebenwirkungen führen, muss der menschliche Körper sie verstoffwechseln können. Manchmal ist es erst die biochemische Verarbeitung durch den Körper selbst, die aus einer sogenannten Pro-Drug, einem „Vormedikament”, die eigentlich wirksame Substanz „herstellt”.

Besonders wichtig für die Verstoffwechselung von Medikamenten ist die Leber. Sie ist das erste große Stoffwechselorgan, welches dem Darm und somit dem Aufnahmeort der meisten Präparate, nachgeschaltet ist. In der Leber wiederum ist es auf zellulärer Ebene das Cytochrom-P450-System, das vor allen anderen Systemen für den Ab- und Umbau von Medikamenten am wichtigsten ist, denn 90% aller Medikamente werden hier verarbeitet.

Cytochrome, auch CYPs genannt, sind Eiweiße, die vor allen Dingen wasserunlösliche Substanzen in wasserlösliche Stoffe umwandeln. Dadurch können diese besser ausgeschieden werden, zum Beispiel über die Niere. Für unterschiedliche Medikamente benötigt der Organismus unterschiedliche CYPs. So hat der Mensch 57 verschiedene CYPs. Eines der wichtigsten Cytochrome ist CYP3A4, hierüber werden bis zu 50 Prozent aller Medikamente verarbeitet.

Stoffwechsel von Medikamenten: bei jedem Menschen unterschiedlich durch Genetik

Menschen sind auch in Bezug auf das Cytochrom-System genetisch unterschiedlich. Variiert ein einzelnes CYP, z.B. CYP3A4 in seiner Ausprägung, dann nennen wir das einen Genpolymorphismus. Diese Genpolymorphismen sind ein wesentlicher Grund dafür, dass Menschen auf Medikamente mit unterschiedlicher therapeutischer Wirkung und mit unerwünschten Nebenwirkungen reagieren.

Wir unterscheiden:

  • slow metabolizer
  • normal metabolizer
  • fast metabolizer

„Slow metabolizer” bedeutet, dass ein CYP bedingt durch eine genetische Veränderung vergleichsweise langsam arbeitet. „Fast metabolizer” steht dafür, dass ein CYP besonders schnell eine angebotene Substanz umwandelt. Das erklärt auch, warum eine Substanz bei einigen Menschen gut wirken kann („normal metabolizer”), bei anderen aber nicht so gut, weil es z.B. zu schnell abgebaut wird („fast metabolizer”).

Über genetisch festgelegte Veränderungen erklärt sich auch ein Teil der Nebenwirkungen von Medikamenten. Ein zu langsamer Abbau des medizinischen Wirkstoffes („slow metabolizer”)  kann eine überstarke Anhäufung des Medikaments im Körper zur Folge haben. Das wiederum verursacht toxische Nebenwirkungen und der Körper ist überfordert.

Medikamente und Nahrungsmittel beeinflussen CYPs des Cytochrom P450 Systems

Medikamente und Nahrungsmittel können die Funktion von CYPs beeinflussen. Wir unterscheiden:

  • Substrate
  • Inhibitoren
  • Induktoren

„Substrat” bedeutet, dass ein Medikament von einem bestimmten CYP verarbeitet wird, z.B. Metoprolol über CYP 3A4. Der Stoffwechsel hängt also hier wesentlich davon ab, wie ein einzelnes CYP genetisch festgelegt ist.

Problematisch wird es bei „Inhibitoren”. Sie blockieren mehr oder weniger ein CYP und hemmen so den Abbau von anderen Medikamenten. Das können übrigens auch Nahrungsmittel sein, wie z.B. Grapefruit bei CYP3A4.

„Induktoren” hingegen beschleunigen die Stoffwechselrate von CYPs, so z.B. Johanniskraut bei CYP3A4. Entsprechende Medikamente werden dann schneller abgebaut und sind bei den betroffenen Menschen weniger wirksam. Das gilt übrigens auch für die kombinierte Einnahme der Anti-Baby-Pille mit Johanniskraut.

Ein Medikament beeinflusst häufig mehrere Cytochrome

Die meisten Menschen bekommen gleich mehrere Pillen verschrieben, z.B. bei der Behandlung von Koronarer Herzkrankheit, Herzschwäche oder Bluthochdruck. So wird der Abbau von Medikamenten noch komplizierter.

Verschiedene Medikamente werden über denselben Stoffwechselweg abgebaut, z.B. Metoprolol (Beta-Blocker), Lercanidipin (Kalziumantagonist) und Irbesartan (AT-Blocker) über CYP3A4. So kann auch bei einem CYP3A4 „normal-metabolizer” zu einer Überlastung von CYP 3A4 auftreten. Erstrecht, wenn es sich bei dem behandelten Menschen um einen „slow-metabolizer” handelt.

Meistens nutzt dasselbe Medikament verschiedene CYPs für den Abbau. Der häufig eingesetzte Beta-Blocker Metoprolol z.B. wird über CYP3A4 und CYP2D abgebaut. Andere Substanzen nutzen weit mehr und bis zu 7 CYPs. Bei den häufig genutzten Medikamenten des Herz-Kreislaufbereichs interagiert ein Medikament (Substrat, Inhibitor, Induktor) mit durchschnittlich mit 2,1 CYPs.

Genvarianten des Cytochrom-System bestimmen: ein Schritt in die richtige Richtung

Genetische Veränderungen von Cytochromen kann man heutzutage unkompliziert und zuverlässig molekular-genetisch mit Hilfe einer Blutprobe im Labor bestimmen. Allerdings liegen die Kosten für die notwendige komplette Charakterisierung zwischen 300 und 400 Euro. Diese werden nur von einem Teil der privaten Krankenkassen und gar nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

In der Cardiopraxis empfehlen wir Ihnen einen solchen Test, falls aufgrund von medikamentösen Nebenwirkungen der begründete Verdacht auf einen sogenannten Genpolymorphismus besteht. Wir raten Ihnen vor allen Dingen dann dazu, wenn Sie mit einer lebenslangen Einnahme von Medikamenten rechnen müssen. So können die aktuellen Medikamente überprüft werden und auch bei neuen Präparaten später Nebenwirkungen vermieden werden.

Medikamenteninteraktionen: So gehen wir praktisch in der Cardiopraxis vor

Es folgen jetzt einige Abschnitte, die eigentlich für Ärztinnen und Ärzte gedacht sind, die lernen wollen mit dem Cytochrom-System praktisch umzugehen. Falls Ihnen das verständlicherweise zu kompliziert ist, dann können Sie gerne zum letzten Abschnitt „Nebenwirkung von Medikamenten…” springen.

Leider stehen uns molekular-genetische Analysen nur gelegentlich zur Verfügung. Wie gehen wir da in der Cardiopraxis nun praktisch vor? Wir führen eine Cytochrom-Liste mit fast allen Medikamenten, die wir zur Therapie Ihres Herz-Kreislaufsystems nutzen. In dieser Liste ordnen wir den Medikamenten die verschiedenen CYPs mit ihren jeweiligen Eigenschaften zu. Diese Liste ist nur ein Beispiel wie Sie die Zuordnung machen können.1

Schritt 1: Verdacht schöpfen

Alles beginnt mit einem Problem. Bei zahlreichen Medikamenten kennen wir das Potenzial für Interaktionen. Z.B. ist das Herzrhythmusmedikament Amiodaron ein starker Inhibitor von CYP2C9 und Blutdrucksenker wie Irbesartan und Candesartan müssen in der Regel deutlich geringer dosiert werden.

Wenn ein Mensch von einer neuen Nebenwirkung berichtet, dann kann das schon auf eine Abbaustörung durch ein verändertes CYP hinweisen. Das gilt vor allen Dingen dann, wenn es sich um allgemeine Unverträglichkeit handelt.

Ein weiterer Ansatzpunkt: Wenn bei einem neuen Medikament eine stärkere Wirkung einer schon länger genommenen Substanz eintritt. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, dass Sie seit Jahren den Beta-Blocker Metoprolol in niedriger Dosierung einnehmen. Dabei lag Ihre Herzfrequenz in Ruhe bisher immer bei ca. 72 bpm. Nun erhalten Sie im Krankenhaus zusätzlich den Thrombozytenblocker Clopidogrel. Sie berichten nun über neu aufgetretene Benommenheit und eine Herzfrequenz von 56 bpm.

Was ist passiert?

Schritt 2: Interaktion zwischen Medikament und Cytochrom klären

Im ersten Schritt schauen wir, ob das unter Nebenwirkungsverdacht stehende Clopidogrel überhaupt über ein CYP verarbeitet wird. Wenn wir unsere CYP-Liste nicht zur Hand haben, dann schauen wir im Internet in der Datenbank „drugbank” nach. Hier finden wir unter „Predicted ADMET Features“ die sogenannte pharmakokinetische Eigenschaft des Medikaments: „A” steht für „Adsorption” (= Aufnahme), „D” für „Distribution (= Verteilung), „M” für „Metabolism” (= Stoffwechsel), „E” für „Excretion” (= Ausscheidung) und „T” für „Toxicity” (= Giftigkeit).

In der Spalte 1 „Property” sind die potenziellen Eigenschaften des Medikaments in Bezug auf das CYP-System aufgelistet. Darauf wurde es laborchemisch getestet, in diesem Fall die Eigenschaft als CYP2D6 Inhibitor.

In Spalte 2 unter „Value” ist angegeben, welche Eigenschaft das Medikament tatsächlich hat, z.B. Inhibitor. In der Tat ist Clopidogrel ein Inhibitor von CYP2D6.

Und in Spalte 3 finden Sie die Wahrscheinlichkeit dieser tatsächlichen Eigenschaft. Dabei werten wir 1,0 als hoch und <0,50 als niedrig. Im Fall von Clopidogrel besteht eine mittlere Wahrscheinlichkeit von 0,57, dass Clopidogrel ein Wirkung als „Inhibitor“ hat.

 

Schritt 3: Schnittmenge mit anderen Medikamenten finden

Nun haben Sie herausgefunden, dass Ihr Medikament Clopidogrel tatsächlich Einfluss auf das Cytochrom-System hat. Sie müssen jetzt sehen, ob andere Medikamente mit Clopidogrel eine Schnittmenge beim CYP2D6 haben. Das können Sie wieder über „drugbank” machen. Bei mehreren Medikamenten ist es manchmal einfacher, wenn Sie im englischen Wikipedia den Eintrag zum Cytochrom selbst lesen, in diesem Fall „CYP2D6”. Am Ende des Wikipedia-Beitrages finden Sie eine ziemlich vollständige Liste mit Medikamenten, die als Substrate, Inhibitoren oder Induktoren mit dem Cytochrom interagieren können.

Schritt 4: Konsequenzen ziehen

Falls wir den klinischen Verdacht auf einen Genpolymorphismus haben, schreiben wir das als Verdachtsdiagnose in unsere Arztbriefe. Wir versuchen dann in der Zukunft Medikamente zu vermeiden, die über diesen Stoffwechselweg abgebaut werden.

Nebenwirkungen von Medikamenten – schwierige Analyse für Ärztin und Arzt

Sie werden spätestens jetzt bemerkt haben, dass die Bewertung von Nebenwirkungen sehr komplex, schwierig und zeitaufwändig ist, auch für den verschreibenden Arzt. Das bedeutet: Die Empfehlung von Medikamenten ist folglich auch immer mit einem hohen Maß an Verantwortung verbunden.

Sie verstehen jetzt auch, warum es ab der Einnahme von 5 Medikamenten für eine Ärztin bzw. einen Arzt fast unmöglich ist, die Arzneimittelinteraktionen zu bewerten.

Das alles erklärt auch unseren Grundsatz in der Cardiopraxis: „So wenig Medikamente wie nötig”. Es geht hierbei nicht darum, Ihren individuellen Wünschen nach wenigen Präparaten zu folgen, sondern einfach um eine medizinische Notwendigkeit.

Wir rechnen in der Zukunft damit, dass die Bestimmung von Arzneimittelinteraktionen mit Medikamenten besser bestimmbar und besser vorhersehbar werden. Die bisherig eingesetzten einfachen Ampelsysteme, z.B. durch Apotheken sind noch zu grob. Ziel muss sein, die individuelle genetisch determinierte Stoffwechselaktivität von Cytochromen  bzw. ihre Aktivität bei Einsatz mehrerer Medikamente zu erfassen. Hilfreich werden hierbei  System der künstlichen Intelligenz sein, die große Datenmengen verarbeiten können. Optimal ist eine molekular-genetische Analyse des Cytochrom-Systems bei allen Menschen, die langfristig Medikamente einnehmen.

Anhang

Links zu einzelnen Medikamenten

Drugbank

Geben Sie oben einen Wirkstoff ein und scrollen Sie nach unten bis Sie zum Abschnitt „Properties“ gelangen. Dort finden Sie unter „Predicted ADMET Features“ die Bedeutung der Medikamente im Verhältnis zu verschiedenen CYPs.

Links zu einzelnen Cytochromen

Wikipedia-Links zu den wichtigsten CYPs für Herz-Kreislaufmedikamente.

1A2 2B6 2C8 2C9 2C19 2D6 2E1 2J2 3A4 3A5

Rot markierte Links kennzeichnen Beiträge, die Medikamentenlisten enthalten; Sie finden sie dort unter „Ligands“.

 

1Für die CYP-Liste übernimmt Cardiopraxis keine Gewährleistung. Nur zum internen Gebrauch in der Cardiopraxis gedacht.

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Mediarezepte – die Lösung für ein Problem?!

Cardiopraxis steht für Partnerschaftliche Medizin. Verständliche und transparente Kommunikation ist ein wichtiger Bestandteil davon. Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient passiert hauptsächlich beim Gespräch in der Praxis. Häufig machen Ärzte Notizen und geben diese der Patientin oder dem Patienten mit. Bei fachärztlichen Besuchen in der Cardiopraxis wird fast immer ein Arztbrief geschrieben.

Dabei können Verständnisprobleme entstehen. Auf Seiten des Patienten spielen häufig Emotionen wie Aufregung und Angst eine große Rolle: Gehörtes wird vergessen und geplante Fragen werden nicht gestellt. Das ist ganz normal und in der Cardiopraxis wissen wir das. Unsere Ärztinnen, Ärzte und die Assistentinnen versuchen entsprechend zu handeln.

Auf Seiten der Ärztin bzw. des Arztes ist es eine besondere Herausforderung, komplexe Themengebiete in kurzer Zeit einfach und verständlich zu vermitteln. Verschiedene Patienten haben ein unterschiedliches Verständnis für medizinische Inhalte. Der eine Mensch ist z.B. durch Literatur und Internet schon gut vorgebildet. Er möchte gemeinsam mit der Ärztin bzw. dem Arzt dieses Wissen richtig einordnen. Der andere Mensch hat sich noch nie über seine Gesundheit Gedanken gemacht. Naturgemäß müssen Lerninhalte häufig wiederholt werden, bis sie verstanden werden – so wie in der Schule. Das Ganze geschieht im begrenzten Zeitraum des Patientenbesuchs in der Praxis.

Mediarezepte – Videos, Bilder und Texte zu individuellen Gesundheit

Um die Kommunikation zwischen Ihnen und uns als Ärztinnen und Ärzten weiter zu verbessern, hat die Cardiopraxis jetzt Mediarezepte eingeführt. Die Plattform für diese Mediarezepte ist unsere Homepage www.cardiopraxis.de. Dort finden Sie die Rubrik Selbsthilfekurse, die wir auch für diese Mediarezepte nutzen.

Thematisch handelt es sich um in sich abgeschlossene Wissenskurse in Form von Videos, Bildern und Texten. Ziel ist es, Inhalte aus dem Arzt-Patienten-Gespräch zu wiederholen und zu vertiefen. Diese Wissenskurs sollen Sie befähigen, Probleme selbst zu erkennen und selbst zu handeln.

Mediarezepte sind in erster Linie für Menschen gedacht, die die Cardiopraxis regelmäßig zur Beratung und Untersuchung besuchen. Dabei richten sich diese  Informationen ganz individuell an Menschen mit unterschiedlichen vorhandenen oder möglichen zukünftigen Problemen, zum Beispiel an

Die Mediarezepte versenden wir nach Ihrem Besuch der Cardiopraxis, individuell auf Ihre Situation angepasst. Entweder schriftlich oder per Link über Text-Messaging bzw. E-Mail.

Selbstverständlich können diese Informationen auch von anderen Risikopatienten genutzt werden.

Mediarezepte – mehr Sicherheit für Sie und andere

Mediarezepte verbessern das Verständnis für persönliche gesundheitliche Risiken und Erkrankungen. Damit haben wir bisher sehr gute Erfahrungen gemacht in der Cardiopraxis. Es ist für uns ein großer Erfolg, wenn Sie uns z.B. berichten, dass Sie aufgrund einer guten Aufklärung zum Herzinfarkt für einen anderen Menschen  lebensrettende Maßnahmen sicher und schnell einleiten konnten.

In diesem Sinne sind Mediarezepte ein Beitrag nicht nur zu mehr persönlicher Sicherheit für Sie selber, sondern auch zur Gesundheit Ihrer Mitmenschen.

…..zu den Mediarezepten

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Arzt-Patient Beziehung – verschiedene Wege

Bei der ambulanten Betreuung von kranken Menschen und denen, die gesund bleiben wollen, gibt es verschiedene Konzepte der Arzt-Patienten Beziehung. Das sind zum Beispiel die Paternalistische Medizin,  Dienstleistungsmedizin und Partnerschaftliche Medizin.

Paternalistische Medizin: Der Arzt hat das Sagen

Die paternalistische Medizin war bis in die frühen Jahre dieses Jahrhunderts der Standard bei der gesundheitlichen Versorgung. Das Wort „pater“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Vater“. Das Wort „Patient“ ist ebenfalls aus dem Lateinischen abgeleitet und bedeutet „der Geduldige“. Die Beziehung zwischen Arzt und Patient ist also asymmetrisch: Der Arzt hat das Sagen, ist direktiv – und der Patient hört zu und macht grundsätzlich das, was der Arzt sagt.

Folglich führt diese Form der Kommunikation häufig zu Missverständnissen. Ihnen wird wenig erklärt und Nachfragen werden selten zugelassen. Unter zeitlichen Gesichtspunkten ist diese Herangehensweise einfach und schnell, da meistens nur einer redet. Problematisch ist allerdings, dass durch die kurze Zeit wesentliche Aspekte des akuten gesundheitlichen Problems häufig nicht erörtert werden. Das verursacht immer wieder Fehler. Sie als Patient lernen in der Regel nur wenig dazu, wie Sie eigenverantwortlich ein gesundes Leben führt. Durch fehlendes rationales Verständnis auf Seiten das Patienten und durch fehlende Erarbeitung eines Konzeptes bezogen auf die individuelle Situation des Patienten, fehlt dem Patienten das Verständnis für die empfohlenen Maßnahmen. Da die Sinnhaftigkeit nicht verstanden ist, wird der Patient die vorgeschlagenen Massnahmen nur unvollständig durchführen.

Die paternalistische Medizin ist eher Symptom-bezogen: Der Patient kommt, wenn er Probleme hat. Eine langfristige Gesundheitsplanung mit einer medizinisch sinnvollen Vorsorge ist meistens nicht Teil des Konzeptes. Eine transparent nachvollziehbare Dokumentation, z.B. in Form eines individualisierten Arztbriefes, findet seltener statt.

Dienstleistungsmedizin: Der Arzt wird zum Dienstleister

Die Betriebswirtschaftslehre (BWL) hat in den Konsum-orientierten westlichen Industrienationen die Kundenorientierung zunehmend in den Vordergrund gerückt. Dafür gibt es verschiedene Gründe – meist finanzielle. Das Wort „Kunde“ ist abgeleitet aus dem althochdeutschen Wort „chundo“, der „Bekannte“. Damit meint man in der BWL die Kenntnis von Eigenschaften und Gewohnheiten der Konsumenten. Der Anbieter verspricht sich  hiervon, dass die Zielgruppe wirtschaftlich erfolgreicher zum Kauf von Produkten beziehungsweise Dienstleistungen bewogen wird.

In der Gesundheitsversorgung wird die Dienstleistungsmedizin für viele Ärzte immer wichtiger, da auch in vielen Bereichen der Medizin inzwischen ein Verdrängungswettbewerb vorherrscht. Sie sind als Patient in solchen Fällen Kunde, der Arzt wird zum Dienstleister. Ebenso wie die paternalistische Medizin ist die Beziehung asymmetrisch. Allerdings bestimmt Sie hier wesentlich den Ablauf. Das heißt, Sie reden über Ihre Wünsche und Sorgen, und der Arzt hört mehr zu, was auf der Seite des Kunden als Empathie interpretiert wird. Der Arzt orientiert sich bei seinen diagnostischen und therapeutischen Empfehlungen eher daran, was Sie wünschen – was nicht immer medizinisch richtig ist. In der Regel berücksichtigt der Dienstleister die reduzierten medizinischen Leitlinien, um Fehler zu vermeiden.

Ein wirklich individuelles medizinisches Konzept wird meistens nicht vermittelt. Viel mehr erhalten Sie als Hilfesuchende standardisierte Textbausteine oder Broschüren mit denen Sie überfordert sind.

Kurzum, die Herangehensweise ist für beide Seiten bequem und schnell, da Probleme häufig bewusst ausgeklammert werden. Nichts ist einfacher als dem Ihnen zu sagen, dass alles in Ordnung ist: Sie haben das gehört, was Sie hören wollten, sind glücklich und der Arzt hat möglichst wenig Zeit aufgewendet. Ein langfristiges und individuelles Gesundheitskonzept erarbeitetet man bei der dort in der Regel nicht, die Dienstleistungsmedizin ist somit häufig nur vermeintlich gesundheitsorientiert.

Partnerschaftliche Medizin: Zwei Partner auf Augenhöhe

Beim Konzept Partnerschaftliche Medizin gibt es den Laien-Partner und den Profi-Partner. Wir handeln bei diesem Konzept mit Ihnen gemeinsam projektbezogen und im Mittelpunkt steht Ihre Gesundheit als Laien-Partner. In der Tat ist die Kommunikation symmetrisch angelegt, findet auf Augenhöhe statt und ist von gegenseitigem Respekt geprägt: beide Partner reden und hören zu. Die Kommunikation ist klar, um Missverständnisse und Fehler zu vermeiden. Folglich ist der Prozess aufwändig, da beide Partner interagieren und einen langfristigen Gesundheitsplan erarbeiten. Vertrauen auf beiden Seiten ist essenziell. Ziel ist es, Sie als Laien-Partner zur gesundheitlichen Selbsthilfe zu befähigen.

Der Profi-Partner zieht medizinische Leitlinien und moderne wissenschaftlich-etablierte Messdaten heran, um zu einer professionell individualisierten Lösung für Sie kommen. Das gemeinsame Ziel ist Ihre lebenslange Gesundheit als Laienpartners. Wir verfolgen dafür einen wissenschaftlich-ganzheitlichen Ansatz, d.h. es wird auch Organ-übergreifend gedacht. Folglich beziehen wir  auch andere medizinische Fachgebiete und Fachleute in das Konzept mit ein. Dabei geht es uns vor allen Dingen um ein langfristig und sinnvolles medizinisch-diagnostisches Vorsorgekonzept. Dazu gehören vor allen Dingen neben der kardio-vaskulären Vorsorge auch die Darmspiegelung und der Hinweis auf gynäkologische bzw. urologische Untersuchungen. Es geht uns auf keinen Fall darum sog. reziprok agierende Arztnetzwerke, wie z.B. nicht selten in sog. Ärztehäusern oder Praxiszentren zu bespielen. Ihre Gesundheit steht im Mittelpunkt, d.h. soziale Beziehungen zu anderen Ärzten sind nur von untergeordneter Bedeutung, medizinische Qualität entscheidet.

Partnerschaftliche Medizin – schriftliche Kommunikation für mehr Sicherheit

Ebenfalls von herausragender Bedeutung ist für uns, dass die Behandlungsschritte und Ergebnisse bei der Partnerschaftlichen Medizin immer schriftlich festgehalten erden, zum Beispiel in Form von Arztbriefen. Das hat nicht nur ein reflektierter Agieren des Profi-Partners, sondern gemäß des Sechs-Augen-Prinzips auch mehr Transparenz zur Folge. Im Kontext Laien-Partner, Profi-Partner und Hausarzt können so alle Teilnehmer das Konzept überprüfen. Wir tragen so auch zusätzlich zu Ihrer gesundheitlichen Sicherheit bei. Deswegen schon alleine ist Prozess ist sehr kommunikativ, so nutzen wir z.B. auch Textnachrichten, Internet-basierte Medien wie unsere Cardiothek oder unsere Mediarezepte zur individuellen Gesundheitplanung.

Partnerschaftliche Medizin – langfristig denken

Partnerschaftliche Medizin ist für gesundheitsbewusste, lebensbejahende Menschen gedacht. Die gesund werden bzw. bleiben wollen und bereit sind, auch etwas zu tun – unabhängig von Alter und Gesundheitsstatus. Jeder Mensch startet an einem individuellen Ausgangspunkt, jeder kann besser werden. Entscheidend ist der gemeinsame Wille von Laien-Partner und Profi-Partner zu selbstverantwortlichem und partnerschaftlichem Handeln.

Wir in der Cardiopraxis machen die Erfahrung, dass Partnerschaftliche Medizin langfristig für die Gesundheit am erfolgreichsten ist und verfolgen daher diesen modernen Weg. Für uns persönlich als Profipartner bedeutet dieses Vorgehen eine tiefe professionelle Erfüllung und wir haben auch einfach Freude am professionellen und menschlichen Erfolg.

Sie müssen entscheiden, welchen Weg Sie gehen wollen.

 

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Vorhofflimmern ist häufig schwer zu erfassen

Vorhofflimmern und andere Rhythmusstörungen treten häufig nur vorübergehend auf. Daher können Kardiologen Vorhofflimmern mit einem Ruhe-EKG oder einem Langzeit-EKG häufig nur schwer erfassen. Das Problem ist, dass auch kurzzeitiges Vorhofflimmern ein erhöhtes Schlaganfallrisiko bedeutet.

Gerade bei Vorhofflimmern entsteht hier eine diagnostische Lücke, die zur Folge hat, dass gezielte Therapiemaßnahmen nicht eingeleitet werden können. Ohne EKG-Dokumentation wird kaum ein Arzt z.B. eine gerinnungshemmende Therapie zur Vorbeugung eines Schlaganfalls einleiten, weil diese ja auch mit einem erhöhten Blutungsrisiko verbunden ist.

1-Kanal EKG selber zu Hause und unterwegs messen

Sollten Sie ein Risikopatient für Vorhofflimmern sein oder Symptome wie z.B. Herzstolpern, Herzrasen verspüren, dann ist die App „Kardia“ von AliveCor eine gute Lösung. Die App funktioniert sowohl auf dem iPhone als auch mit Android-Systemen. Zusätzlich benötigen Sie eine kleine Platte, die Sie im Internet einfach erwerben. So können Sie selber ein hochwertiges 1-Kanal-EKG aufzeichnen.

Starten Sie einfach die die App auf Ihrem Smartphone. Danach drücken Sie auf „Aufzeichnen“ und legen die Daumen jeweils für mindestens 30 Sekunden auf die beiden Kontaktflächen. Sie können die Aufzeichnung auf dem Bildschirm direkt mitverfolgen. Ihr Ergebnis wird dann automatisch gespeichert.  In der Zukunft können Sie es dann immer wieder abrufen.

Wissenschaftlich gesicherter Analyse-Modus

Die App verfügt über einen wissenschaftlich geprüften Analyse-Modus mit einer hohen Sensitivität und Spezifität von 97% bzw. 98%. Sie erhalten 1 von 3 Diagnosen: „normal“, „unklassifiziert“ und „mögliches Vorhofflimmern“. Über die App können Sie dann eine PDF-Date erstellen und diese dann per E-Mail oder Textmessaging an die Ärztin oder den Arzt weiterleiten. Ihre Ergebnisse werden, etwa im Hinblick auf Vorhofflimmern, analysiert. Dann können Sie Ihr EKG per PDF-Datei an die Ärztin bzw. den Arzt versenden.

Vorhofflimmern – konsequent handeln

Sollten Sie ein Ergebnis „unklassifiziert“ oder „mögliches Vorhofflimmern“ erhalten, dann sollten Sie zeitnah mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt Kontakt aufnehmen, denn es könnte sich um Vorhofflimmern handeln. Innerhalb von 48 Stunden nach Beginn dieser Rhythmusstörung steigt das Schlaganfallrisiko.

Am besten besprechen Sie das Vorgehen vor dem ersten Einsatz mit Ihrer Kardiologin oder Ihrem Kardiologen, damit alles gut funktioniert.

Gute Erfahrungen in der Cardiopraxis

Wir setzen das AliveCor-System seit 2016 regelmäßig im Praxisalltag ein. Dabei verleihen die Geräte in der Regel für 2 Wochen. So können wir fast immer einen gesicherten Zusammenhang zwischen Ihren subjektiven Symptomen und objektiven EKG-Veränderungen herstellen. Sehr häufig können wir so gesundheitsrelevante Rhythmusstörungen sichern und adäquate Therapiemaßnahmen einleiten. Nicht selten ist es aber auch so, dass bei Symptomen gar keine Rhythmusstörungen vorliegen. Sie können dann beruhigt sein und unnötige Therapien können vermieden werden.

Wir als professionelle Kardiologinnen und Kardiologen sehen die Entwicklung hin zur EKG-Selbstmessung als sehr positiv. 1-Kanal-EKGs sind ein weiterer Schritt zu mehr Patientensicherheit und vor allen Dingen zur Vorbeugung eines Schlaganfalls.

Für wen ist eine Anschaffung sinnvoll?

Sie sollten sich die Anschaffung vor allen Dingen überlegen, wenn Sie ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern haben. Sind Sie über 60 Jahre als oder haben Sie ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern, dann macht es aus unserer Sicht auf jeden Fall Sinn. Sie können es so sehen, ähnlich wie ein Mensch mit Bluthochdruck regelmäßig den Blutdruck mit einer Blutdruckmanschette misst so sollte ein Mensch mit einem erhöhten Risiko für Vorhofflimmern regelmäßig, z.B. 2x pro Woche ein 1-Kanal-EKG ableiten.

Sollten Sie Rhythmusstörungen subjektiv empfinden, aber bei Ihnen ist noch nie ein Ereignis in einem EKG erfasst worden, dann können profitieren.

Die App können Sie kostenlos herunterladen. Sie erwerben die Kontaktplatte für unter 150 Euro im Internet. Die Krankenkassen erstatten zum Teil die Kosten.

……weiter im Selbsthilfekurs.

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Herzinfarkt – Kardiologen helfen

Die Sterblichkeit beim Herzinfarkt beträgt in Deutschland zwischen 30 und 50 %. Die Ursache für einen Herzinfarkt ist fast immer der plötzliche Verschluss einer Herzkranzarterie. Bereits 10-20 Minuten nach Einsetzen des Verschlusses und damit auch nach Einsetzen der Symptome beginnt das Herzmuskelgewebe unwiederbringlich abzusterben. Um die kurzfristige und langfristige Überlebenschance zu verbessern, muss die verschlossene Herzkranzarterie so rasch als möglich in einem Herzkatheterlabor wiedereröffnet werden.

Sie haben richtig gehandelt – jetzt muss die Ärztin handeln

Wenn Sie bei Symptomen eines Herzinfarktes ärztliche Hilfe aufsuchen, dann haben Sie grundsätzlich richtig gehandelt. Die Patiententscheidungszeit sollte hier möglichst kurz sein, optimal sind 10 Minuten nach Symptombeginn bis zum Absetzen des Notrufes 112. Sie sollten an Ort und Stelle bleiben und sich nicht mit dem Auto in eine Klinik fahren lassen oder gar sich selber ans Steuer setzen, das kann gefährlich werden. Warten Sie auf den Rettungsdienst, der innerhalb von 10 Minuten bei Ihnen vor Ort ist. Der Rettungsdienst hat alle lebensrettende Instrumente, wie z.B. Defibrillator, Beatmungsbesteck und Medikamente dabei.

Gelegentlich kommt es vor, dass Menschen anstatt den Rettungsdienst zu verständigen  zum Hausarzt gehen oder auch zu uns in die Cardiopraxis kommen. Das hat wertvolle Zeit gekostet und jetzt müssen wir besonders schnell handeln.  Wir können als erfahrene Kardiologen die Diagnose „Herzinfarkt“ innerhalb von 20 Minuten nach Eintreffen mit hoher Sicherheit stellen. Das Vorgehen ist weltweit standardisiert und läuft in der Cardiopraxis genauso schnell ab wie in einem Krankenhaus.

Fragen des Kardiologen bei Verdacht auf Herzinfarkt

Sollten Sie mit einem akuten Herzinfarkt zu uns in die Cardiopraxis kommen, dann erkennen die Assistentinnen an der Rezeption bereits, dass eine akute Erkrankung vorliegt und geben den Ärzten sofort Bescheid und leiten Sie direkt in den EKG-Raum weiter.

Mit dem ersten Eindruck ist uns bei einem ablaufenden Herzinfarkt die Situation meistens schon klar. Sie sehen blass aus, atmen in der Regel schwer, und haben häufig ein angestrengtes Gesicht und versuchen Bewegung zu vermeiden. Liegt dabei Ihre Hand entweder als Faust oder flach auf Ihrer Brust, dann denken wir „Wahrscheinlich Herzinfarkt“.

Einige wenige Fragen verschaffen uns weitere Klarheit: „Wo verspüren Sie den Druck?“ „Strahlt der Druck in eine andere Körperregion aus?“ „Ist der Druck anhaltend oder verschwindet er zwischendurch wieder?“, „Seit wann ist der Druck anhaltend?“, “ Haben Sie Luftnot?“, „Verspüren Sie Übelkeit?“, „Hatten Sie in den letzten 4 Wochen vermehrt Druck bei Belastung?“.

Akuter Herzinfarkt – EKG und Troponin-Test verschaffen Klarheit

Zeigt das Elektrokardiogramm typische Veränderungen, dann kann von uns die Diagnose schon 10 Minuten nach Ihrem Eintreffen mit sehr hoher Sicherheit gestellt werden. In diesem Moment verständigt eine Assistentin schon den Rettungsdienst unter 112. Wir stellen den Notfallkoffer mit Medikamenten, Beatmungsbesteck und Defibrillator in Ihre Nähe für den Fall, dass bei Ihnen eine schwerwiegende Komplikation, wie z.B. Kammerflimmern einsetzt.

Wir legen dann eine periphere Verweilkanüle in eine Ihrer Armvenen und das Blut für den Troponin-Schnelltest wird direkt noch auf der EKG-Liege abgenommen. Der Troponin-Test misst den Gehalt an Troponin im Blut.Troponin ist ein Eiweiß, welches nur im Herzmuskel vorkommt, messen wir es im Blut, dann ist das ein sehr sicherer Hinweis auf einen Herzmuskelschaden und bestätigt die Diagnose „ablaufender Herzinfarkt“. Die Dauer bis zum Testergebnis beträgt 15 Minuten. Da sich Troponin erst 3 Stunden nach dem Beginn des Untergangs von Herzmuskelzellen im Blut nachweisen läßt, hat der Test häufig eher bestätigenden Charakter.

Die Ärztin hört Herz- und Lunge ab, um vor allen Dingen zu hören, ob bei Ihnen ein Lungenödem als Hinweis auf ein erhöhtes Risiko vorliegt. Der gleichzeitige wahrgenommene Hauttastbefund zeigt die Feuchtigkeit der Haut an und ist für uns in Verbindung  mit Blutdruck- und Herzfrequenzmessung richtungsweisend auf einen akuten Herz-Kreislaufschock, ein weiterer gravierender Risikoindikator.

Zu diesem Zeitpunkt geben wir Ihnen 500mg Aspirin über die Venenverweilkanüle. Aspirin trägt dazu bei, dass das Blutgerinnsel, welches wahrscheinlich die Herzkranzarterie verstopft, wieder aufgelöst wird.

Wir streben auch immer eine Herzultraschall-Untersuchung an. Dieses Untersuchungsverfahren erlaubt eine Bewertung der Pumpleistung des Herzens, gibt damit weitere Rückschlüsse auf das Ausmass des Herzinfarktes und zeigt gegebenfalls eine begleitende Herzklappenerkrankung an. Auch das sind wertvolle Hinweise für Ihre weitere Versorgung im Krankenhaus.

Rettungsdienst – schnell vor Ort

Häufig bleibt für die Echokardiografie keine Zeit, denn das Rettungsteam ist innerhalb von 10 Minuten bei uns vor Ort. Die Betreuung übernehmen nach einer mündlichen Übergabe und Mitgabe von EKG und Laborbefund jetzt die Rettungsassistenten und die Notärztin. Spätestens nach 20-30 Minuten nach Ihrer Ankunft verlassen Sie mit dem Rettungsteam wieder die Cardiopraxis in Richtung Krankenhaus.

Herzinfarkt – fast immer ins Herzkatherlabor

Da Deutschland flächendeckend gut mit Herzkatheterlaboren versorgt ist, werden Sie fast immer in eine Klinik mit Herzkatheterlabor gebracht. Hier erfolgt dann die mechanische Wiedereröffnung der verschlossenen Herzkranzarterie und die intensivmedizinische Überwachung.

Nach dem Herzinfarkt – Herzinfarkt verhindern!

Noch während Sie im Krankenhaus sind, erkundigen wir uns von der Cardiopraxis bei den Klinikärzten über Ihren weiteren Verlauf. Gleichzeitig fordern wir die Herzkatheter-CD und die Befunde an, so bekommen wir ein noch besseres Bild.

Da gerade die ersten 12 Monate je nach Größe des Herzinfarktes mit einem erhöhten Risiko verbunden sind, treffen wir uns dann frühzeitig in der Cardiopraxis wieder, meistens schon vor einer Rehabilitationsmassnahme. Wir besprechen dann die weiteren Schritte mit Ihnen gemeinsam und passen Ihre Medikamente individuell an, damit so etwas wie ein Herzinfarkt Ihnen nicht nochmal passiert.

 

…weiter im Selbsthilfekurs „Herzinfarkt sofort handeln“

 

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Unsere komplette Kreislaufmessung mit der Finapres®-Methode hat viele Vorteile. Sie ermöglicht einen Einblick in das Wechselspiel zwischen Blutdruck, Blutfluss und Gefäßwiderstand, welcher sowohl durch den Druck- als auch den Temperaturregelkreis bestimmt wird. So können wir in der Cardiopraxis über die zusätzliche Messung der Temperatur einen Eindruck von der thermoregulatorischen Wirkung des Stoffwechsels des Menschen gewinnen. Das befähigt uns auch bei normalen Werten für Herzfrequenz und Blutdruck Störungen im Kreislauf aufdecken und gezielt therapieren.

Die komplette Kreislaufmessung ermöglicht:

• eine präzise Diagnose
• individuell-maßgeschneiderte Therapie
• einen möglichst geringen Einsatz von Medikamenten (am besten gar keine)
• die Vermeidung von medikamentösen Nebenwirkungen

Konkret angewendet werden kann sie in ganz verschiedenen Situationen. Zum Beispiel, um den Kreislauf zu messen bei Menschen mit diesen Erkrankungen:

• Arterielle Hypertonie (hypodynamer vs. hyperdynamer Kreislauf)
Herzschwäche (mit dem Therapieziel: optimale Entlastung des Herzens)
Herzklappenerkrankungen (mit dem Therapieziel: Verringerung der Undichtigkeit)
• Herzrhythmusstörungen (bei intermittierendem Vorhofflimmern mit dem Therapieziel: Modulation des autonomen Nervensystems)

Die komplette Kreislaufmessung eignet sich auch gut, um Medikamente einzustellen. Dazu zählen Kreislauf-aktive Medikamente wie zum Beispiel Beta-Blocker, AT-Blocker oder Kalziumantagonisten sowie Stoffwechsel-aktive Medikamente wie etwa Schilddrüsenhormone, Vitamin D oder Magnesium.

Sehr hilfreich ist die komplette Kreislaufmessung zudem, um folgende Symptome genauer abzuklären:

• Unruhe
• Leistungseinschränkung
• Luftnot
• Schlafstörungen (besonders Einschlafstörungen)
• Müdigkeit

Insgesamt ist die komplette Kreislaufmessung ein wertvolles Instrument für die Ärztin/den Arzt, um ansonsten unspezifische Symptome kausal einzuordnen. Sie ermöglicht eine Objektivierung von Veränderungen des körperlichen Befindens und der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit sowie der Stimmungslage, z.B. Unruhe und Angst. Nicht selten ist es so, dass wir für psychische Veränderungen, welche zunächst von anderer Seite als rein psycho-somatisch eingestuft worden sind, im Sinne einer somato-psychischen Interaktion eine körperliche Ursache der veränderten Stimmungslage ist. Häufig genug kann mit einfachen Massnahmen hier weitergeholfen, so dass Leistungsfähigkeit und eine belastbare seelische Stimmungslage wiederhergestellt werden können.

Durch die enge Verknüpfung zwischen Symptomen des Herz-Kreislaufsystems und dem seelischen Befinden und den täglichen Einsatz der Finapres®-Methode können wir in der Cardiopraxis den Menschen, der uns um Rat und Hilfe bittet einfach auch besser verstehen, was nicht zuletzt auch unsere Empathie schult.

…..Komplette Kreislaufmessung – Was ist das?

Im Bild Jeremy Swan & William Ganz, Kardiologen

 

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Am Plötzlichen Herztod sterben 100.000 Menschen pro Jahr in Deutschland. 80 % von ihnen litten an einer schnellen Herzrhythmusstörung der Hauptkammern (z. B. Kammerflimmern). Bei einem Kammerflimmern kommt es zu einem mechanischen Herzstillstand. Jede Minute Kreislaufstillstand senkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um 10 %. Ein Elektroschock mit Defibrillator kann hier lebensrettend sein.

Eine besondere Form ist die Defibrillatorweste. Sie besteht aus 2 Elektroden, einer Kontrolleinheit und einer Batterie. Getragen wird sie 24 Stunden am Tag, nur zum Duschen muss man sie abnehmen.

Die Defibrillatorweste erkennt zuverlässig schnelle Herzrhythmusstörungen. Über einen Signalton wird der Patient bei Erkennung gewarnt und kann den bevorstehenden Elektroschock durch Drücken eines Knopfes verhindern. Bei Fortbestehen der Herzrhythmusstörung kommt es zum Bewusstseinsverlust, der Knopf wird automatisch losgelassen und der Elektroschock von der Weste abgegeben. So wird verhindert, dass bei Bewusstsein oder durch fehlerhafte Erkennung ein Schock ausgelöst wird.

Die Defibrillatoweste ist sehr effektiv, in 98 % der Fälle wird durch den ersten Schock die lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung beendet.

Geeignet ist die Defibrillatorweste für Menschen mit vorübergehend erhöhtem Risiko für Kammerflimmern. Das ist der Fall
– in den ersten 6 Wochen nach großem Herzinfarkt mit bedeutsamer Herzschwäche
– bei akuter Herzmuskelentzündung mit Herzschwäche und Rhythmusstörungen
– bei der Explantation eines implantierten Defibrillators, z.B. aufgrund einer Infektion

Die Defibrillatorweste wird in der Regel über einen Zeitraum bis zu 3 Monaten getragen. Danach wird entschieden, ob das erhöhte Risiko weiter fortbesteht. Ist dies der Fall, wird ein Defibrillator unter die Haut dauerhaft implantiert (sogenannter ICD).

Die Defibrillatorweste kann Leben retten, sie hilft vorübergehende Risiken sicher zu meistern.

 

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Herzinfarkt – verschlossene Herzkranzarterie schnell wiedereröffnen

Bei einem Herzinfarkt kommt es darauf an, die verschlossene Herzkranzarterie wieder zu öffnen. Unser Ziel ist es den Blutfluss wiederherzustellen, damit das Herzmuskelgewebe normal mit Sauerstoff versorgt wird – und zwar möglichst schnell. Bereits nach 10 Minuten beginnt Herzmuskel im Infarktgebiet unwiederbringlich abzusterben.

Je länger die Dauer bis zur Wiedereröffnung des akuten Gefäßverschlusses, desto schlechter ist die Prognose für das kurz- und das langfristige Überleben. Bereits 4-6 Stunden nach Einsetzen des Verschlusses und damit auch nach Beginn der Symptome ist ein Herzinfarkt in der Regel „abgelaufen“, d.h. der allergrößte Anteil des betroffenen Herzmuskelgewebes ist abgestorben und damit verloren.

Herzinfarkt – kleines Blutgerinnsel, große Wirkung

Ausgangspunkt für einen Herzinfarkt ist in aller Regel ein mehr oder weniger verengtes Herzkranzgefäß. Dabei kann die Engstelle zunächst zwischen 25% und 90% der Gefäßinnenlichtung ausmachen. Entscheidend für die Entstehung eines Herzinfarktes ist der plötzliche komplette Verschluss der Herzkranzarterie durch ein Blutgerinnsel. Herzkranzarterien haben in den relevanten Abschnitten einen Innendurchmesser von 2 – 5 mm. Sie können sich vorstellen, dass da schon ein sehr kleines Gerinnsel ausreicht, um den Blutfluss durch die Arterie komplett zum Stillstand zu bringen.

Herzkranzarterie öffnen – medikamentös und mechanisch

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen sind beginnend in den frühen 1980er Jahren 2 wesentliche Ansätze entwickelt worden. Beide haben das Ziel haben das Blutgerinnsel zu beseitigen, einmal durch Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen, und durch mechanische Verdrängung des Hindernisses.

  • Blutplättchenhemmer wie Aspirin sind schnell verfügbar (z. B. im Notarztwagen), wirken nach etwa 1 Stunde und haben eine Wiedereröffnungsrate von ca. 10 %.
  • Die Thrombolyse, eine medikamentöse Gerinnselauflösung, wirkt nach 30 bis 60 Minuten und hat eine Wiedereröffnungsrate von etwa 70 % – allerdings können dadurch Blutungen auftreten.
  • Der Herzkatheter als Mittel der Wahl beseitigt das Gerinnsel mechanisch, etwa mit einem Stent. Seine Wiedereröffnungsrate liegt bei etwa 95 %. Und die Versorgung mit Herzkatheter-Messplätzen in Deutschland ist mit 1,15 pro 100.000 Einwohner sehr gut.

Auch bei stabilen Symptomen – immer weniger Herzoperationen notwendig

Menschen mit einer stabilen Koronaren Herzkrankheit haben engen Herzkranzarterien, ohne dass ein instabiles Blutgerinnsel beteiligt ist. Wir können auch von „verkalkten“ Gefäßen sprechen. Bestehen Zeichen der Durchblutungsstörung, z.B. in Form von belastungsabhängigem Brustdruck oder bei Veränderungen im Belastung-EKG, dann macht die mechanische Beseitigung einer Engstelle Sinn.

Gerade in den letzten Jahren hat die Erfolgsrate bei chronischen Verschlüssen, bei denen der durch die lange Verschlussdauer verhärtet ist, deutlich zugenommen. Hier werden inzwischen Wiedereröffnungsraten von 80% und mehr erreicht. Auch sehr komplizierte Engstellen, wie z.B. sog. Hauptstammstenosen der linken Herzkranzarterie mit einem großen Teil an versorgten Herzmuskel, werden heutzutage erfolgreich und sicher mittels Herzkathetertechnik behandelt. Allerdings sollten derartige Eingriffe nur von sehr erfahrenen und zum Teil hochspezialisierten Untersuchern durchgeführt werden.

Die konsequente Weiterentwicklung der Herzkathetertechniken hat dazu geführt, dass zunehmend weniger Herzoperationen zur Anlage von Gefäßbypässen vorgenommen werden müssen.

Die Dauer eines Routineeingriffs mit Stentimplantation dauert im Durchschnitt 45 Minuten, häufig kürzer, bei komplizierten Eingriffen auch mal mehr als 90 Minuten. Nach einem solchen Eingriff unter stabilen Gefäßbedingungen können Sie in der Regel am Folgetag nach Hause gehen. Das Verfahren ist sehr sicher geworden und nach einigen Tagen kann man auch schon wieder auf Reisen gehen.

Aspirin und Statine – lebensverlängernd

Die anschließende medikamentöse Behandlung mit Aspirin und den Statinen, sowohl bei vormals stabiler oder instabiler Situation verhindert nach einem Eingriff Voranschreiten der Arteriosklerose und verlängert so das Leben. Unmittelbar nach Stentimplantation ist für 6-12 Monate neben Aspirin eine zweite blutverdünnende Substanz (z.B. Clopidogrel, Ticagrelor oder Prasugrel) einzunehmen. Dies fördert die unkomplizierte Einheilung des Stents.

Kurz zusammengefasst, fast ausnahmslos heißt heute die Therapie bei Herzinfarkt: Katheter-gestützte Behandlung (z.B. Stent) in Kombination mit einer Blutplättchenhemmung. Bei stabiler Koronarer Herzkrankheit ist die Kathetertherapie mit Stent ebenfalls deutlich überwiegend die Methode der Wahl.

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Zahlreiche Maßnahmen der sog. Koronaren Versorgungskette zur Behandlung der koronaren Herzkrankheit haben sich insbesondere seit Beginn der 90er Jahre eindrucksvoll verbessert.

Vor allen Dingen die Behandlung beim Herzinfarkt mittels Herzkatheter und Stent sind lebensrettender Bestandteil der Erstversorgung geworden. Dieses ist auch mit einer Verkürzung der zeitlichen Abläufe in der Klinik, der sogenannten „door-to-needle-time“, verbunden, so dass die Zeit vom Eintreffen im Krankenhaus bis zum Beginn der Herzkathetertherapie weniger als 30 Minuten beträgt. Ein Problem bleibt die sog. Patientenentscheidungszeit bis zur Absetzung des Rettungsrufes an 112.

Herzkatheter bei Koronarer Herzkrankheit – eine echte Erfolgsgeschichte

Zwischen 1995 und 2015 ist die Anzahl der Linksherzkatheter-Untersuchungen um 122 % gestiegen, gleichzeitig sank die kardio-vaskuläre Sterblichkeit um 34 %. Die statistische Korrelation betrug dabei -,99, besser geht es nicht, denn -1,0 ist in diesem Fall der maximale Wert. Das bedeutet: je mehr Herzkatheter desto mehr Menschen konnten überleben, pro 7 Herzkatheter 1 gerettetes Leben. Natürlich ist es nicht nur der Herzkatheter, der lebensrettend ist, vielmehr ist diese Statistik vor allen Dingen auch ein Maß für die insgesamt sehr gute Versorgungsqualität in Deutschland.

Diagnostische Herzkatheteruntersuchung – schnell und sicher

Die Koronarangiografie ist weiterhin das Untersuchungsverfahren mit der höchsten bildlichen Auflösung, um Herzkranzarterien darzustellen. Die Untersuchung wird mit Röntgenstrahlen und Röntgenkontrastmittel durchgeführt. Die Strahlen- und Kontrastmittelbelastung sind dank moderner Röntgenanlagen sehr gering geworden.

Der Zugang zum Herzen erfolgt über die Leistenarterie oder auch eine Handgelenksarterie. Der Zugang über die Leistenarterie ist der stabilere Weg bei schwierigen Eingriffen. Meistens genügt jedoch auch ein Armarterienzugang. Mit speziell geformten Herzkathetern gelangt der Untersucher zum Herzen. Davon merken Sie gar nichts. Wenn Sie größere Kontrastmittelmengen erhalten, dann kann sich ein Hitzegefühl einstellen. Sie können sogar das Bedürfnis verspüren Wasser zu lassen. Dazu kommt es nicht, denn handelt sich nicht um heißes Kontrastmittel; der Harndrang bleibt auch nur ein Gefühl.

Die diagnostische Untersuchung dauert einschließlich der Platzierung der Gefäßschleuse nur wenige Minuten. Komplikationen bei der Diagnostik sind äußerst selten geworden. Führen wir ausschließlich eine diagnostischen Herzkatheter durch, dann können Sie in der Regel am selben Tag nach Hause gehen.

Herzkatheter – Herzkranzarterien öffnen in einem Arbeitsgang

Mit der CT-Angiografie gibt es eine Alternative zur diagnostischen Herzkatheteruntersuchung. Hier braucht eine Arterie nicht punktiert zu werden, Röntgenstrahlen und Kontrastmittel werden aber ebenfalls eingesetzt.

Allerdings hat das Katheter-gestützte Verfahren 2 entscheidende Vorteile: die sehr hohe Bildqualität, das bewegte Bild und die Möglichkeit der sofortigen Wiedereröffnung eines verengten Herzkranzgefäßes, z.B. mit einem Stent in einem Arbeitsgang, dem sog. „one-stop-shopping“. Gerade beim Herzinfarkt ist die Herzkatheteruntersuchung mit der direkten Möglichkeit der unmittelbaren Wiedereröffnung der akut verschlossenen Arterie die Methode der Wahl.

Wir setzen auch bei Menschen ohne Herzinfarkt, die eine hohe Vortestwahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer Koronaren Herzkrankheit von mehr als 75% haben, vorzugsweise den Herzkatheter ein. Wenn eine Koronare Herzkrankheit eher unwahrscheinlich ist, dann empfehlen wir die CT-Angiografie.

Herzkatheter – genaue Therapieplanung für die Zukunft

Nach einem Herzkatheter kennen wir Ihr Herzkranzgefäßsystem sehr genau. Wir schauen uns die bewegten Bilder bei Ihren Besuchen in der Cardiopraxis auch immer wieder an, denn ein Bild, bzw. ein Video sagt mehr als 1.000 Worte. So können wir in Verbindung mit anderen diagnostischen Verfahren, wie z.B. dem Belastungs-EKG Ihr persönliches Risiko für die Zukunft einfach viel besser abschätzen. Das ermöglicht uns gemeinsam mit Ihnen einen individuell-maßgeschneiderten diagnostischen und therapeutischen Plan für Sie zu erstellen.

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📚 Herzbericht 2011-16 – Dtsch. Herzstiftung www.herstiftung.de

📚Herzkatheterleistungszahlen – Kardiologe 2010;4:502-508

 

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Durch unsere unblutige Kreislaufmessung mit dem Finapres®-System können wir die drei hydraulischen Größen Ihres Kreislaufsystems Blutdruck, Blutfluss und Gefäßwiderstand bewerten – und zwar bei jedem Herzschlag und in jeder Körperlage. Dadurch ziehen wir Rückschlüsse auf die Druck- sowie Thermoregulation und damit auch auf Ihren Stoffwechsel.

Die Kenntnis der genannten hydraulischen Messgrößen erlaubt uns z.B. beim Bluthochdruck eine individuelle und maßgeschneiderte Therapie mit Kreislauf-Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln, wie z.B. Magnesium. Liegt zum Beispiel ein erhöhter Blutdruck bei gleichzeitig hohem Gefäßwiderstand vor, setzen wir gefäßerweiternde Medikamente ein. Ist der Blutdruck hoch, der Gefäßwiderstand aber niedrig, sind dagegen Pumpkraftbremser und Harntreiber angezeigt (z. B. Betablocker, Diuretika).

Auch die Feineinstellung von Medikamenten mit Herzschwäche ist eine Herausforderung. In der Cardiopraxis geht es uns darum die Therapie so auszubalancieren, dass das geschwächt Herz bei gleichzeitiger Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit durch eine Kontrolle des system-arteriellen Gefäßwiderstandes optimal entlastet ist , ohne dass Benommenheit auftritt.

Diese Beispiele zeigen, dass mit dem Finapres@-System im Sinne einer wissenschaftlich-ganzheitlichen Medizin so eine individuelle Behandlung möglich ist. Wir in der Cardiopraxis wissen durch umfangreiche Erfahrung, dass dieses mit den herkömmlichen Methoden wie Blutdruckmessung, EKG und auch dem Herzultraschall allein nicht möglich ist.

Was uns besonders am Herzen liegt: Die unblutige Kreislaufmessung vermeidet Nebenwirkungen von Kreislauf-Medikamenten und verringert die Anzahl der Medikamente insgesamt.

….Komplette Kreislaufmessung – Für wen?

Im Bild: Werner Forssmann, Urologe & Chirurg

 

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