Atemfrequenz bestimmen bei Lungenentzündung

Eine akute Lungenentzündung, eine sogenannte Pneumonie können Sie unter hausärztlicher Begleitung auch zu Hause auskurieren. Allerdings kann sich die Situation trotz einer Therapie auch verschlechtern. Eine zunehmende Schädigung der Lunge verringert dann den Gasaustausch und die Atemarbeit steigt, so dass sich Ihr Körper im respiratorischen Atemversagen erschöpfen kann, was einen lebensbedrohlichen Zustand darstellt.

Folglich macht es Sinn, dass wir in einem solchen Fall unseren Körper sorgfältig überwachen. Neben der Bewertung des Allgemeinbefindens, der Messung von Körpertemperatur, Herzfrequenz und Blutdruck hat die Bestimmung der Atemfrequenz hier eine wichtige Bedeutung für Beurteilung des Schweregrades einer akuten Lungenerkrankung.

Was bedeutet Atmung?

Die Atmung ist wichtig für den Gasaustausch zwischen der Außenluft und unserem Körper. Bei der Einatmung gelangt Sauerstoff (O2) in unseren Körper, mit der Ausatmung wird Kohlendioxid (CO2) vom Körper an die Außenluft abgegeben. Die Atmung passt sich den Bedürfnissen des Körpers an. Wenn Sauerstoffbedarf steigt, zum Beispiel bei körperlicher Belastung oder die Kohlendioxidproduktion erhöht ist, zum Beispiel durch einen gesteigerten Stoffwechsel, dann wird die Atemleistung gesteigert. Der Körper kann die Atemleistung grundsätzlich über 2 Wege steigern:

  • Steigerung des Atemzugvolumens
  • Steigerung der Atemfrequenz

Das Atemzugvolumen bedeutet wieviel ml an Luft der Körper pro Atemzug aufnimmt. Ein großes Atemzugvolumen ist charakterisiert durch tiefe Atemzüge. Die Atemfrequenz bedeutet wie häufig wir atmen, zum Beispiel in Atemzüge pro Minuten.

Atmung – Einflussgrößen auf Atemzugvolumen und Atemfrequenz

Für Atemzugvolumen und Atemfrequenz kennen wir Normwerte. In Ruhe betragen die Normwerte:

  • Atemzugvolumen = 6-8 ml pro kg = 500-700 ml pro Atemzug
  • Atemfrequenz = 12-20 Atemzüge pro Minute

Atemzugvolumen und Atemfrequenz sind individuell unterschiedlich. Sie sind abhängig von Lungenvolumen, Stoffwechsel, Trainingszustand und vom Atemtyp.

Bei einem großen Lungenvolumen sind die Atemzüge in der Regel langsamer und tiefer. Ebenso gilt das bei einem guten Trainingszustand, wobei hier vor allem die der Zellstoffwechsel, zum Beispiel in den Muskelzellen ökonomischer ist als bei nicht-trainierten Menschen. Kurzum, Menschen mit gutem Trainingszustand haben in Ruhe einen niedrigeren Sauerstoffbedarf und es besteht eine geringere Notwendigkeit für Atemarbeit.

Beim Atemtyp unterscheiden wir grundsätzlich die Brustatmung von der Bauchatmung. Bei der überwiegenden Brustatmung ist die Atmung eher flach und schnell, das heißt das Atemzugvolumen ist niedrig und die Atemfrequenz ist hoch. Bei der überwiegenden Bauchatmung ist Atmung eher tief und langsam, also das Atemzugvolumen ist hoch und die Atemfrequenz ist eher niedrig.

Bi körperlicher Belastung und dem damit erhöhten Sauerstoffbedarf des Körpers steigt das Atemzugvolumen, aber vor allen Dingen die Atemfrequenz an. Folglich steigt auch die Atemarbeit.

Atmung und Lungenerkrankungen

Zu den häufigsten akuten Lungenerkrankungen gehört die Pneumonie, so zum Beispiel als Folge einer bakteriellen Infektion oder auch als eine Komplikation einer Virusinfektion mit COVID-19.

Bei der bakteriellen Pneumonie, der typischen Pneumonie wird das Lungengewebe durch die Lungenentzündung funktionsuntüchtig und es sammelt Flüssigkeit im Lungengewebe. So wird nicht nur der Gasaustausch erschwert, sondern auch die Atemarbeit stark erhöht: aus einem trockenen, leichten Schwamm (gesunde Lunge) wird ein nasser, schwerer Schwamm (Lungenentzündung).

Für die typische Pneumonie konnte eindrucksvoll gezeigt werden, dass je höher die Atemfrequenz bei einer stationären Aufnahme im Krankenhaus ist, desto höher ist auf die Sterblichkeit. Bei einer Atemfrequenz von <33 Atemzügen pro Minute ist sie im Vergleich zu einer normalen Atemfrequenz um das 2,59-fache gesteigert. Dabei lag die Gesamtsterblichkeit bei diesem Kollektiv mit 705.928 betroffenen Menschen bei 13%.

Gerade bei der COVID-19 Pneumonie, aber auch bei anderen Viruspneumonien beziehungsweise atypischen Pneumonien findet zunächst überwiegend eine Entzündung des Lungengerüsts statt, so dass fast ausschließlich der Gasaustausch gestört, während eine starke Flüssigkeitsansammlung in der Lunge erst in der Spätphase erfolgt. Folglich ist die Atemarbeit im Gegensatz zur typischen Pneumonie hier in der Frühphase hier zunächst nicht deutlich erhöht.

Sowohl bei der typischen als auch bei der atypischen Pneumonie einschließlich der COVID-19 Pn5eumonie steigt mit dem Schweregrad der Erkrankung die Atemfrequenz. Bei der typischen Pneumonie ist die hohe Atemarbeit hier der relevante Faktor: Ihr Körper muss einfach mehr Kraft aufwenden, um die geschädigte Lunge zu bewegen. Bei der COVID-19 Pneumonie steigt die Atemarbeit zunächst wegen des verringerten Gasaustauschs. Das ist auch der Grund warum sich Menschen mit COVID-19 trotz starker Veränderungen im Computertomogramm der Lunge oder bei deutlich erniedrigter Sauerstoffsättigung in Ruhe noch recht wohl fühlen.

Atemfrequenz selber messen

Bei einer Lungenentzündung, insbesondere wenn sie zu Hause auskuriert wird, ist es sinnvoll regemäßig die Atemfrequenz selber bei sich oder einem erkrankten Mitmenschen zu bestimmen.

  • 5 Minuten ruhig auf einem Stuhl sitzen (oder im Bett liegen)
  • Uhr mit Sekundenzeiger (z.B. Laptop) sichtbar platzieren (z.B. auf einem Tisch)
  • flache Hand dort auflegen, wo Sie die Atmung am besten spüren (Bauch, Brust)
  • über 1 Minute die Atemzüge zählen = Atemzüge pro Minute
  • zeitgleich mittels Pulsoximetrie die Sauerstoffsättigung messen

Wenn die Atemfrequenz >20 Atemzüge pro Minute und/oder die Sauerstoffsättigung <92% beträgt, dann sollten Sie zeitnah ärztlich Hilfe aufsuchen.

 

Literatur

 

 

 

 

 

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

Der 6-Minuten-Gehtest – hilfreich bei der Bewertung von Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems und der Lunge

Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems und der Lunge beeinträchtigen die körperliche Leistungsfähigkeit. Um solche Erkrankungen in ihrem Schweregrad besser bewerten zu können, nutzen wir verschiedene Tests zur objektiven Beurteilung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Am weitesten verbreitet sind hier die standardisierte Fahrradergometrie beziehungsweise die Laufbanduntersuchung.

Der körperliche Leistungstest, der unserer natürlichen Aktivität im Alltag allerdings am besten entspricht, ist der 6-Minuten-Gehtest. Hierbei wird die Gehstrecke in Metern gemessen, die die Testperson in einem Zeitraum von 6 Minuten mit zügigem Schritttempo gehen kann.

Der 6-Minuten-Gehtest – medizinisch-wissenschaftliche Bedeutung

Der 6-Minuten-Gehtest erlaubt dem Arzt eine gute Einschätzung über die funktionelle, das heißt körperliche Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit eines kranken Menschen. Er ermöglicht:

  • Vergleich zwischen verschiedenen Menschen (inter-individuell), zum Beispiel zwischen Menschen mit einer bestimmten Krankheit bezüglich des funktionellen Schweregrad einer Erkrankung
  • Abschätzung der Langzeitprognose einer Erkrankung
  • Vergleich bei einem einzelnen Menschen (intra-individuell), zum Beispiel vor und nach einer Therapiemaßnahme

Besonders bewährt hat sich der 6-Minuten-Gehtest bei den folgenden chronischen Erkrankungen:

  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
  • Chronisch-obstruktive Atemwegserkrankung (COPD)
  • Pulmonal-arterielle Hypertonie (Lungenhochdruck)
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (sog. Schaufensterkrankheit)

Der 6-Minuten-Gehtest hat gerade bei der Verlaufsbeurteilung von schweren chronischen Erkrankungen und der Bewertung von Therapiemaßnahmen Vorteile gegenüber den anderen Messverfahren. Das liegt daran, dass er eine feinteilige sprunghafte Größe (Gehstrecke in Metern) als die anderen Verfahren (Belastungs-Stufen in Watt beziehungsweise METs) misst.

Der 6-Minuten-Gehtest ist etwas aufwändiger als die anderen Testverfahren, wie zum Beispiel die Fahrradergometrie, weil eine längere ebenerdige Gehstrecke von mindestens 30 m mit Wendepunkt vorhanden sein muss.

Die Voraussetzungen und Durchführung des 6-Minuten-Gehtests orientieren sich an den Vorgaben der American Thoracic Society. Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Punkte.

Der 6-Minuten-Gehtest – medizinisch-wissenschaftliche Durchführung – Voraussetzungen

Grundvoraussetzung für die medizinisch-standardisierte Durchführung des 6-Minuten-Gehtest ist eine ebenerdige 30 m Gehstrecke in einem geschlossenen Raum mit 2 Wendepunkten. Drei-Meter-Intervallmesspunkte werden mit farbigem Klebeband auf dem Boden markiert. Kürzere Korridorlängen können die Fehlerquote des 6-Minuten-Gehtests aufgrund häufigerer Wendepunkte erhöhen und damit das Ergebnis verfälschen.

Schon hier wird klar, warum der 6-Minuten-Gehtest fast ausschließlich in Krankenhäusern beziehungsweise Rehabilitationseinrichtungen durchgeführt wird.

Erforderliche Ausrüstung

  • Stoppuhr oder Timer
  • 2 kleine Kegel zur Markierung der Rundengrenzen
  • Messskala für die Bodenmessung
  • mechanischer Rundenzähler
  • Reanimationsausrüstung

An den Wendepunkten sollten Stühle zur Verfügung stehen, falls die Patienten so symptomatisch werden, dass sie anhalten und sich setzen müssen.

Vorbereitung der Testperson

  • Bequeme Kleidung
  • Bequeme Schuhe
  • Falls im Alltag Gehhilfen genutzt werden, sollten sie auch beim Test genutzt werden
  • Angenehme Umgebungstemperatur
  • Leichte Mahlzeiten vor den Tests am Morgen und Nachmittag sind akzeptabel

Der 6-Minuten-Gehtest – medizinisch-wissenschaftliche Durchführung – Technik

Technik

  • Kein Aufwärmen vor dem Test
  • Testperson sollte vor dem Test 10 Minuten lang bequem ruhen. Während dieser Zeit sollten Blutdruck und Herzfrequenz gemessen werden.
  • Pulsoximetrie ist optional. Wenn sie verwendet wird, sollte sichergestellt werden, dass die Messwerte vor Beginn des 6-Minuten-Gehtests stabil sind und das Signal optimiert wird.
  • Stellen Sie den Rundenzähler auf null und den Timer auf 6 Minuten.
  • Die Aufsichtsperson kann eine Runde laufen, um dem Patienten die Durchführung des Tests zu demonstrieren. Während des Tests sollte der Betreuer niemals mit oder vor der Testperson gehen, da die Testperson versuchen könnte, sich dem Tempo des Betreuers anzupassen. Der Betreuer kann hinter dem Patienten gehen, um den Patienten im Falle eines Torkelns zu unterstützen oder um einen Sturz zu verhindern. Der Patient darf sich während des Tests ausruhen, falls er beziehungsweise sie müde wird.
  • Die Testperson sollte zügig gehen, ohne dass sie in einen Laufschritt (Jogging) fällt
  • Zur Ermutigung der Testperson verwenden Sie standardisierte Sätze in einem gleichmäßigen Tonfall am Ende jeder Minute des Tests.
  • Eine Pause während der Prüfung ist erlaubt, aber halten Sie die Uhr nicht an. Wenn die Testperson nicht weitergehen kann, sollte der Test angehalten und die zurückgelegte Strecke aufgezeichnet werden.
  • Beenden Sie den Test, wenn der Patient Brustschmerzen, unerträgliche Luftnot, Torkeln, Schwitzen, unerträgliche Krämpfe und/oder aschfahles Aussehen entwickelt. Die Testüberwacher sollten geschult werden, um zu diesem Zeitpunkt eine angemessene Betreuung zu gewährleisten.
  • Bitten Sie die Testperson am Ende des Tests, den Grad seiner Luftnot und Müdigkeit zu bewerten. Notieren Sie den Grund für den Abbruch des Tests.
  • Es hat sich bewährt, dass eine Testperson vor einer erstmaligen bewertenden Messung des 6-Minuten-Gehtests 2 Testläufe macht. Dabei müssen Zeitabstände zwischen den Messungen von mindesten 30 Minuten eingehalten werden. Am besten erfolgt die bewertende Messung am Folgetag.

Der 6-Minuten-Gehtest – Bewertung im inter-individuellen Vergleich

Wenn wir im medizinisch-wissenschaftlichen Zusammenhang die Ergebnisse des 6-Minuten-Gehtests mit denen von Gesunden bzw. anderen Menschen mit derselben Erkrankung vergleichen wollen, dann müssen wir weitere Einflussgrößen berücksichtigen.

Die Ergebnisse des 6-Minuten-Gehtests hängen neben der Grunderkrankung ab von:

  • Geschlecht
  • Körpergröße
  • Körpergewicht
  • Alter

Diese Eigenschaften repräsentieren wesentliche Einflussgrößen auf die Leistungsfähigkeit im 6-Minuten-Gehtest, so zum Beispiel auf die absolute Muskelmasse (Geschlecht, Alter) und relative Muskelmasse in Bezug auf das Gesamtgewicht (Geschlecht), die Schrittlänge (Körpergröße) die Arbeitslast (Körpergewicht und den zu erwartenden Trainingszustand (Alter).

Um die Ergebnisse des 6-Minuten-Gehtests zwischen Menschen unterschiedlichen Geschlechts, Körpergröße und -gewicht und Alter vergleichbar zu machen, können diese Faktoren für Männer und Frauen jeweils in eine Formel eingeben werden:

Männer

Mittlerer Erwartungswert = (7,57 × Körperlänge cm) – (1,76 × Körpergewicht kg) – (5,02 × Alter) – 309 m

Unter Grenzwert = Mittlerer Erwartungswert – 153

Frauen

Mittlerer Erwartungswert = (2,11 × Körpergröße cm) – (2,29 × Körpergewicht kg) – (5,78 × Alter) + 667 m

Unter Grenzwert = Mittlerer Erwartungswert – 139

Der Mittlere Erwartungswert repräsentiert hierbei den Wert, den 50% der gesunden Menschen mit diesem Geschlecht, Körpergröße und -gewicht und Alter erzielen. Der untere Grenzwert besagt, dass 95% der gesunden Menschen einen besseren Wert haben als diesen. Folglich gelten Werte unterhalb des unteren Grenzwertes als abklärungsbedürftig.

Den Mittleren Erwartungswert können Sie über die Formel, zum Beispiel mithilfe eines Tabellenkalkulationsprogramms (Excel) selber berechnen oder über eine App (zum Beispiel 6MWD) kalkulieren. Für die Berechnung des unteren Grenzwertes müssen Sie dann noch selber 153 m (Männer) beziehungsweise 139 m (Frauen) abziehen.

So werden im 6-Minuten-Gehtest bei Gesunden in der Regel Gehstrecken von 400 bis 700 m erreicht. Bei verschiedenen Erkrankungen, die mittels des 6-Minunten-Gehtests typischerweise bewertet werden, gilt ein Wert von <300 m als kritisch, das heißt die Lebenserwartung ist bei einem solchen Wert und darunter deutlich eingeschränkt.

Der 6-Minuten-Gehtest – Bewertung im intra-individuellen Vergleich

Von besonderer Bedeutung ist der 6-Minuten-Gehtest zu Bewertung des Erfolges von therapeutischen Maßnahmen bei einem einzelnen Menschen. Ist die Herzinsuffizienzmedikation angepasst worden oder habe Sie ein neues Bronchospray bei chronisch obstruktiver Atemwegserkrankung erhalten, dann kann der 6-Minunten-Gehtest zeigen, ob auch objektiv eine Besserung eingetreten ist.

Auch Verschlechterungen der Leistungsfähigkeit können so objektiv in Zahlen ausgedrückt werden.

Den 6-Minuten-Gehtest selber zu Hause durchführen

Falls Ihr behandelnder Arzt beziehungsweise Ärztin den 6-Minuten-Gehtest nicht anwendet, dann können Sie sich selber zu Hause eine wertvolle Orientierung verschaffen.

Wenn Sie den 6-Minuten Gehtest zu Hause durchführen wollen, weil Sie zum Beispiel an einer chronisch obstruktiven Atemwegserkrankung oder Herzschwäche leiden, dann sollten Sie auch auf standardisierte Bedingungen achten, die sich möglichst nah an die medizinisch-wissenschaftlichen Standards anlehnen.

Falls Sie eine schwere funktionellen Einschränkung entsprechend dem NYHA-Stadium III oder IV aufweisen, dann sollten Sie den 6-Minuten-Gehtest nur unter ärztlicher Aufsicht durchführen.

Weil Sie ja in erster Linie nur Veränderungen der Leistungsfähigkeit bei sich selber messen wollen (intra-individuellen Vergleich), kann die Gehstrecke im Gegensatz zur streng medizinisch-wissenschaftlichen Messung ruhig im Freien liegen. Sie sollte allerdings immer ebenerdig sein, sodass eine gewisse Vergleichbarkeit mit medizinisch-wissenschaftlichen Vergleichszahlen orientierend möglich bleibt. Bei Wiederholungsmessungen sollten Sie auch immer dieselbe Strecke wählen.

Wenn Sie den Test durchführen, dann sollten Sie so zügig als möglich gehen, ohne dass Sie in einen Laufschritt (Jogging) fallen.

Vorab, am einfachsten ist der 6-Minuten-Gehtest zu Hause mit einer App, zum Beispiel mit der App 6WT. Sie können kontinuierlich in eine Richtung gehen und die App registriert über GPS die Laufstrecke in Metern über eine Zeit von 6 Minuten; Sie brauchen noch nicht einmal auf das Handy zu schauen.

Wenn Sie keine App nutzen, dann müssen Sie die Länge der Gehstrecke kennen. Am besten ist eine Strecke mit bekannter Länge und einem Wendepunkt. Das kann ein langer Flur, eine Hausseite oder noch besser ein Weg an einer Verbindungsstraße beziehungsweise Landstraße mit Leitpfosten sein. Der Abstand zwischen 2 Leitpfosten beträgt in Deutschland und der Schweiz 50 m, in Österreich 33 m. Auch ein öffentlicher Sportplatz ist eine gute Teststrecke. Sie müssen dann auf eine Uhr schauen und die Runden zählen.

Den 6-Minuten-Gehtest selber zu Hause durchführen – wann ist das sinnvoll?

Anfänglich müssen Sie den Test erst einmal üben. Wenn Sie ihn beherrschen, dann ist es sinnvoll ihn mindestens 4 Mal im Jahr durchzuführen.

  • zu unterschiedlichen Jahreszeit
  • bei subjektiver Verschlechterung der Leistungsfähigkeit
  • bei Änderung der Therapie

Die Jahreszeit hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die funktionelle Leistungsfähigkeit. In der Regel wird sie im Winter schlechter. Eine Verschlechterung des 6-Minuten-Gehtests zeigt Ihnen dann einen objektiven Messparameter, den Sie dann mit Ihrem Arzt besprechen können. Eine Anpassung der Therapie können Sie dann ebenfalls wieder mit dem 6-Minuten-Gehtest bewerten.

Den 6-Minuten-Gehtest selber durchführen – ein weiterer Schritt hin zu einer besseren medizinischen Versorgung

Die Durchführung des 6-Minuten-Gehtests durch den betroffenen Menschen hat folglich 2 wesentliche Vorteile.

Erstens verbessert dieses gemeinsame Vorgehen von Arzt und betroffenem Menschen, die Möglichkeiten des Arztes, die Leistungsfähigkeit des kranken Menschen besser objektiv zu überwachen.

Zweitens bedeutet die selbstverantwortliche Messung durch den Betroffenen, auch eine Verbesserung des Selbstmanagements, weil der kranke Mensch selber aktiv im Sinne der eigenen Gesundheit handelt und Störungen so frühzeitig objektiv erfasst, bevor es zu einer deutlich kritischeren Einschränkung des Gesundheitszustands kommt.

Die Ergebnisse des selbst durchgeführten 6-Minuten-Getests sollten Sie schriftlich dokumentieren. Vor allen Dingen eine Verkürzung der Gehstrecke sollten Sie mit Ihrer Ärztin bzw. Arzt besprechen.

Hilfreiche Apps

App 6MWD zur Bestimmung des mittleren Erwartungswertes beim 6-Minuten-Gehtest

App 6WT zur Bestimmung der Gehstrecke im 6-Minuten-Gehtest

 

Literatur

 

 

 

 

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

Pulsoximetrie – Lunge testen

Mit der Pulsoximetrie können wir die Lunge testen. Viel Menschen, und vor allen Dingen Menschen, die regelmäßig körperlich trainieren, haben ein Pulsoximeter zu Hause. Sie fragen sich vielleicht, was kann ich damit eigentlich sinnvoll anfangen? Auf die folgenden Fragen versuchen wir Ihnen daher eine Antwort zu geben.

Was misst eigentlich ein Pulsoximeter? Wie gehen wir mit diesem medizinisch wertvollen Gerät um? Auf welche Krankheiten weisen pathologische Messwerte hin? Welche Bedeutung kann die Pulsoximetrie bei der ambulanten Diagnose und Überwachung der gerade ablaufenden COVID-19 Virusepidemie haben?

Die Sauerstoffsättigung als Maß für den Sauerstoffgehalt im Blut

Sauerstoff hat für zahlreiche biochemische Prozesse in unserem Körper, zum Beispiel bei der Energiegewinnung eine kritische Bedeutung. Ohne Sauerstoff sind wir nicht überlebensfähig. Sauerstoff wird über die Lunge aus der Umgebungsluft in das Blut aufgenommen und über den arteriellen Kreislauf zu allen Organen und Geweben in unserem Organismus transportiert. Dieses sog. arterielle Blut hat einen hohen Sauerstoffgehalt. Das Blut gibt dann im Gewebe eine bestimmte Menge Sauerstoff ab und das sauerstoffärmere Blut wird dann im Körperkreislauf über die Venen zurück zur Lunge transportiert, wo dann erneut Sauerstoff aufgenommen wird.

Die arterielle Sauerstoffsättigung (SaO2 in %) des Blutes ist eine Messgröße, die es uns erlaubt den sogenannten Sauerstoffpartialdruck (paO2 in mmHg) beziehungsweise den Sauerstoffgehalt (CaO2 = SaO2 x Hämoglobin [g/dl] x 1,34 [ml/g] + paO2 [mmHg] x 0,0031 [1/mmHg*ml/dl]) des Blutes abzuschätzen.

Die Sauerstoffsättigung korreliert nicht linear, d.h. nicht im Verhältnis von 1:1 mit genaueren Parametern der Sauerstoffversorgung des Körpers, dem Sauerstoffpartialdruck bzw. Sauerstoffgehalt. Das heißt, dass zum Beispiel bei einer Sauerstoffsättigung von 80% schon ein schwerer Sauerstoffmangel vorliegt.

Die arterielle Sauerstoffsättigung kann direkt im Blut mittels Blutentnahme, zum Beispiel mit der sogenannten Blutgansanalyse oder auch mittels Pulsoximetrie unblutig und somit schmerzfrei über die Haut bestimmt werden.

Pulsoximetrie – technische Methode

Die Pulsoximetrie misst die Sauerstoffsättigung photometrisch. Das bedeutet, dass mittels Durchleuchtung der Haut die Veränderungen der Lichtabsorption messtechnisch bestimmt werden. Das Pulsoximeter besteht aus einem Sender und einem Empfänger. Der Sender hat 2 LED-Lichtquellen mit unterschiedlichen Wellenlängen, welche ihr Licht in ein Körperteil zum Beispiel den Finger abgeben. Nach Austritt des Lichtes wird dieses dann mittels Fotoelektrode im Empfänger des Pulsoximeters gemessen.

Durch diesen Prozess werden indirekt das oxygenierte (Oxyhämoglobin) und das desoxygenierte Blut (reduziertes Hämoglobin) bewertet. Hierfür werden 2 Lichtwellenlängen 660 nm (rot) und 940 nm (infrarot) verwendet. Das Verhältnis der Absorption bei diesen Wellenlängen wird berechnet um das Maß der arteriellen Sättigung (SpO2) zu ermitteln.

Pulsoximetrie – Ruhemessung

Die Sauerstoffsättigung mittels Pulsoximetrie wird üblicherweise am Finger gemessen, kann aber auch am Ohrläppchen oder am Zeh abgeleitet werden. Wichtig ist, dass der Sensor stabil und erschütterungsfrei sitzt.

Bei der Messung am Finger wird ein Fingerclip über den Finger gestülpt. Aus einem Anteil wird Licht gesendet, und im anderen Anteil wird das Licht nach Durchscheinen des Körperteils analysiert.

Der Normalbereich der Sauerstoffsättigung beträgt 92-97%.

Sind alle Fehlerquellen ausgeschaltet (siehe unten), dann ist die pulsoximetrisch bestimmte Sauerstoffsättigung ein Maß für die Funktionsfähigkeit Ihrer Lunge. Die Messmethode wird sowohl bei akuten als auch bei chronischen Lungenerkrankungen eingesetzt

Bei den akuten bzw. potentiell bedrohlichen Zuständen sind dieses vor allen Dingen die Überwachung bei:

  • Narkosen einschl. Aufwachphase
  • mechanischer Langzeitbeatmung
  • Überwachung medizinischer Maßnahmen mit Sedierung, z.B. Gastroskopie (während und danach)

Die Methode hat sich im akut-medizinischen Bereich besonders bewährt, da sie im Gegensatz zur punktuellen arterielle Blutgasanalyse die Sauerstoffsättigung kontinuierlich messen kann. So wird eine zeitlich lückenlose Überwachung von gefährdeten Patienten möglich.

Allerdings muss die pulsoximetrisch ermittelte Sauerstoffsättigung gerade bei der mechanischen Beatmung auf einer Intensivstation immer wieder mit einer arteriellen Blutgasanalyse abgeglichen werden, zum Beispiel alle 2 Stunden durch eine arterielle Blutentnahme aus einer arteriellen Verweilkanüle.

Bei den chronischen Erkrankungen können wir mit Hilfe der Pulsoximetrie die Funktionsfähigkeit der Lunge sowohl bei den Atemwegserkrankungen, wie zum Beispiel der häufigen chronisch obstruktiven Atemwegserkrankung, der sog. COPD, den Lungengerüsterkrankungen, wie der Lungenfibrose und Lungengefäßerkrankungen, zum Beispiel der pulmonal-arteriellen Hypertonie besser abschätzen. Dabei ist die Pulsoximetrie allerdings nur ein, wenn auch ein wichtiger Baustein der Diagnostik.

Pulsoximetrie – Belastungstest

Unter körperlicher Belastung bleibt die Sauerstoffsättigung bei gesunden Menschen normal. Ein Abfall der Sauerstoffsättigung auf Werte <92% ist, vorausgesetzt es liegt kein Messfehler vor, nicht normal. Lediglich in Ausnahmefällen können auch Herz-Kreislauf- und Lungen-gesunde Menschen einen Sättigungsabfall bei maximaler exzessiver körperlicher Überanstrengung aufweisen.

Wir müssen bei der Interpretation berücksichtigen, dass ein Sättigungsabfall unter Belastung auch bei einer gesunden Lunge auftreten kann. Dieses kann ein Hinweis auf eine periphere Durchblutungsstörung sein, vor allen Dingen bei Herzschwäche und Bluthochdruck. Der Abfall der Sauerstoffsättigung tritt dann schon bei mittel-schwerer Belastung auf, zum Beispiel bei schnellem Gehen ohne einschränkende Luftnot (aber ohne das Vermögen beim Gehen zusätzlich zu sprechen).

Im Krankheitsfall ist hier es gerade bei den chronischen Lungenerkrankungen so, dass die Sauerstoffsättigung in Ruhe häufig Normwerte aufweist. Daher macht eine Belastungsuntersuchung mit Bestimmung der Sauerstoffsättigung vor, während aber mindestens bei Ende der körperlichen Belastung hier Sinn.

Setzt man diese Menschen dann einem standardisierten Belastungs-Test, zum Beispiel einem 6-Minuten Gehtest oder dem Treppensteigen in einem Treppenhaus aus, dann können wir wertvolle Hinweise nicht nur auf den Funktionszustand der Lunge, sondern auch auf die Langzeitprognose gewinnen. Fällt die Sauerstoffsättigung während der körperlichen Belastung ab, dann ist das ein prognostisch ungünstiges Zeichen.

Pulsoximetrie – Fehlerquellen

Bei der Pulsoximetrie gibt es verschiedene Fehlerquellen:

  • instabiler Sitz des Fingersensors führt zu sogenannten Bewegungsartefakten
  • Nagellack (auch Acryllack)
  • geringe Durchblutung (zum Beispiel durch Herzschwäche oder kalte Hände)
  • dunkle Hautfarbe
  • starkes Kunstlicht in der Umgebung
  • Blutarmut mit geringem Hämoglobingehalt (sogenannte Anämie)
  • Störungen vorhandenen Hämoglobins durch Vergiftungen (zum Beispiel durch Caboxyhämoglobin oder Methämoglobin, eher selten)

Somit werden als Fehlmessung praktisch ausschließlich falsch zu niedrige Werte abgeleitet. Das bedeutet also bei einer gemessenen Sauerstoffsättigung, zum Beispiel von <90%, dass Sie zunächst die Fehlerquellen ausschalten sollten. Vor allen Dingen bei kalten Fingern, sollten Sie diese in warmem Wasser erwärmen.

COVID-19 Viruspneumonie – die H-Form und die L-Form

Bei der COVID-19 Pneumonie gibt es grundsätzlich 2 verschiedene Varianten, die COVID-19-L-Pneumonie (L = light, engl. für leicht) und die COVID-19-H-Pneumonie (H = heavy, engl. für schwer).

Die H-Form entspricht funktionell einer typischen Pneumonie, d.h. hier sind sowohl das Lungengerüst als auch der Luftraum entzündlich verändert und mit Flüssigkeit gefüllt; aus einem leichten trockenen Schwamm ist so ein schwerer nasser Schwamm geworden. Das bedeutet, dass die Atemarbeit erschwert ist und wir die Lungenbeteiligung durch Luftnot und Anstieg der Atemzüge pro Minute, zum Beispiel von in Ruhe normal 8-16 auf >20 Atemzüge pro Minute in der Regel merken. Die H-Form tritt nicht bei allen Patienten mit COVID-19 Pneumonie auf, und damit meistens erst in der späten Phase.

Bei der L-Form, welche typischerweise und gerade in der Frühphase einer Lungenbeteiligung durch COVID-19 vorkommt, ist nur das Lungengerüst betroffen. Die Atemarbeit in Ruhe ist in der Regel nicht erhöht, obwohl bereits schwere Lungenveränderungen in der Computertomografie des Thorax nachweisbar sind und die Sauerstoffsättigung bis auf Werte von unter 80% eingeschränkt ist. Darüber hinaus ist es auch so, dass zwar die Atemfrequenz bis auf Werte von deutlich >20 Atemzüge steigt, dieses von den Patienten allerdings nicht bedrohlich empfunden wird. Folglich können wir ein frühe Lungenbeteiligung, die im weiteren Verlauf lebensbedrohlich werden kann, gerade in der Frühphase häufig gar nicht subjektiv merken.

Zusammengefasst finden wir bei der L-Form der COVID-19 Pneumonie also in Bezug auf die Lunge häufig folgende Konstellation vor:

  • geringe oder gar keine subjektiven Symptome der Luftnot in Ruhe, wie z.B. Unruhe, Angst oder Panik
  • schrittweiser Anstieg der Atemfrequenz bis auf Werte von >20 Atemzüge pro Minute (ohne Symptome)
  • Sauerstoffsättigung <92%
  • ausgeprägte radiologische Veränderungen der Lunge im Computertomogramm

Pulsoximetrie – Stellenwert bei COVID-19

Vor dem Hintergrund der Besonderheiten der COVID-19-L-Pneumonie kann die Anwendung der Pulsoxymetrie in der frühen und mittleren Phase der Erkrankung eine diagnostische Bedeutung haben. Dieses gilt vor allen Dingen für die Anwendung durch Ärzte der sog. Primärversorgung, das heißt für Hausärzte und Fachärzte in der ambulanten Versorgung. Auch medizinische Laien können diese Messung einfach zu Hause durchführen.

Bei der pulsoximetrischen Ruhemessung sollte zeitgleich beziehungsweise zeitnah die Atemfrequenz in körperlicher Ruhe gemessen werden. Dafür setzen Sie sich am besten 5 Minuten ruhig auf einen Stuhl. Sie legen dann mit Blick auf eine Uhr die gefalteten Hände leicht auf den Oberbauch und zählen über 1 Minute die Atemzüge. Individuell unterschiedlich betragen die Normalwerte hier zwischen 8-18 Atemzüge pro Minute.

Da die Sauerstoffsättigung durch eine kompensatorische Steigerung der Atemfrequenz bei einer Lungenerkrankung normal sein kann, ist wahrscheinlich ein individuell standardisierter Belastungstest sinnvoll. So können Sie zum Beispiel 2-4 Treppen steigen und die Sauerstoffsättigung vor und nachher bestimmen. Denkbar ist, dass die Sauerstoffsättigung unter mittel-schwerer Belastung bei Patienten mit asymptomatischen Patienten mit COVID-19 Pneumonie deutlich abfällt. Dieses wäre dann ein hilfreicher Provokationstest, der helfen würde, die Lungenbeteiligung bei Menschen mit normaler Sauerstoffsättigung in Ruhe zu demaskieren.

Bei allen Überlegungen zur Bedeutung der Pulsoximetrie zur Unterstützung der Diagnose bzw. Überwachung der COVID-19 Pneumonie im ambulanten Bereich, d.h. außerhalb des Krankenhauses müssen wir festhalten, dass zu diesem Thema noch keine wissenschaftlichen Daten vorliegen. Daher können die gemachten Ausführungen zunächst nur ein Hinweis sein.

Grundsätzlich kann die Diagnose einer Lungenerkrankung durch COVID-19 alleine auf der Grundlage einer pulsoximetrischen Messung weder ausgeschlossen noch gestellt werden. Wir müssen weitere Zusatzsymptome bzw. Kontakte mit COVID-positiven Menschen beachten. Im Zweifel müssen Sie auf jeden Fall frühzeitig eine Ärztin bzw. einen Arzt um Rat bitten.

Atemfrequenz und Pulsoxymetrie

Wenn Sie zu Hause ein Pulsoximetriegerät zur Überwachung einer Lungenentzündung nutzen, dann sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass die Atmung einem Regelkreis folgt. Das bedeutet, dass Ihr Körper bestrebt ist die Atemgase Sauerstoff und Kohlendioxid jeweils auf einem bestimmten Sollwert zu halten. Um dieses Ziel zu erreichen nutzt der Körper sog. Ausgleichsmechanismen. Im Fall der Atmung sind dieses die Atemtiefe und vor allen Dingen die Atemfrequenz.

Bei einer typischen Lungenentzündung, die alle Anteile der Lunge einschließlich der luftgefüllten Anteile erfasst, ist die Atemarbeit besonders hoch (“Aus einem trockenen leichten Schwamm wird ein nasser schwerer Schwamm”). Im Fall der typischen Lungenentzündung ist es folglich so, dass die Atemfrequenz und damit die Atemarbeit steigt BEVOR die Sauerstoffsättigung abfällt. Daher sollten Sie bei einer Überwachung einer Lungenentzündung immer die Atemfrequenz mitmessen. Fällt die Sauerstoffsättigung ab, dann ist das bereits ein Zeichen eines beginnenden respiratorischen Versagens.

Bei der atypischen Pneumonie ist es so, dass zunächst nur das Lungengerüst von der Entzündung erfasst wird und der luftgefüllte Raum ausgespart bleibt. Das hat zur Folge das trotz einer Störung des Gasaustauschs die Atemarbeit im Vergleich zur typischen Pneumonie geringer ist und die betroffenen Menschen sich in Ruhe recht wohl fühlen. Dementsprechend kann auch die Atemfrequenz trotz eines Abfalls der Sauerstoffsättigung vergleichsweise nur leicht erhöht sein. Diese Gesetzmäßigkeiten gelten übrigens auch bei der COVID-19 Viruspneumonie.

Pulsoximetrie – Lunge: grundsätzliches Vorgehen bei der Selbstmessung

Sollten Sie mit einem Pulsoximeter pathologische Messwerte messen, dann gilt es zunächst mögliche Fehlerquellen ausschließen. Falls Sie nach Ausschluss aller Fehlerquellen weiterhin pathologische Werte ableiten, dann ist es sinnvoll, wenn Sie zeitnah eine Ärztin oder einen Arzt konsultieren, vor allen Dingen dann, wenn Zusatzsymptome vorliegen. Am besten gehen Sie zu einem Facharzt für Lungenheilkunde beziehungsweise für Kardiologie, da diese in der Regel selber über die Möglichkeit der Pulsoxymetrie verfügen und gegebenenfalls weitere diagnostische Schritte einleiten können.

Grundsätzlich gilt, dass Sie bei Lungenentzündung bei einer Atemfrequenz von >20 Atemzügen pro Minute und/oder einer Sauerstoffsättigung von <92% ärztliche Hilfe suchen sollten.

Sollten Sie bei sich selber den Verdacht auf eine COVID-19 Virusinfektion haben, dann sollten Sie den Hausarzt anrufen und sich telefonisch über weitere Schritte informieren. Ihr Hausarzt kennt immer den von Gesundheitsämtern vorgegeben aktuellen Stand zu den weiteren Maßnahmen.

 

Literatur

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

COVID-19 – optimale Hygiene in der Arztpraxis – mehr Sicherheit für Patienten und Personal

Auch wir in der Cardiopraxis passen uns immer wieder an die aktuellen Gegebenheiten der COVID-19 Virusepidemie an. Dazu gehören natürlich an erster Stelle die hygienischen Maßnahmen zu Ihrem Schutz und zum Schutz der Mitarbeiter.

Wir haben schon Ende Januar eine ganze Reihe von Maßnahmen geplant und schrittweise eingeführt, so dass der Praxisbetrieb für Sie sicher aufrechterhalten werden kann.

Mit der praktischen Umsetzung haben wir bereits Mitte März begonnen, zum Beispiel indem wir am 18.3.2020 die beiden Standorte in Düsseldorf und Meerbusch personell komplett getrennt haben. Das bedeutet folglich, dass keine Mitarbeiter, seien es nicht-ärztliche oder ärztliche zwischen den Standorten wechseln. Folglich sind beide Standorte hygienisch betrachtet komplett unabhängige Einheiten.

Folglich unterscheiden wir bei unseren Maßnahmen zum Schutz bei COVID-19 in Personal-bezogene und in Besucher-bezogene Schutzmaßnahmen.

COVID-19 – optimale Hygiene – Hygienemaßnahmen für Besucher in der Cardiopraxis

Händedesinfektion. Mit dem Betreten der Cardiopraxis bitten wir Sie, dass Sie sich die Hände desinfizieren. So können Corona-Viren, die sich auf ihren Händen befinden, zum Beispiel durch den Kontakt mit Türklinken oder Einkaufswagen, unschädlich gemacht werden.

Weiterhin finden Sie Desinfektionsspender an weiteren Orten in der Praxis, auch in den Toiletten. Nutzen Sie sie.

Mund-Nasen-Schutz. Nach der Händedesinfektion bitten wir Sie, sofern Sie keinen eigenen Mund-Nasen-Schutz mitbringen, einen Mund-Nasen-Schutz anzulegen, den wir Ihnen zur Verfügung stellen.

Messung Körpertemperatur. Wir messen orientierend die Oberflächen-Körpertemperatur bei jedem Besucher. Nur Menschen mit einer normalen Körpertemperatur und ohne Symptome werden in der Cardiopraxis betreut. Im Fall, dass Menschen diese Kriterien nicht erfüllen, bitten wir die Betroffen mit dem Hausarzt telefonisch Kontakt aufzunehmen.

Barriere. An der Rezeption haben wir für Sie zur Einhaltung des Abstands Signalstreifen auf dem Fußboden angebracht. Darüber hinaus verfügt die Rezeption über einen Plexiglasschutz.

Abstands-Regel. Wir halten die Abstandsregel ein. Das bedeutet, dass die Wartezimmer nicht voll besetzt werden. Wir bitten Sie daher nicht zu früh, aber auch nicht zu spät zu kommen. Auch auf Begleiter sollten Sie soweit als möglich verzichten.

Oberflächendesinfektion. Die Oberflächen gerade die viel genutzten Türklinken werden mehrmals am Tag desinfiziert. Die Schallköpfe der Ultraschallgeräte werden nach jedem Einsatz leitliniengerecht desinfiziert.

Raumlüftung. Ein besonderes Anliegen ist uns die Güte der Raumluft, denn je besser die Lüftung, desto höher die “Verdünnung” einer möglichen Viruslast und folglich desto geringer das Ansteckungsrisiko. Wir halten daher die Fenster geöffnet und verzichten zusätzlich auf den Einsatz der Klimaanlagen. Zur Bestimmung der Reinheit der Luft messen wir den CO2-Gehalt. Liegt dieser Wert <1.000 ppm (parts per million), dann gilt das Ansteckungsrisiko über der Aerosolweg als sehr gering.

COVID-19 – Hygienemaßnahmen für Personal in der Cardiopraxis

Temperaturmessung. Sowohl beim nicht-ärztlichen als auch beim ärztlichen Personal messen wir täglich die Körpertemperatur und dokumentieren sie. Bei Temperaturerhöhung wird genauso verfahren, wie bei den Besuchern der Praxis.

Händedesinfektion. Die Händedesinfektion ist besonders wichtig. Daher waschen wir uns nach jedem Patientenkontakt gründlich die Hände und führen eine sorgfältige Desinfektion von Händen und Unterarmen durch.

Mundschutz. Im direkten Patientenkontakt tragen sowohl das ärztliche- als auch das nicht-ärztliche Personal einen Mundschutz, der einmal täglich gewechselt wird.

Arbeitskleidung. Die Arbeitskleidung der Mitarbeiter der Cardiopraxis wird regelmäßig gewechselt. Zudem wir die Arbeitskleidung durch Mitarbeiter am jeweiligen Standort viruzid in einer Waschmaschine gereinigt. An einem Standort erfolgt dieses mittels einer Waschmaschine mit Ozonwaschgang, am anderen Standort mit Spezialwaschmittel. Beide Verfahren töten Viren zu >99% ab.

COVID-19 – optimale Hygiene in der Arztpraxis – Perspektive für eine gesunde Cardiopraxis

Weiterhin ist der Verlauf  der COVID-19 Virusepidemie in der Zukunft noch nicht sicher. Schließlich müssen wir bei  einem längeren Verlauf mit mehr oder weniger einschränkenden Maßnahmen des Seuchenschutzes rechnen.  Cardiopraxis wird diesen Verlauf genau beobachten und im Sinne Ihrer Sicherheit adäquat darauf reagieren.

 

 

 

 

Weitere Informationen

Robot-Koch-Institut

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

 

Suche nach medizinischen Informationen im Internet – Chance und Risiko

Wir in der Cardiopraxis begrüßen es ausdrücklich, wenn die Menschen, die uns besuchen, um Rat und Hilfe zu erhalten sich im Internet informieren. Dieses ist ganz im Sinne unseres Konzeptes der Partnerschaftlichen Medizin.

Allerdings sollten Sie bei der Bewertung von medizinischen Informationen im Internet einige Grundregeln beachten. Hierzu gehört neben der Auswahl verlässlicher Informationsquellen das Bewusstsein über die eigenen menschlichen Schwächen. Sie sollten Ihre Vorurteile und die Neigung von Menschen zum Confirmation bias kennen.

Ein Mann (und eine Frau) muss seine Grenzen kennen. Clint Eastwood 

Risiko bei der Recherche im Internet – das Vorurteil

Wenn wir im Internet eine Anfrage beginnen, dann tun wir das IMMER mit einer vorgefassten Meinung, einem Vorurteil. Psychologisch betrachtet sind Vorurteile normal und menschlich. Aufgrund unserer individuellen Vorerfahrungen haben wir zu allen Lebenssituationen Vorurteile. Vorurteile sind Vereinfachungen, die uns komplexes Denken ersparen und so unsere Handlungsgeschwindigkeit und Handlungssicherheit erhöhen.

Stehen wir als Fußgänger z.B. vor einer roten Fußgängerampel, dann wissen wir aus Erfahrung, dass die Autos an uns vorbeifahren und wir besser nicht die Straße kreuzen sollten. Darüber denken wir nicht nach, wir handeln einfach und bleiben stehen bis unsere Ampel auf Grün schaltet. Dieses ist ein sinnvolles Vorurteil in einer einfachen Lebenssituation.

In komplexeren Lebenssituation können Vorurteile auch täuschen, und das tun sie jeden Tag, denn unsere menschliche Psychologie versucht Komplexität zu vermeiden, kurzum bevorzugt sie Vereinfachung. Wenn Sie z.B. das Vorurteil haben, dass Luftnot eine Störung der Lunge ist, dann werden Sie, wenn Sie Luftnot bei sich selber bemerken, denken, dass Sie in erster Linie ein Problem mit der Lunge, z.B. eine Lungenentzündung haben. Luftnot kann z.B. aber auch ein Symptom der Herzschwäche, einer Stoffwechselstörung oder einer generalisierten Entzündung des Körpers sein. Kurzum, weil Ihre Großmutter es an der Lunge hatte, müssen Sie nicht auch an einer Lungenerkrankung leiden, nur weil Sie dieselben Symptome haben.

Risiko bei der Recherche im Internet – der Confirmation bias, der Bestätigungsfehler

Wenn wir im Internet eine Anfrage beginnen, dann tun wir das mit einem Vorurteil UND unterliegen dem Risiko des Confirmation bias (engl. Bestätigung, Neigung). Confirmation bias, im Deutschen auch Bestätigungsfehler genannt, bedeutet, dass wir Menschen eine Neigung haben, Aussagen und Ereignisse bevorzugt in unsere Bewertung mit eingehen zu lassen, die unsere vorgefassten Meinungen, d.h. unsere Vorurteile bestätigen. Kurz gesagt, jeder hört gerne das, was er hören will. Das kann erhebliche Verzerrungen der Wahrnehmung zur Folge haben.

Für die medizinische Suche im Internet bedeutet das, dass Sie bezogen auf unser Beispiel von Luftnot und Lunge die Suchbegriffe “Lunge” und “Luftnot” in die Suchmaschine eingeben. Dazu erhalten Sie dann zahlreiche bereits eingeengte Informationsangebote und Sie freuen sich aufgrund der vielen Treffer, dass Sie recht haben; gewissermaßen belohnen Sie sich so selber. Informationen, die von Ihrem Vorurteil abweichen, blenden Sie aus, weil Sie sie nicht sehen wollen oder sie nicht sofort verstehen. Das Verhalten möglichst schnelle und einfache Lösungen für komplexe Probleme zu finden, übrigens ein charakteristisches Merkmal der Internetsuche, kann hier zu schweren gesundheitlichen Folgen führen. Im Fall der Luftnot kann es dann sein, dass Sie selber bei sich eine leichte Lungenentzündung diagnostizieren, obwohl eine lebensgefährliche Lungenembolie vorliegt.

Psychologisch betrachtet ist auch der Confirmation bias wieder ein Versuch die Dinge zu vereinfachen und Komplexität zu vermeiden. Die Vermeidung von Komplexität bedeutet hier auch die Vermeidung von Unbekanntem und damit von Unsicherheit und Angst. Genauso wie in der Interaktion mit seiner Umwelt wünscht sich der Mensch in seiner geistigen Innenwelt Geborgenheit und damit Sicherheit. So wollen Menschen häufig einfach nicht wahrhaben, dass Situationen oder geistige Inhalte ihren Bewertungs- und Handlungshorizont übersteigen, weil das mit einer lähmenden Hilflosigkeit verbunden sein kann.

Praktischer Umgang mit medizinischen Informationen aus dem Internet

Wenn Sie nun wieder auf die Suche nach medizinischen Informationen im Internet gehen, dann seien Sie sich Ihrer Vorurteile bewusst und achten Sie auf Ihren Confirmation bias. Bringen Sie Licht in Ihren Tunnelblick.

Wenn Sie sich unsicher sind, dann ist das vollkommen normal, schließlich sind Sie kein Fachmann bzw. keine Fachfrau. Gleichen Sie die im Internet gewonnen medizinischen Informationen mit einer Ärztin oder einem Arzt ab. Ärztinnen und Ärzte in Deutschland haben immerhin 6 Jahre Medizin studiert, haben mindestens eine zertifizierte Weiterbildung, z.B. zum Allgemeinmediziner oder Facharzt, müssen sich regelmäßig zertifiziert fortbilden und haben Berufserfahrung bei der Diagnose und Behandlung von Krankheiten. Nutzen Sie diese Ressource.

Wir wissen, auch Ärzte sind fehlbar und können gerade bei selteneren oder noch unbekannten Erkrankungen die Diagnose nicht immer richtig stellen. Auch medizinische Fachleute unterliegen Vorurteilen und dem Confirmation bias. In der Cardiopraxis kennen wir die Schwächen des medizinischen Systems nur zu gut, z.B. vom Zusammenhang zwischen Histaminerkrankungen und Herzrhythmusstörungen. Häufig irren die Betroffenen im wahren Sinne des Wortes, z.T.  jahrelang durch das Land bis ihnen geholfen wird.

Sollten Sie sich von ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nicht ernst genommen fühlen, dann suchen Sie im Internet nach einem kompetenten ärztlichen Partner. Vermeiden Sie unseriöse Anbieter von Gesundheitsleistungen, die häufig auch kostspielig sind. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Sie einen kompetenten Ansprechpartner gefunden haben, dann vermeiden Sie Bequemlichkeit. Häufig genug lohnt es sich auch einmal eine weitere Strecke zu fahren, um Hilfe zu erlangen.

Folglich sind wir uns in der Cardiopraxis selber der Begrenztheit des eigenen medizinischen Handelns bewusst. Für uns ist es ein ärztliches Qualititätsmerkmal zu sagen: “das weiß ich nicht”. Wir versuchen dann, übrigens auch mittels Internetrecherche Lösungen zu finden, was häufig genug gelingt. Falls wir selber nicht weiterwissen, dann suchen wir nach einer optimalen Möglichkeit durch einen Verweis an andere Spezialisten.

Literatur

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Normale Körpertemperatur bei Menschen – ein wichtiger Messwert bei Herz-Kreislauferkrankungen – Video

Für eine vollständige Herz-Kreislaufdiagnostik ist es für uns wichtig , dass wir die normale Körpertemperatur des Menschen und die Ursachen für eine erhöhte Körpertemperatur kennen. Die Körpertemperatur des Menschen ist ein wichtiger Messparameter zur Erkennung von Krankheitszuständen. Sie ist aber auch ein Maß für die Stoffwechselaktivität Ihres Körpers.

In der Cardiopraxis nutzen wir die Bestimmung der Körpertemperatur, um festzustellen, wie Blutdruck, Blutfluss, Körpermasse und Stoffwechselaktivität unter Berücksichtigung des Hormonstatus im Einklang stehen. Folglich gibt uns die Körpertemperatur wertvolle Hinweise auf die gezielt individuelle und erfolgreiche Behandlung gerade des Bluthochdrucks. Somit ist die Messung der Körpertemperatur für uns zum unverzichtbaren Bestandteil der Diagnose und Behandlung des Bluthochdrucks geworden.

Der  Energieverbrauch bestimmt die Temperatur Ihres Körpers

Die Körpertemperatur ist ein Maß für den Energieverbrauch des Menschen. Aus großen wissenschaftlichen Studien wissen wir, dass die Körpertemperatur mit dem Langzeitüberleben korreliert. Grundsätzlich gilt: Je höher die Körpertemperatur, desto geringer die Lebenserwartung. Wohlgemerkt, dieses gilt für den Durchschnitt einer großen Bevölkerungsgruppe und muss im Einzelfall nicht so sein.

Der Energieverbrauch des Menschen setzt sich im Wesentlichen aus den folgenden Faktoren zusammen.

  • basale Stoffwechselrate
  • körperliche Aktivität
  • thermischer Effekt von Ernährung
  • körperliche Entzündungsaktivität

Basale Stoffwechselrate. Die basale Stoffwechselrate dient der Aufrechterhaltung der Körperfunktionen in körperlicher Ruhe, z.B. auch im Schlaf. Bei Menschen mit überwiegend sitzender Tätigkeit, wie es bei den meisten Menschen in den Industrieländern der Fall ist, macht die basale Stoffwechselrate folglich 60% des Energieverbrauchs aus. Damit hat die basale Stoffwechselrate folglich den wesentlichen Einfluss auf die Körpertemperatur.

Körperliche Aktivität. Wir unterscheiden hier bei Menschen mit überwiegend sitzender Tätigkeit die sportliche körperliche Aktivität von der nicht-sportlichen Aktivität. Die nicht-sportliche Aktivität, die wir auch Alltagsaktivität nennen können, kann dabei mit 300-2.300 kcal von Mensch zu Mensch erheblich variieren.

Thermischer Effekt von Nahrung. Die Nahrungsaufnahme einschließlich von deren Verarbeitung in Ihrem Körper ist ein energieverbrauchender Prozess, der ebenfalls zur Körpertemperatur beiträgt. So macht es z.B. einen Unterschied, ob Sie scharfe Stoffwechsel-aktivierende Speisen essen oder kühlende Speisen, wie z.B. Salate oder Buttermilch zu sich nehmen.

Körperliche Entzündungsaktivität. Entzündungen im Körper erhöhen Ihre Temperatur. Das können ganz offensichtliche Entzündungen, wie z.B. eine Erkältung, aber auch unterschwellige Prozesse sein. Ein wichtiger Faktor bei der unbemerkten entzündlichen Aktivität ist das Körperfett, welches hier ein eigenständiger Risikofaktor ist.

Die normale Körpertemperatur – bisheriger Standard

Der Normalbereich für die menschliche Körpertemperatur wird mit 36,2 – 37,5 0C angegeben. Dieser Standard geht noch auf die Messungen von Carl Reinhold Wunderlich aus dem Jahr 1851 zurück. Er führte seinerzeit in Leipzig bei 25.000 Menschen ein Vielfaches an axillären Temperaturmessungen mit Quecksilberthermometern durch. Dabei ermittelte er eine durchschnittliche Körpertemperatur von 37,0 Grad Celsius. Dieser Standard ist heute noch weltweit anerkannt. Zu Zeiten Wunderlichs mit Beginn der Industrialisierung betrug die Lebenserwartung 38 Jahre (Stand 1851).

Abnahme der Körpertemperatur in Industrienationen

Dass sich die Normalwerte über die Zeit mindestens in den westlichen Industrienationen nach unten verschoben haben, zeigt eine Untersuchung aus den USA. Hier wurden 4 Großstudien aus dem Zeitraum von 1862 bis 2017 sorgfältig ausgewählt und zusammengefasst. Die Erhebung beginnt also ungefähr in der Zeit, als Carl Reinhold Wunderlich seine Temperaturerhebungen in Deutschland machte.

Bei den zusammengefassten US-amerikanischen Studien wurden 378.629 Männer und Frauen mit insgesamt 677.423 Einzelmessungen untersucht, Die Messungen erfolgten entweder oral im Mund oder axillär, d.h.in der Achselhöhle. Über einen Zeitraum von 157 Jahren zeigte sich ein kontinuierlicher Abfall der Körpertemperatur bei Männern und bei Frauen.

  • Männer -0,59 0C (-0,030 0C pro 10 Jahre)
  • Frauen -0,32 0C (-0,029 0C pro 10 Jahre)

Auf der Grundlage dieser Untersuchungen beträgt also die normale mittlere Körpertemperatur 36,6 Grad Celsius.

Die Lebenserwartung in Deutschland und den USA ist mit 80,6 und 78,7 Jahren vergleichbar (Stand 2016) und hat sich somit auch in Deutschland seit den Zeiten Wunderlichs mehr als verdoppelt.

Die Ergebnisse zu den Temperaturmessungen aus den USA lassen sich aufgrund eines ähnlichen Zivilisationsgrades einschl. gesundheitlicher Versorgung auch auf die Verhältnisse in Westeuropa und damit auch auf Deutschland übertragen. Hierfür spricht auch, dass in Ländern, die nicht einen so hohen Industrialisierungsgrad aufweisen, wie z.B. Pakistan, aktuelle Messungen der Körpertemperatur ähnliche Werte aufweisen wie in den USA in der frühindustriellen Phase.

Für die verringerte durchschnittliche mittlere Körpertemperatur kommen vor allen Dingen folgende Einflussfaktoren in Frage:

Weniger entzündliche Erkrankungen verringern die Temperatur des Körpers

Der Hauptgrund für eine zivilisatorische Abnahme der Körpertemperatur ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die Abnahme von chronischen körperlichen Entzündungszuständen.

Zahlreiche Entzündungen werden von Menschen nicht oder kaum bemerkt. Hierzu zählen z.B. die Parodontitis durch schwache Mundhygiene, die bakterielle Magenschleimhautentzündung (Helicobacter pylorii) durch unsaubere Nahrungsmittel oder auch durch toxische Industriestoffe. Gerade die Tuberkulose, die früher sehr häufig war, kann manchmal jahrelang unerkannt bleibt und so zu Temperaturerhöhungen unterhalb der Fiebergrenze beitragen.

Nicht zuletzt sind es neben der Nahrungsmittelhygiene und neben Entzündungshemmern wie etwa Aspirin und Ibuprofen die modernen Antibiotika, die Infekte dauerhaft und schnell beseitigen. Das wiederum trägt auch zu einer Verringerung der Körpertemperatur der Gesamtbevölkerung bei.

Thermischer Stress – ein unterschätzter Grund für eine gesteigerte Temperatur 

Jeder Mensch hat einen individuellen Temperatursollwert. Meistens liegt dieser heutzutage bei 36,5 0C und schwankt um ca. 0,3 0C nach oben und nach unten, ohne dass Sie sich unwohl fühlen.

Befinden Sie sich in extremen Temperaturbereichen, sei es sehr kalt oder sehr warm, dann hat das für Sie thermischen Stress zur Folge, weil der Körper eine stabile Körpertemperatur aufrechterhalten will.

Bei zu kalter Umgebung bildet der Köper aktiv überschießende Wärme (z.B. Kältezittern). Bei zu warmer Umgebung wird der Körper schon alleine durch die Außentemperatur passiv erwärmt. Der Aufwand zur Aufrechterhaltung einer stabilen Körpertemperatur beträgt bei schwankender Umgebungstemperatur immerhin 50-70% der täglichen Energieaufnahme.
Durch die modernen Mittel der Erwärmung und Kühlung von Räumen und durch angepasste Kleidung hat der thermische Stress für Menschen in Industrienationen abgenommen. Folglich sind wir im Alltag nicht mehr so starken Temperaturschwankungen ausgesetzt wie unsere Vorfahren. Dementsprechend wird Ihre Körpertemperatur überwiegend im Wohlfühlbereich des individuellen Sollwertes gehalten. Und zwar ohne dass starke Schwankungen auftreten, die einen Adrenalin-vermittelten Stress zur Folge haben.

Abnahme Körpertemperatur – verringerte körperliche Aktivität im Alltag

Ein besonders wichtiger Faktor bei der Verringerung der durchschnittlichen Körpertemperatur ist die Abnahme der Stoffwechselrate durch weniger körperliche Bewegung. In den Industrienationen ist hier der wesentliche Faktor die überwiegend sitzende beruflich Tätigkeit.

Hinzu kommt die hohe passive Mobilität mit modernen Verkehrsmitteln: Sie sind zwar schnell, aber bedeuten für den Menschen einen geringen Energieverbrauch. Kurzum, es macht einfach einen Unterschied, ob Sie morgens mit dem Fahrrad anstatt mit dem Auto zur Arbeit fahren. Oder ob Sie an einem Schreibtisch oder bei einem Umzugsunternehmen arbeiten.

Bewertung der Körpertemperatur in Verbindung mit Kreislaufparametern und Befinden

Nun, wie gehen wir mit diesen Erkenntnissen um? Sicherlich ist es noch zu früh zu sagen, dass wir einen neuen Standard haben. Dafür brauchen wir noch weitere Studien.

In der Cardiopraxis machen wir allerdings sehr wohl die Erfahrung, dass die “normale” Körpertemperatur bei Männern, gemessen mit dem Ohrthermometer zwischen 36,2 und 37,0 0C, also im Mittel bei 36,6 0C liegt. Das entspricht also ungefähr den Werten aus der oben genannten Studie und auch genau dem mittleren Wert aus einer anderen großen Untersuchung. Letztere wurde bei 35.488 Menschen mit 234.506 Einzelmessungen im Zeitraum 2009-2017 durchgeführt.

Bei Frauen mit einem normalen Ovarialzyklus müssen wir den Zeitpunkt des Zyklus und die damit verbundenen Schwankungen einkalkulieren. Folglich ist Ihre Basaltemperatur in der ersten Hälfte vor dem Eisprung niedriger, in der zweiten Hälfte höher.

Wir können die normale Körpertemperatur und damit den Sollwert durch die gleichzeitige Messung von Blutfluss und Blutdruck sowie Herzfrequenz recht gut abschätzen. Sind Blutdruck, Herzfrequenz sowie Blutfluss normal und haben Sie darüber hinaus kein vermehrtes Kälte- oder Wärmempfinden, dann liegt kein thermischer Stress vor. Ist der Blutfluss weder zu hoch noch zu niedrig, dann muss Ihr Körper kein Zuviel an Wärme abgeben. Ebenso muss er nicht ein Zuwenig an Wärme im Körper halten.
Liegt Ihre Körpertemperatur, gemessen mit dem Ohrthermometer unter 36,2 bzw. über 37,0 0C, dann werden wir besonders hellhörig und forschen nach den Ursachen.

Bewertung der Körpertemperatur im Alltag

Für Sie im Alltag bedeutet dieses zunächst einmal, dass bei der Bestimmung von krankhaftem Fieber alles beim Alten bleibt:

Standard

  • 37,5 – 38,0 0C unterschwelliges Fieber
  • >38,0 0C manifestes Fieber

Graubereich

  • 37,0 – 37,4 0C Graubereich

Für den Bereich zwischen 37,0 bis 37,4 0C schlagen wir einen sog. Graubereich vor. Voraussetzung ist, dass bei Frauen nicht die 2. Zyklushälfte eines normalen Ovarialzyklus oder eine Schwangerschaft vorliegt; in diesem Fall sind Temperaturwerte zwischen 37,0 – 37,4 0C und in Einzelfällen sogar darüber normal.

Kurzum, Sie sollten sich bei wiederholt gemessenen Werten im Graubereich fragen, was die Ursache sein kann. Die häufigsten korrigierbaren Ursachen sind nach unseren Erfahrungen in der Cardiopraxis:

In jedem Fall sollten Sie Ihre normale Körpertemperatur kennen. Dafür bestimmen Sie am besten mehrmals im Monat Ihre Basaltemperatur am Morgen direkt nach dem Aufstehen, am besten mit einem Ohrthermometer.

Weicht die mehrmals gemessene Temperatur von Ihren gewohnten Werten ab oder liegt sie im Graubereich, dann sollten Sie nachdenken. Besteht keine erkennbare Ursache, dann kann es sinnvoll sein gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nach den Ursachen für die Erhöhung der Körpertemperatur zu forschen.

 

Literatur

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch


Sie möchten regelmässig informiert bleiben? Tragen Sie sich hier für unseren Newsletter ein!


 

Cardiothek – medizinische Informationen aus erster Hand

Die Cardiothek ist eine Kommunikationsplattform der Cardiopraxis. Wir sind Ärztinnen und Ärzte und kennen gesundheitliche Probleme und deren Lösungen aus erster Hand. Und wir wissen, was es bedeuten kann krank zu sein und wie wertvoll Gesundheit ist.

In der Cardiothek stellen wir Woche für Woche jeweils 1 Video und 1 Textbild auf unserer Homepage ein. Dabei werden diese visuellen Formate begleitet von einem detaillierten Text, der meistens noch weitere Bilder enthält. Außerdem achten wir bei unseren Beiträgen besonders auf

  • gute Verständlichkeit
  • praktische Relevanz im Alltag
  • neuesten wissenschaftlichen Stand
  • Genauigkeit

Kurzum, Sie erhalten medizinische Informationen aus der Cardiopraxis für Ihren Alltag.
Bei unseren Beiträgen schauen wir auch über den Tellerrand hinaus. So lernen Sie auch Sinnvolles zu Themen, die zusätzlich für Ihre Herz-Kreislaufgesundheit wichtig sind.

Ziele der Cardiothek – medizinische Informationen für Ihre selbstbestimmte Gesundheit

Wir in der Cardiopraxis verstehen uns im Sinne der Partnerschaftlichen Medizin als Ihr Profi-Gesundheitspartner. Dazu gehört auch, dass wir Sie befähigen mit Ihrer Gesundheit möglichst selbstständig umzugehen. In diesem Sinne bieten wir Ihnen Gesundheitsinformationen für ein körperlich, geistig und emotional selbstbestimmtes Leben.

Die Cardiothek richtet sich in erster Linie an Menschen, die uns persönlich in der Praxis besuchen. So können sie Inhalte aus den Gesprächen vertiefen. Immer wieder schicken wir ihnen dann auch eine Sammlung an Beiträgen zu einem persönlich relevanten Thema, ein sog. Mediarezept. Selbstverständlich können die Beiträge aber auch Menschen nutzen, die uns noch nicht persönlich kennen.

Cardiothek Newsletter

Zwar veröffentlichen wir unsere Beiträge auch in den Sozialen Medien auf Facebook oder auf Instagram, aber dort werden nicht alle Beiträge der Cardiothek gepostet.

Damit Sie keinen Beitrag mehr verpassen, haben wir den Cardiothek Newsletter ins Leben gerufen. Wenn Sie den Newsletter abonnieren, dann erhalten Sie 1x monatlich Links zu den neuesten Beiträgen der Cardiothek.
Den Cardiothek Newsletter können Sie auf der Startseite der Cardiothek oder am Ende eines jeden Beitrages abonnieren.

 

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


Sie möchten regelmässig informiert bleiben? Tragen Sie sich hier für unseren Newsletter ein!


Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

Atemübungen – ein Weg zur aktiven Entspannung

Unser Alltag wird bestimmt von ständiger geistiger und körperlicher Aktivität, häufig genug bis zur Erschöpfung. Aktive Pausen sind deswegen immer wieder wichtig, damit Sie zur Ruhe kommen können und aktiv Geist und Körper harmonisieren.

Dieses Innehalten kann Ihnen bei einer Morgenroutine beim Start in den Tag helfen, sodass Sie die Kontrolle behalten. Hilfreich ist es auch als Teil einer Abendroutine, die in einen erholsamen Abend und damit in den  Schlaf überleiten kann. Häufig ist kann Ihnen eine Pause mitten am Tag Ihnen Gelassenheit und Energie geben.

Das bewusste „Abschalten“ ist bei solchen aktiven Pausen kein einfaches Erschlaffen, sondern ein entspannt konzentrierter Vorgang, der im optimalen Fall eine Gedankenleere zum Ziel hat. Die meisten von uns können das nicht so einfach, sondern müssen es erst lernen und üben. Atemtechniken können hier eine wertvolle Unterstützung sein.

Der Atemantrieb – wesentlich durch den Stoffwechsel bestimmt

Beim Verbrauch von Energie wird in Ihrem Körper Kohlendioxid, kurz CO2, freigesetzt. Das Gas CO2 ist quasi ein „Abfallprodukt“ des Energiestoffwechsels. Daher verlässt CO2 Ihren Körper beim Ausatmen über die Lunge.

Der Atemantrieb wird über sog. Chemorezeptoren gesteuert. Diese Messsensoren liegen überwiegend im Gehirn, zentrale Schaltstation ist der Hirnstamm. Steigt Kohlendioxid in Ihrem Körper an, dann steigt auch der Atemantrieb. Die Atmung wird dann schneller und tiefer.

Der Stoffwechsel bestimmt die Produktion von CO2. Wir unterscheiden dabei den Ruhestoffwechsel und den Aktivitätsstoffwechsel. Letzterer wird sowohl von körperlicher als auch geistiger Aktivität beeinflusst. Das heißt also, dass selbst Gedanken mit einem höheren Energieverbrauch verbunden sind. Wie Sie gleich sehen werden, ist es nicht allein der Energieverbrauch des Gehirns, der hier eine Rolle spielt.

Normale geistige Aktivität in körperlicher Ruhe

Gerade im Wachzustand steht unser Gehirn nie still, auch wenn wir Augen und Ohren schließen. Ständig wandern uns Gedanken und Bilder in Verbindung mit Gefühlen durch den Kopf. Vermittelt durch das vegetative Nervensystem hat das nicht nur geistige, sondern auch körperliche Aktivität Ihres Körpers zur Folge. Zum Beispiel verändern Gedanken den Herzschlag, die Atemtätigkeit und die Muskelanspannung. Das passiert ganz unwillkürlich, obwohl Sie sich nicht körperlich bewegen, und entspricht so gewissermaßen dem Erleben in einer virtuellen Realität. Das liegt daran, dass Gedanken meistens einer Rekonstruktion bzw. einer Präkonstruktion von Ereignissen dienen.

Eine Rekonstruktion ist das Erinnern an Vergangenes, was auch mit einem körperlichen Nacherleben verbunden ist. Stellen Sie sich z.B. vor, wie Sie das letzte Mal bei einem Beinahe-Unfall auf die Bremse treten mussten. Da klopft Ihnen jetzt noch das Herz.

Die Präkonstruktion bezieht sich auf erwartete Ereignisse und entspricht so der Planung zukünftiger Aktivitäten. Hier findet in Ihrem Körper ein Vorerleben statt. Das entspricht in gewisser Weise einem innerlichen Vorab-Test, ob das geplante Vorhaben für einen selbst realisierbar ist. Steht eine körperliche Aktivität, z.B. das Ersteigen einer Treppe, unmittelbar bevor, dann sind diese Mechanismen im Sinne eines „Vorglühens“ besonders bedeutsam. Der Körper wird in die richtige Grundspannung gebracht, so dass wir eine Tätigkeit reibungslos durchführen können.

Beide Prozesse, die Rekonstruktion und die Präkonstruktion von Ereignissen, sind für Sie wichtig. Durch sie sind Sie im Alltag gut handlungsfähig, indem Sie Vergangenes gedanklich sortieren und Zukünftiges vernünftig planen können. Allerdings sind diese geistigen Aktivitäten mit einem Aktivitätsstoffwechsel verbunden, den man beim ruhigen meditativen Atmen ja gerade vermeiden will.

Ruhestoffwechsel für eine entspannte Atmung

Das Ziel einer entspannenden Atmung ist es, frei von Gedanken, als von Prä- bzw. Rekonstruktionen und körperlicher Aktivität zu atmen. Folglich streben wir eine Atmung an, die vom Ruhestoffwechsel geführt wird. Die Atemfrequenz und -häufigkeit können dabei von Tag zu Tag variieren. Das hängt mit Ihrem individuellen Stoffwechsel, der zugeführten Nahrung und dem allgemeinen Gesundheitszustand. Zum Beispiel ist die Aufnahme von Kohlenhydraten mit mehr CO2-Produktion verbunden, als die Verstoffwechselung von Fett. Folglich kann das Atmen nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit schneller sein als nach einer fettreichen Gericht.

Geistige Aktivität bei entspannter Atmung

Bei der angestrebten Tiefenentspannung haben wir in körperlicher Ruhe zwei Ziele: zunächst die Dissoziation und schlussendlich die Gedankenleere.

Dissoziation bedeutet hier eine emotionale Distanz zu geistigen Inhalten, sodass diese möglichst wenige körperliche Reaktionen hervorrufen. Bilder und Gedanken sollten an Ihnen vorbeiziehen, ähnlich wie die Wolken am Himmel: Sie sind da, aber Sie brauchen sie nicht zu greifen. Das verringert das körperliche Erleben von Rekonstruktion und Präkonstruktion.

Gedankenleere meint, dass keine geistigen Inhalte vorhanden sind: Sie sehen weder Bilder noch haben Sie Gedanken oder beunruhigende Gefühle. Nun wird das Atmen ausschließlich durch den basalen Stoffwechsel bestimmt, was zu einer tiefen Entspannung beiträgt.

Das Problem für die meisten Menschen ist nur, dass Dissoziation und Gedankenleere schwierig zu erreichen sind. Das Gehirn ist immer geistig aktiv, im schlimmsten Fall haben wir kreisende Gedanken, immer und immer wieder um denselben Inhalt. Wenn Sie eine Dissoziation bzw. Gedankenleere anstreben, dann lohnt es sich auf einige Hilfstechniken zurückzugreifen.

Voraussetzung für eine beruhigende Atmung – körperliche Ruhe und richtige Atemtechnik

Sie sollten eine ruhige Körperposition einnehmen, die Sie zu ruhiger Aufmerksamkeit befähigt. Es muss nicht gleich ein Schneidersitz oder gar ein Lotussitz sein. Das aufrechte Sitzen auf einem Stuhl genügt voll und ganz.

In der entspannten Atmung beträgt das Zeitverhältnis zwischen Einatmen und Ausatmen 1:(2-3). Bei körperlicher Anstrengung beträgt das Atemverhältnis eher 1:1. Bei der gesunden Einatmung sind Ihre Atemmuskeln, wie z. B. das Zwerchfell, aktiv und Sie atmen durch die Nase in den Bauch ein, sodass sich der Bauch entspannt nach vorne wölbt. Wir nennen das Nasen-Bauchatmung. Die Ausatmung ist muskulär passiv, die Lunge zieht sich zusammen und die Luft entleert sich über den Mund.

Wenn Sie Schwierigkeiten mit der Bauchatmung haben, dann legen Sie die Hände einfach auf den Bauch. Dieser Führungswiderstand erleichtert Ihnen vor allen Dingen das Atmen von der Nase in den Bauch. Hilfreich ist auch die Übung mit einem Ball.

Tiefenentspannung – schrittweise Verringerung von geistiger Aktivität

Das Ziel der Gedankenleere können Sie schrittweise erreichen, indem Sie Hilfstechniken benutzen. Hier helfen das Visualisieren, das Zählen der Atemzüge in einem Atemmandala und das Fokussieren auf die Atmung.

Stellen Sie sich vor, Sie gehen über eine Hängebrücke und fühlen sich unsicher. Sie greifen verständlicherweise nach den beiden Geländern: das eine ist ein Atemmandala zum Zählen, das andere ist der Fokus auf die Atmung. Mit der Zeit fühlen Sie sich auf der Brücke sicherer und Sie können die Geländer nacheinander loslassen und angstfrei gelassen weiter über die Brücke gehen.

Wir gehen also zum Erreichen der Gedankenleere schrittweise vor:

  • Atemmandala
  • Fokus auf Atmung
  • Dissoziation
  • Gedankenleere

Atemmandala – durch Zählen fokussieren

Sie visualisieren ein Atemmandala, wie Sie es im Beispiel im Bild sehen. Sie folgen dem natürlichen Atemrhythmus. Mit der Zahl 1 beginnen Sie und zählen z.B. bis 7 bzw. bis 11 und dann von der jeweiligen Zahl rückwärts bis zur 1. Dann beginnt der nächste Zyklus.

Bei ungeraden Zahlen atmen Sie ein, bei geraden Zahlen atmen Sie aus. Wenn Sie sich verzählt haben, dann ist das nicht schlimm. Machen Sie einfach entspannt weiter!

Atemmandala – Phase des Verweilens 

Wenn Sie eine innere geistige Ruhe erreicht haben, dann können Sie z.B. zwischen zwei Zahlen hin und her atmen: von 1 zu 2, von 2 zu 1, von 1 zu 2 und so weiter. Sie können auch auf einer Zahl atmen, also 1, 1, 1. Ab einem Moment der geistigen Entspannung können Sie das Fokussieren auf die Zahlen loslassen und den Fokus ganz allein auf das Atmen legen.

Fokus auf die Atmung – dem natürlichen Atemantrieb folgen

Atmen Sie einfach natürlich ein und aus, indem Sie versuchen den Rhythmus zu halten und langsam auszuatmen. Hilfreich ist es hier, in der Ausatmung am Ende eine entspannte Atempause zu machen und auf den natürlichen Atemantrieb zu warten, bis dieser wieder sanft „anspringt“. Ihr entspannter Geist ruht jetzt auf der Atmung und Sie sind einfach präsent.

Dissoziation – Gedanken vorüberziehen lassen

Bei der Dissoziation gehen Ihnen noch Gedanken und Gefühle weiter durch den Kopf. Versuchen Sie sich zunächst an positive Bilder, Gedanken und Gefühle zu erinnern, ohne diese zu bewerten. Diese Gedanken lassen Sie dann mit emotionaler Distanz gelassen vorbeiziehen, ähnlich wie beim Beobachten von Wolken. Wenn Sie die Bilder, Gedanken und Gefühle zu sehr beschäftigen, was vollkommen normal ist, dann können Sie behutsam wieder das Zählen im Atemmandala aufnehmen.

Fokus ist nicht unbedingt die Fähigkeit, aufmerksam zu bleiben….. Es ist vielmehr die Fähigkeit, nicht abgelenkt zu bleiben. (Andy Puddicombe)

Gedankenleere – entspannte Präsenz

Durch Dissoziation stellen sich Phasen der Gedankenleere ein. Hier sind Sie einfach nur da. Selbst die Atmung nehmen Sie nur noch entfernt war. Wenn Ihnen diese Techniken neu sind, dann stellen sich diese Phasen während einer Übungseinheit zunächst erst spät ein und halten meist nur kurz an. Sollten erneut Bildern und Gedanken auftauchen, dann können Sie sie wieder spielerisch an sich vorbeiziehen lassen.

Atemübungen – üben übt

Gehen Sie spielerisch mit den Atemübungen um. Sie werden immer wieder etwas Neues entdecken. Manchmal läuft es auch nicht so gut, Sie sind unruhig und ungeduldig. Lassen Sie das einfach geschehen, der nächste Tag wird wieder anderes.

Regelmäßiges Üben erleichtert das Erreichen der Gedankenleere. Sinnvoll ist es 10-20 Minuten am Tag zu üben. Mit der Zeit kann die Phase der Gedankenleere so schon nach einigen Minuten erreicht werden. Das Ergebnis ist eine tiefe geistige und körperliche Entspannung.

Besonders sinnvoll ist es, diese meditative Atemtechnik in die Morgenroutine zum Einleiten des Tages zu integrieren. Denn dann bestimmen Sie bereits den Takt des Tages.

Hilfreich sind auch Apps, wie z.B. BreathingZone, VaYouHeadspace und Muse 1. BreathingZone hilft visuell und akustisch bei der Atemsynchronisierung. Bei VaYou handelt es sich um eine einfache (und erschwingliche) sehr interessante App für Biofeedback durch die eigene Atmung (leider nur für iPhone). Headspace vermittelt weitere Techniken zur Dissoziation und hilft mit den Anforderungen der Alltages besser umzugehen. Muse 1 ist eine EEG-geführte Meditation über Neurofeedback. Allen 3 Apps ist gemein, dass Sie sachlich und klar, d.h. nicht spirituell überlagert sind.

 

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Online-Rezeptanforderung – eine Win-Win-Situation für mehr Sicherheit und Gesundheit

Online-Rezepte sparen Zeit für Sie selbst und die Arztpraxis. Die Online-Rezepte bedeuten mehr Sicherheit bei der Behandlung mit Medikamenten für Sie und ihre Gesundheit.

Medikamente – Wirkungen und Nebenwirkungen

Medikamente sind ein wichtiger Bestandteil beim Behandeln von Erkrankungen. Sie haben Wirkungen, aber auch Nebenwirkungen, die zu schweren Gesundheitsschäden führen können. Daher ist die genaue Einnahme nach ärztlicher Verordnung entscheidend. Dabei müssen Sie sowohl auf die Konzentration als auch auf die Dosierung ihrer Tabletten achten.

Medikamente sind verschreibungspflichtig durch eine Ärztin oder einen Arzt. Die Verschreibung erfolgt mit Rezept und ärztlicher Unterschrift. Ohne ein Rezept können Sie Medikamente in der Apotheke nicht bekommen.

Ein Rezept erhalten Sie beim Besuch in einer Arztpraxis beim direkten Arztkontakt oder in Form eines Folgerezeptes ohne Arztkontakt.

Was sind Folgerezepte?

Folgerezepte für Medikamente erhalten Sie nur, wenn Sie in einer Arztpraxis bekannt sind und in der Regel nur für Medikamente, die Ihnen schon einmal verordnet wurden.

Die Anforderung für ein solches Folgerezept kann über Telefon, Fax oder direkt vor Ort in der Praxis stattfinden.

Das Rezept erhalten Sie dann manuell oder per Post.

Probleme bei der Anforderung von Folgerezepten

Wenn Sie ein Folgerezept anfordern, kann es durchaus sein, dass Medikamente von anderen Ärzten geändert worden sind. Das gilt häufig für die Konzentration, z.B. 16 anstatt 32 mg Tabletten. Beim Anfordern können Ihnen ebenso Fehler unterlaufen, etwa beim Übermitteln oder weil sie sich nicht richtig erinnern können.

Gerade in der mündlichen Kommunikation können Verständnisfehler auftreten, auch von unserer Seite aus. So kann es zum Versand von fehlerhaften Rezepten kommen.

Ein weiteres Problem sind die Wartezeiten in der Praxis. Bis Sie ihre Rezeptanforderung gemacht haben und das Rezept erhalten haben, kann einige Zeit vergehen. Die Rezeptausstellung ist gerade zu Stoßzeiten in einer Arztpraxis ein deutlicher Mehraufwand für Sie und für uns.

Vorteile der Online-Rezeptanforderung

Grundsätzlich gilt, dass Sie den Namen und die Dosis Ihrer Medikamente am besten kennen. Das muss so sein, denn es geht um Ihre Gesundheit. Am besten führen Sie eine schriftliche Liste, z.B. in einer Computerdatei (Excel).

Von Ihrer persönlichen Medikamentenliste aus können Sie am besten Ihre Online-Rezept-Anforderung in das Online-Formular übertragen, überprüfen und dann abschicken. Das ist an jedem Wochentag und zu jeder Tageszeit möglich.

Ihre Rezeptanforderung liegt uns dann visuell vor, was Fehler bei der akustischen Übermittlung vermeidet. Wir bereiten dann die Rezepte vor und schicken Ihnen diese je nach Vereinbarung per Post zu oder Sie holen sie in der Praxis zu einem vereinbarten Zeitpunkt ab. Die Wartezeit wird dadurch erheblich verkürzt. Wir empfehlen Ihnen in der Cardiopraxis Düsseldorf zwischen 14:00 und 16:00 Uhr und in der Cardiopraxis Meerbusch zwischen 12:00 und 13:00 Uhr vorbei zu kommen.

Lernen Sie die Online-Rezept-Anforderung kennen

Auf der Homepage von vielen modernen Arztpraxen finden Sie inzwischen ein Formular zur Online-Rezept-Anforderung, so auch auf der Homepage der Cardiopraxis. Lernen Sie die Online-Rezept-Anforderung in Ruhe kennen, denn sie ist ganz im Sinne Ihrer individuellen gesundheitlichen Sicherheit.

Hier geht es zur Online-Anforderung für Folgerezepte bei Cardiopraxis. Bitte beachten Sie, dass Sie nur bei uns Rezepte anfordern können, wenn Sie bei uns bekannt sind.

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Blutdruck im Stehen – wichtig bei Bluthochdruck

Wenn wir den Blutdruck messen, sei es in der Arztpraxis oder zu Hause, dann tun wir das im Sitzen. Hierfür müssen wir die Regeln für die Blutdruckmessung beachten, das gilt vor allen Dingen für eine ausreichende Ruhezeit vor der Messung.

Neben der statischen Messung im Sitzen können auch dynamisch erhobene Werte, z.B. beim Wechsel vom Liegen zum Stehen wertvolle Informationen liefern.

Kreislauf im Stehen – ein große Herausforderung

Das ruhige Stehen ist für Ihren Kreislauf eine besondere Herausforderung, denn Blut muss wichtige Körperregionen gegen die Schwerkraft erreichen. Das venöse Blut muss ca. 4/7 Ihrer Körperlänge von der Großzehe bis zum Herzen und arterielles Blut muss 3/7 der Körperlänge gegen die Schwerkraft Ihr Gehirn erreichen. Dabei ist die Blutversorgung des Gehirns ist überaus wichtig, denn wird das Gehirn für nur ca. 10 Sekunden nicht durchblutet, dann werden Sie bewusstlos!

Folglich muss Ihr Kreislauf in jeder Körperlage gut reguliert werden. Dafür verfügt der Körper über Messstationen in Venen, Herz und Arterien, die Druck und Dehnung messen. Besonders wichtig sind diese am im Bereich des Übergangs von den Venen zur Vorkammer und in den Halsarterien, die zum Gehirn führen. Über die Messsensoren in den hinrversorgenden Arterien wird z.B. der wichtige Baro-Reflex gesteuert. Das vegetative Nervensystem leitet “Messergebnisse” zur Verarbeitung an den Hirnstamm weiter, so dass von hier aus Anpassung des Kreislaufs erfolgen kann. Das dauert nur wenige 100 ms.

Sowohl auf der Ebene der Sensoren als auch bei der Verarbeitung der Informationssignale im Hirnstamm können Störungen auftreten, die z.T. durch die Blutdruckmessung im Liegen und im Stehen erfasst werden.

Blutdruck im Liegen und im Stehen messen

Der Test geht ganz einfach

  • Rückenlage für 60-120 Sekunden
  • Blutdruck und Herzfrequenz messen
  • dokumentieren
  • aufstehen und 60-120 Sekunden stehen
  • messen
  • dokumentieren

Wichtig ist, dass Sie die Messung im Stehen erst dann durchführen, wenn Sie mindestens 1 Minute gestanden haben. Innerhalb der ersten 60 Sekunden nach dem Aufstehen kommt es zu einem deutlichen Blutdruckabfall, den Sie mit der Blutdruckmanschette nicht sicher erfassen können, der aber das Ergebnis verfälschen kann.

Unterschiedliche Blutdruckwerte im Liegen und im Stehen

Wenn Sie sich hinstellen, dann muss Ihr Kreislauf das Gefälle gegen die Schwerkraft ausgleichen. Blutdruck und Herzfrequenz werden gehalten bzw. steigen leicht überschießend an. Es ist normal, wenn die Kreislaufregulation hier etwas übersteuert. Das entspricht einer Absicherung, so dass eine Minderdurchblutung Ihres Gehirns und damit eine Ohnmacht verhindert wird.

Normalbefund. Die Blutdruckwerte im Liegen und im Stehen sollte jeweils in den bekannten Normbereichen von <140 mmHg systolisch und <90 mmHg diastolisch liegen. Es ist normal, wenn der Blutdruck vom Liegen zum Stehen gleichbleibt bzw. um 15 mmHg systolisch bzw. um 10 mmHg diastolisch ansteigt. Auch Ihre Herzfrequenz kann um bis zu 10 bpm ansteigen.

Blutdruck im Liegen höher als im Stehen

Hier gibt es 2 Möglichkeiten im Liegen pathologisch zu hoch oder im Stehen pathologisch zu niedrig.

Blutdruck im Liegen pathologisch hoch, im Stehen normal. Sind Ihre Blutdruckwerte im Liegen pathologisch erhöht, d.h. >139 mmHg systolisch oder >89 mmHg diastolisch und im Stehen normal, dann ist das nicht normal. Die Ursache ist unklar.

Wir erleben es in der Cardiopraxis allerdings häufiger, dass dieses Phänomen bei einer Behandlung mit einem Beta-Blocker bzw. dann vorkommt, wenn die untere Hohlvene als Hinweis auf zu viel Flüssigkeit im Gefäßsystem deutlich erweitert ist. Wir nehmen an, dass hier die vermehrte Wandspannung in den Herzvorkammern einen Schutzreflex mit Anspannung der Widerstandsgefäße in der Lungenstrombahn bzw. im Systemkreislauf verursacht. Folglich können nachgeschaltete Strukturen vor einer Überdehnung zu schützen werden. Wir kennen diesen Mechanismus von der Mitralklappenstenose und von der hochgradigen Linksherzinsuffizienz.

Der Beta-Blocker steigert hier die Wandspannung indirekt über eine Verringerung der Sogkraft des Herzens. Eine Anpassung der Medikation mit einer Gabe einer harntreibenden Substanz bzw. die Verringerung der Beta-Blockerdosis führen hier meistens zu einer Normalisierung des Befundes.

Blutdruck im Liegen normal, im Stehen pathologisch niedrig. Fällt der Blutdruck im Stehen von Normalwerten jeweils um mehr als 20 mmHg ab, dann ist das nicht normal. In den allermeisten Fällen ist dieses mit einem Anstieg der Herzfrequenz um >10 bpm verbunden und Folge eines Flüssigkeitsmangels, z.B. bei zu hoher harntreibender Medikation oder zu geringer Trinkmenge. In seltenen Fällen ist dieser Befund Ausdruck einer Linksherzschwäche oder eines schweren Herzklappenfehlers.

Blutdruck im Stehen höher als im Liegen – orthostatische Hypertonie

Steigt der Blutdruck systolisch um >15 mmHg systolisch bzw. >10 mmHg diastolisch vom Liegen zum Stehen an, dann ist das pathologisch. Ist der Blutdruck im Liegen normal und die Werte steigen erst im Stehen in den pathologischen Bereich an, dann sprechen wir von einer orthostatischen Hypertonie.

Der Grund für dieses Verhalten liegt in einer Fehlregulation des Kreislaufs. Meistens ist ein hoher Sollwert das Problem, wie es z.B. bei langer Dauer eines Bluthochdrucks vorkommt. Wenn Wir nun z.B. mit Medikamenten den Blutdruck senken, dann wir der zunächst normale Blutdruck als zu niedrig wahrgenommen und Ihr Körper versucht den Blutdruck im Stehen wieder auf den falsch-hohen Sollwert anzuheben. Hier müssen dann Medikamente, die diese Adrenalin-vermittelte Reaktion durchbrechen können, wie z.B. Moxonidin oder auch Reserpin zum Einsatz kommen.

Eine orthostatische Hypertonie ist durch den schnellen Wechsel von normalen zu deutlich erhöhten Blutdruckwerten eine besondere Gefährdung für Ihr Gehirn und häufig auch mit Benommenheit und Kopfschmerzen verbunden.

Wertvolle Blutdruckmessungen zu Hause gemessen

In der Cardiopraxis führen wir mit dem Finapres®-System hierfür z.B. den sog. Orthostase-Test im Liegen und im Stehen durch, bei dem wir nicht nur Blutdruck und Herzfrequenz, sondern gleichzeitig auch den Blutfluss für jeden einzelnen Herzschlag in Rückenlage und im Stehen messen. Folglich erhalten wir wertvolle Hinweise zur individuellen Therapieeinstellung.

Wie Sie gesehen haben, können Sie einen Teil dieses Tests auch zu Hause durchführen. Da sind wertvolle Informationen, die dann die Messungen in der Praxis ergänzen. Wir freuen uns immer, wenn Sie solche Messwerte mitbringen, weil wir so die Behandlung optimal individuell ausgerichtet können.

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch